Guedelon (eine Geschichte…….) von 2005

Hervorgehoben

 

  • Was war der Grund eine Burg, mit den technischen Mitteln des 13. Jahrhunderts,

        zu bauen?

Es war die Tat eines Mannes, Michel Guyot, der die Idee hatte Guédelon zu bauen.

 Michel Guyot ist Eigentümer und Restaurator des Schloß´ von Saint-Fargeau.

 Er wollte die Bauweisen und Bautechniken wiederentdecken die im Mittelalter

 angewandt wurden.

 Wie hoben die Erbauer Steine auf 20m Höhe? Wie baute man ein Gewölbe?

 

  • Wie hat die Öffentlichkeit auf Ihr Projekt reagiert und hat man Sie überhaupt ernst

        genommen?  

 

Am Anfang waren die Leute mißtrauisch und zweifelten an unserem Vorhaben.

Aber sie haben schnell gemerkt, und konnten sich überzeugen, daß wir es ernst meinten

als wir anfingen zu bauen.

 

  • Betreffend der Finanzierung Ihres Bauvorhaben:

         Gab es finanzielle Unterstützung nur von privater Seite

         oder erhielten Sie auch staatliche Unterstützung?

 

Zu Beginn der Bauarbeiten erhielten wir verschiedene Beihilfen (Staat, Regionale und private Partner). Sehr schnell jedoch, ab 2000, erreichten wir unsere Eigenfinanzierung.

Es sind die Eintrittsgelder der Besucher, die die Löhne der Bauhandwerker und die Kosten der Baustelle finanzieren.

 

  • Wieviel Personen arbeiten an Ihrem Projekt und welche Aufgaben haben sie.

  

Auf der Baustelle arbeiten ca. 40 Personen.

 

  • Ist der Bauplan von Guédelon hinsichtlich des Plans und der Regeln von Philippe Auguste,
  • aus dem 13. Jahrhundert, entworfen worden?
  • Oder hat eine andere Burg bei Ihrem Bauvorhaben Pate gestanden?

 

Die Pläne von Guédelon sind die Pläne eines Chef-Architekten für historische Gebäude.

Er hat sich von den Schlößer- und Burgen Entwürfen Philippe Auguste´ inspirieren lassen.

 

  • Sie haben für die Handwerker ein kleines Dorf erbaut und mechanische Vorrichtungen usw..
  • Könnten sie uns darüber etwas erzählen?

 

Das Dorf beherbergt die „kleinen“ Zuliefererhandwerkerbetriebe  der Baustelle, Korbflechter,

Ziegelbrennerei usw.

 

  • Können Sie uns etwas über das Alltagsleben der Handwerker und Arbeiter erzählen?

 

Das Alltagsleben ist nicht von Interesse, da jeder Arbeiter nach Feierabend zu seiner Familie nach Hause fährt.

       Wie sind Sie an den Plan für den Aufzug gekommen?

       Ich habe einen am Mont Saint-Michel gesehen.

 

 Wir haben uns von der mittelalterlichen Ikonographie, (Ikonographie = Wissenschaft

 der Beschreibung und Bestimmung von antiken Bildnissen), anregen lassen um den

 Kran mit Tretradantrieb zu bauen.

 

      Gibt es Pläne für die Zeit nach der Fertigstellung des Projekts?

      Wie lange dauern die Bauarbeiten noch?

 

Die Burg dürfte gegen 2023 fertiggestellt werden. Danach: Wir werden sehen.

Vielleicht ein religiöses, kirchliches Gebäude.

 

       Was können Sie uns über die Menschen sagen, die an Ihrem Projekt teilnehmen.

       Ist es für sie ein Hobby oder was ist der Grund für ihre Teilnahme,

       und wo kommen Sie her?

 

  Die Teilnehmer kommen aus allen vier Ecken von Frankreich. Die Freiwilligen Helfer

  kommen  ebenfalls von überall her, selbst aus dem Ausland (Belgien, Schweiz,

  Deutschland…).

 

            Zögern Sie nicht mich zu kontaktieren um zusätzliche oder andere Informationen

            zu erhalten.

 

            Bis bald

            Delphine

VOODOMA 2017

VOODOMA – Es ist immer ein langer Weg, bis der ein oder andere Song endgültig steht!
Die Düsseldorfer Band VOODOMA veröffentlichte 2014 ihr letztes Studioalbum „Secret Circle“.
Die vor 15 Jahren gegründete Düsseldorfer Band VOODMA kann bis jetzt auf 2 Studioalben
und vier selbstveröffentlichte Alben („Rebirth“ ( 2011), „The Anti Dogma (2008), „Reign of Revolution“ (2006) und Dimnesion V aus dem Jahr 2004) zurückblicken. Vor drei Jahren erblickte dann ihr Album „The Secret Circle“ die Welt. Nach einer Zeit, die mit Touren und persönlichen Schwierigkeiten gefüllt war, gibt es nun endlich ihr neues Album „Gotland“, auf dem sie ihren Sound, Darkrock mit Gothic und Metal-Einflüssen perfekt in Szene setzen. Da musste ich doch gleich Sänger Michael Thionville ein paar Fragen zum neuen Album stellen.

Hallo Micha tolles Album was ihr da abgeliefert habt. Zwischen eurem letzten Album und „Gotland“ liegen ja drei Jahre. Warum diese lange Wartezeit für die Fans?
Hallo liebe Gisela, beginnen wir mal so… gut Ding will Weile haben oder besser gesagt, alles braucht seine Zeit, wenn es gelingen soll.
Aber um es ein wenig genauer zu beantworten, muss ich doch ein wenig weiter ausholen. Zum einen haben wir nach unserem Album „Secret Circle“ relativ viele Konzerte gespielt und zum anderen auch unser eigenes Festival, das „Blood Moon Fest“ an den Start gebracht, welches auch enorm viel Zeit in Anspruch genommen hat.
Was auch zum Tragen kommt, ist, dass das Songwriting für „Gotland“ dieses Mal komplett aus Mikkös Feder stammt. Dieses begann vor ca. 1,5 Jahren. Auch wollten wir unbedingt ein ausgereiftes Album nachlegen, ohne Kompromisse und Füller auf der Platte. So kam es dann, dass die Produktion doch etwas längere Zeit in Anspruch genommen hat.
Ein ausschlaggebender Punkt waren aber auch meine persönlichen Schicksalsschläge, die ich erst einmal alle verarbeiten musste und immer noch verarbeite. Hier bedanke ich mich zutiefst bei meiner Band und besonders bei Mikk, der mich immer und immer wieder motivierte und weiter an unserem gemeinsamen Ziel gezogen hat! Aus tiefstem Herzen DANKE dafür!!!
Ihr seid ja jetzt mit eurem neuem Album Gotland am Start. Verlief das Songwriting gut? Zusätzlich habe ich gelesen, dass ihr bis an eure Grenzen Gegangen seid. In welcher Hinsicht und steckt vielleicht ein Konzept dahinter?
Eventuell ein Konzept des Lebens???
Wie ich oben schon sagte, stammt das gesamte Songwriting aus einer Hand. Und wie es immer ist, passt dem einen das eine und dem anderen das andere nicht so ganz und umgekehrt. Es ist immer ein langer Weg, bis der ein oder andere Song endgültig steht. Und bei „Gotland“ haben wir an allen Songs so lange geschliffen und gefeilt, bis es nach unserer Meinung perfekt war.
Aber nichtsdestotrotz, verwirrte, verletzte Emotionen kosten Motivation und so viel Kraft. Zeitweise war es enorm anstrengend und ging an die Grenzen. Wie oben gesagt, auch an meine.
Ein Konzept-Album ist es aber nicht geworden, aber wir sind zutiefst glücklich mit dem Endresultat!
Das Album „Gotland verfügt jetzt nicht über absolute Nackenbrecher, sondern ist eher ruhiger ausgefallen. Wie kam es zu dieser Änderung?
Geändert haben wir eher weniger und auch „RUHIGER“ finde ich persönlich nicht unbedingt treffend. Aber ich denke, jeder hört anders. Vielleicht ist „Gotland“ für den einen oder anderen etwas ruhiger. Meiner Meinung nach, strotzt „Gotland“ nur so vor Kraft und Energie.

Mir gefüllt vor allem bei euch die fantastische Mischung aus Gothic, Rock und Metal. Woher nehmt ihr eure Ideen und wo liegen in der Band die Einflüsse?
Vielen Dank erst einmal, aber dies ist wirklich eine gute Frage. Mikk versucht die Songs passend zu meiner Stimme zu komponieren, welches er auch großartig hinbekommt. Und nun bin ich ja auch kein typischer Sänger, der nur in einem Genre zuhause ist. Mikk steht ja eigentlich mehr auf die härtere Gangart und ich eher auf die sanftere, emotionale. So treffen wir uns am Ende in der Mitte und landen dann im Darkrock/Metal. Sehr wahrscheinlich beeinflussen wir uns gegenseitig. 😉
Textlich liegt ihr ja auf der emotionalen Schiene die sich aus Liebe oder Schmerz zusammen setzt. Gibt es noch andere Thematiken in den Songs?
Liebe, Hass, Emotion. Gedanken an die Geschicke der Welt. Das Miteinander, das Aufstehen nach verheerenden Ereignissen. Gedanken über Ungerechtigkeiten dieser Welt. Und, und, und. Ich denke, jeder kann sich mit unseren Songs identifizieren bzw. sich in ihnen wiederfinden. Und eines ist sicher, Themen gehen grade zur heutigen Zeit bestimmt nicht aus.
Ihr habt ja jetzt mit eurem Drummer Wolle ein neues Bandmitglied in den Reihen. Wie kam es zu dem Wechsel.
– Vor nun mehr als anderthalb Jahren haben wir uns von unserem damaligen, langjährigen Drummer Marc getrennt. In Freundschaft wohlgemerkt und im Februar diesen Jahres ebenso auch von unserem Freund und Bassisten Tommy.
Die berühmt berüchtigten ‚musikalischen Differenzen‘ treffen hier auf jeden Fall den Nagel auf den Kopf. Aber so ist das nun mal in diesem Geschäft. Traurig ja, aber es war eine schöne Zeit und daran sollte man zurück denken!
Mit Wolle, der übrigens schon früher einmal Drummer bei uns war, ging der Übergang überraschend und auch sehr schnell von statten und es konnte mit der Produktion und auch live weitergehen. Vielleicht kennst Du ihn noch von den Ruhrpottmetallern INSANIA aus den 90ern.
Mit Pierre haben wir zunächst einen Live-Bassmann an Land ziehen können, der, wie sich schnell herausstellte, genau der Richtige war, um fest in der Band zu bleiben.
Auf dem ersten Video und auch auf dem Song „Ghostlight“ habt ihr euch ja mit Olli Bölke verstärkt. Wer hatte die Idee den Song so zu arrangieren, denn mir persönlich gefallen die Growls von Olli sehr gut und es ist eine Abwechslung.
– Olli von Seelensturm ist über die Jahre hinweg ein sehr guter Freund der Band und mir geworden. Nicht nur, dass er eine sehr geniale Stimme hat, hat er mir ebenso einen Text zum Song „Shine“ einfach mal so geschenkt, als ich überhaupt nicht mehr weiter wusste. Ein wahrer Freund.
Und wer den Song so arrangiert hat? Einmal darfst du raten! Richtig! Allroundtalent Mikk!

Bernemann, von der Thrash-Legende SODOM, hat ja auch einige Gitarrenparts dazu gesteuert. Wie kam diese Kooperation zustande.
– Bernemann von SODOM ist ein enger Freund unseres Drummers, die beiden kennen sich schon ewig und haben früher zusammen gespielt. Ein echt klasse Gitarrist und ein richtig netter Typ!
Beim Song „Shadow“ fiel Mikk einfach kein wirklich passender Solopart ein und so kam das eine zum anderen und wir haben ihn einfach gefragt. Das Resultat dieser Symbiose kann man beim Song Shadow genießen.
Ihr habt ja mit Pride & Joy ein neues Label im R�cken. Was war der Grund für den Wechsel und seid ihr nun zufrieden das ihr den Schritt gemacht habe?
Nach zwei Veröffentlichungen bei Echozone wollten wir uns einfach mal umschauen. Die Welt ist groß und wir wollten einfach mal was Neues versuchen.
Einige, auch schon sehr namhafte Labels haben uns neue Verträge angeboten; verlockend, aber mit Birgitt von Pride & Joy hat dann mal wirklich alles gepasst und wir sind sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit.
Wie sieht es denn bei VOODOMA in der nahen und weiteren Zukunft aus?
Gigs, Gigs, Gigs! Wir versuchen so viele Menschen ansprechen zu können, wie es auch nur möglich ist. Eventuell eine kleine Tour im nächsten Jahr, kleine und große Festivals im In- und Ausland. Alles steht in den Startlöchern, dass „Gotland“ auf die Bühnen der Welt getragen wird. Welttournee, das wäre was!
Ich wünsche euch alles Gute und viel Erfolg für die nächste Zeit und hoffentlich sieht man sich bald mal wieder auf einem Konzert.
Wir werden uns bestimmt auch hoffentlich bald mal wieder auf einem Konzert sehen, liebe Gisela!! Vielen Dank für das Interview! Dir auch alles Liebe und Gute!

VOODOMA

VOODOMA – Es ist immer ein langer Weg, bis der ein oder andere Song endgültig steht!
Die Düsseldorfer Band VOODOMA veröffentlichte 2014 ihr letztes Studioalbum „Secret Circle“.
Die vor 15 Jahren gegründete Düsseldorfer Band VOODMA kann bis jetzt auf 2 Studioalben
und vier selbstveröffentlichte Alben („Rebirth“ ( 2011), „The Anti Dogma (2008), „Reign of Revolution“ (2006) und Dimnesion V aus dem Jahr 2004) zurückblicken. Vor drei Jahren erblickte dann ihr Album „The Secret Circle“ die Welt. Nach einer Zeit, die mit Touren und persönlichen Schwierigkeiten gefüllt war, gibt es nun endlich ihr neues Album „Gotland“, auf dem sie ihren Sound, Darkrock mit Gothic und Metal-Einflüssen perfekt in Szene setzen. Da musste ich doch gleich Sänger Michael Thionville ein paar Fragen zum neuen Album stellen.

Hallo Micha tolles Album was ihr da abgeliefert habt. Zwischen eurem letzten Album und „Gotland“ liegen ja drei Jahre. Warum diese lange Wartezeit für die Fans?
Hallo liebe Gisela, beginnen wir mal so… gut Ding will Weile haben oder besser gesagt, alles braucht seine Zeit, wenn es gelingen soll.
Aber um es ein wenig genauer zu beantworten, muss ich doch ein wenig weiter ausholen. Zum einen haben wir nach unserem Album „Secret Circle“ relativ viele Konzerte gespielt und zum anderen auch unser eigenes Festival, das „Blood Moon Fest“ an den Start gebracht, welches auch enorm viel Zeit in Anspruch genommen hat.
Was auch zum Tragen kommt, ist, dass das Songwriting für „Gotland“ dieses Mal komplett aus Mikkös Feder stammt. Dieses begann vor ca. 1,5 Jahren. Auch wollten wir unbedingt ein ausgereiftes Album nachlegen, ohne Kompromisse und Füller auf der Platte. So kam es dann, dass die Produktion doch etwas längere Zeit in Anspruch genommen hat.
Ein ausschlaggebender Punkt waren aber auch meine persönlichen Schicksalsschläge, die ich erst einmal alle verarbeiten musste und immer noch verarbeite. Hier bedanke ich mich zutiefst bei meiner Band und besonders bei Mikk, der mich immer und immer wieder motivierte und weiter an unserem gemeinsamen Ziel gezogen hat! Aus tiefstem Herzen DANKE dafür!!!
Ihr seid ja jetzt mit eurem neuem Album Gotland am Start. Verlief das Songwriting gut? Zusätzlich habe ich gelesen, dass ihr bis an eure Grenzen Gegangen seid. In welcher Hinsicht und steckt vielleicht ein Konzept dahinter?
Eventuell ein Konzept des Lebens???
Wie ich oben schon sagte, stammt das gesamte Songwriting aus einer Hand. Und wie es immer ist, passt dem einen das eine und dem anderen das andere nicht so ganz und umgekehrt. Es ist immer ein langer Weg, bis der ein oder andere Song endgültig steht. Und bei „Gotland“ haben wir an allen Songs so lange geschliffen und gefeilt, bis es nach unserer Meinung perfekt war.
Aber nichtsdestotrotz, verwirrte, verletzte Emotionen kosten Motivation und so viel Kraft. Zeitweise war es enorm anstrengend und ging an die Grenzen. Wie oben gesagt, auch an meine.
Ein Konzept-Album ist es aber nicht geworden, aber wir sind zutiefst glücklich mit dem Endresultat!
Das Album „Gotland verfügt jetzt nicht über absolute Nackenbrecher, sondern ist eher ruhiger ausgefallen. Wie kam es zu dieser Änderung?
Geändert haben wir eher weniger und auch „RUHIGER“ finde ich persönlich nicht unbedingt treffend. Aber ich denke, jeder hört anders. Vielleicht ist „Gotland“ für den einen oder anderen etwas ruhiger. Meiner Meinung nach, strotzt „Gotland“ nur so vor Kraft und Energie.

Mir gefüllt vor allem bei euch die fantastische Mischung aus Gothic, Rock und Metal. Woher nehmt ihr eure Ideen und wo liegen in der Band die Einflüsse?
Vielen Dank erst einmal, aber dies ist wirklich eine gute Frage. Mikk versucht die Songs passend zu meiner Stimme zu komponieren, welches er auch großartig hinbekommt. Und nun bin ich ja auch kein typischer Sänger, der nur in einem Genre zuhause ist. Mikk steht ja eigentlich mehr auf die härtere Gangart und ich eher auf die sanftere, emotionale. So treffen wir uns am Ende in der Mitte und landen dann im Darkrock/Metal. Sehr wahrscheinlich beeinflussen wir uns gegenseitig. 😉
Textlich liegt ihr ja auf der emotionalen Schiene die sich aus Liebe oder Schmerz zusammen setzt. Gibt es noch andere Thematiken in den Songs?
Liebe, Hass, Emotion. Gedanken an die Geschicke der Welt. Das Miteinander, das Aufstehen nach verheerenden Ereignissen. Gedanken über Ungerechtigkeiten dieser Welt. Und, und, und. Ich denke, jeder kann sich mit unseren Songs identifizieren bzw. sich in ihnen wiederfinden. Und eines ist sicher, Themen gehen grade zur heutigen Zeit bestimmt nicht aus.
Ihr habt ja jetzt mit eurem Drummer Wolle ein neues Bandmitglied in den Reihen. Wie kam es zu dem Wechsel.
– Vor nun mehr als anderthalb Jahren haben wir uns von unserem damaligen, langjährigen Drummer Marc getrennt. In Freundschaft wohlgemerkt und im Februar diesen Jahres ebenso auch von unserem Freund und Bassisten Tommy.
Die berühmt berüchtigten ‚musikalischen Differenzen‘ treffen hier auf jeden Fall den Nagel auf den Kopf. Aber so ist das nun mal in diesem Geschäft. Traurig ja, aber es war eine schöne Zeit und daran sollte man zurück denken!
Mit Wolle, der übrigens schon früher einmal Drummer bei uns war, ging der Übergang überraschend und auch sehr schnell von statten und es konnte mit der Produktion und auch live weitergehen. Vielleicht kennst Du ihn noch von den Ruhrpottmetallern INSANIA aus den 90ern.
Mit Pierre haben wir zunächst einen Live-Bassmann an Land ziehen können, der, wie sich schnell herausstellte, genau der Richtige war, um fest in der Band zu bleiben.
Auf dem ersten Video und auch auf dem Song „Ghostlight“ habt ihr euch ja mit Olli Bölke verstärkt. Wer hatte die Idee den Song so zu arrangieren, denn mir persönlich gefallen die Growls von Olli sehr gut und es ist eine Abwechslung.
– Olli von Seelensturm ist über die Jahre hinweg ein sehr guter Freund der Band und mir geworden. Nicht nur, dass er eine sehr geniale Stimme hat, hat er mir ebenso einen Text zum Song „Shine“ einfach mal so geschenkt, als ich überhaupt nicht mehr weiter wusste. Ein wahrer Freund.
Und wer den Song so arrangiert hat? Einmal darfst du raten! Richtig! Allroundtalent Mikk!

Bernemann, von der Thrash-Legende SODOM, hat ja auch einige Gitarrenparts dazu gesteuert. Wie kam diese Kooperation zustande.
– Bernemann von SODOM ist ein enger Freund unseres Drummers, die beiden kennen sich schon ewig und haben früher zusammen gespielt. Ein echt klasse Gitarrist und ein richtig netter Typ!
Beim Song „Shadow“ fiel Mikk einfach kein wirklich passender Solopart ein und so kam das eine zum anderen und wir haben ihn einfach gefragt. Das Resultat dieser Symbiose kann man beim Song Shadow genießen.
Ihr habt ja mit Pride & Joy ein neues Label im Rücken. Was war der Grund für den Wechsel und seid ihr nun zufrieden das ihr den Schritt gemacht habe?
Nach zwei Veröffentlichungen bei Echozone wollten wir uns einfach mal umschauen. Die Welt ist groß und wir wollten einfach mal was Neues versuchen.
Einige, auch schon sehr namhafte Labels haben uns neue Verträge angeboten; verlockend, aber mit Birgitt von Pride & Joy hat dann mal wirklich alles gepasst und wir sind sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit.
Wie sieht es denn bei VOODOMA in der nahen und weiteren Zukunft aus?
Gigs, Gigs, Gigs! Wir versuchen so viele Menschen ansprechen zu können, wie es auch nur möglich ist. Eventuell eine kleine Tour im nächsten Jahr, kleine und große Festivals im In- und Ausland. Alles steht in den Startlöchern, dass „Gotland“ auf die Bühnen der Welt getragen wird. Welttournee, das wäre was!
Ich wünsche euch alles Gute und viel Erfolg für die nächste Zeit und hoffentlich sieht man sich bald mal wieder auf einem Konzert.
Wir werden uns bestimmt auch hoffentlich bald mal wieder auf einem Konzert sehen, liebe Gisela!! Vielen Dank für das Interview! Dir auch alles Liebe und Gute!

TANZWUT – Engel Liv als Kontrast zum Teufel!

Im letzten Jahr verzauberten uns TANZWUT mit ihrem Album „Freitag der 13.“. Dieses Album war ein richtiger Kracher, denn der rockige Sound überzeugte auf ganzer Linie. So ist das halt mit den Alben von TANZWUT, man weiß nie was man zu hören bekommt und am Ende ist man immer total überrascht wie toll doch das neue Album wieder geworden ist. Jetzt veröffentlichten sie ihr neues Werk mit dem interessanten Titel „Schreib es mit Blut“ und ich war wieder begeistert. Mal sehen was uns Frontmann Teufel noch so alles berichten kann.
Euer zehntes Album „Schreib es mit Blut“ ist ja jetzt veröffentlicht. Wie liefen die Arbeiten im Studio und das Songwriting?
– Wir haben im Studio unsere Arbeitsweise weiter ausgebaut und auch verfeinert. Zeitmäßig lagen wir genau wie bei dem letzten Album gut in der Zeit und es lief alles reibungslos. Das trifft auch auf das Songwriting zu.
Ich sehe schon einige Unterschiede zum Vorgängerwerk „Freitag der 13.“. Ich finde, mit diesem Album habt ihr den Kreis von allen Alben geschlossen. Bei manchen Songs kann ich Parallelen zu älteren Alben ziehen. Siehst du das genauso?
– Ich sehe das auch so, aber es kam mehr aus dem Bauch heraus. Wir sind jetzt nicht an das neue Album herangegangen und habe gesagt das wir so klingen wollen wie früher oder wir wollen etwas modernes machen. Es ist einfach so entstanden und wir haben uns Mühe gegeben.
Das habe ich auch festgestellt und durch die ganzen verschiedenen Sounds auf dem Album werdet ihr wohl die Fans zufrieden machen. Jetzt aber zu einem anderen Punkt. Die Frage die das Album „Schreib es mit Blut“ stellt, ist ja u.a. der Verkauf der Seele oder der Pakt mit dem Teufel. Wie ist dieses Themenpaket entstanden?
– Wenn man schon den Teufel in der Band hat, ist es ja mal Zeit, das man das Thema mal anreißt. Für uns ist das jetzt aber kein religiöses sondern eher ein philosophisches Thema. Wenn man jetzt „Faust“ liest oder all die anderen Geschichten die es schon vorher gab, war das schon ganz interessant für uns. Goethe war ja nicht der Erste der über dieses Thema geschrieben hat. Dieses Spiel mit Gut und Böse kann man ja auch gut auf die heutige Zeit projizieren, denn man weiß ja nicht wer seinen Vertrag mit Blut unterschrieben hat. In dem Song gibt es ja auch eine Textzeile die sinnbildlich lautet: „Ich weiß genau was du willst, was du begehrst und wünschst, denn ich kann in deinen Kopf schauen. Gib mir deine Seele.“ Genau darum geht es ja, für was würden wir unsere Selle verkaufen. Das steht halt im Raum, aber dieses Thema zieht sich nicht durch das ganze Album. Lustig ist ja auch, dass es in der limitierten CD-Box einen Vertrag mit Blut und Feder gibt, sodass man den Vertrag sofort unterschreiben kann.
Das kann man ja auch auf das Business beziehen, denn viele haben auch schon ihre Seele verkauft.
– Ja darauf kann man es auch beziehen, aber auch auf das Leben, auf die Politik oder was auch immer.
„Schreib es mit Blut“ und „Stille Wasser“ waren ja eure ersten beiden Videos zum Album. Jetzt habt ihr noch einen dritten Song „Reiter ohne Kopf“ als ganz tolles Lyric-Video veröffentlicht. Wer hatte die Idee dieses Video mit einem Comic zu illustrieren?
– Es gibt ja in der limited CD Box den kompletten 24-seitigen Comic als Beilage. Im Video sind nur einige Bilder verwendet worden. Die Idee dieses Lyric-Video zu machen kam nach dem Comic, denn der war vorher schon fertig. Ich habe den Comic-Zeichner Volker Dornemann aus Bochum kennen gelernt und nachdem er mich gefragt hatte, ob wir nicht mal was zusammen machen könnten, hatte ich die Idee zu einem neuen Song einen Comic zu gestalten. Nach langen Gesprächen fanden wir den Song „Reiter ohne Kopf“ ganz gut für einen Comic. Der „Reiter ohne Kopf“ ist ja eine alte Geschichte und ich kann mich noch daran erinnern, dass mein Großvater Max mir diese, trotz Geschimpfe von meiner Großmutter, oft erzählt hatte. Ich habe dann den Text dazu auf Hiddensee im Herbst bei viel Nebel und Ruhe geschrieben. Bei dieser Atmosphäre wurde dann das erlebte wieder lebendig. Der Comic-Zeichner und ich haben dann, unter Hinzunahme von seinen Ideen, die Story belebt. So ist das dann entstanden.
Das Video zu „Stille Wasser“ gefällt mir besonders gut, denn Liv Kristine und du habt das Augenmerk auf gemeinsames Singen und nicht das jeder einen Part singt, gelegt. Habt ihr das zusammen entschieden? Ich weiß ja dass du die meisten Drehbücher zu den Videos selber geschrieben hast.
– Schon im Vorfeld hat sich heraus kristallisiert das man doch mal zusammen mit einer Sängerin zu arbeiten. Diese Ballade bietet sich ja gerade für einen zweistimmigen Gesang an. Daher das der Song so gestaltet ist, dass man am besten gemeinsam singt, wollten wir nicht, dass jeder abwechselnd seinen Part singt. Wir sind dann auf Liv Kristine gekommen, so als blonder Engel als Kontrast zum Teufel. Liv war auch einverstanden und der Song ist wirklich super geworden, denn es ist wirklich eine Einheit, was halt am gemeinsamen Gesang lag.
Mir gefüllt der Song sehr gut und ihr habt „Stille Wasser“ ja auch zusammen mit Liv auf dem Rock Harz Festival zusammen gesungen. Wie waren die Reaktionen des Publikums gewesen?
– Es war der Wahnsinn. Wir hatten sowieso schon eine geile Reaktion auf dem Rock Harz gehabt, denn es war voll vor der Bühne. Als dann Liv Kristine zu uns auf die Bühne kam, war das Publikum nicht mehr zu halten. Ich hatte ja bis zu diesem Konzert noch nie ein Duett live auf der Bühne performt und wenn man dann mit einer so bekannten und coolen Sängerin ein Lied zusammen singen kann ist das schon unbeschreiblich. Ich muss zugeben ich hatte eine richtige Gänsehaut.
Du sprachst ja schon von der limitierten Box mit dem Comic zu „Reiter ohne Kopf“, einer zweiten CD und den besagten Vertrag mit Feder und einem Fläschlein Blut. Wie ist deine Meinung, ist es in der heutigen Zeit nötig solche zusätzlichen Extras zu machen und wichtig macht es Sinn?
– Man weiß heute, dass der CD-Käufer ein gutes und qualitativ hochwertiges Produkt kaufen kann. Man darf es aber nicht übertreiben. Als Sammler oder als Fan möchte man schon etwas besonderes haben, also sprich die CD die ja schon da ist und dann noch spezielle und interessante Sachen. Von unserem Box-Set gibt es auch nur 1500 Stück mit Echtheitszertifikat und die sind schon fast alle verkauft. Ich denke schon das es Sinn macht, wenn es nicht gerade eine Abzocke vom Fan ist. Wir haben ja auch noch eine zweite CD mit Remixe dabei, wo z.B. einen Remix von PROJECT PITCHFORK für „Schreib es mit Blut“, einen KRUPPS Remix zu „Chaos“ oder „Bruder Leichtsinn“ feat. Herrmann Ostfront. Insgesamt sind es 5 Songs. Es gibt auch heute wieder viele Fans die Vinyl haben wollen, das wäre ja auch mal eine Überlegung wert.

Ich möchte noch mal kurz auf euer Cover eingehen, das mir sehr gut gefüllt. Es beinhaltet euer Zackenlogo was man von den Trumscheits her kennt. Was hat das Zackenlogo zu bedeuten, denn ich kann bei längerem Hinsehen ein Teufelsgesicht erkennen?
– Das ist ja lustig, denn das Logo bin wirklich ich. Das Logo war ja als erstes da und die Trumscheits sind nachher dazu gekommen. Die beiden oberen Trumscheits sind die Hörner und Piercings an der Lippe und an den Ohren. So ist das damals eigentlich entstanden. Heute habe ich die Piercings nicht mehr, denn es stört ein wenig beim Schlafen. Das war mir jetzt gar nicht so bewusst und auch nicht beabsichtigt das man ein Gesicht darin sehen kann, aber wenn ich es mir so ansehe gebe ich dir recht.
Mir passiert das sehr oft, das wenn ich in Felsen auch Gesichter oder auch Tiere sehe.
– Das kann man auch in den Wolken sehen.
Das stimmt man braucht halt eben viel Fantasie. Jetzt zu etwas anderem was ebenfalls fantastisch ist. Als Kontrastprogramm zum Rock habt ihr ja jetzt noch ein neues Projekt, ein Marionetten-Theater mit dem Namen „Theatrum Diaboli“. Die Marionetten und die Musik stammen aus deiner Feder?
– Wir haben ja nicht nur eine CD gemacht, sondern das Marionetten- Theater ist jetzt auch fertig. Die Marionetten sind alle selber von mir geschnitzt worden. Die Bühne, die wir gebaut haben, ist ca. 2m x 2m und die Stücke sind auch von mir geschrieben worden. Eine Geschichte ist eine Anlehnung an die Till Eulenspiegel Geschichte und alles andere ist selber gemacht.
Also alles in Handarbeit!
– Genau und es ist eine tolle Sache wenn man alles selber aufbaut und gestaltet. Wenn es dann auch noch gut ankommt, wie auf der Burg Satzvey oder den Kaltenberger Ritter-Festspielen, wo wir es aufgeführt haben, dann ist man stolz. Für uns ist es toll, denn wir haben eben auch eine vollkommene Abwechslung. Es ist aber nicht zu unterschätzen was in diesem Projekt an Arbeit drin steckt. Es mussten ja 10 Marionetten geschnitzt werden, aber wenn man jetzt sieht was dabei heraus gekommen ist, hat man wirklich ein schönes Gefühl.
Ist die komplette Band mit in dieses Theater involviert?
– Es sind 5 Bandmitglieder involviert. Ich hatte am Anfang rumgefragt und 5 hatten Bock. (Teufel lacht) Die anderen sagten wir bleiben dann mal zu Hause und trink ein Bier! Drei, die ich ausgebildet habe, spielen jetzt die Marionetten und die anderen beiden untermalen die Aufführungen mit leiser Musik und Instrumenten. Es gibt keine lauten Dudelsäcke, das wäre schlecht für die Sprache, Ein kleines Dudelsäckchen ist mit involviert, ebenso eine Cister, Percussion, Geräuschinstrumente und eine Flöte. Es gibt aber auch einige Gesangspassage bei dem Theaterstück.
Du bist ein Quell der Ideen! Was hat dich, neben Rock und der mittelalterlichen Variation von TANZWUT, zu einem Marionetten Theater inspiriert?
– Wir sind ja früher schon bei PULLARIUS FUCCILLO, zusammen mit Michael Rhein von IN EXTREMO durch die Lande gezogen und dabei hatten wir auch ein Marionetten-Theater. Zuvor hatte ich schon zusammen mit einem professionellen Marionettenspieler gearbeitet. Er hat mich damals auch ausgebildet. Er hat mir sehr viele Tricks gezeigt, die ich bis heute nicht vergessen habe, obwohl sehr viel Zeit, 20 Jahre, dazwischen lagen. Ich hatte auch keine Aufzeichnungen mehr darüber und so habe ich alles aus dem Kopf heraus gemacht. Ich möchte jetzt nicht, wie damals mit Micha, durch die Lande touren, es sollte wirklich nur vereinzelt Aufführungen geben. Für eine solche Aufführung braucht man halt einige Puppen und so habe ich dann in meiner Schnitzwerkstatt, die ich mir aufgebaut habe, gestanden. Dann hörte ich immer diesen alten Puppenspieler wie er sagte: „Mensch schon wieder einen Fehler gemacht. Das kannst du jetzt nicht mehr ankleben. Jetzt musst du das noch mal machen.“ So saß ich dann in den heiligen Hallen.
Jetzt habe ich ihm die Nase abgebrochen!
– Nasen brechen übrigens andauernd ab. Die werden alle geklebt und das habe ich damals als erstes gelernt. Das gleiche gilt auch für Finger.
Jetzt komme ich noch zu meiner letzten (Standard)-Frage. Habt ihr neben der Tour im Herbst noch was anderes geplant?
– Ja im Herbst gehen wir auf Tour, aber vorher spielen wir noch auf einigen Burg- oder Schloss-Festivals, wo wir entweder die Mittelalter-Show, oder die Rock-Show spielen. Nach der Tour werde ich sehr wahrscheinlich im Dresdner Prinzenkeller sein und mit einigen Kollegen zusammen mittelalterliche Bankette spielen um die Leute lustig durch die Weihnachtszeit zu bringen. Danach sehen wir mal weiter was alles noch so auf uns zukommt.
Dann kann ich TANZWUT nur alles Gute für die nächste Zeit wünschen und hoffentlich schaffe ich es auch mal wieder zu einem Konzert.

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Interview Mrs. Volbridge

Mrs. Volbridge besteht aus dem Trio Vera (Gesang, Bass), Thias (Gitarre) und Jan (Schlagzeug). Kennengelernt habe ich die drei bei einem Konzert im Januar 2015. Nun haben sie mich zu einer Bandprobe eingeladen. Anlass für ein Interview für Jarwinbenadar.
Eine Probe, die eigentlich einem Privatkonzert gleicht. Mit einem dirigierendem Drummer, einer singenden Bassistin ganz sanft mit Gänseblümchen hinter dem Ohr, einem Fotografen, der eine kleine Session anstimmt und den Gitarro zu einer Einlage an den Drums inspiriert, und dazu viel Spaß und neue Songs, die ich als erste hören durfte.

Vielen Dank für die Einladung zur Probe und dass ihr euch noch die Zeit für ein paar Fragen nehmt.

Seit wann gibt es Mrs. Volbridge und wie habt ihr zusammen gefunden?
Vera: Seit Dezember 2013 gibt es Mrs. Volbridge
Jan: Wir haben in unserem Keller mit Thias, den wir kurz vorher kennengelernt hatten, gejammed. Dabei stellten wir fest, dass wir ganz gut zusammen passen.
Thias: Auf dem Weg zu einem Konzert von Alter Bridge entdeckten wir noch mehr Gemeinsamkeiten. Mittlerweile sind wir sehr gut befreundet. Es verbindet uns mehr als „nur“ die Band. Das ganze hat Tiefe bekommen. Wir verbringen gerne viel Zeit miteinander und machen halt gerne zusammen Musik. Eigentlich perfekt, oder?

Ihr covert Songs von Volbeat und Alter Bridge. Wie kam es dazu?
Vera: Volbeat ist unsere Lieblingsband und die Musik von Alter Bridge gefällt uns auch sehr. Wir haben mal wieder in unserem Keller gespielt und den ganzen Tag „Fallen“ von Volbeat geprobt.
Thias (lacht): Vera, füge noch die Nacht hinzu…
Vera: Stimmt, unsere Nachbarin fand das irgendwann nicht mehr gut. Wir mussten uns auf die Suche nach einem Proberaum machen. Am nächsten Tag hatten wir Glück und einen passenden Raum gefunden.
-Aha, daher auch der Bandname?
Alle (irgendwie): Genau. Und die Mrs. steht für Vera. Volbeat und Alter Bridge haben ja Sänger. Das wollten wir natürlich irgendwie hervorheben.
Wir mussten auch nicht wirklich lange überlegen, als die Suche nach dem Bandnamen anstand. Und wer beide Bands kennt, erkennt auch, dass die Schriftzüge an die Bandlogos angelehnt sind.

Gibt es auch eigene Songs?
Vera (mit Blick auf die Tafel mit dem Repertoire): Ja, die 1, die 6, die 9, die 12 und die 19!!
– Ich schaue auf die Tafel: Hmmmm, und wer das Sagen hat, steht ja auch dort. Ein Volbeat-Song ist leicht abgewandelt in „Herrin nor hell“!�.
Jan: Wir haben anfangs nur Songs gecovert, damit wir starten konnten und dann Zeit für eigene Songs haben.
Thias: Unser Ziel war aber schon, dass wir eigene Songs schreiben.
Vera: Wir wollten feststellen, ob wir überhaupt Songs schreiben können. Unsere Songs haben mit uns zu tun. Es geht um Sachen, die wir gerne mögen, die wir gemeinsam erlebt haben.
„Mr. B“ haben Jan und ich geschrieben.
Bei „Motormorphosis“ geht es um unsere Leidenschaft, das Motorradfahren.
– Ihr fahrt Motorrad?
Alle: JA!!!
Vera: Thias, seit wann fährst du?
Thias: Ich fahre mit!
Jan: “ Jack’s gone“ hat etwas mit einem Getränk zu tun und „Entrecote“ mit unserer Lieblingszubereitung von Fleisch – dem Grillen.
Jan: Und „The Tower“ beschreibt unseren neuen Proberaum.
-Schreibt jeder an den Songs?
Die meisten Songs stammen aus Jans Feder. Er bringt durch weitere Projekte die meiste Erfahrung mit.
Ihr tretet in den unterschiedlichsten Clubs auf. Gibt es einen den ihr bevorzugt?
Jan (grinst): Nein, wir sind nicht so wählerisch, aber so viele Auftritte hatten wir auch noch nicht.
– Das wird sich bestimmt ganz schnell ändern.
Irgendwie hat jeder Club etwas und wir treffen Fans, die wir kennen. Im letzten Jahr hatten wir die Chance beim Garding Open Air aufzutreten. Das war irgendwie anders, es waren sooooo viele Leute da. Die meisten kannten wir nicht – und das schönste war, sie sind geblieben.
-Anmerkung: Das Garding Open Air findet an acht Dienstagen umsonst und draußen in Garding statt.

Was wäre euer größter Wunsch?
Alle (lachen) WEMBLEY!!!
Jan: Vor ganz vielen Leuten auftreten. Mehr als in Garding.
Thias: Auf jeden Fall weitermachen mit Mrs. Volbridge und mehr Songs schreiben.

Wie sehen eure Pläne für die nahe Zukunft aus?
Vera: Wir schreiben fleißig an neuen Songs und im nächsten Jahr möchten wir unser erstes Album veröffentlichen.
-Cool, beim Release-Konzert bin ich gerne wieder für Jarwin dabei..

Wo können die Fans euch live erleben?
Vera: Im Proberaum, so wie ihr gerade.
Thias: Am 01.10.2016 haben wir einen Auftritt im Knust mit zwei weiteren Bands.

Eine letzte Frage: Gibt es ein Festival, auf dem ihr gerne auftreten möchtet?
Vera: Das Elbriot wäre schon cool. Auch das Langeln Open Air ist ein denkbares Festival für uns.
-Was ist mit dem Wacken Open Air?
Thias: Mrs. Volbridge gibt es jetzt seit knapp drei Jahren. Wir haben also noch alles vor uns. Mal sehen, wohin die Reise geht.

Vielen Dank, dass ich dabei sein durfte. Das Interview hat richtig Spaß gemacht und cool, dass ich die beiden neuen Songs hören durfte.

Inge Becker

beige

beige, das sind Mandi Mottlau (Gesang), Motte Mottlau (Gitarre), Tom Lamp (Bass), Dirk Kuchenbecker (Drums) und Michael Grube (Gitarre). Seit 8 Jahren gibt es sie schon. Im August 2014 haben sie den Oxmox Bandcontest in Hamburg gewonnen. Für Jarwinbenadar hatte ich die Gelegenheit ein Interview mit Mandi und Motte zu führen.

Ihr nennt euch beige – eben anders! Was ist anders?

Oh, das ist aber lange her, wo hast du das denn ausgegraben? ***lach

„nun ja, ich bereite mich halt vor“..

Früher, ja ganz früher Mal, so vor 7 Jahren oder so, da haben wir mit unserer Musik tatsächlich in keine Schublade gepasst, wenn man mal die Musik mit der Stimme gepaart untersucht und wirken lassen hat. Man erwartete bei der Musik eine andere Stimme, und zu der Stimme auch eben eine andere Musik. Wir haben uns über die Jahre und die nachfolgenden Alben dann aber so gut weiterentwickelt, dass wir nun doch endlich, und das jetzt schon seit 2012, dem Erscheinungsjahr des 3. Albums „Tabularasa“, in eine Schublade passen. Eben nur in die, die extra für uns geschaffen wurde. HIRNROCK eben *lach

Und wie würdet ihr euer erfundenes Genre Hirnrock definieren?

Das ist eher ein Gesamtbild des Ganzen, was man am besten bei einem Live Konzert begreifen kann.
Knallige Rockmusik wird abrupt unterbrochen von einer sowas von Gänsehautballade, Songs zum Tanzen und Lachen werden gejagt von welchen, die nicht nur zum Nachdenken anregen, sondern bis an die Grenzen der Tabuthemen gehen und durch die pralle Bühnenpräsenz der Frontfrau Mandi, genannt „das Frollein“ authentisch rüber gebracht werden, dass man teilweise so gebannt ist, dass man nicht mal auf Toilette möchte, weil man Angst hat, etwas zu verpassen. Eine Abwechslung, die fast jedes Konzert zu einem bunten Unterhaltungsabend macht. Und ganz wichtig dabei ist, dass man allen Beteiligten auf der Bühne dabei auch anmerkt, dass sie sowas von Bock haben und das auch bis in die Reihen des Publikums tragen. Von der Bühne springen und mit den Fans mittendrin rocken, das gehört dazu. Und immer wieder hören wie auch von Leuten, die uns zum ersten Mal sehen: „Man – das hat richtig Spaß gemacht“. Und genau dafür machen wir das.Das empfinden wir als Rock `n Roll, kurz gesagt“.Rock. Soviel zum hinteren Teil.

Davon konnte ich mich bei einem eurer Konzerte überzeugen. Das war definitiv nicht mein letztes.

Das mit dem vorderen Teil, dem Hirn, das ist so eine Sache.
Während zu 99% die Songs von Motte komponiert werden, liegt das Schreiben der Texte ausschließlich bei mir (Mandi). Und dabei achte ich extra darauf, dass diese gut verständlich sind und auch sofort umgesetzt werden können. Es ist also eher mein Markenzeichen und auch meine Vorliebe, lieber etwas direkt auf den Punkt zu bringen, als es immer wieder hochphilosophisch zu umschreiben, so dass der Sinn des Textes in 3 – 4 verschiedene Richtungen ausgelegt und diskutiert werden kann. Es ist also bei vielen Texten eine Aussage zu erwarten, die im besten Falle beim ersten Hören direkt im Hirn hängen bleibt und zumindest inhaltlich gespeichert werden kann.

Motte:
Und genau das wird uns immer wieder nach einem Konzert bescheinigt. In den Tagen nach dem Gig kommt dann immer wieder der ein oder andere Fan dazu, der uns anschreibt und sich dafür „bedankt“, dass er auch am Tag nach dem Gig noch ein Ohrwurm von dem oder dem Song hatte.
Es scheint also, dass wir schon den einen oder anderen Song dabei haben, der sich sofort im Hirn festbrennt. Da kamen wir um den Begriff „Hirnrock“ einfach nicht mehr herum.

Wie habt ihr zusammen gefunden?

Im Jahre 2006 haben wir beide 7 eigene Songs gemacht und im Rahmen einer runden Geburtstagsparty diese mal live vorgestellt. Dabei wurden wir von meiner (Motte) alten Band Sisyphus live unterstützt.
Das hat so gut eingeschlagen bei den Gästen, dass wir anfingen, uns feste Musiker zu suchen, um eine feste Band zu gründen. Damals hieß das Ganze schon beige – Projekt.
Und ab dem 16.11.2007 war es dann die Band beige, die dann in Urbesetzung zum ersten Gig in Hamburg im Hafenbahnhof ansetzte.
Aber die Jahre haben auch, was die Musiker angeht, ihren Tribut zollen müssen. Da waren aus verschiedensten Gründen immer mal wieder Wechsel, meistens aus zeitlichen Gründen, auf dem Programm, ohne dass der Spielbetrieb eingestellt werden musste.
In der jetzigen Besetzung sind wir dann seit Februar 2015. Als Gründungsmitglieder sind nur noch wir beiden übrig.

Wer oder was beeinflusst eure Musik und warum?

Motte:
Mich beeinflusst mein begrenztes Können *lach*.
Ich kann keine Noten, bin eigentlich auch Basser, spiele hier Gitarre und komponiere insoweit, wie es meine Fähigkeiten zulassen. Und bisher konnte ich meine Ideen ganz gut umsetzen. Aber wenn es eine Beeinflussung gibt, dann wohl eher von Bands aus den 80 zigern.

Mandi :
Mich beeinflusst eigentlich ausschließlich das tägliche Leben. Daraus entstehen meine Ideen und Texte. Bei Herkömmlichen Dingen, wie kochen oder putzen, fallen mir teilweise ganze Songtexte ein.

Nach „beige I“, „Mehr geht nicht“ und „Tabularasa“ erscheint am 11.12.2015 euer 4. Album.
Wie unterscheidet es sich zu den anderen Alben?

Zuerst mal optisch *lach* kein Jewel Case, nein, umweltfreundliches Digipack.
Und wir kommen wieder zu den Wurzeln, was das Cover angeht. Schlicht, und ohne Fotos kommen wir dieses Mal aus.
Musikalisch ist es gar nicht soooooo viel anders, weil wir ja eine Erwartungshaltung der Fans erfüllen wollen. Wir haben sogar extra einen Song für unsere Fans geschrieben und auf diesem Album dabei.
Allerdings sind wir der Meinung, dass wir dieses Mal eine noch größere Weiterentwicklung durchgemacht haben. Auf dem Album befinden sich Songs, die in der Gesamtheit nicht unterschiedlicher sein können, so dass man meinen mag, dass es sich nicht um ein und dieselbe Band handelt, aber genau das macht ein beiges Album aus. Und nebenbei, es sind einige richtige Hits dabei.

Beide lachen**.

Und wie wird es heißen? Oder wird das noch nicht verraten?

Namen haben wir, das Album ist auch schon bei uns, aber noch wird nix verraten.

Eure Auftritte finden auf den unterschiedlichsten Bühnen statt. Gibt es einen Club, den ihr besonders mögt?

Die Clubs sind eigentlich fast immer super. Meistens hängt es aber von dem Umfeld der Clubs, ihren Betreibern und Gastgebern ab. Und ja, wir haben einen Lieblingsclub, den wir immer heimsuchen, weil alles stimmt. Marias Ballroom in Hamburg-Harburg. Aber eigentlich fühlen wir uns überall wohl, wo es Steckdosen gibt (obwohl, es geht auch ohne) und unsere Fans dabei sind.

Wie habt ihr euch gefühlt, als ihr den Oxmox Bandcontest 2014 gewonnen habt? Konntet ihr das fassen? Wie habt ihr euch die Chancen ausgemalt?

Nun ja, es wäre gelogen, wenn wir behaupten würden, dass wir uns keine Chancen ausgerechnet haben. Aber, es war auch so, dass wir dort, glaube ich, das höchste Durchschnittsalter hatten, und das kann in der heutigen Musikszene schon so manches in eine unvorhergesehen Richtung gehen lassen. Man muss dazu wissen, dass wir 2010 schon einmal mitgemacht hatten, und damals den 2. Platz belegten. Da war die eigene Erwartungshaltung schon, unter die ersten drei zu kommen. Als es dann aber, wie wir im Nachhinein erfahren haben, einstimmig beschlossen wurde. Gewinner ist..beige, da war das, als wennste aufn Mond fliechst. Bis zum Morgengrauen haben wir gefeiert, und sind heute noch stolz darauf, in einer Reihe mit z.B. Revolverheld genannt werden zu können, die das Ding auch schon gewonnen haben. Und der Rest ist ja bekannt.

Am 12.12.2015 findet der Release-Gig in MariasBallroom statt. Beim Konzert im September im Ballroom sagte Mandi, dass es euer „Wohnzimmer“ ist. Was macht diesen Club für euch dazu?

Nicht nur der Charme des Clubs, vor allem die Gastfreundschaft und Liebe zum Details des Besitzers des Clubs, Heimo, und seiner Schwester Petra, machen jeden Auftritt in Marias Ballroom zu einem „Coming Home“. Und wenn wir Supports einladen, sind die alle durchweg begeistert vom Club und wollen umgehend wieder mitmachen, weil man dort ab der ersten Sekunde wie ein willkommener Künstler empfangen und umsorgt wird. www.mariasballroom.de Link

Auch ich bin immer wieder gerne dort. Es hat wirklich etwas „familiäres“.

Eine abschließende Frage: Wie sehen eure Pläne für die nahe Zukunft aus? Wo können die Fans euch im nächsten Jahr sehen?

Wir wollen 2016 neue Songs machen, und sehr viel, am besten auf Festivals in der gesamten Republik, rocken. Wir haben ein neues Album im Gepäck und streben daher ab Frühjahr/ Frühsommer vielleicht eine kleine Tour an. Bestätigte Daten können wir aber noch nicht nennen, bis auf einige Termine Ende 2016. Diese Daten werden immer relativ zeitnah zur Bestätigung auf der Homepage www.beige-online.de Link zu sehen sein.

Da werde ich auf jeden Fall immer wieder mal reinschauen.

Vielen Dank für eure Zeit, die Fragen zu beantworten. Ihr habt nun einen Fan mehr und freue ich mich auf den 12. Dezember. Den Abend werde ich mit der Kamera begleiten und einen Bericht wird es bestimmt auch geben.

Crana Historica 2014

Für alle Mittelalterfans die am WGT-Wochenende nicht in Leipzig weilen, bietet sich vom 07.-09.06 ein Besuch des Crana Historica an. Wir haben mit Jürgen Jacob, einen der Cheforganisatoren gesprochen und ihn befragt, was man nach dem tollen Crana Historica 2012 im Jahre 2014 erwarten kann.

1)Hallo Jürgen, bevor wir auf das Crana 2014 zu sprechen kommen erst noch ein kleines Fazit von Dir zu 2012. Wart Ihr mit dem Besuch zufrieden, wie fällt das Fazit des tollen Konzerttages aus, habt ihr draufgezahlt?

Wir waren mit CH III mehr als zufrieden. Einzig im Konzertbereich hätten es deutlich mehr Besucher sein dürfen. Für Gaby war es quasi eine Nullnummer, während wir zufrieden sein konnten.
Wir konnten den Gruppen dann doch noch die Fahrtkosten aufbessern und alle waren mehr als zufrieden. Dabei geht es vordringlich nicht ums Geld. Was bei uns zählt ist eben das miteinander.

2) Was verändert sich im Vergleich zum wunderschönen Crana Historica 2012?

Bedingst durch den Wegfall der großen Bühne samt Backstage und noch mehr Platz auf den Bastionen (dort stehen nun Absturzsicherungen) können wir deutlich mehr Fläche bespielen. Im Äußeren Wallgraben haben wir nun gut Platz um einige schöne Schlachtdarstellungen zu zeigen. Für die Besucher ist alles hautnah erlebbar.

3) Viele Musikfans nicht nur aus der Region sind sehr traurig, dass es nicht wieder einen Konzerttag gibt wie bei der letzten Ausgabe. Wieso habt ihr diesmal darauf verzichtet und ist das auch in Zukunft keine Option mehr?

Musik wird es unplugged und sehr hochwertig geben, aber wir schlagen dieses Jahr ohne viel Technik auf. Es ist unser erster Event ohne Kooperationspartner und wir wollen mal einen Versuch wagen und einfach mal handgemachte Musik von tollen Künstlern bieten. Allerdings soll CH V. dann wieder mit großer Bßhne in gewohnter Weise stattfinden. Im Moment entwickeln sich viele neue Bands und altgediente Größen können an die großen Erfolge nicht mehr anknüpfen.

4)Auf Musik muss der Besucher also 2014 nicht verzichten, was erwartet einen hier und wie läuft das ganze ab. Gibt es Bühnen?

Guckt einfach auf die HP von Crana Historica. Was an Musikern da ist, ist erste Sahne. Die Künstler sind überall am Markt und in den Lagern unterwegs. Außerdem gibt es sowohl am Samstag und auch am Sonntag ein Konzert im inneren Festungshof bei bester Akustik und mit gutem Blick.

5) Da ich ja selbst inzwischen stolzer Papa bin interessiert mich besonders, ob man auch mit Kindern Crana Historica besuchen kann. Eventuell auch mit Babys

Für die Kids und auch die ganz Kleinen gibt es viel zu entdecken. Auch eine Wickelstation auf der Bastion Marie steht parat. Es kann Korn zu Mehl vermahlen und gebacken werden, Seife und Papier hergestellt etc. Märchenerzähler, Stabpuppentheater u.v.m. ist zu sehen.

6) Interaktion wird 2014 großgeschrieben hab ich gehört, was kann man denn darunter verstehen?

Die Leute werden sehr aktiv sein können. Viele Handwerker und auch die Lagergruppen laden ein selbst Hand anzulegen. Eintauchen in die Geschichte, dabei sein, ist das Motto

7) Leckeres Essen und Trinken gibt es auch wieder, oder?

Neben dem Schmäuß wird es noch viel mehr geben. Essen aus verschiedenen Jahrhunderten und dazu die passenden Getränke. Außerdem ein sehr außergewöhnlicher Kochwettbewerb mit Verkostungs- und Teilnahmemöglichkeit zwischen den verschiedenen Jahrhunderten. Gekocht wird ausschließlich frisch und auf offenem Feuer

8) Ein großes Augenmerk wird schon immer auf die Reenactment-Gruppen gelegt. Wo kommen die denn diesmal überall her und was erwartet den Besucher hier

Neben den Gruppen, die wir aus den Vorjahren schon kennen, gesellen sich einige neue Formationen hinzu. Dabei handelt es sich um Leute, die wirklich ihre Geschichte leben und authentisch darstellen können. Auch wenn es viele Gruppen aus unseren europäischen Nachbarländern gibt, stellen wir sicher, dass überall Leute dabei sind, die in Deutsch alles erklären können. Die Schlachten sind dieses Jahr größer angelegt und mit einer kompletten Einführung und begleitender Erklärung gut und aus erhöhter Position erlebbar.

9) Sehr beliebt bei den Besuchern ist auch immer der Handwerker und Händlermarkt. Der ist bestimmt auch 2014 wieder ziemlich umfangreich, oder?

Bedingt durch die größere Fläche, die zur Verfügung steht konnten wir auch den Markt ausweiten. Dabei lag das Augenmerk auf wirklich originelle Anbieter ohne vordergründigen kommerziellen Hintergrund.

10) Auf großes Interesse stößt auch immer das Kanonenschießen und die Schießvorführungen. Kann man sich auch 2014 darauf freuen?

Die Artillerie hat nun eine eigene Bastion für ihre Vorführung. Dort, wo sonst die Faustfestspiele stattfinden, ist dieses Jahr eine große Artilleriestellung untergebracht. Die Besucher sind in gesicherter Position viel näher am Geschehen.

11) Gibt es noch etwas, was der Besucher zu Crana Historica 2014 unbedingt wissen sollte?

Natürlich gibt es für alle Leute, die über Nacht bleiben den Campingplatz mit Duschmöglichkeit, Frühstück etc. Die Shuttlebusse verkehren ebenfalls wieder vom Campingplatz, über die ausgeschilderten Parkplätze zur und von der Festung zurück. Die Fahrt kostet 1,50 €. Die Eintrittspreise liegen bei 8,- € für das Festival pro Tag. Das Wochenendticket für alle drei Tage liegt bei 16,- €. Kinder sind frei. Es gibt Ermäßigungen für Rentner, Behinderte etc. – und für Notfälle/Sonderfälle haben wir noch einen Fahrdienst mit Kleinbussen eingerichtet.

Jürgen vielen Dank für die Informationen. Also auf nach Kronach, es lohnt sich.

Bernd Sonntag

Englands Medievalfestival.com

Bodo R. Meyer: Was hat dich dazu bewegt, das England’sMedieval Festival ins Leben zu rufen?
Clive Geissler: Also, von Anfang an: Vor 20 Jahren wurde das Herstmonceux Castle hier in East-Sussex für eine kanadische Uni namens Queens University (in Kingston, Ontario, Canada) gekauft. Der Käufer war ein Alumni der Uni, der das Anwesen an die Uni weitergeben wollte damit diese es zu einer Art internationalem Studien-Ort macht, an den kanadische Studenten kommen können, um ihr internationales Verständnis und ihr Wissen über europäische Kulturen zu vergrößern.

Mein Bruder und ich waren beide ebenfalls Studenten der Queens University, wir haben Business studiert. Meine Mutter war Engländerin und gebürtig aus der Gegend, ich bin nach meinem Uni-Abschluss nach England emigriert und habe als Flugzeug-Captain bei einer britischen Airline gearbeitet. Der Verkauf des Schlosses ging während meiner Zeit hier über die Bühne, und der damalige Direktor der Uni war einer meiner ehemaligen Wirtschafts-Professoren. Er wusste, dass ich hier war, und er fragte mich, ob ich nicht zum Schloss fahren könnte, um mir das Anwesen mal anzusehen. Das hab ich getan, und er sagte, „Wir sind eine Uni, und jetzt haben wir hier ein Schloss aus dem 15. Jahrhundert – was machen wir, um das Ganze zu bezahlen? Das wird eine riesige finanzielle Belastung, außerdem haben wir einige Auflagen bekommen um es übernehmen zu dürfen. Auf jeden Fall müssen wir das Gebäude als Bildungsstätte nutzen oder dort historische Events veranstalten – wir können den Ort nicht einfach vor der Öffentlichkeit verriegeln. Kannst Du uns helfen? Also habe ich recherchiert und ihm gesagt, „Klar, ich kann euch helfen.“
1992 haben wir dann angefangen, das Gelände wieder für Besucher zu öffnen. Zuvor war es fast 15 Jahre geschlossen gewesen, sodass alles langsam anfing zu verfallen. Zuvor war dort das Royal Greenwich Observatorium gewesen, das aber umziehen musste, weil aus London zu viel Licht herüberschien und die Arbeit an astronomischen Beobachtungen zu schwierig machte. Die Besitzer wollten das Anwesen aber nur an jemanden weitergeben, der es auch im historischen Sinne nutzen würde, also keinen Golfpark oder so daraus macht. Als das Gelände als Observatorium genutzt wurde, hatte man alle Hinweisschilder auf das Schloss entfernt, weil die Forscher dort nicht wollten, dass Leute kommen und so ihre Arbeit stören. Das hieß, dass wir das Schloss überhaupt erst mal wieder in das Gedächtnis der Leute zurückbringen mussten. Die beste Idee dazu schien uns, ein Mittelalter Festival zu veranstalten. Und das fand dann zeitgleich mit der Wiedereröffnung des Geländes statt, beides am selben Tag im Juli 1992. Im nächsten Jahr haben wir das Festival auf zwei Tage, ein Wochenende im Juli, verlängert. Als sich dann zeigte, dass das wirklich gut ankommt, haben wir es auf das Bankfeiertag-Wochenende im August gelegt, also auf insgesamt 3 Tage verlängert. Seit 1994 ist es jetzt so geblieben.
Unser großes Ziel war und ist, dass das England’sMedievalFestival das größte und beste Mittelalter Festival in England wird. Die beste Methode, ein Schloss bekannt und beliebt zu machen, ist eben, dort ein großes Event zu veranstalten. Wir hatten bemerkt, dass quasi jedes noch so kleine mittelalterliche Schloss in England immer auch ein mehr oder weniger großes Event beherbergt. Das waren aber immer nur sehr kleine Sachen, wie zum Beispiel eine Ausstellung oder vielleicht mal Ritterspiele. Aber unsere Idee war bis jetzt einzigartig, nämlich alle kleinen Sachen in einem großen Festival zu vereinen. Und zwar wirklich alle; von den schönen bis zu den schlechten Seiten des Mittelalters. Also haben wir zum Beispiel Duelle nach- und Kanonen ausgestellt, aber gleichzeitig auch ein typisches Dorf und fahrende Händler mit Schauspielern wieder zum Leben erweckt. Unser Ziel war dabei nicht, ein möglichst großes Spektakel zu veranstalten für das wir Mengen an Geld ausgeben – wir wollten ein originelles, lebendiges, atmendes Festival erschaffen. Also haben wir Wettbewerbe ins Leben gerufen, für alle Aussteller und Schausteller, die so mit ihren Arbeiten Preise gewinnen können. Daraufhin haben einige angefangen, sogar mittelalterliche Zeremonien bis hin zu Hochzeiten nachzustellen – viele Besucher haben das sogar genutzt, sich verheiraten zu lassen. Es haben sich Paare gefunden, die nun auch ihre Kinder mit zum Festival bringen, und nach mittlerweile 20 Jahren haben wir eine Generationengrenze durchbrochen. Erwachsene, die schon als Kinder kamen, kommen jetzt mit ihren eigenen Kindern und machen eine Familientradition daraus.
Nach 20 Jahren wächst das Festival immer noch, und wir wollen sicher sein, dass niemand sich langweilt, egal wie oft er wieder kommt. Mittlerweile gibt es drei Bühnen mit fast pausenlosem Programm, ebenso drei Arenen, auf dem gesamten Gelände sind Schausteller und Musiker unterwegs, es gibt zwei mittelalterliche Tavernen und rund 100 Händler. Eine ganze Menge Angebote also – in einer großartigen, familiären Atmosphäre.

Mit all deiner gesammelten Erfahrung, würdest du irgendetwas anders machen, wenn du das Festival nochmal ganz von Anfang an aufbauen könntest? Würdest du es überhaupt nochmal machen wollen, wenn du die Wahl hättest?

Das Ganze ist eine Herzensangelegenheit. Wir ziehen aus dem Festival keine großen Geldsummen ä natürlich verdienen wir etwas, in manchen Jahren mehr als in anderen. Aber das eigentliche Ziel ist es, die Erhaltung des Schlosses und des Geländes zu finanzieren, und dahinein fließt auch das meiste Geld. Die Planung und Arbeit für das Festival ist für uns quasi ein Familien-Event – mein Bruder kümmert sich um das gesamte Back-Office, ich bin als Gesicht des Festivals mit Interviews und Preisverleihungen beschäftigt. Meine Ehefrau und die meines Bruders arbeiten auch mit, genau wie unsere Kinder. Meine Eltern haben 15 Jahre lang mitgeholfen, alle handgemalten Schilder auf dem Festival zum Beispiel, die hat mein Schwiegervater gemacht. Dazu kommen unsere Tanten, Onkel – so gut wie alle Familienmitglieder und auch Freunde unterstützen uns. Wir treffen uns alle einmal im Jahr hier, und das ist dann wie ein dreitägiges Weihnachten – aber anders als bei gewöhnlichen Weihnachts-Familientreffen wird es uns nie langweilig. Jeden Abend haben wir alle jede Menge zu erzählen.

Die letzten 20 Jahre haben uns wirklich jede Menge Arbeit und Zeit gekostet. Aber jedes Jahr macht es uns dann unglaublich glücklich, all die begeisterten Besucher zu sehen.Wenn all die Freude an der Sache nicht wäre, würden wir das Festival auch nicht veranstalten.
Es ist ein bisschen, wie wenn man in seiner Wohnung eine Party geben will – du fragst dich, ob überhaupt jemand kommen wird und bist unruhig, aber wenn dann die Leute da sind, bist du total glücklich.
Also: Wir freuen uns auf die nächsten 20 Jahre und hoffen, dass unsere Kinder das Ganze irgendwann weiterführen.

Hast du mittlerweile überhaupt noch Zeit für einen regulären Job?
Ja, ich arbeite immer noch als Pilot. Ich fliege nach wie vor Vollzeit und lebe eigentlich zur Zeit in Dubai.

Also bist du extra fürs Festival hergeflogen?
Praktischerweise fliegt die Airline für die ich arbeite 6mal am Tag nach Heathrow. Also versuche ich einmal die Woche nach London zu kommen um einen Tag im Büro zu verbringen.
Wenn ich 20 Jahre zurückdenke – da hatten wir noch nichtmal einen Computer. Als wir uns ein Fax zugelegt haben, dachten wir jetzt kommt die große Technik-Revolution. 1994 haben wir unseren ersten Laptop gekauft, so dick wie eine Bibel. Mittlerweile haben wir natürlich die Technik um von jedem Ort der Welt aus alles zu organisieren und zu planen. Wir müssen uns nur noch einmal im Jahr – also im August, zum Festival selbst – treffen. Bevor das so war, haben wir uns alle immer schon am ersten Juli getroffen und 2 komplette Monate damit verbracht, das Festival auf die Beine zu stellen.

Das waren bis jetzt eine ganze Menge Informationen. Wahrscheinlich hast du das alles mittlerweile auswendig drauf?
Das nicht – ich bin einfach mit ganzem Herzen dabei. Ich kann mich an so gut wie jedes Detail der letzten 20 Jahre erinnern. Wahrscheinlich könnte ich mittlerweile ein ganzes Buch schreiben. (lacht)

Wie hat sich eigentlich eure Verbindung zur MSS (Medieval Siege Society) ergeben?
Das ist eine ganze interessante Geschichte. Du merkst es vor allem, wenn du dir die Artikel der MSS in unserem Jubiläums-Programm durch liest. Als die MSS anfing, war sie eine wirklich kleine Gruppe. Wir haben Phil Fraser (Mitbegründer des MSS, Anm. d. Red.) damals getroffen, der übrigens mittlerweile jedes Jahr als Händler hier ist, und haben ihm davon erzählt, dass wir ein paar Schausteller-Gruppen zusammentrommeln wollen um ein Festival zu organisieren. Er war anfangs sehr skeptisch, weil er mich nicht kannte und auch bezweifelte, dass wir sie bezahlen können. Wahrscheinlich war unsere Anfrage etwas zu direkt. Wir haben ihm dann die ganze Geschichte erklärt; dass wir verpflichtet sind, uns um das Schlossgelände zu kümmern und was Gutes daraus zu machen.Schließlich war es unser Ziel einen guten Ruf aufbauen, und durften deswegen keine halben Sachen zu machen.

Schau dir das vom Marketing-Standpunkt an: Du kannst dir im Pub einen riesigen aber billigen Pint Bier bestellen, oder du bestellst dir eine teure, kleine Flasche Pilsener, die aber qualitativ viel hochwertiger ist. Dieses Prinzip wollten wir auch auf das Festival anwenden.
Wir haben jetzt mit so vielen Leuten gesprochen, die jedes Jahr immer wieder kommen, teilweise schon seit 10 oder 15 Jahren. Als die MSS anfing, war das eine sehr kleine Gruppe, und der Erfolg des Festivals hat auch ihnen eine Menge Erfolg eingebracht. Mittlerweile ist es sogar so, dass viele nur deswegen Mitglieder bei der MSS werden, damit sie eine Einladung für unser Festival bekommen. Die MSS ist also mit uns gewachsen. Darüber sind wir sehr glücklich.
Und wir sind mittlerweile auch einfach etwas Besonderes geworden. Ich meine, wir campen hier auf diesem Schlossgelände aus dem 15. Jahrhundert – ich weiß nicht wie es in Deutschland ist, aber hier in England gibt es Regeln für alles. Die meisten Schlösser gehören Erben, die dir normalerweise nicht mal erlauben einen Hering ins Gras zu hämmern. Hier sind wir viel freier, du kannst zwischen den Kräutergärten herumlaufen und dein Zelt aufschlagen, es ist eine total familienfreundliche Angelegenheit. Wir haben vernünftige Toiletten und Duschen und all das. Es ist hier wie Ferien, auf die sich alle das ganze Jahr freuen.

In Deutschland wäre soetwas wahrscheinlich gar nicht möglich. Bei uns gibt es zwar auch Mittelalter-Festivals, aber die sind ganz selten auf Schlossgeländen, meistens einfach auf großen Wiesen. Und spätestens seit der Katastrophe auf der Loveparade in Duisburg lastet so viel gesetzlicher Druck, so viel Verantwortung auf Festival-Veranstaltern, dass allein eine Versicherung wohl schon den finanziellen Rahmen sprengen würde.

Das ist ein Problem, über das wir in letzter Zeit leider auch oft sprechen. In Nord-Amerika, wo wir herkommen, sind die Versicherungen für Festivals mittlerweile so teuer, dass man absolut vergessen kann, am Ende mit Gewinn nach Hause zu gehen. In dieser Beziehung war England immer ein großartiges Land. In den ersten Jahren auf dem Festival haben sich die Leute, wenn sie zum Beispiel hingefallen sind, sogar noch bei uns entschuldigt dass sie uns Umstände machen, wenn wir ihnen ein Pflaster gebracht haben. Mittlerweile könte dieselbe Person uns sofort verklagen, wenn sie sich verletzt. Die Dinge haben sich ziemlich geändert. Auch deswegen setzen wir viel mehr auf Qualität als Quantität. Je größer das Festival wird, umso mehr Leute kommen, und das verändert schon die Atmosphäre. Ich habe neulich mit dem Veranstalter eines viel größeren Events gesprochen, der total froh erzählte, beim letzten Mal nur weniger als 100 Verhaftungen gehabt zu haben. Und wir? Wir brauchen hier nirgends Polizei. Bevor eine Situation eskaliert, haben bisher immer Besucher schlichtend eingegriffen. Alle sind rücksichtsvoll und wollen einfach nur ihre Zeit hier genießen. In 20 Jahren hatten wir hier noch keinen einzigen größeren Unfall.

Das macht sich auch in der Stimmung bemerkbar. Ich habe das Gefühl, die Leute kommen von überall.

Das stimmt! Wir sind quasi die vereinigten Festival-Staaten. (lacht) Ständig kommen Leute und fragen, ob sie nicht ihre Freude hierher einladen können, die dies oder das gern hier zur Schau stellen möchten. Teilweise kommen sie sogar aus Übersee – und wir sagen nie nein. Wir spielen hier nicht Politik oder stellen uns auf irgendjemandes Seite. Solange die Leute etwas Geschmackvolles zeigen wollen, sind sie herzlich eingeladen. Mittlerweile haben wir Schausteller aus Dänemark, Frankreich, Deutschland, Belgien – aus ganz Europa, und in der Vergangenheit sogar von verschiedenen Kontinenten. Wir wachsen mittlerweile jedes Jahr um rund 5%.

Gina Fringante

Faun „Von den Elben“ Tour 2014

Auf der „Von den Elben“-Tour in Wuppertal Anfang November war Oliver S.Tyr von Faun so nett und hat uns ein paar Fragen zur Tour und dem neuesten Lied beantwortet.

-Drei eurer Konzerte der Tour waren schon ausverkauft und im Frühjahr 2014 ist eine „Von den Elben“-Zusatztour geplant. Habt ihr mit so vielen Fans gerechnet?

Oliver: Nein, natürlich nicht. Wir hatten hohe Hoffnungen, dass wenn man ein bisschen Werbung hat, es etwas hilft, aber man weiß nie, was einen erwartet. Außerdem wusste man nicht wie viele neue und alte Leute kommen. Wir sind sehr zufrieden. Mit der Mischung an Leuten, mit der Stimmung, mit den Venues. Es läuft ganz super.

-Denkt ihr, dass München auch noch ausverkauft wird? Das ist ja immer euer Heimspiel.

Oliver: Ja, wobei die Halle ohne Bestuhlung sehr groß ist. Wir haben jetzt noch 50 oder 60 Resttickets. Es wird auf jeden Fall voll und die Stimmung ist gut. Und das ist die Hauptsache.

-Mit Jyoti Verhoeff habt ihr wieder einen tollen Support mit dabei. Wie seid ihr auf das, zumindest in Deutschland, unbekannte Duo gestoßen?

Oliver: Ich bin sehr viel in Holland unterwegs und eine Freundin von mir produziert Jyoti Verhoeff gerade im Studio und deswegen kannte ich sie um zwei Ecken schon. Ich hatte Zeit und bin in einem ganz tollen Konzert von denen gewesen. Das Rauchort, das ist ein besetztes Areal in Amsterdam, quasi eine besetzte Kommune. Dort haben sie in einem kleinen Café gespielt und das Konzert war ganz ganz toll. Die Atmosphäre schon toll und es hat jeder Ton gestimmt. Das war eine Qualität, die man wirklich selten sieht. Einerseits passt die Musik, die sie machen, dieses Schwerelose, aber auch von ihrem Wesen ist es eine ganz tolle Ergänzung. Es ist mal wieder ein runder Kreis, der sich mal wieder schließt mit der ganzen Crew und dem Support.

-Besonders schön ist dieses Mal das Bühnenbild, das ein bisschen an einen magischen Wald erinnert und sogar im Dunkeln leuchtet. Habt ihr das alles selbst entworfen?

Genau. Wir haben uns mit der Band zusammengesetzt und haben uns überlegt, was wir machen können. Wir haben mal wieder eine Tour und sie soll ein besonderer Anreiz sein. Das ist nicht wie eine Festivalshow, wo man in einer halben Stunde auf die Bühne muss, sondern man kann den ganzen Tag dekorieren und es schön machen. Da haben wir überlegt, was können wir machen, was passt zum Thema. Und es war natürlich naheliegend einen kleinen Wald aufzubauen. Und da wir sehr viel mit Licht arbeiten, bricht sich das Licht sehr schön und teilweise bewegen wir die Blätter auch noch mit Windmaschinen. Viel unserer Musik geht natürlich zum Thema Natur und man versucht die Begeisterung der Natur zu wecken und die Mythem der Natur wiederzuentdecken. Da macht es Sinn ein Abbild der Natur auf die Bühne zu bringen.

-Wer auf einem eurer Konzerte war, der konnte schon eines der neuen Lieder hören. Worum geht es in „Hymne der Nacht“?

Oliver: Es geht um die weibliche Seite der Religion/Mythologie/Glaubens. Wenn man unsere Welt anschaut, haben wir schon lange eine patriarche Welt, dass heißt eine sehr männliche Vorgehensweise in Politik, in Wirtschaft, in Kriegsführung. Überall ist dieses Ellenbogendenken, der stärkere gewinnt. Die „Hymne der Nacht“ richtet sich dann an eine Frau, die vielleicht eine Königin ist, eine Göttin, vielleicht das Weibliche an sich und stellt das dem gegenüber. Hier ist der weibliche Weg, der andere Weg, der intuitive Weg. Und „Hymne der Nacht“ natürlich, weil es diesen Dualismus gibt: Sonne/Tag/Mann, Frau/Nacht/Mond. Ob man es jetzt Nuht nennt, die ägyptische Königin, die den ganzen Himmel umspannt oder Persephone oder Hekate, das ist egal. Deswegen haben wir es nicht personifiziert, sondern freigelassen.

Ist nach der Tour vor der Tour? Habt ihr diesen Winter etwas geplant, bevor es im Frühjahr weitergeht?

Oliver: Wir sind jetzt relativ fleißig schon am Lieder schreiben Wir hatten diese schöne Woche, wo wir uns zurückgezogen haben auf ein Rittergut zum Lieder schreiben. Es ist einiges an Ideen rausgekommen, die es jetzt gilt zu kanalisieren, auszuarbeiten, weiterzuverfolgen. Und dadurch, dass wir jetzt im Winter sehr wenig machen, wir haben einige Monate fast auftrittsfrei, werden wir die Kreativität nutzen, um an den Liedern zu arbeiten. Es ist natürlich schön für uns. Die „Von den Elben“-Tour läuft wunderbar und wir können jetzt den Hauptfokus auf die neuen Lieder setzten. Vielleicht bringen wir sogar neue Lieder mit auf die zweite Tour. Ich kann es mir sehr gut vorstellen.

www.faune.de

Cardillac Complex Forgotten Reasons und Interview

Mit Forgotten Reasons von Cardillac Complex hat uns im Mai eine EP einer uns bisher unbekannten Band erreicht, die uns so gut gefallen hat, dass wir es nicht nur Wert finden, ein paar Worte darüber zu verlieren, sondern es uns auch brennend interessiert hat, wer sich eigentlich hinter Cardillac Complex verbirgt. In einem kleinen Interview mit Sänger Ole könnt auch Ihr etwas mehr über Cardillac Complex erfahren.

Zuerst aber ein paar Worte zur EP, die aus 5 sehr abwechslungsreichen Songs besteht. Bereits die ersten Klänge des Titelsongs gehen sofort ins Ohr. In Englisch gesungen entfalten die düsteren Songs eine durchaus hörenswerte Stimmung. Die Songs sind musikalisch abwechslungsreich von melancholisch ruhig bis ziemlich rockig instrumentiert. Die Band versteht es zweifellos Songs zu schreiben, die ins Ohr gehen. Sowohl Gothic Liebhaber, wie auch Verehrer des Darkrocks könnte Cardillac Complex gefallen, vor allem wenn man mehr die ruhigeren Töne schätzt.

Einziger Schwachpunkt und völlig aus der Art geschlagen ist das einzige in Deutsch gesungene Stück „Der Weg“, das sprachlich, und musikalisch nicht so wirklich zum Rest der englisch gesungenenen EP passen will. Dass es extrem reizvoll sein kann mit Deutsch und Englisch zu operieren, können Blutengel immer wieder eindrucksvoll unter Beweis stellen. Hier ist der Versuch, auch wegen der anderen Stimmfarbe des Sängers als eher unglücklich zu bezeichnen. Dafür folgt gleich darauf mit dem letzten Song des Albums das 7 Minuten Werk Belief 2, das absolute Highlight der EP:

Eine dunkle, fast symphonische Ballade die von Gewitterstimmen über Akustikparts und orchestralen Elementen so richtig Spaß und Lust auf mehr von Cardillac Complex macht.
Lassen wir nun die Band selbst zu Wort kommen:

Ihr habt Ende April mit Forgotten Reasons euere erste EP veröffentlicht. Seit 2010 gibt es Cardillac Complex aber schon. Trotzdem kam erst jetzt die erste EP raus. Ein Vorbote für das demnächt erscheinende Album?

Ole: Erst jetzt? Machst du jedem One-Night-Stand gleich einen Heiratsantrag?

Jede Beziehung (auch die musikalische) will erst auf ein solides Fundament gestellt werden, bevor man den nächsten Schritt geht – es sei denn, man wurde im Rahmen einer großen TV-Show gecastet. Ganz nebenbei braucht man ja auch genügend Songs, aus denen man wiederum ein paar auswählt usw.

Hinzu kommt: Musik ist für uns eine Leidenschaft, aber eben kein Beruf. Daher ist das Zeitfenster zwischen Jobs, Studium und (außermusikalischem) Privatleben recht überschaubar. Vor allem, wenn man sich in den Kopf gestetzt hat, den ganzen Aufnahmeprozess selbst zu machen. Wir hatten zwar viele Freunde und Bekannte, die uns mit Rat, Räumen und Ragouts zur
Seite standen, aber die schweißtreibende Arbeit haben wir doch höchstselbst ausgeführt.

Erst beim beim Cover haben wir uns an (wiederum befreundete) Profis gewandt. Nennenswerte Kosten sind uns erst
bei Mix, Mastering und Pressung entstanden. Als „Forgotten Reasons“ dann schlussendlich im Kasten war, war bei uns erstmal die Luft raus. Aber in der Zwischenzeit sind einige neue Songs entstanden und so langsam bekommen wir auch wieder Lust, ein Vollzeit-Album aufzunehmen.

Die EP enthält vier englische Songs und ein deutsches Stück, das auch musikalisch ziemlich von dem Rest der Songs abweicht. Wie kam es dazu den Song in Deutsch aufzunehmen und war das ein einmaliges Experiment
oder wird es in Zukunft Cardillac Complex als deutsches und englisches Projekt geben?
Ole: Mit Sicherheit war „Der Weg“ zunächst ein Experiment. Schließlich hatte ich vorher noch keine deutschen Texte geschrieben, geschweige denn: zu einem Song verarbeitet. Meist ist bei mir die Musik zuerst da, danach kommt erst der Text. So auch im Fall „Der Weg“. Nur mit dem Unterschied, dass die ersten Worte, die mir in den Sinn kamen, deutsch statt englisch waren. Das war zwar neu, hing aber ohne Zweifel mit meiner damaligen Situation zusammen.

Andererseits: Warum sollte ich gegen diesen Impuls arbeiten? Schließlich geht es beim Musikmachen (zumindest nach meinem Verständnis) zunächst einmal um den künstlerischen Ausdruck, und dann erst ums „Verkaufen“. Es ist zwar eine Heidenarbeit, aber das Ergebnis dieses „Experiments“ finde ich ganz gelungen. Daher ist es zukünftig sicherlich nicht ausgeschlossen, auch in Deutsch zu texten.

Kannst Du uns etwas über die Bandmitglieder erzählen? Da ihr bisher ja vor allem im Raum Münster aufgetreten seid, hat man in weiten Teilen Deutschlands von Cardillac Complex ja bisher fast nichts gehört.

Ole: Gern.Tobias Ide spielt E-Gitarre und singt, Matthias Teuber spielt Bass und singt, Ole Arntz singt und spielt Akustik-Gitarre, Alexander van Stein spielt Keyboards und Christoph Schmidt spielt Schlagzeug. Prägt Euch die Namen gut ein, die kommen in der nächsten Klassenarbeit dran.

Habt ihr musikalische Einflüsse und Vorbilder, haben Euch Bands besonders inspiriert zu den Songs der EP?
Ole: Die musikalischen Vorbilder über die gesamte Band verteilt sind natürlich breit gefächert. Da bislang alle Songs entweder von Alex oder mir stammen, kommen naturgemöäßEinflüsse aus Gothic, Rock und Metal zum Tragen. Das können HIM, Dreadful Shadows / Zeraphine und The Mission genauso sein wie Paradise Lost, Anathema oder Katatonia.

Beim Anhören des Albums fiel mir auf, dass die einzelnen Songs sehr unterschiedlich sind, von ruhig bis hart, von balladesk bis rockig. Irgendwie von allem etwas. Bezeichnet ihr Eure Musik deshalb als „Dark Glam Rock“ bzw. was versteht ihr darunter?

Ole: Gut erkannt. Die Vielfalt ist bei uns nicht nur Programm, sondern volle Absicht. Das Leben ist schließlich zu bunt, um immer nur als Fledermaus durch die Welt zu flattern. Wo Schatten ist, muss es auch Licht geben. Je tiefer die Nacht, desto näher der Tag. Genauso verhält es sich mit unseren musikalischen Vorlieben: Selbstverständlich finden sich in unseren CD-Regalen mehr Abteilungen als „Gothic“ und „Metal“. Daher haben wir das Spiel mit Glanz und Finsternis in die Genre-Bezeichnung aufgenommen.

Beim ersten flüchtigen Lesen hab ich Eueren Namen als Cadillac Complex gelesen. Habt ihr keine Angst, dass viele das R überlesen? Wie ist der Name Cardillac entstanden?

Ole: Der Name bezieht sich auf René Cardillac, eine Figur aus dem „Fräulein von Scuderi“ von E.T.A. Hoffmann. Einen Goldschmied, der seine Kunstwerke zuerst verkauft, und sie sich später zurückholt, indem er seine Kunden umlegt. Die Novelle spielt im feudalen Frankreich des 17. Jahrhunderts. Daher spricht man den guten Mann auch „kardiak“ aus.

Allerdings war uns das mögliche Missverständnis von Anfang an bewusst. Wir haben zwar mit amerikanischen Edel-Schlitten persönlich wenig bis gar nichts am Hut, aber es gibt schlimmere Assoziationen, oder?

Außerdem: Wer uns gut findet und zu unseren Konzerten kommt, darf uns aussprechen, wie er will.

Ihr habt ja schon einige Konzerte gespielt. Mit fünf Songs ist das ja nicht denkbar. Was spielt ihr außer den fünf EP-Songs sonst noch?

Ole: Das hast du ganz richtig erkannt. Wir spielen die Stücke der „Forgotten Reasons“-EP, aber auch ältere und neuere Songs. Damit kommen wir zurzeit auf circa 90 Minuten. Du willst wissen, wie das klingt? Komm doch zum nächsten Konzert, dann weißt du’s. Aktuelle Termine, Musik, Bilder und News: www.cardillac-complex.com.

Wird man Euch demnächst auch deutschlandweit hören können, eventuell auch als Toursupport für eine Band?

Ole: Nichts dagegen. Geplant ist bislang zwar nichts, aber wenn sich jemand die Arbeit machen will, eine Tour zu planen bzw. uns unter seine organisatorischen Fittiche zu nehmen, werden wir sicherlich nicht nein sagen.

Cardillac Complex ist absolut independent. Es gab keine Plattenfirma im Hintergrund, oder?

Ole: Nein, absolut null. Alles selbst geklöppelt und handgestrickt. Vom Songwriting bis zum Vertrieb. Die Rolle der Labels im Musikgeschäft ist seit den 2000er Jahren ohnehin immer fraglicher geworden. Außerdem werden Technik und Infrastruktur für Musiker immer erschwinglicher und jederzeit verfügbar. Dadurch können (und müssen) Musiker heutzutage immer mehr können als „nur“ Musik zu machen. Ob das immer nur gut ist, wissen wir zwar auch nicht immer so genau, aber anstatt uns darüber zu totzugrübeln, machen wir einfach, was wir für richtig halten.

Gibt es sonst noch etwas was man über Cardillac Complex unbedingt wissen sollte? Dann verrate uns das doch bitte.

Ole: Alles, was es über uns zu wissen gibt, ist bereits gesagt oder gibt es bereits online zu lesen. Über die mysteriösen Riten im Backstage oder unsere regen Beziehungen zum Mossad und der NSA schweigen wir aber lieber. Schließlich gehürt eine nebulöse Aura zum Rockstar-Image dazu…

Vielen Dank für das Interview und wir werden Euch sicher live demnächst mal bei einem Konzert besuchen und sind schon sehr gespannt darauf.

Bernd Sonntag

Festival Mediaval 2013

In unserer kleinen Serie über die „Da muss ich hin“ Festivals 2013 möchten wir Euch auf die 6 Ausgabe des Festivals Mediaval hinweisen. Das „ganz besondere Festival“ im Länderdreieck von Sachsen, Bayern und Tschechien war all die Jahre ein Muß im Festival-Plan und daran wird sich mit Blick auf das diesjährige Programm auch 2013 nichts ändern. Neben einem Nordic Special u.a mit Garmana, Valravn und Euzen freuen wir uns besonders auf einen der ganz raren Auftritte von Corvus Corax zusammen mit Wadokyo ( Taiko Trommler) , auf Elmsfeuer (die Piratenband mit Zukunft) und natürlich auf Omnia, die bei allen 5 Festivals bisher dabei waren und gerade in Selb immer in Höchstform sind. Daneben gibt es natürlich auch ganz viele Künstler, die man einfach mal gesehen haben muss, wie Beatrische oder Kelvin Kalvus um nur einmal zwei von vielen zu nennen. Allein die 3 Bühnen des weitläufigen Festivals lassen an den 3 Tagen sicher keine Langeweile aufkommen.Ein großer Händler- und Handwerkermarkt, viele Workshops, ein buntes Rahmenprogramm und natürlich reichlich zum Essen und Trinken , das Festival Mediaval ist wirklich einen Besuch wert.
Wir haben dem Hauptorganisator „Bläcky“ Schwarz etwas auf den Zahn gefühlt, auch weil in letzter Zeit doch viele völlig unbegründete Sorgen und Gerüchte über das Festival im Netz zu lesen waren. Aber lest selbt:

1)Bevor wir zum Festival 2013 kommen noch ein kurzes Resümee zur unvergesslichen Ausgabe 2012 mit vielen tollen Konzerten. Wie fällt euer Fazit aus? Wart ihr mit dem Besuch zufrieden, welche Konzerte blieben Euch als Veranstalter am positivsten in Erinnerung, gab es Anlass zu Klagen.

Blöcky: Das F-M V war super, so viele Besucher, wie noch nie, eine tolle
Atmosphäre auf dem Platz, viele tolle Konzerte, vor allem Versengold,
Schandmaul und Omnia haben herausgestochen. Ein kleiner negativer Aspekt
waren die Diebstähle auf dem Camping-Gelände, hier werden wir dieses
Jahr Security Streife laufen lassen, um die Diebe abzuschrecken.

2)Wie auf Facebook zu lesen war, haben sich mit Rudl und Oli 2 aus dem Orgateam verabschiedet. Wieso das und wie willst Du allein die ganze Arbeit stemmen?

Bläcky: Rudl und Oli sind aus privaten Gründen ausgestiegen, es wurde ihnen einfach zu viel. Die Arbeit der beiden wurde aufgeteilt, so dass das weiter kein Problem ist, es gab schon immer ein Orga-Team von ca. 20 Leuten, daran hat sich auch nichts geändert, nur dass einige neue Leute dazugekommen und alte gegangen sind.

3) Nun aber zur Ausgabe 2013. Im Vorfeld gab es wegen der OB-Wahl viele Gerüchte. Inzwischen hat Selb einen neuen, jungen OB der sich schon öffentlich positiv zum Festival geäußert hat. Habt ihr auch in diesem Jahr dieselbe positive Unterstützung seitens der Stadt Selb und dem ehemaligen Bürgermeister Kreil?

Bläcky: Haben wir. Ich hatte bereits vor der Wahl, zur Sicherheit, einen Antrag auf weitere 5 Jahre Mediaval gestellt und einen Vertrag bekommen, dann habe ich nach der Wahl sofort Kontakt mit dem neuen Bürgermeister aufgenommen und dieser hat mir versichert, dass er ein Fan des Festivals sei. Bei der großen Koordinationssitzung in Selb im März, wurde dann
alles bestätigt, es kann also bis zum 10ten ohne Probleme weitergehen.

4)Ihr habt in diesem Jahr ein Nordic-Special geplant. Nun haben aber Gjallarhorn leider abgesagt. Nicht zum ersten Mal. Trauen die sich nicht nach Selb?

Bläcky: Das hat mich sehr geärgert, vor allem, da die Band sich nicht gemeldet hat, sondern ich erst auf mehrmalige Nachfrage erfahren musste, dass die Sängerin beschlossen hat Mutter zu werden und deswegen ab Herbst kein Konzert mehr gibt. Dies war für sie bereits klar, bevor wir Flyer und Plakate gedruckt haben, auf denen nun Gjallarhorn steht und nicht Omnia.

5)Ich persönlich finde das ja gar nicht schlimm, weil ihr mit Omnia nicht nur eine meiner absoluten Lieblingsbands wieder verpflichtet habt, sondern weil das Omnia Konzert 2012 sicher eines der absoluten Highlights war. Viele Besucher werden Euch nach dem unglaublichen Festivalabschluss der Niederländer im letzten Jahr sicher sehr dankbar dafür sein. War es schwierig Omnia so kurzfristig zu überzeugen, wieder nach Selb zu kommen?

Bläcky: Nein überhaupt nicht, Omnia hatte mehrmals angefragt, ob sie nicht doch kommen können und sich das WE freigehalten, das Ganze hat 30 Minuten gedauert, dann war der Ersatz geklärt. Für Omnia ist das Mediaval eins ihrer 2 Lieblingsfestivals und wird von Ihnen bedingungslos unterstützt.

6)Das Festival Mediaval ist jedes Jahr auch deshalb etwas ganz besonderes im großen Angebot an sehenswerten Festivals, weil ihr es immer wieder schafft Bands nach Selb zu locken, die man sonst eher selten bis gar nicht live erleben kann. Was erwartet die Besucher in diesem Jahr als besonderes Highlight?

Bläcky: Nun die Sensation ist sicherlich der Auftritt von Garmarna, der von der Kritik als besten Folk-Band Skandinaviens eingestuften Kultband, die seit nunmehr 12 Jahren auf keinem Festival und schon gar nicht mehr in Deutschland aufgetreten sind. Dann gibt es die Wiederholung des EDDA-Projektes von Poeta Magica, das vor 2 Jahren wegen Sturm abgebrochen werden musste, dieses Konzert gibt es in dieser Art sonst nirgends. Oliver Satyr von Faun macht den einzigen Festival-Auftritt mit seinem Nebenprojekt Kauna und dann natürlich noch der Auftritt von Corvus Corax zusammen mit den Wadokyo-Taiko-Trommlern, die so sonst nur in Wacken und dem Summer Breeze zu sehen sind. Besonders sind sicherlich auch die Konzerte von Unshine aus Norwegen, Obscurus Orbis aus Lettland und Wolfmare aus Russland.

8) Mit Dandelion Wine habt ihr diesmal eine Band aus Australien verpflichtet. Die haben aber Probleme die nicht unerheblichen Flugkosten zu finanzieren. Oder ist das Problem inzwischen behoben.

Bläcky: Z. Zt. dieser Antwort sieht es nicht schlecht aus. Wir werden uns auch am Crowd-Founding beteiligen und die Haarfarbe von Naomi für die Europa-Tournee ersteigern, dies kann dann von den Fans des Medival per Abstimmung festgelegt werden.

9)Etwas für Irritationen hat Eure Suche nach einem Bierzelt-Festwirt gesorgt. War die Suche erfolgreich und wie muss man sich das vorstellen, ein Mittelalter-Bierzelt auf dem Goldberg?

Bläcky: Nein, kein Bierzelt, einen bayrischen Biergarten wird es geben, dies hatte ich ausgeschrieben, um das beste Angebot zu bekommen. Es wird also auf der ehemaligen Workshopwiese einen großen Biergarten geben, das ist alles geregelt.

10)Ein absolutes Highlight des Wochenendes sind für einen Teil der Besucher auch die Workshops. Ist es schwierig Eure Künstler z.B. die tolle Beatrice Baumann zu gewinnen?

Bläcky: Nein, die Küstler machen das gerne, da sie alle übereinstimmend sagen, dass die Teilnehmer extrem motiviert sind und die Workshops unheimlich Spaß machen. Die Workshops werden dieses Jahr alle am und um das Kriegerdenkmal stattfinden.

11) Wo krankt es denn noch? Habt ihr genug freiwillige Helfer? Wie sieht es mit Unterkünften aus, die in Selb und Umgebung ja nicht zu zahlreich zur Verfügung stehen?

Bläcky: Ohne die Volontäre kann das Festival nicht umgesetzt werden, hier haben wir immer genügend Anmeldungen, von denen allerdings dann einige nicht erscheinen, so dass wir bisher immer ein wenig unterbesetzt waren, aber es hat bisher geklappt und wird dies auch weiterhin. Die Stimmung im Team ist super, falls also jemand Lust hat einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und ein Teil des Mediaval-Teams zu werden, soll er/sie sich doch bitte über das Formular auf der HP bewerben. Die meisten Besucher buchen ihre Zimmer bereits bei Abreise für das nächste Jahr, so dass schon Anfang des Jahres kaum mehr eine Unterkunft in Selb und Umgebung zu finden ist, man muss dann halt ein wenig weiter ausweichen, in Richtung Hof oder die fränkische Schweiz, dort sind noch genügend Zimmer buchbar. Wir selbst reservieren die Unterkünfte für die Orga und die Künstler auch schon sehr frühzeitig, um alle unterzubringen.

12) Gibt’s sonst noch was Bläcky, was Du gerne loswerden willst?
Bläcky: Ich möchte mich bei allen Besuchern, Helfern, Marktleuten und Künstlern bedanken, dass das, was ich erreichen wollte, nämlich ein Festival, das Gegensätze vereinigt und Grenzen überwindet, so toll funktioniert. Die super Atmosphäre auf dem F-M ist immer wieder beeindruckend und es ist schon ein tolles Gefühl, über den Platz zu laufen und nur lächelnden
und strahlenden Gesichtern zu begegnen. Das Schlagwort vom „Woodstock des Mittelalters“ ist ein Kompliment für mich. Vielleicht noch ein kurzer Ausblick in die Zukunft: Die nächsten Jahre wird es noch einige Motto-Festivals geben, 2014 ein Irish-Scottish-Special, dann noch ein Balkan- und ein Celtic-Special. Im 10ten Jahr solle es dann „Back-to-the-Roots“ heißen, also mit einem 1-Tages-Festival parallel auf der tschechischen Seite und das 11te wird dann das „Best of 10 years“.

Vielen Dank für das ausführliche Interview und bis bald in Selb

Caro und Bernd Sonntag

Faun 2013

Interview mit Oliver von Faun im März 2013

Ihr habt Anfang des Jahres wie aus dem Nichts Katja als neue Sängerin vorgestellt. Wie habt ihr zueinander gefunden?

Oliver: Der Vorteil ist, wir kannten uns schon länger. Wir haben vor ein paar Jahren mit ihr schon auf einem Mittelaltermarkt in Wilhelmshaven gespielt und dort war sie uns schon mit ihrer ersten Band sympathisch. Dann ist noch ein schönes Videoclip von ihr mit ihrer alten Band Lai Quendi im Umlauf mit Feuershow etc. Den kannten auch viele von der Band. Und da sie sogar in Berlin wohnt und wir in Berlin produziert haben, war es naheliegend sie anzurufen. Und ziemlich spontan haben wir einen Termin vereinbart und es hat geklappt.

Als ich das Video „Diese Kalte Nacht“ gesehen habe sind bei mir ungewollt Erinnerungen an Lisa Pawelke hochgekommen. Da habe ich gedacht, ob das Zufall oder ist das eine Fügung ist?

Oliver: Das weiß man nicht. Sie hat gewisse Ähnlichkeit, das stimmt. Wir arbeiten ja auch mit Sonja zusammen und es ist eine gute Zusammenarbeit. Aber es war wirklich toll, weil es auch im Zeitplan ziemlich eng wurde und wir dann Katja getroffen haben. Es war wirklich wie eine Fügung. Wie so oft im Leben hat uns einer geholfen.
Wie ist es dazu gekommen, dass Sonja bei den Akustikkonzerten und Katja bei den Festivals auf der Bühne ist. Wieso nicht umgekehrt?
Natürlich ein ganz pragmatischer Grund ist, dass die Akustiktour schon lange geplant war, auch im Vorverkauf. Egal was mit der Platte passiert wäre, das ist eine schöne Tour und sie liegt uns sehr am Herzen. Die wollen wir durchziehen und war mit Sonja schon geplant. Man muss natürlich sagen, dass Sonja noch eine Band in Amerika hat (Stellamara) und ist dort sehr viel tätig. Die ersten Festivals sind im April und gehen bis in den Oktober rein. Deswegen ist es schwierig es terminlich miteinander zu vereinbaren. Bei der Akustiktour spielen wir in zwei Monaten 18 Shows und das lässt sich ein bisschen besser organisieren.

Ihr habt euch entschieden das Konzert in Bochum anlässlich der Earth Hour im Kerzenschein zu spielen. Könnte man nicht eine komplette Tour ohne künstliches Licht machen?

Oliver: Könnte man machen, aber es ist ja eine symbolische Geste. Ich glaube eine symbolische Geste wirkt auch stärker, wenn es einmalig ist. Bei unseren früheren Akustikkonzerten haben wir sehr viel mit Kerzen gearbeitet und es war oft auch ein immenser Aufwand. Dann muss man Feuerwehrleute haben und dann sieht es doch nicht so toll aus. Dann braucht man auch schöne Kerzenständer. Dann wiederum ist es nicht erlaubt. Dann ist manchmal auch schon ein tolles Licht da, was schöner aussieht. So romantisch wie es ist, es hindert uns auch in der Sichtweise, manchmal ist es schön wenn man ein Lied herausarbeiten kann. Und wenn Rüdiger sein Trommelsolo spielt und er auf einmal auftaucht und man merkt, dass das jetzt das Solo ist. Wir haben es ausprobiert und es ist gar nicht gut so etwas Permanentes zu machen. Für heute so als Symbol, springen wir gerne auf. Weil es ist uns auch sehr viel gelegen, dass es den Leuten im Bewusstsein bleibt, dass man halt nicht die Energie so verschwendet und so weit entfernt ist, von dem was man macht. Dass man jetzt das Licht anschaltet und lange brennen lässt, das hat keinen sinnigen Zusammenhang mehr mit der Tatsache, dass Stickstoff in der Luft ist oder Ruß ausgestoßen wird. Da ist es gut mit so einer Aktion darauf aufmerksam zu machen.

Ich muss immer noch gerne an früher denken, Heidnisches Dorf 2003, wo ihr die Feuershows gemacht habt.

Oliver: Die Show war auch sehr schön. Wir wollen in Zukunft auch gerne mit Artisten zusammenarbeiten.

Ihr seid in letzter Zeit mehrmals im Fernsehen aufgetreten. Sind diese Auftritte anders als Konzerte?

Oliver: Das ist stressiger. Man ist natürlich aufgeregt, weil man auf den Punkt hin arbeiten muss. Man hat den ganzen Tag Anreise. Man hat denselben Aufwand, wie bei einem Konzert und dann geht es um drei Minuten. Man ist auch nervös. Wir sind Neulinge in dem ganzen Metier, aber gerade diese ganzen Sendungen wie Abendschau und Morgenmagazin, die kleineren Formate, sind sehr nett, weil man auch ein bisschen reden kann über die Musik. Dort haben wir einen riesen Rücklauf bekommen.
Bei Carmen Nebel haben sich nur ein paar neue Leute interessiert, aber das Morgenmagazin zum Beispiel hat mehr gebracht, weil die Leute mehr Informationen bekommen haben. Ich finde es auch schön, die ganze Band dort zu haben und zu spielen. Das macht lebendig und auch menschlich und ich glaube, das wollen die Leute auch im Fernsehen sehen.

Mit „Von den Elben“ seid ihr auf Platz 7 der Album-Charts aufgestiegen. Hättet ihr so einen Erfolg erwartet?

Oliver: Keine Ahnung. Wir haben das Ding gemacht. Wir haben es durchgezogen. Wir haben uns gefreut, dass wir Partner hatten, weil „Eden“ hat mich persönlich so viel an Energie gekostet, was auch gut war. Ich wollte es machen, ich wollte es durchziehen. Ich habe mir aber selber geschworen, keine CD den nächsten Winter zu machen. Ich war im Kopf schon im Indien-Urlaub und dann kamen im Juni die ersten Anfragen. Da haben wir gesagt, es wäre schon toll, wenn uns einer hilft. „Eden“ hat die ganze Band sehr ausgelaugt. Die ganze Promo voranzutreiben und finanziell hat es uns auch in den Ruin getrieben. Aber wir wissen auch, dass es mindestens noch zwei Jahre lang gedauert hätte, bis wir die Energie und die Finanzen hätten, um wieder eine gute CD zu stemmen. Und dadurch, dass jetzt ein Partner kam, der gesagt hat „Bleib hier, wir nehmen euch als Produzent an die Hand. Ihr geht ins Studio und alles andere machen wir.“ Fotos, Promotion, Videoclips, das ganze Drumherum, was uns etwas mehr Zeit gekostet hätte. Das ist eine Erfahrung, die wir mitnehmen wollten. Deshalb war die Hoffnung groß, weil wir auch einen so großen Partner hatten, dass das richtig was werden könnte. Aber wir haben uns auch davon frei gemacht zu sagen dass wir in die Top 10 müssen.

Das Video ist absolut der Hammer, das gefällt mir richtig gut.

Oliver: Für Folk Noir habe ich den Videoclip gemacht; alles Eigenregie. Da habe ich morgens selbst die Butterbrote für die Crew geschmiert. Und für Faun haben wir vor vier Jahren Videos gemacht. Man steckt ganz viel Energie hinein und am Schluss hat man doch das Gefühl, dass es irgendwie noch nicht ganz 100 %. Und die Gelegenheit mit Profis zusammenzuarbeiten ist etwas ganz anderes. Wir hatten von Anfang an einen ganz tollen Draht zu der Filmcrew. Die waren total nett und haben sich auf die Musik eingelassen und mit uns geredet. Wir saßen lange in der Hotelbar und haben durch die Gegend gesponnen und es hat Spaß gemacht. Es war kalt, aber es hat Spaß gemacht.

Hat sich jetzt etwas verändert?

Oliver: Wir saßen heute im Bus und hatten eine Leinentasche, die bis zum Rand gefüllt war mit Autogrammkarten. Stefan hat den Satz gebracht: „Ruhm wurde mir versprochen und jetzt muss ich doofe Autogramme schreiben.“ (lach). So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Das ist auch eine andere Art von Fans, die wir in den Fernsehshows gewonnen haben. Es ist ein Publikum, das uns noch gar nicht kennt und noch nie auf einem Mittelaltermarkt war, aber die Band toll findet. Anfangs waren wir neugierig darauf, wie es klappt und ob dies den Leuten gefüllt, was wir wirklich so machen. Es ist ja nur ein kleiner Einblick, in das was wir machen in den Fernsehshows. Aber uns hat dies auf der Akustiktour umso mehr gefreut. Es waren so im Schnitt ein Drittel bis zur Hälfte, Leute im Publikum, das uns noch nie gesehen hatte auf dieser Tour. Durch die Bank weg hatten wir die Häuser voll, Standing Ovations und eine ganz tolle Stimmung. Die Leute waren wirklich, das haben wir gesehen, die ersten zwei Lieder geschockt. Die dachten da ist eine große Band mit Lichtshow und großer Trommel und „Tanz Mit Mir“. Und dann kam unsere Akustikshow. Konzerthallen mit Sitzen und wir erzählen lange Geschichten und gehen ins Kulturelle. Das haben wir gestemmt, deswegen freut es uns umso mehr, dass wir so weitermachen können, was wir bisher gemacht haben. Und das ist uns wirklich wichtig.

Hermann Kurz & The Raven

Folk Noir

Vor dem Konzert im Cotton Club in Kaiserslautern, hatte ich das Vergnügen mich mit Oliver
über Folk Noir zu unterhalten…..

Interview Folk Noir

Was unterscheidet die Musik von Folk Noir von anderen Folkbands?

Ich glaube, wir haben auch das, was Faun ein bisschen auszeichnet: Das Balladen erzählen. Wir wollen auf Geschichten eingehen, wie von der Frau, die am Grab weint bis zu Fantasiewesen, die wir besingen. Das vereint uns und das machen andere Folkbands nicht so. Aber dann scheuen wir uns nicht, was z. B. bei Faun der Fall ist, in die Moderne zu spielen, wie Effekte auf die Instrumente zu legen und mit dem Klavier etwas zu machen. Wo uns zum Beispiel bei Faun die Hände gebunden sind, können wir hier etwas freier agieren.

Und ihr singt international: Englisch.

Wir singen eigentlich nur Englisch. Man muss sagen, dass Deutsch eine schöne Sprache ist und ich liebe sie, aber es ist zum Texten eine ganz schwierige Sprache. Englisch ist viel einfacher, hat viel kürzere Worte und viel mehr Reime und deswegen ist es für mich ein bisschen eine Befreiung. Privat spreche ich Englisch mit meiner Freundin, die meisten meiner Freunde sind englischsprachig…da ist es ehe naheliegend. Ich habe auch viele englische Lieder herumliegen und gedacht, bei Faun da passt es eh nicht so richtig rein. Aber es schadet ihnen, sie verstauben zu lassen.

Wird es bald eine „Songs from Home Nr. 2“ geben?

Glaube ich nicht, weil „Songs from Home“ war ein Konzept, bei dem man gesagt hat, man sitzt im Winter zuhause auf der Couch und nimmt mit Gitarre und Gesang ganz ruhige Lieder auf. Dadurch, dass die Zusammenarbeit mit Stephan so toll lief, haben wir das Bandkonzept gemacht und als wir nun wussten, dass es auf die Festivals geht, haben wir diese Up Tempo Nummern entwickelt, die auf den Festivals Spaß machen. Das macht uns so viel Spaß, dass wir eher an einer großen CD arbeiten, die auch ein bisschen in alle Richtungen aufschlägt. „Songs from Home“ wird es bestimmt irgendwann nochmal geben, auch Songs, die zu ruhig sind und die man alleine macht, aber das ist erst einmal hinten angestellt.

Habt ihr denn schon einen Plan wann und wie etwas in der Richtung kommen könnte?

Noch nicht so richtig. Das schöne daran ist das es bei Faun so ist, man lebt davon, dass heißt man hat auch ein bisschen Druck. Hier ist es so, dass man es sich entwickeln lassen kann. Wir haben jetzt ein paar tolle Nummern, aber wir sagen uns, wenn wir zehn elf Nummern haben und wir sagen, hinter denen stehen wir wirklich , dann nehmen wir sie auf.

Wie waren die Reaktionen der Leute auf euren bisherigen Konzerten?

Schön. Wir waren ziemlich nervös, auch weil wir nicht wussten, was uns erwartet. Es lief sehr gut und wir wissen auch woran wir noch arbeiten müssen, also in welche Richtung man sich nun entwickelt. Ein paar Songs passen nicht zu den anderen. Es ist immer so, wenn man ein neues Projekt hat . Die Reaktionen waren sehr, sehr positiv. Gerade gestern das zweite Konzert in Heidelberg, es hatte sich richtig, richtig gut eingelaufen an den Abend und ich denke wir sind auf dem richtigen Weg.

Wie sind speziell die Reaktionen auf „Dear Misery“?

Sehr gut. Ich glaube es gerade so ein Zahn der Zeit, aber es war nicht beabsichtigt, wir wollten nicht auf irgend etwas aufspringen. Wenn man sich z. B. „The Mumford and Sons“ anschaut, die gerade weltweit tierisch erfolgreich sind und eigentlich auch nur eine Folkband sind. Das Interesse ist da und das ist eine Musik, die ich schon lange mache, schnellgefegte Gitarre und englische Songs. Ich glaube da sind wir ganz gut am Zahn der Zeit. Und „Dear Misery“ ist so ein Song, der Spaß macht, aber der mittlerweile der schwächste Livesong geworden ist. Wir haben jetzt zwei Konzerte hinter uns und das ist die Nummer, die am wenigsten zieht. Vielleicht entwickelt er sich noch. Auf dem Video hat er echt Spaß gemacht, er ist auch eine schöne Nummer, aber mittlerweile favorisieren wir persönlich eher andere Nummern sogar noch viel mehr.

Wohin wird euch der Weg noch führen?

Als junge Band ist es schon schwierig die Leute zu begeistern. Wir hoffen jetzt, dass es sich durch die ersten Konzerte herumspricht, dass wir eine Liveband sind und würden uns wünschen, dass wir im nächsten Jahr viele Festivals mitnehmen. Denn ich denke das ist der richtige Weg, dass die Leute einen kennen lernen. Wir werden bald ohne Stress an Songs für eine CD arbeiten. Wir werden weiter ohne Stress an Livematerial arbeiten. Wir werden dieses Jahr auf dem Castlefest spielen, das ist der nächste Termin, den wir haben. Wir überlegen, ob wir im Winter dann noch irgendetwas machen.

Das ist auch schon die nächste Frage. Sind noch weitere Konzerte in diesem Jahr geplant?

Ich hoffe es. Es ist noch die Frage, ob wir im Dezember etwas machen. Wir hätten Lust darauf, aber wenn nicht, dann in 2014. Es ist schön diese Entspannung zu haben und es ein bisschen exklusiver zu halten. Faun ist natürlich mein Baby und davon leben wir. Da sind wir sehr viel unterwegs und auch toll unterwegs. Aber wenn mal ein großes Loch im Kalender ist und wir alle vier sagen, wir haben Lust und Zeit, dann machen wir das.

Wie kommt es dazu, dass euch „Sieben“ auf eurer Tour begleitet?
Es passt einfach alles super zusammen. Wir haben damals mit Faun auch die CD zusammen gemacht und die Tour. Und als wir jetzt die Tour geplant haben, muss man ehrlich sagen, dass wir nicht genug Lieder für einen ganzen Abend hatten. Wir haben gesagt wir wollen kein Support, es ist ein Doppelkonzert. Jeder macht die Hälfte. Wir wollen jetzt nicht auf Teufel kommt raus irgendwelche schwachen Nummern spielen und zehn Covernummern spielen, um den Abend voll zu kriegen. Wir wollen lieber auf Qualität setzen. Ein kurzes Set, was sehr gut ist. Er (Matt Howden/Sieben) hat den Style, mit Weste und Hemd und mit der Geige. Er hat ein bisschen Folk, die akustischen Instrumente, wie die Geige. Dann aber auch das Düstere, das Bedrohliche, die englischen Songs. Die Mischung ist super. Er spielt auch bei zwei unserer Songs mit. Es ist eine traumhafte Mischung.

Alle Mitglieder von Folk Noir sind auch in anderen Bands aktiv. Wie schafft ihr es euch für jedes Projekt genug Zeit zu nehmen?

Ich glaube das geht auch deswegen, weil wir den Druck ein bisschen raus genommen haben. Wir haben jetzt die zwei Festivals zugesagt und die paar Gigs, aber es ist jedem klar, dass bei Stephan und mir zum Beispiel, dass Faun Vorrang hat. Man ist dort eh sehr gut beschäftigt und wenn dann mal ein Loch ist, dann macht man das. Das heißt nicht, dass man versuchen muss gegeneinander zu arbeiten oder mit Ehrgeiz und das klappt glaube ich. Wir haben auch eine lange Show und wir haben uns letzten Winter schon öfters getroffen und an Songs gearbeitet. Es ist nicht so, dass wir sehr kurzfristig arbeiten. Wir haben es in aller Ruhe reifen lassen. Die EP kam ja auch vor zwei Jahren raus. Wir haben jetzt zwei Jahre keine Konzerte gemacht, obwohl es die CD schon gab. Das ist das Schöne, wenn man sich nicht unter Druck setzen lässt. Das ist glaube ich unser Geheimnis.