KATRA
Out Of The Ashes
Napalm Records
44:31
2006 war es so weit, die Gothic Metal Band KATRA erblickte das Licht der Welt. Die Finnen um Leadsängerin Katra Solopuro kombinieren harte Metalriffs mit rockigen Tönen und einer gefühlvollen Stimme. So wurden KATRA von der Musikzeitschrift ORKUS zum „Besten Newcomer“ gekürt. Ihr Album „Out Of The Ashes“ ist als Fortsetzung ihres Debüts „Beast Within“ anzusehen. Erlebnisse und Anstrengungen aus dem alltäglichen Leben dienen ihnen hierbei als Inspirationsquelle.
Mit „Delirium“ ist KATRA ein guter Einstieg in das Album gelungen, gepaart mit einem ganz passablen Gitarrensolo. Das Piano- Intro von „One Wish Away“ hätte ein wenig länger sein dürfen, dies hätte dem sonst auch sehr sanften Lied nicht geschadet. Sängerin Katra Solopuro singt mit sehr viel Gefühl und Leidenschaft, dies kann man vor allem an der Ballade „The End Of The Scene“ erkennen. „Hide And Seek“ ist ein gutes Lied um dieses Album abzuschließen.
KATRA ist definitiv ein Geheimtipp aus Finnland. Jeder der auf gefühlvollen Gothic Metal steht sollte zumindest rein hören!
Tracklist:
1. Delirium
2. One Wish Away
3. If There Is No Tomorrow
4. Vendetta
5. Out Of The Ashes
6. Envy
7. Mirror
8. Anthem
9. The End Of The Scene
10. Hide And Seek
by Miri
VÖ: 22.10.2010
DUNKELSCHÖN – Katharsis
DUNKELSCHÖN
Katharsis
Screaming Banshee / Alive
55:54
„Katharsis“-die Reinigung der Seele. Schon viele Dramaturgen haben die beschrieben und angewandt. Durch das durchleben vieler Emotionen kommt man zu einem starken Gefühl der Befreiung. Dieses kann natürlich durch verschiedenes hervorgerufen werden. Vor allem durch Dramen soll man zu ihr kommen. Aber auch durch Bücher oder Filme kann man zu ihr gelangen. Warum soll man also nicht auch durch Musik dorthin geführt werden? Leid und Schmerz durchqueren die „Katharsis“genauso wie pure Lebenslust und Liebestaumel. „Mandaliet“ und „Kristallen den Fina“ erzählen von der unerfüllten Liebe und der daraus resultierenden Wut und Enttäuschung. Diese Enttäuschung kommt durch das Lied „Deine Flammen“ sehr gut zum Ausdruck. Sehr schön zeigt sich hier auch die Naturverbundenheit, das Widererkennen der Liebe in der Natur, auch wenn sie unerfüllt scheint. Eine wunderschöne Geschichte über Recht und Unrecht ist „Askath, die weißen Raben“. Sie erzählt wie die Welt zu einem dunklen Ort wurde und sie dann wieder gerettet und ins Licht gesetzt wurde. Vielleicht sogar eine Anspielung auf die Katharsis? Mit einem wunderschönen sanften Harfenstück wird man dann schließlich aus der CD geleitet und kommt dann eventuell sogar zur ersehnten Katharsis. „Katharsis“ ist durchaus ein sehr gelungenes Album durch das man sogar zur Katharsis gelangen kann.
Tracklist:
1. Mandaliet
2. Kristallen den Fida
3. Askath, die weißen Raben
4. Lacrima
5. Mon Ami
6. Deine Flammen
7. Dein Gedenken
8. Mion Mar
9. Quiet Land
10. Haganusa
11. Aeris
http://www.dunkelschoen-musik.de
Miri
VÖ: 11.09.09
FEJD- Eifur
FEJD- Eifur
1. Drangen Och Krakan
2. Farsot
3. Jungfru I Hindhamn
4. Alvas Halling
5. Arv
6. Eifur
7. Ledung
8. Gryning
9. Varstav
10. Aring
11. Yggdrasil
12. Trollfard
Die schwedische Nordic Medieval Folk Band FEJD bringt ihr erstes „richtiges“ Album raus. Durch die Verschmelzung der Heavy Metal Jungs von PATHOS mit dem Folk Duo Niklas & Patrik Rimmerfors entstand ein neues und aufregendes Gesamtkunstwerk.
„Eifur“ erzählt von nordischen Legenden und Märchen und entführt den Hörer in eine andere Welt und Zeit. Violine, Drehleier, Dudelsack und Whistle locken uns in die Welt der schwedischen Legenden, Naturmystik und Märchen. Dort wo Elfen und Feen tanzen. Begleitet werden wir von der klaren Stimme Patrik Rimmerfors der schon am Lagerfeuer auf uns wartet. Zum richtigen Träumen lädt „Alvas Halling“ ein, ein instrumentales Stück. Aber auch Lieder wie „Yggdrasil“, „Farsot“ oder „Gyning“ sind nicht zu verachten.
„Eifur“ ist definitiv auch ein Album zum abrocken …äh abfolken! Kaufen lohnt sich!!!
by Miri
Die Zwerge
Mit „Die Zwerge“ wagen sich Johannes Steck, ein Magier der Stimmen und CORVUS CORAX, die Könige der Spielleute, in eine neue Dimension. In einer Verbindung zwischen Lesung, Musik-Konzert und Show erzählen sie das Kult-Fantasy-Epos als atmosphärisch-dichte Live-Performance. Im Düsseldorfer Capitol Theater machten sie für 3 Abende Station und alle 3 Aufführungen waren ausverkauft.
Vorlage für die Live-Inszenierung ist das mehrteilige Fantasy-Epos „Die Zwerge“, „Der Krieg der Zwerge“, „Die Rache der Zwerge“ sowie „Das Schicksal der Zwerge“ von Bestsellerautor Markus Heitz. Johannes Steck, der bereits die Hörbuchfassungen der „Zwerge“ eingesprochen und produziert hat, stellte er sich der Herausforderung, ein Konzept zu initiieren, welches Konzert, Lesung und Show kombinieren sollte. Für die musikalische Untermalung waren die „Könige der Spielleute“ CORVUS CORAX verantwortlich.
So begann dann auch pünktlich um 20.oo Uhr mit dem Einzug der Akteure ein kurzweiliger Abend. Schon während der ersten Sätze merkte man, warum Johannes Steck der beliebteste und bekannteste Hörbuchsprecher Deutschlands ist. Er verlieh dem Buch Leben, denn er spielte „Die Zwerge“. Das Publikum hing an seinen Lippen und genossen, das mit Liebe und Leidenschaft vorgetragene Werk.
Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle die Instrumentierung von CORVUS CORAX, die mit ihrer Performance bewiesen, dass sie die richtige Wahl für dieses Spektakel waren. Sie zelebrierten mit teilweise bekannten oder extra für die „Die Zwerge“ geschriebenen Stücke, das sie für dieses Event wie geschaffen waren. Sie verliehen allem das passende Ambiente. Dass sie auch schauspielern können, zeigten sie, als Johannes Steck sie mit ins Geschehen einband.
Aber auch das Publikum wurde mit in die Geschichte eingebunden, denn sie sollten an einer Stelle die Orks, Trolle und Boglins stimmlich darstellen, was aber leider sehr kläglich ausfiel. Amüsant erklärte Johannes Steck auch in lustigen Unterbrechungen spezielle Fachbegriffe.
Zusätzliche Informationen bekam man durch Videoanimationen. So wurde auch eine Landkarte gezeigt, wodurch man, nach Erklärung von Johannes Steck, einen Einstieg in das Leben der Zwerge erhielt und auch dem Verlauf der Geschichte gut folgen konnte. Die Geschichte war sowieso das Problem, denn wie sollte man 4 Bücher in eine 3-stündige Veranstaltung aufführen. Meine Sorge war unbegründet, denn die Kürzung des Fantasystoffes war gut gelungen und es wurden keine zentralen Handlungselemente vernachlässigt. Somit konnten sie auch die Besucher, welche die 4 Werke von Heitz nicht kannten, mühelos allem folgen. „Die Zwerge“ wurden durch Johannes Steck und CORVUS CORAX zum Leben erweckt.
Die mittelalterlichen Klangwelten von CORVUS CORAX gaben der Erzählstimme von Johannes Steck einen stimmungsvollen Rahmen und entführten die Zuschauer in eine sagenhafte Welt der Sagen und Mythen. Alles in allem war die Lesung ein mehr als gelungener Abend, der in einer außergewöhnlichen Location stattgefunden hat. Es bleibt zu hoffen, dass auch andere Städte in den Genuss dieses Events kommen werden, denn „Die Zwerge Live“ ist definitiv einen Besuch wert.
Gisela Schmitz
Runrig: 50 Great Songs RUNRIG
RUNRIG
50 Great Songs
Sony
Schon seit 30 Jahren überzeugt RUNRIG schon die Hörerschaft mit ihren Songs, die eine gelungene Mischung aus modern angehauchten Rock-Pop-Klängen und traditionellen schottischen Folkelementen beinhalten. Dies stellten sie demonstrativ bei dem legendären Open Air am Loch Lomond vor ca. 50000 Besucher unter Beweis. Ihr Konzert zum 30-jährigen Jubiläum am Stirling Castle war restlos ausverkauft. RUNRIG begannen ihre Karriere als typische Folkband. Sie verstanden es im Laufe der Jahre, seit ihrer Gründung 1973, sich als kultiger Pop-Rock-Act zu etablieren und das nicht nur in Insiderkreisen. . Ende 2007 schaffte es ihr Song „Loch Lomond“, der als die inoffizielle Nationalhymne Schottlands gilt, in einem Remix in die Top-Ten der UK Charts. Im letzten Jahr waren RUNRIG auf großer Deutschland-Tour, auf der sie vor fast 100.000 Fans spielten. Nun im Anschluss gibt es die 3CD/1DVD Box umfassende Collection von RUNRIG. Die Collection „50 Great Songs“ umfasst 34 Best-of Tracks, 16 Stücke in gälischer Sprache und einer DVD, auf der 11 Live-Videos zu sehen sind. Die Songs auf dieser Box wurden nach einer Umfrage unter den Fans zusammen gestellt. Als Bonus gibt es auch noch unveröffentlichte Live-Aufnahmen. Dieses Werk ist nicht nur für treue Fans von RUNRIG empfehlenswert, denn es zeigt auf, zu was die Band, auch heute noch fähig ist.
Tracklist CD 1:
1. One Man, 2. This Day, 3. Clash Of The Ash – Album Version, 4. Life Is – Album Version, 5. And The Accordions Played, 6. Running To The Light – Radio Edit, 7. One Thing – Album Version, 8. Book Of Golden Stories – Album Version, 9. The Ship – Edit, 10. The Stamping Ground – Edit, 11. The Wedding, 12. In Search Of Angels, 13. In Scandinavia, 14. The Message – Edit, 15. Atoms, 16. May Morning – Edit, 17. Dance Called America – Live, 18. Flower Of The West – Live
CD 2
1. Year Of The Flood, 2. The Old Boys, 3. Empty Glens, 4. Gabriel’s Sword, 5. Roadtrip, 6. Mighty Atlantic, 7. Hearthammer, 8. Edge Of The World, 9. Pride Of The Summer, 10. Hearts Of Olden Glory, 11. The Ocean Road, 12. Proterra, 13. Every River, 14. Big Sky, 15. Protect And Survive, 16. Skye
CD 3 (gälische Songs)
1. Abhainn An T-Sluaigh, 2. Oran, 3. Sona, 4. An Dealachadh, 5. An Sabhag Aig Neill, 6. Siol Ghoraidh, 7. An T-Tasgair, 8. Chi Mi’n Geamhradh, 9. An Toll Dubh, 10. Faileas Air An Airigh, 11. Alba, 12. Canada, 13. An Ubhal As Aride (The Highest Apple), 14. Pog Aon Oidche Earraich, 15. Cho Buidhe Is A Bha I Riabh, 16. Cum’Ur N’aire
Disc 4 – DVD:
1. Siol Ghoraidh, 2. Hearts Of Olden Glory, 3. Intro, 4. Beat The Drum, 5. Proterra, 6. Ocean Road, 7. Protect And Survive, 8. Skye, 9. Clash Of The Ash, 10. Edge Of The World, 11. Loch Lomond
www.runrig.co.uk
ohne Wertung
Gisela
VÖ: 15.10.10
Feuertal Festival 2010
Feuertal Festival
Wuppertal, Hardt
21.08.2010
Das schon seit einigen Jahren auf der Wuppertaler Hardthöhe stattfindende Feuertal Festival ist in der Zwischenzeit zu einer festen Institution zum Ende des Sommers geworden. In einer tollen Atmosphäre sah man schon Bands wie IN EXTREMO, SCHANDMAUL, SALTATIO MORTIS und viele mehr. In diesem Jahr hatten sich SAVA, COPPELIUS, TANZWUT und SUBWAY TO SALLY angesagt und die Fans kamen mal wieder in Scharen.
Die Felsenbühne sorgt durch die steil aufsteigenden Felswände für eine einzigartige Akustik. Die Tore öffneten sich pünktlich um 15 Uhr und bis zu Beginn des Konzertes konnte man sich auf dem kleinen Mittelaltermarkt entweder stärken oder sein Geld für die die netten Kleinigkeiten oder die typische Kleidung ausgeben. Auf diese Weise konnte man ganz gut die Zeit bis 16 Uhr, dem Beginn der ersten Band, überbrücken.
Um 16 Uhr eröffneten dann SAVA den Reigen der Bands. Für mich war es eine Premiere, denn bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich es noch nicht geschafft SAVA live zu sehen. Die Stücke, die sie spielten kamen beim Publikum sehr gut an, denn im Gegensatz zur Scheibe kamen sie richtig flott rüber. Birgit Muggenthaler-Schmack hatte auch ihren Spaß und animierte die Leute zum Mitmachen, dem sie auch freudig nachkamen.
Wie mir Birgit im Anschluss an dem Konzert erklärte, legen sie bei Konzerten mehr den Schwerpunkt auf Stücke, die auch Stimmung verbreiten und genau das schafften sie auch. Zwischen dem Auftritt stellte sie noch Matthias Richter dem Publikum vor, mit dem sie ja auch zusammen bei SCHANDMAUL musiziert. Besser kann man einen Einstand nicht gestalten und nach einem tollen Auftritt war man auf die weiteren Bands gut gerüstet.
In der Umbaupause konnte man wieder einen kleinen Rundgang über den Mittelaltermarkt machen, um sich für die nächsten Bands zu stärken oder den Durst zu löschen. COPPELIUS sind ja bekannt für ihre extravagante Show, denn zu allererst wird das Publikum vom „Butler“ begrüßt. Das geschah in einer sehr unterhaltsamen Art. Das Radio wurde von ihm im Anschluss an die Begrüßung angestellt und zum Klang von dem „Tanz der Zuckerfee“, aus der Nussknacker Suite betrat dann endlich die komplette Band die Bühne.
Vorbei war es mit der Ruhe, denn jeder, der schon mal ein Konzert von COPPELIUS besucht hat, weiß dass es immer sehr spaßig abläuft. Bekannt virtuos gaben sie auf Saiten und Klarinetten ihre Stücke zum Besten. Zur Unterstützung in Sachen Headbanging holten sie sich noch 2 Fans mit auf die Bühne und die gaben ihr bestes. Zwischendurch gab es noch mal Probleme mit der Technik, aber auch dies meisterten sie, indem ihr Butler die Zuschauer mit einigen Anekdoten bei Laune hielt. Nach einer guten Stunde war denn auch schon wieder Schluss, aber das Publikum war mehr als zufrieden.
Nach einem sehr spaßigen Auftritt war es Zeit eine Band zu begrüßen, die sich in der letzten Zeit sehr rar auf deutschen Bühnen gemacht hat – TANZWUT. Die Band wurde mit einem großen Jubel empfangen und sie konnten sich auf 70 Minuten geballte Energie gefasst machen.
Nach „Toccata“ wurde das Publikum von TANZWUT sofort bei „Ihr wolltet Spaß“ gefordert. Mit „Im Labyrinth der Sinne“ und „Meer“ wurde die weiter gerockt. Nach „Wieder am Riff“ wurde es mit „Merseburger“ mittelalterlicher. Nach einigen Stücken vom letzten Album „Schattenreiter“ wurde es Zeit in Nostalgie zu schwelgen. Das kann man wohl am besten mit Stücken wie „Lügner“, „Bitte, bitte“ oder „Wächter“. Natürlich stellte man auch die Frage, „Was soll der Teufel im Paradies“.
Viel zu schnell ging der Auftritt aber zu Ende, denn nach dem Song „Der Arzt“ und „Geisterstunde“ war auch schon wieder Zeit sich zu verabschieden. Wie gerne hätte man noch mehr gesehen oder gehört, aber TANZWUT hinterließ nach ca. 70 Minuten ein sehr zufriedenes Publikum. Hoffentlich hört man bald wieder mehr von der Band.
Nach einer Umbaupause war es Zeit für den Headliner in diesem Jahr – SUBWAY TO SALLY. Es dämmerte schon und somit kam auch die Lightshow sehr gut zur Geltung. Leid taten mir bei den ersten 3 Songs die Fotografen im schmalen Fotograben, denn über ihren Köpfen schossen die Feuerfontänen über’s Publikum. Sie kamen dann auch sichtlich gezeichnet aus dem Fotograben.
Der Auftritt der Potsdamer war wie immer ein Best of ihrer beliebtesten Hits. So boten sie dem sangeskräftigen Publikum Songs wie „Feuerland“, „Die Schlacht“, „Falscher Heiland“ usw. und sie hatten alle ihre Gelenke gut geölt. Jeder, der das Potdamer Septett bereits live erleben durfte, weiß dass auch der Schrei nicht fehlen darf.
Die Kombination von tiefen Bässen, Gitarren, der Drehleier und der betörenden Geige von Frau Schmitt, bietet immer wieder ein musikalisches Feuerwerk, das die Band nicht umsonst zu einer Größe ihres Genres macht. Die Pyroshow war auch wieder mehr als sehenswert und sie kam im Kessel des Veranstaltungsortes sehr gut zur Geltung. Nachdem auch die letzten Töne des letzten Songs verklungen waren, machten sich alle zufrieden auf den Weg und bewegen sich langsam Richtung Ausgang.
Wie auch schon in den Jahren zuvor war das Feuertal Festival optimal besetzt und das Publikum und die Bands hatte ihre Freude. In dieser Kulisse macht es auch einfach nur Spaß.
Gisela Schmitz
Interview mit Teufel
Summers End Open Air 2010
Bereits während der Autofahrt aus dem Ruhrgebiet Richtung Andernach, sollten wir uns schon mal Mental, auf einen arglistigen Wetterwechsel einstellen. So durchfuhren wir Schneisen aus massiven Regenwänden, die nur ab und an mal ein wenig Sonne erhaschen ließen. Früh erreichten wir das Gelände des JuZ-Live-Club, wo sich bereits outfittechnisch zahlreiche überlebende des diesjährigen Wacken Festivals eingefunden hatten, um sich gemeinsam mit vielen ortsansässigen Jugendlichen und vereinzelten Urgesteinen vor dem Einlasszelt zu gruppieren. Da nicht ganz klar war, in welcher Schlange wir uns einsortieren sollten, fragten wir kurzerhand beim Security nach und bekamen, eine doch sehr schroffe und unsachgemäße Antwort zurück. Nun gut, langen Hals gemacht und selbst orientiert schlängelten wir uns dann letztendlich in die richtige Reihe ein.
Mit zehnminütiger Verspätung startete dann der Einlass und man erreichte in kürzester Zeit ein gut überschaubares Gelände. Neben den Ständen mit Band-Merchandise, lockten auch Bierwagen und Frittenzelt, mit durchaus bezahlbarer Kost für den anspruchsvollen Metal-Magen. Eine Reihe mobiler „Plastikärtchen“ stand fürs Austreten bereit, die jedoch im Laufe des Abends nicht von allen Besuchern genutzt werden sollten, denn die Stellen neben den Dixies und hinter dem Getränkenachschubwagen, erwiesen sich im Laufe des Tages, für Freiluftverliebte dann wohl augenscheinlich doch attraktiver.
Gegen 14.30 Uhr eröfnete dann der erste Act das Summers End Open Air. Die Progressive Metaller von SONS OF SEASONS bretterten drauf los und anfänglich erinnerte das Bühnenbild an Krypteria, denn auch hier wurden die diesjährigen Shows, durch eine Dame im Brautkleid eräffnet. An den Drums ein bekanntes Gesicht, Trommeler Arien van Weesenbeek (Epica) der an diesem Tag als Ersatz für Daniel Schild die Felle malträtierte. Trotz Regen versammelten sich zahlreiche Anhänger thrashiger Riffs, dynamischer Drum-Attacken und mystischer Keyboardmelodien vor der Bühne, um der fünfköpfigen Truppe Tribut zu zollen. Belohnt wurde die im Regen verharrende Schar, mit Songs wie „A Blind Man’s Resolution“, „Fallen Family“ und dem Titelsong des gleichnamigen aktuellen Werkes „Gods of Vermin“.
Nach einer kurzen Umbaupause galt es nun den Senkrechtstartern von MONO INC. entgegen zu fiebern, die einen Tag zuvor ihre neue EP „Comedown“ veröffentlicht hatten. Schon mehrfach kamen wir in diesem Jahr in den Genuss, die sympathische Hamburger Goth-Rock Formation auf diversen Festivals in Aktion erleben zu dürfen und immer mit dem gleichen Resultat, mitklatschende Hände so weit das Auge reichte. Eröffnet wurde das Set durch den Song „This Is The Day“ zu dem Sänger Martin Engler euphorisch über die Bühnenbretter wirbelte. Schnell merkte man jedoch das das Publikum an diesem Tag etwas länger zum warm werden brauchen würde, da viele Fans eher mit dem Metal-Sektor verwachsen schienen. Doch für den erfahrenen Frontmann kein Problem, unbeeindruckt suchte er immer wieder das Zwischenspiel mit dem Publikum und zog mit viel Witz und Charme, immer mehr in seinen Bann. Wie schon bei der ersten Band an diesem Tag musste auch bei Mono Inc. der Sound während der Show immer wieder korrigiert und angepasst werden. Weitere gewichtige Nummern wie „Temple Of The Thorn“, „Comedown“, „Bloodmoon“ und „Forgiven“ folgten. Mit Akustik-Gitarre bewaffnet, spielte Martin dann zur Setmitte den Iggy Pop Klassiker „The Passenger“ und lies die Reihen vor der Bühne abwechselnd, getrennt nach Männer, Frauen und Teenies das „Lalala“ laut mitsingen. Nach einem kurzen Drumsolo von Katha Mia wurde mit „Voices Of Doom“ und „Get Some Sleep“ noch mal ordentlich Gas gegeben, sodass die Band letztendlich jubelnd verabschiedet wurde.
Nun standen mittelalterliche Klänge auf dem Plan, zu denen die gesamte Breite der Bühne in Beschlag genommen wurde, gleich acht Bandmitglieder brauchen eben Platz. Die Mittelalterrock-Band SCHELMISH aus Bonn spielte auf, – und zu alten traditionellen Instrumenten wie Sackpfeifen, Bouzouki, Drehleier und einer Schalmei gesellten sich auch Rockbandtypische Werkzeuge, wie Stromgitarren, Bass und Percussion hinzu. Eine Instrumentierung, die zündete und immer mehr vor die Bühne lockte und zum Tanzen und Mitfeiern einlud. Umfangreich wurden dabei nicht nur Stücke aus den beiden letzten Alben „Die Hässlichen Kinder“ und dem aktuellen Studiowerk „Persona Non Grata“ zum Besten gegeben.
Von einem ganz anderen Schlag präsentierten sich FIDDLER’s GREEN, die in diesem Jahr ihr 20jähriges Bandbestehen feiern darf. Mit ihren tanzbaren Irish-Speedfolk brachte die Truppe aus Erlangen den Flair irischer Pub-Tradition nach Andernach. Gute Laune war vorprogrammiert, vielschichtige Elemente wie Ska, Punk und Metal, stellenweise sogar Reggae Beeinflussungen versprühten dabei ein ganz eigenes Soundbild. Zu gerne verwendet die Formation auch schon mal irische Jigs, Reels, Polkas und Traditionals um ihre Verbundenheit mit der grünen Insel zu offenbaren. Auf dem Gelände des JuZ wippten alle mit, selbst die Leute am Bierstand harkten sich beim Nachbarn ein, um sich lustig im Kreis zu drehen.
Der Teufel kommt, um euch zu holen! Doch ist hier nicht etwa der gehörnte Höllenfürst gemeint, sondern Frontmann „Teufel“ von TANZWUT. Das Projekt welches vor 10 Jahren von CORVUS CORAX aus der Taufe gehoben wurde, erfreut sich immer größer werdender Beliebtheit. Tanzen bis zur Erschöpfung, so lautet das Credo, der aus Berlin stammenden Mittelalter – Electro – Rock Formation und getanzt wurde auf dem JuZ Gelände zu genüge. Mit „Toccata“ wurde ein höllisch gutes Set eröffnet, nachgelegt wurde mit „Ihr Wolltet Spaߓ, „Labyrinth Der Sinne“ und „Meer“. Immer wieder feuerte der Sänger mit den rot gefärbten Haarhörnern die tanzwütige Meute vor der Bühne an, das Durchatmen sollte an diesem Abend ausbleiben, denn mit weiteren Krachern wie „Wieder Am Riff“, „Merseburger“ und „Seelenverkäufer“ wurde eine schwefelfeurige Performance abgeliefert, die in Erinnerung bleiben dürfte.
Im Anschluss sollte es lyrisch religiöser werden. Unter lauten Jubelrufen hielten gegen 20 Uhr EPICA Einzug, um ein Feuerwerk aus schneidigen Riffs und elegischen Keyboardmelodien auf die angereisten Symphonic Metal Fans herabregnen zu lassen. Dabei wurde der Mezzosopran Gesang von Frontfrau Simone Simons immer wieder durch tiefe Growls und Screams, des Gitarristen Mark Jansen begleitet. Jedoch wirkte der Gesang von Simone Simons an diesem Abend stellenweise recht leise, mag sein, das diese Erkenntnis aufgrund technischer Probleme entstand, dennoch wirkte der männliche Gesangspart deutlich kräftiger. Das schadete der Performance jedoch keinesfalls, denn ein fast schon routiniertes Zusammenspiel der Instrumente, verdichtete den dargebrachten Soundteppich und ließ Songs wie „Cry For The Moon“ oder „The Obsessive Devotion“ sehr klangvoll erklingen. Noch bevor die APOKALYPTISCHEN REITER auf die Bühne galoppierten, nahm sich die EPICA Sängerin kurz Zeit, um mit ihren Fans ein paar Fotos zu machen, zudem gab sie im B“hnengraben auch noch einige Autogramme.
Augenscheinlich warteten viele auf den Auftritt der APOKALYPTISCHEN REITER, denn auch die letzten Lücken vor der Bühne wurden nun geschlossen. Nach einem kurzen Intro stürmten die Reiter die Planken und „Dr. Pest“ machte es sich nach einer kurzen Peitscheneinlage auf seiner Metalschaukel gemütlich. Bereits der erste Song „Wir Sind Das Licht“ belebte das Publikum. Ein erster „Pogopit“ wurde gebildet und die musikalische Gangart wurde deutlich angezogen. Blastbeats und groovige Passagen bestimmten nun das Geschehen und Sänger Fuchs ergänzte das Ganze, mit seiner facettenreichen Stimme. Wie ein Orkan fegten Stücke wie „Revolution“, „Friede Sei Mit Dir“ und „Unter Der Asche“ durch die tobenden Reihen. Optische Anreize wurden durch das Entfachen von bengalischen Fackeln geschaffen und immer wieder sah es so aus, als wolle Dr. Pest mit seiner Lederpeitsche die „Reitermaniacs“ zur Höchstform treiben. Zu Songs wie „Es Wird Schlimmer“, „Boten Einer Neuen Zeit“ und „Adrenalin“ hielten die Fans eine Fliegenklatsche, ein Stabpferd und eine Fahne mit einem Bierkrug hoch, den Zusammenhang darf man sich nun selbst zusammen reimen. Natürlich durften auch die eingeforderten Zugaben nicht fehlen, die pflichtgemäß mit „Seemann“ und „Reitermania“ erfüllt wurden.
Gegen 22.45 Uhr war es dann soweit, ein letztes Intro sollte die Headliner des Abends ankündigen. Heimspiel für SUBWAY TO SALLY, die nicht zum ersten Mal das JuZ in Andernach rockten. Mit „Henkersbraut“ eröffnete die wohl erfolgreichste deutsche Folk-Metalband ihr Set. Souverän und solide folgten, unter knallenden Pyroeffekten und Flammenfontänen „Kleid Aus Rosen“ und „Feuerland“. Förmlich im Rausch, sangen die Subway Anhänger jede Textzeile lautstark mit und Sänger Eric Fish hatte schon fast leichtes Spiel, diese zu dirigieren. Kaum ein Wunsch sollte unerfüllt bleiben „Kleine Schwester“, „Die Schlacht“ und „Puppenspieler“ folgten, ebenso „Maria“, „Judaskuss“ und natürlich auch „Sieben“ durften nicht fehlen. Jeder Musiker übernahm eine tragende Rolle und bezog das Publikum immer wieder mit ein. Hände klatschend folgten diese den Rhythmen, tanzten und feierten die siebenköpfige Formation, die nach Andernach, im Oktober, zu fünf exklusiven Kinopremieren ihrer DVD-Verüffentlichung „Nackt II“ einlüdt. Auch eine anstehende Weihnachtstournee startet im Dezember mit vier ganz besonderen Konzerten, unter dem Titel „Eisheilige Nacht“ mit Freunden von SALTATIO MORTIS und der LETZTE INSTANZ.
Fazit: Abgesehen vom wechselhaften Wetter zu Beginn des Events war es ein toller Tag. Gemunkelt wurde dass ca. 2000 Personen teilgenommen haben. Ab und an vernahm man mal ein ruppiges Verhalten seitens der Security und einigen jüngeren JuZ-Mitgliedern aber sei es drum, ein gutes Line-Up und faire Preise bügeln so einiges wieder aus.
Bericht: Andre Stasius / Yvonne Stasius
Omnia „Wolf Love“
OMNIA- Wolf Love (Special Edition CD+ DVD)
Release: 10.09.2010
1. Wake up
2. Dance until we Die
3. Jabberwocky
4. Saltatio Vita
5. Teachers
6. Love in the Forest
7. Toys in the Attic
8. Shamaniac
9. Solfeggio (guess who’s Bach?)
10. Wheel of Time
11. Sister Sunshine
12. Taranis Jupiter
13. Moon
14. Wolf Song
15. Cornwall
16. Sing for Love
Omnia, was soll man dazu noch großartig sagen? Die Multiinstrumentalisten um Steve Sic, Jenny und Luka haben sich für ihr neues Album Verstärkung an Bord geholt. „Wolf Love“ strotzt gerade vor Energie und zeigt wie facettenreich Omnia sein können und sind.
Zur CD kann man nur eines sagen „GRANDIOS!“. Jeder wünscht es sich so sanft geweckt zu werden wie in „Wake up“. Und mit „Dance until we die“ erfanden sie einen neuen Musikstil namens „Paganrap“. Eine Mischung aus Pagan und Hip Hop, welche der Platte richtigen groove gibt. Auch wenn Hip Hop nicht jedermanns Sache ist, ist die Verschmelzung der beiden unterschiedlichen Stilrichtungen sehr gelungen. Songs wie „Toys in the Attic“ oder „Sister Sunshine“ geben dem Album eine leicht kindliche Naivität. Das akustische Stück „Saltatio Vita“ hingegen strotzt nur so vor Power. Natürlich haben Omnia auch ihre Naturverbundenheit, durch Songs wie „Love in the Forest“ oder „Taranis Jupiter“ zum Ausdruck gebracht. Ein Instrument das in vielen Liedern zu finden ist, ist das Klavier. Eine Entdeckung die es zwar auch schon in „World of Omnia“ gab, aber in „Wolf Love“ perfektioniert wird. „Wheel of Time“ lädt hier als ruhiger Song zum nachdenken und träumen ein. Als Fazit kann man sagen, dass „Wolf Love“ sehr abwechslungsreich ist und für jeden Geschmack etwas dabei ist.
Die der Special Edition zugefügte DVD bietet dem Omnia- Fan (und allen anderen die Omnia ein wenig besser kennen lernen wollen) so einiges. Neben einem Live Auftritt der Truppe, liefert sie dem Zuschauer auch ein Musikvideo von „Wolf Song“ das aus Studioaufnahmen und Impressionen zusammengebastelt wurde. Eine kleine Dokumentation über die Entstehung des Albums „Wolf Love“, sprich über die Zeit im Aufnahmestudio und das Fotoshooting zur CD, ist auch zu finden und bietet einen kleinen Einblick in die Zeit während der Aufnahmen. Aber das war noch nicht alles, weitere Extras werden hier dem Zuschauer geboten. Aber mehr wird nicht verraten. Wink
Die Special Edition ist definitiv ein Muss für jeden Omnia- Fan und diejenigen die Omnia ein wenig besser kennen lernen wollen. Man wird nicht enttäuscht.
Miri
Lovenia „Fortun“
LOVENIA- Fortun
1. Cavalentum
2. Weye
3. Sonne Mond und Sterne
4. Arne
5. Fortun
6. Bruna
7. Bhimpalasi
8. Tuchna
9. Isman
Die Geschichte zum neuen Album „Fortun“ ist sehr interessant. Man versuchte krampfhaft Texte mit Inhalt den Liedern hinzuzufügen, merkte aber bald das es nicht immer so leicht ist sich richtig auszudrücken und neue Lieder zu schreiben. Also beschloss Sängerin Astrid Adlung sich nicht von Texten und Verstand führen zu lassen, sondern von ihrem Bauchgefühl. Somit sind die Worte die sie singt keine eigene Sprache, vielmehr entstammen sie ihrem Unterbewusstsein. Auf Anfrage während eines Konzertes, welche Sprache das denn sei, antwortete sie mit „orphonisch“. Sie macht auch darauf aufmerksam, das Sprache und Musik eine Symbiose bilden, die tief in einem selbst verwurzelt seien. Da aber nun der Verstand ständig versucht sich über die Emotionen zu stellen, verliere der Mensch dadurch an Sensibilität und Urvertrauen. Diese können jedoch wieder zurückerlangt werden indem man zu seinen eigenen tiefsten Wurzeln finde, die gleich auch als Medizin für das Seelenheil gelten.
Lovenia schickt uns also auf eine Reise zu unseren tiefsten Wurzeln. Ruhige und sanfte Klänge gepaart mit der „orphonischen“ Sprache, entführen uns in ihre ganz eigene Welt. Die Musik klingt teilweise sehr mystisch und lädt zum entspannen und träumen ein. Lassen sie sich auf diese Reise ein.
Miri
RABENSCHREY – Exzessivus
RABENSCHREY – Exzessivus
Release: 24.09.2010
1. Intro
2. Laufe
3. Heiden tanzen
4. Der Kreis
5. Bilder auf die Haut
6. Puppenspieler
7. Veris
8. Halt mich fest
9. Drachenboot
10. Kraftvoll
11. Wünsch dir was
12. Die Kirche brennt
13. Geschöpfe der Nacht
14. Ich hasse Euch
15. Strauch aus Dornen
16. Stumpf
„Es ist soweit- Die Zeit gekommen“ – Die „Metalalter“ Band Rabenschrey bringt ihr neuestes Studioalbum raus.
Einst aus reiner Not entstanden, schmeißen die Jungs nun ihre zehnte Scheibe auf die Plattenteller der Nation. Seit nun mehr als zehn Jahren besteht die Band um Frontmann Donar und wird stetig erweitert. So holten sie sich bereits 2008 elektrische Verstärkung an Bord.
„Exzessivus“, so der klangvolle Name des neuesten Werkes; eine Mischung aus Rock, Metal und mittelalterlichen Einflüssen. Sehr metallisch geht es auch bei dem Lied „Der Kreis“ zu. Klangvoll werden hier die „Pommesgabel“, das Bangen, die „Wall of death“ und natürlich das Metal- Mekka namens Wacken beschrieben. Und wenn man schon mal über Metal und seine Gepflogenheiten singt, dann liegt es ja wohl auch nahe das man über einen bestimmten Körperschmuck, der unter die Haut geht, singt. Das Tattoo, und genau darum geht es in „Bilder auf die Haut“. Die Sucht nach den Bildern, die eigentlich eher unter die Haut gehen, wird in diesem Song durch Flöten und leichte metallische Klänge untermalt. Wer so tiefgehende Songs wie „Bilder auf die Haut“ oder „Halt mich fest“ schreibt, darf natürlich auch mal niveaulos sein. Und was braucht man dazu? Ganz einfach, man nehme einen Running- Gag wie z.B. „Bück dich Fee, Wunsche ist Wunsch“und ziehe ihm ein musikalisches Gewand an und siehe da, fertig ist „Wünsch dir was“. Als Sauf- und Partylied sicherlich bestens geeignet. Um dem Heidentum treu zu bleiben wird natürlich auch ordentlich gegen die Kirche gestänkert und da kommt man bei „Heiden tanzen“ oder „Die Kirche brennt“auf seine Kosten.
Eine relativ gelungene Platte ganz in der Manier der Rabenschreyer.
Interview mit Alex Kern von Lyronian zum neuen Albun „Hope And Veneration“
1. Nach eurem genialen Album Side Scan nun die erste EP „Hope and Veneration“. Das warten auf neues Material dauerte nicht lange – warum?
Ich bin jetzt so richtig im Songwriting aufgeblüht und mache täglich nichts anderes mehr *hehe*. Ne im Ernst: Da hängt echt noch ein riesen Rattenschwanz anderer Sachen mit dran. Ich hatte schon Enwürfe von Tracks, die ich für „Side Scan“ nicht mehr verwenden wollte. Klasse Songs, die aber einfach einen neuen Stil ans Tageslicht brachten. Zwar unbewusst, dennoch aber war dies ganz klar zu hören. Dann hatte ich mich mit meinem Label nach dem großen Erfolg von „Side Scan“ committed, einfach noch ein paar neue Songs zu schreiben und eben nur das beste davon zu produzieren und in einer separaten EP zu veröffentlichen. Ausserdem sind da noch der eine oder andere Live Gig – Eine größere Auswahlmöglichkeit an Songs ist nie verkehrt *gg*.
Für die EP war ich auch mit Martin im Studio und wir haben die Bude mal richtig gerockt. Die EP wird aus meiner Sicht rein technisch noch mal einen Meilenstein setzen, ich habe mit der Produktion zu „Side Scan“ meine Erfahrungen erweitert und kann diese nun verwerten. Etwas, was der Musik an sich stark zuträglich sein wird.
2. Deine neuen Stücke kommen irgendwie rockiger und an manchen Stellen auch frisch und frecher rüber. Ist dies eine bewusst eingeschlagene Richtung?
Hmmm, bewusst sicherlich nicht. Das hat sich so ergeben. Natürlich habe ich mit dem Minialbum so einiges verarbeitet. „Hope And Veneration“ beschäftigt sich mit Dogmen, die keine sein sollten, respektlosem Umgang mit der Schöpfung und Schwächeren. Ich sage dazu auch, es ist sadistische Sodomie was teilweise auf diesem Planeten geschieht. Und nur weil es keiner wahrhaben will oder manche Leute offenbar nicht können, wird’s auch nicht besser wenn man wegschaut oder mit der vermeintlichen Ausrede, dass man ja sooo beschäftigt sei oder man könne ja nicht anders. Ich habe auch sehr viel zu tun und kann das sehr wohl! Das Ganze ist jetzt wieder topaktuell, wenn du Dir die Sauerei ansiehst, was ein Ölkonzern aus Gier alles anrichten kann. Oder auch was die Kirchen anbelangt, wie und weshalb Sie zum Teil – zurecht -erheblich unter Druck stehen. Päderasten sollten einfach nicht länger die Verkünder des Ziels der Menschheit sein und nebenbei die Heuchelei in 10 Geboten predigen, die man eigentlich die „10 Verbote“ nennen sollte. Ich weiß das hört sich krass an, aber irgendwann gehst du dazu über – weg vom Schein.
Aber immer sollte man sich damit nicht beschäftigen. Nur manchmal eben, dazu ist das Leben zu kostbar.
3. Sind in naher Zukunft weitere Remix-Arbeiten geplant? Oder konzentrierst du dich zur Zeit voll und ganz auf dein anstehendes Release?
Auf „Hope And Veneration“ wird es wieder ein paar nette Remixe geben. Allerdings diesmal nicht von mir selbst. Für Herbst haben wir dann noch eine Lyronian Sonderedition zum Release angedacht, die dann nette Gimmicks wie einen unveröffentlichten Track, einen Lyronian USB-Stick, handsignierte Postkarten und ähnliches beinhalten wird.
4. In Eurem Sound bezieht Ihr Euch hörbar auf die 80er Jahre. Was macht dieses Dekade so attraktiv, dass so viele Synthie-Bands auch heute noch offenbar so klingen wollen wie Depeche Mode?
Hmm, sehe ich nicht so, dass sich Lyronian auf die 80er bezieht. Vielleicht macht es hald auf das erste Hinhören den Eindruck, weil man mit ähnlichen Instrumenten arbeitet und verhältnismäßig ähnliche Gefühle zum Ausdruck bringt. Es ist doch super, wenn Musiker in unserer heutigen Musiklandschaft noch oder wieder ähnliches ausdrücken als damals. Die 80er waren eine Zeit des Umbruchs. Heute wollen das nur mehr viele nicht mehr war haben, dass da sehr viele parallelen zur heutigen Zeit sind, nur mit dem Unterschied, dass die Ausmaße deutlich mehr Einschnitte ans Tageslicht bringen werden.
Aber zurück zur Musik: Hope And Veneration klingt doch deutlich akkustischer als die reinen Synthprojekte, oder? Aber jeder empfindet das anders. Ich habe keine Ahnung wieso Bands so klingen wollen wie Depeche Mode. Ich will das auch niemanden unterstellen. Vielleicht kommt es Ihnen hald auch so raus?!?!? Für meinen Teil kann ich sagen, dass Lyronian nicht so klingt wie DM. Ich bin nicht mal Fan, obschon ich natürlich das Eine oder Andere Album gut finde. Insgesamt ist es natürlich schwierig, das Rad neu zu erfinden. Alles war schon einmal da. Wenn ich heute Gitarrenmusik mache will ich ja auch nicht unbedingt mit einer von zig-Rock oder Metalbands in die gleiche Tüte gesteckt werden. Was das Thema DM angeht muss ich hier nochmal ganz klar – und auch in Anbetracht der immer wieder von Anderen gezogenen parallelen zu unserem Sound -zum Ausdruck bringen: DM machen Synthie Musik mit Gitarren und Gesang. Wir auch. Die Songs sind viel in Moll und die Stimme bariton. Meine auch. Da hat man erst mal wenig Variationsmöglichkeiten, wenn man das so sieht. Aber ich schreibe meine Songs, so wie sie „aus mir herauskommen“. Das macht sie eigenständig. Vielleicht fühlen und denken Gahan und Gore auch ähnlich. Könnte auch vieles erklären… Wäre ich vierzig Jahre älter und hätte in den 70ern Musik gemacht würden sich vermutlich nur die Synthies anders anhören *gg*
5. Was ist in Zukunft bei euch in Planung? Arbeitest du an einem Album oder ist gar eine Tournee in Planung?
Das bisher da gewesene hat mich natürlich stark motiviert weiterzumachen. Das viele Lob zur Musik , dem ganzen Drumherum, ja und auch den einen oder anderen Fanbrief der mich erreicht hat. Aus heutiger Sicht will ich auf jeden Fall einen Longplayer veröffentlichen, aber das ist jetzt erst mal Zukunftsmusik. Zunächst hat man ja schon sehr viel mit der aktuellen EP, der Produktion, Labelarbeiten mit Prussia/Deep Symmetry, den Livevorbereitungen und natürlich auch noch anderen Dingen zu tun. Man glaubt gar nicht, was da neben der „eigentlichen Musik“ noch alles mit dran hängt. Momentan beschränkt sich meine Freizeit also sozusagen auf den Schlaf. Ich hoffe, dass es im Sommer wieder ruhiger wird….
Eine klassische Tournee ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant. Dies ist schon allein aus zeitlichen Gründen meinerseits und meiner Live-Musiker nicht möglich. Wir wollen uns auf wenig ausgewählte Gigs konzentrieren, wo auch jeder die Möglichkeit hat zu kommen. Aktuell haben wir nur zum WGT 2010 in Leipzig sowie dem RGT Festival im Juni in Regensburg zugesagt. Mal sehen, was wir danach noch machen wollen und können
6. Wird es Zusammenarbeiten mit anderen Künstlern geben?
Ich bin schon offen für etwas spannendes. Vor allem wenn mir der Stil des Gegenüberliegenden gefällt. Hier sind immer nette Kreuzkombinationen möglich, die eine ganz neue Art von Musik ans Tageslicht bringt. Und was gibt es besseres als Vereinigung zwei interessanter Individuen? *gg*
Wir arbeiten für die EP mit den Labelkollegen Distain und The Eternal Afflict zusammen ebenso noch mit einem Dritten Künstler.
Was dann in der Zukunft ansteht, wird sich zeigen. Ich bin jedenfalls für alles offen was mir gefällt und wozu ich Zeit finden kann.
7. Kauft Ihr selbst noch Originale oder loadet Ihr selbst auch down?
Downloaden klar, aber nur legal. Wenn mich eine Band und deren Alben oder Songs länger beschäftigen kaufe ich mir immer die physische CD. Ich liebe es das Artwork in der Hand zu halten, die Texte von Papier zu lesen und es macht mir Spaß eine CD aus dem Regal zu nehmen und sie einzulegen. Wir müssen uns bewegen! Viel schnelle Dinge gehen digital, aber was wirklich gut ist, sollte man berühren. Dafü haben wir auch unseren Tastsinn. Hört sich eigenartig an, oder? Der Mensch ist gar nicht dafür ausgelegt, permanent an der Kiste zu hängen. Auch wenn ich das auch tun muss – aber eben nicht nur – die essentiellen Dinge des Lebens und Sachen die man gerne hat und gerne macht, sollte man um sich habe oder in die Hand nehmen können, wenn man will ;D
8. Der Lyronian Sound ist eindringlich und geht ins Ohr – was ist das Geheimnis?
Danke für das Kompliment. Ich freue mich immer wieder sowas zu hören. Hmmm dennoch ist dies eine schwierige Frage. Ich denke neben musikalischem Talent gehört hier noch ne große Portion Umsetzungskreativität und vor allem Biss dazu. Denn der Weg von der eigentlichen „kreativen“ Phase, also der Komposition, bis zum fertigen „Produkt“ ist ein großer Kraftakt, der konsequent durchgezogen werden muss. Auch dies erfordert großes Windungsvermögen und Hingabe. Du musst Dich da total in der Musik wieder finden und fallen lassen. Das geht nur, wenn es Dir aus dem Herz spricht. Nur so kann gepaart mit der musikalischen Seite und eigener Kreativität ein gutes Ergebnis entstehen. Du hörst, ob es aus „Dir selbst heraus“ kommt. Ein Instrument spielen kann man lernen. Musizieren kann man lernen. Gute Songs schreiben, meiner Meinung nach nicht.
Deshalb ist ja grade so wichtig, dass man sich im Leben auf das konzentriert, was man kann. Manche sind Allrounder in verschieden tiefen Ausprägungen, manche haben ausgeprägtes Fachwissen, andere wiederum haben Talente. Der idealfall ist alles davon zu haben und auf eine Karte zu setzen. Leider nutzen die Menschen heutzutage ihre Stärken meist nicht wirklich, sie leben das Korsett was ihnen andere auferlegen weshalb sie immer auf der Suche sind und sein werden. Und das gilt fast für alle Bereiche und Berufsfelder.
8.2. Deine Stimme erinnert mich stellenweise an Wolfsheim oder die guten alten Sachen von Apoptygma Berzerk. Woher kommt der Charme in deinem Gesang bzw. wie kann man eine solch exzellente Gesangsstimme haben?
Meine Stimme ist so wie sie ist, es gibt deutlich bessere Sänger als mich *gg* Wichtig ist nur, dass man das sagt, wie man es sagen will – wie man es fühlt, dann ist man ehrlich zu sich selbst und es muss demnach authentisch klingen.
9. Wie wichtig ist euch das Umfeld des Internets in Bezug auf eure Musik?
Das Internet ist als Kommunikationsmittel für Musiker und Künstler wichtig. Also in erster Linie für eine zeitnahe Informationsverbreibung und eine grobe Darbietung dessen, was man „vorzuzeigen“ hat. Auch dafür, um mal einen Kontakt herzustellen oder zu kommunizieren ist es recht hilfreich. Man sollte es dennoch nicht überbewerten, weil man dort vor lauter Masse an Daten kaum noch einen Überblick hat. Alles was es im Internet gibt, gab es schon längst davor und da war auch nichts schlechter. Eine CD mit Booklet, einen Interviewtext in einer Zeitschrift usw.. Nur heute würde es als schlechter empfunden, wenn es plötzlich nicht mehr da wäre. Man hat sich vorsichtig ausgedrückt daran gewöhnt.
Das Internet hat klar viele Vorteile, die nicht von der Hand zu weisen sind. Für uns hat es dennoch eher eine unterstützende Funktion.
10. Ihr hattet mit „Life Is A Show“ einen Szene-Hit, ihr wurdet 2009 zum „Newcomer des Jahres“ gekürt. Baut sowas Erwartungsdruck auf?
Ole, eigentlich nicht. Hinter meiner Musik steht kein Majorlabel, welches mich diktiert. Und wenn mich jemand pissakt, tue ich gleiches oder gehe ..–.. Klar möchte ich die Sache voranbringen, ich tu dafür einiges und vielleicht vernachlässige ich auch, in Zeiten wie diesen, das Eine oder Andere. Ob das gut ist, sei mal dahingestellt. Für mich fühlt es sich jedenfalls gut an. Im Leben muss man sich öfter entscheiden. Die Zeit bekommst Du nicht zurück. Hört sich vielleicht komisch an, auch wenn es viel Energie abverlangt, ist es definitv eine Erfüllung. Es ist essenziell, mich in der Musik auszutoben. Und damit meine ich genau und nur das zu machen, wie ich fühle und wonach mir ist. Wenn dem nicht so wäre, gäbe es Lyronian nicht. Da bin ich zu idealistisch. Also Erwartungsdruck: Nein. „Hope And Veneration“ wird etwas Anders klingen-nicht bewusst, aber Anders. Und das ist gut so. Ein Grenzgänger im Genre, wenn man das überhaupt jetzt schon behaupten kann. Und ich freue mich drauf, alle teilhaben zu lassen. Meine Erwartungen für mich persönlich sind fast erfüllt. Vorerst. Ende Juni vermutlich zu 98 %. Und nach der Lyronian Platin Edition zu 99 %. Schließlich will ich dann wieder mal ordentlich auf den Putz hauen und die anderen Facetten des Lebens mit Bedacht genießen. Auch wenn manchmal alles nicht so einfach erscheint, aber auch dafür ist das Leben da. Um Spaß zu haben!
11. Einige Worte an unsere Leser?
Leute, hört auf Euren Bauch und Euer Herz, erst in zweiter Linie auf Euren Verstand. Der Verstand wird von Geburt an und gerade in den jungen Jahren geprägt. Man ist oft nicht „man selbst“. Klar ist es immer wichtig, eine sinnvolle und vernünftige Abwägung durchzuführen, doch manchmal sollten auch immer wiederkehrende Abläufe hinterfragt und auf Gültigkeit überprüft werden, was man da erlernt, bzw. sich „antrainiert“ hat. Seid Ihr selbst!
Teufel „Absinth“
Künstler: Teufel
Album: Absinth
VÖ: 17.09.2010
Label: Teufel Records
Vertrieb: Soulfood Music Distribution GmbH
1. Tritt Ein (Intro)
2. Der Fährmann
3. Der Todesengel
4. Der Dürre König
5. Alles Nur Ein Traum
6. Den Speise Ich
7. Kalt Ist Mein Herz
8. Neigt Euer Haupt
9. Absinth
10. Die Moritat Vom Mackie Messer
11. Tick Tick Tack
12. Schwefel
13. Komm Näher
14. Hymnus Codex Gigas
15. Phantasien (Bonus)
Erst kam Corvus Corax, dann kam Tanzwut und jetzt kommt TEUFEL. Und er kommt allein um uns in die Welt des „Absinth“ zu entführen.
„Tritt ein mein Freund, es ist warm bei mir“ – Na das lasse ich mir nicht zweimal sagen. Willkommen in der Welt des TEUFELs. Der Corvus Corax und Tanzwut Sänger und Dudelsackspieler TEUFEL hat sein erstes Solo- Album auf die Menschheit losgelassen. „Absinth“ ist jedoch weder mit Corvus Corax noch mit Tanzwut zu vergleichen. Während Corvus Corax eine reine Mittelalter-Truppe ist, ist Tanzwut da schon etwas rockiger und wilder und lässt auch härtere Gitarrenriffs zu. Und nach Mittelalter und Rock kann nur noch eines kommen, Industrial!
„Der Fährmann“ lockt einen in die Welt von „Absinth“, was ganz witzig an dem Lied ist, ist das eingebaute Sonar- Piepsen, das man aus U- Boot- Filmen kennt und auch nur erkennt wenn man genau hinhört. Wohin die Reise geht wird einem leider nicht verraten, aber wir wollen uns einfach mal überraschen lassen. Harte Gitarrenriffs und elektronische Beats bestimmen das Album, wobei hier das elektronische überwiegt. Ab und zu sind auch einige Dudelsäcke zu hören. Diese haben einen kleinen Auftritt in „Der Moritat von Mackie Messer“. Hierbei handelt es tatsächlich um den Brecht Klassiker, den der TEUFEL zusammen mit Dudelsäcken und elektrischen Klängen neu aufgenommen hat. Ihren großen Auftritt haben die Dudelsäcke jedoch im „Hymnus Codex Gigas“, einem Instrumental- Lied mit kleinem Elektro- Einfluss, der aber eine gelungene Mischung aufweist.
Im Großen und Ganzen ist das Konzept des Albums sehr ideenreich und gar nicht so schlecht, jedoch hapert es hier und da ein wenig an der Umsetzung. Aber dies ist ja erst der erste Streich des TEUFELs.
Miri