Faun Best of XV-Tour, Wuppertal, den 2.11.18

15 Jahre Faun – es ist ein langer Zeitabschnitt, auf den die Urgesteine des Pagan Folks in diesem Jahr zurückblicken. Nachdem sie ihre Fans aus diesem Anlass bereits im vergangenen Winter mit einem üppigen Best Of-Album beschenkten, steht dieser Tage die dazu passende Jubiläumstour auf dem Programm. Im Rahmen dieser Konzertreise machten sie am 2. November auch wieder einmal Halt in der historischen Stadthalle in Wuppertal.

Das bestuhlte Konzert war bereits im Vorfeld so gut wie ausverkauft. So tummelten sich dann auch schon lange vor Einlass zahlreiche Besucher im großzügigen Foyer des prachtvollen Gebäudes und warteten voller Vorfreude auf den Beginn des Auftritts.

Als es dann endlich so weit war, verdeckte zunächst ein durchscheinender Vorhang den direkten Blick auf die Band und sorgte damit für faszinierende Schattenspiele. Als der Vorhang dann nach zwei Stücken endlich gelüftet wurde, gab es im Publikum kein Halten mehr. Faun wurden unter riesigem Jubel begrüßt und dem Spektakel stand nichts mehr im Weg.

Im Vorfeld der Tour hatten die sechs Faune Großes versprochen: die Highlights aus 15 Jahren Bandgeschichte, eine spektakuläre Bühnenshow und illustre Gäste. Entsprechend hoch waren die Erwartungen, welche die Band jedoch ohne Probleme zu erfüllen vermochte. Besonders Fans der ersten Stunde und solche, die schon immer mal einen Einblick in die Anfänge der Bandgeschichte bekommen wollten, kamen an diesem Abend voll auf ihre Kosten. Faun gaben Lieder zum Besten, die es schon seit vielen Jahren nicht mehr live zu hören gegeben hatte. Neben Klassikern wie „Loibere Risen“ oder „Egil Saga“ hatte es mit „Des Wassermanns Weib“ sogar ein Stück aus dem 2002er Debütalbum „Zaubersprüche“ in das Programm geschafft.

Auch ein von vielen Fans lange sehnlichst gehüteter Traum ging an diesem Abend in Erfüllung, als Lisa Pawelke, die erste Sängerin, welche die Band bereits 2008 verlassen hatte, als Gast die Bühne betrat und zu einigen Stücken mit ihrer beeindruckenden Stimme beitrug. Doch auch Versengold-Geiger Flo Janoske machte bei Stücken wie „Wind & Geige“ eine gute Figur auf der Bühne und heizte dem Publikum ordentlich ein. Außerdem war auch wieder Tänzerin Yulya „Ayuna“ Kholeva mit von der Partie, welche die Band bereits auf der Luna-Tour 2015 begleitet hatte und auch dieses Mal wieder einige wunderschöne Auftritte hatte.

Bei so vielen tollen Momenten hielt es das Publikum natürlich nicht lange auf ihren Stühlen. Überall konnte man neben den Stuhlreihen tanzende Menschen beobachten, und auch der Applaus ging gegen Ende zunehmend in Standing Ovations über. Entsprechend ließen sich Faun auch mit den Zugaben nicht lange bitten und präsentierten den Besuchern zum Abschied noch ein paar ganz besondere Stücke. Erstmals seit langen Jahren konnte man so das „Tagelied“ wieder live hören und auch „Tinta“, eine der wohl schönsten Balladen der Band, gab es zur Feier des Jubiläums wieder mit der ursprünglichen Sängerin Lisa zu hören.

Ganz zum Schluss wurde es dann noch einmal richtig andächtig: als Finale hatte die Band „Das Tor“ gewählt. Während man die Musiker selbst dabei erneut nur als Schemen hinter dem Vorhang wahrnahm, wurde eben dieser Vorhang für das Publikum zur Leinwand. Ein Film mit malerischen Naturaufnahmen untermalte das ruhige Stück auf hervorragende Weise und sorgte zum Abschluss noch einmal für eine ganz besondere Atmosphäre. Fast wähnte man sich im Kino, als es danach sogar noch einen liebevollen Abspann gab. Und ganz wie das nach dem Genuss eines besonders schönen Filmes im Kino ist, wollte man auch nach diesem herrlichen Konzert am liebsten gar nicht aufstehen und sich somit eingestehen, dass es vorbei ist.

Wieder einmal haben es Faun an diesem Abend in Wuppertal geschafft, ihren Fans ein ganz besonderes Konzerterlebnis zu bereiten. Möge es mindestens noch einmal 15 Jahre so weitergehen!

Victoria Eckwerth

Festival Mediaval XI, 06.-09.09.2018

Vom 6. bis 9. September 2018 lud das bereits 11. Festival Mediaval wieder auf den Goldberg nach Selb ein, um dort ein Wochenende im Mittelalter zu verbringen. Neben einem einzigartigen Programm auf den großen und kleinen Bühnen gibt es auch auf dem Händler und Handwerkermarkt viel zu sehen.

Der Eröffnungstag am Donnerstag startete mit der Begrüßung durch den Veranstalter Bläcky und das gesamte Orga-Team bereits um 15 Uhr. Danach konnte man entweder über den noch überwiegend leeren Markt schländern und die vielen Stände und Lager begutachten oder direkt an der Schlossbühne bleiben und bei der ersten Band des Festivals, Winterstorm, das Haar zu Metalriffs schütteln. Erstes Highlight des Tages: Corvus Corax Fantastical „Der Fluch des Drachen“; eine Mischung aus Lesung und Konzert mit bekannten Gästen wie Katja Moslehner und Ji-In Cho, die mit ihrer Band „And Then She Came“ ebenfalls einen Auftritt auf dem Mediaval hatte.

Neu im Programm war die Latrina Band. Eigentlich sind sie die Freiwilligen, die auf dem Mediaval die Toiletten in Schuss halten. Jedoch hat sich mit den Jahren eine Band gefunden, die entweder vor den Toiletten oder diesmal sogar auf der Bühne, ihre wie sie selbst nennen „Scheißmusik“ zum Besten geben. Klobürsten wurden geschwungen und die kurzweiligen Texte ließen die Zuhörer herzhaft Lachen.

An Abend gaben dann Elfenthal ihr 10-jähriges Jubiläumskonzert und auch einziges Konzert 2018 auf der Burgbühne. Sichtlich glücklich nach 2017 wieder auf dem Festival Mediaval spielen zu können, gab Maite alles und war zwischenzeitlich mehr außer Atem als ihre drei Tänzer/innen.
Wer zu später Stunde noch auf dem Festivalgelände unterwegs war, der konnte sich entweder an eine der Tavernen setzen, in der Goldbergbucht auf dem Floss feiern oder beim Headliner des Donnerstags, Subway to Sally mitsingen.

Da der Freitag musikalisch erst um 14:30 Uhr begann, konnte die Stunde vorher gut genutzt werden, um mal im Literaturzelt vorbeizuschauen. Dort gaben sich die Autoren das ganze Wochenende die Klinke in die Hand und lasen aus ihren neuesten Erscheinungen u.a. Bernhard Hennen und Tommy Krappweis. Auch die Goldbergbucht erwachte zum Leben und so konnten dort Kahira und die Hexe Ariana angesehen werden. Wer lieber kleine Bühnen mag, der konnte dort auch, in kleinem aber feinem Rahmen, sitzend die Konzerte von Triskilian und Dandelion Wine genießen.

Auf dem restlichen Gelände erwachten die Kleinkünstler: Zirkus Meer zeigte eindrucksvolle Akrobatik und baute aus Kästen eine Brücke, Vir Street Theatre zeigte eine Geschichte rund um Untote und natürlich die große Liebe und auf der Theaterbühne brachten Pampatut die Leute zum Lachen (und manchmal musizierten sie auch).
Als Berlinski Beat am frühen Abend auf die Bühne kamen, stand kein Fuß mehr still. Mit viel berliner Schnauze im Stil der 20er Jahre und Balkan Beats hält es niemanden mehr auf den Bänken und so schlängelte sich bald eine lange Polonäse durch das Publikum.

Als dann das mit Spannung erwartete einzige Konzert Omnias in Deutschland starten sollte, öffnete der Himmel seine Pforten. Der Regen war so stark, dass der Beginn des Konzertes nach hinten verschoben wurde, weil es dem Publikum nicht zuzumuten war bei diesem Wetter vor der Bühne stehen zu bleiben. Einige Fans gaben aber trotzdem ihren hart umkämpften Platz nicht auf, während andere sogar unter der Bühne Schutz suchten. Als dann das Omnia-Collective auf die Bühne kam, war das schlechte Wetter vergessen. Mit Gastmusikern aus diversen Bands wie Heilung/Euzen, SeeD, Shireen und Irfan haben Steve und Jenny ein ganz neues Konzept auf die Bühne gebracht. Alte Omnia-Lieder, Schamanismus und vor allem Steve als gehörnte Kreatur standen im Vordergrund und wurden von den Fans gefeiert.

Da das Konzert von Omnia erst später begann überschnitt sich der Auftritt mit dem von Qntal auf der Burgbühne, sodass die Besucher nach und nach auch den Weg wieder nach unten fanden. Feinste elektronische Mittelaltermusik gab es dort auf die Ohren und auch Beatrice Baumann hatte gegen Ende noch einen Gastauftritt.

Headliner am Freitag waren Faun, die den ganzen Platz vor der Schlossbühne füllten und ihren Mix aus alten und neuen Liedern spielten, das Publikum zum Brunftruf animierten und gegen Ende bei „Feuer“ sogar eine Feuershow zündeten.
Um Mitternacht begann das letzte Konzert des Freitags. Auch wenn eigentlich alle nach dem anstrengenden Tag ins Bett wollten, konnte doch niemand Euzen verpassen, die in diesem Jahr nur sehr wenige Konzerte gegeben haben. Die Zuschauer wurden belohnt mit einem großartigen Konzert und außergewöhnlichen Lichtshow und waren froh, doch noch geblieben zu sein.

Der Samstag konnte wieder ganz entspannt begonnen werden. Bei bestem Wetter im Sonnenschein schlendert es sich bestens über den Markt, lauscht der Musik von PurPur oder hört Astrid Rauner bei der Vorstellung der „Wodan-Saga“ zu. Der Drache Fangdorn war auch noch etwas schläfrig, doch der „besonders gutaussehende“ Faun und die Elfen schafften es ihn zu wecken und das Versteckt des Elfenschatzes zu erfahren. Bei Pampatut, diesmal auf der großen Bühne, wurde wieder herzhaft gelacht und, diesmal zu viert auf der Bühne, auch erstaunlich viel Musik gemacht. Neben Ballycotton, Horch und Poeta Magica gab es auch an diesem Tag viel Kleinkunst auf den vielen Bühnen zu sehen. Auf dem Markt zeigte der Eisenhans, dass er mit bloßen Händen ein Hufeisen verbiegen und zehn Kinder schweben lassen kann. Auf der Theaterbühne verzauberte Beatrice Baumann mit ihrer Kontaktjonglage die Zuschauer und immer wieder war sie als Stelzenläuferin auf dem Markt unterwegs.

Besten Irish Folk gab es am Nachmittag von Cara, die ihr 15-jähriges Bestehen auf dem Festival Mediaval feierten. In der prallen Sonne, aber trotzdem bestens gelaunt und voller Spielfreude gaben sie ein tolles Konzert. Am Abend sollte es noch eine „kleine“ Fortsetzung geben, denn Gudrun Walther und Jürgen Treitz von Cara gaben im Literaturzelt mit Geige, Akkordeon und Gitarre ein ruhiges Konzert zum Abschalten und Nachdenken.

Ob man am Samstag von nur einem Headliner sprechen kann, wage ich zu bezweifeln. Ab 18:30 Uhr reihte sich ein Highlight an das nächste. Zuerst spielten Schandmaul ihr Akustik-Set aus älteren und neuen Liedern. Auf der Bühne hatten sie eine Bar aufgebaut und sichten sich gleich zu Beginn des Konzertes vier Zuschauer, die das ganze Konzert an der Bar auf der Bühne bei einem Getränk erleben durften.
Im Anschluss direkt Versengold, die definitiv die größere Bühne verdient hätten. Und auch das Publikum hätte etwas mehr Platz gehabt, denn gefühlt waren alle gekommen, um sich Versengold anzusehen. Und keiner wurde enttäuscht, denn wenn die Band Spaß hat, dann hat auch das Publikum Lust zu feiern; spätestens als die Weltkugel über das Publikum flog und der Bassist einen Moonwalk hinlegte.

Das Festival Mediaval hatte in diesem Jahr keine Mühen gescheut und top Künstler engagiert. So auch die Größen Alan Stivell und Carlos Núnez, die sich die Spielzeit teilten und ein „Celtic-Power-Concert spielten“. Alan Stivell, Meister der keltischen Harfe und Carlos Núnez, Meister der Gaita, lockten neben dem Publikum auch Mitmusiker an, die genauso glücklich waren ihre Idole live zu sehen. Für sie selbst sicher der Höhepunkt als sie zu ihnen auf die Bühne durften.
In der Goldbergbucht war zur gleichen Zeit ebenfalls die Hölle los. Die Niederländer „Pyrates“ feierten in der vollen Bucht eine wilde Party und genossen Cocktails aus der Kokosnuss. Beim nächsten Mal hätten sie eine größere Bühne definitiv verdient.

Sonntag. Warum startet der vierte und letzte Festivaltag immer so früh? Alle waren sich einig, dass eine Stunde später auch gut gewesen wäre, doch trotzdem waren pünktlich zum Start von Triakel die Fans an der Burgbühne versammelt. Den ruhigen schwedischen und manchmal sehr düsteren Geschichten, die Triakel am frühen Sonntagmorgen auf die Bühne brachten, kann man bestens im Sitzen oder beim ersten Kaffee genießen.

Oben gaben die Griechen von Daemonia Nymphe ihr Bestes. Die maskierten Sängerinnen ließen elfengleichen Gesang ertönen, während um sie herum die Tänzerinnen ausdrucksstark mit Tüchern, Feuerfächern oder Seilen über die Bühne wirbelten. Definitiv ein interessantes Konzert, das allerdings am Abend noch besser gewirkt hätte.

Dandelion Wine betraten am Sonntag bereits zum dritten Mal die Bühnen des Festival Mediaval und waren auch diesmal voller Spielfreude dabei. Sängerin Naomi, die seit dem Mediaval 2013 immer noch die blaue Haarfarbe trägt, für die das Publikum abgestimmt hatte, bedankte sich bei Markus van Langen. Dieser hatte der Band fast die gesamten Instrumente geliehen, da die eigenen kurz vorher geraubt wurden. Angemerkt hat man es ihnen nicht, dass die Instrumente nicht die Vertrauten waren.

Wenn das Festival Mediaval eins schafft, dann ist es besondere Musiker und Künstler zu gewinnen. Zum zweiten Mal hat das FM-Team es geschafft die schwedische Band Garmarna für das einzige Konzert in Deutschland 2018 zu holen. Spielten sie beim letzten Auftritt noch alte Lieder, so gab es diesmal einen Mix aus dem neuesten Album „6“ und alten Klassikern. Highlight des Konzerts: Sängerin Emma lässt beim Lied „Herr Mannelig“ das Publikum alleine die letzte Strophe singen, als sie merkt, dass alle Textsicher sind. Sichtlich ergriffen verabschieden sich Garmarna danach, um 2019 hoffentlich mit einem neuen Album wieder auf Tour zu gehen.

Irish Folk in ihrer besten Form gab es danach auf der Burgbühne bei Fiddlers Green inklusive Circle Pit und Wall of Folk. Direkt nebenan gab es die Fortsetzung der Schlacht um die Goldbergbucht. In dieser kämpften die Wikinger gegen untote Schotten und Orks um ein Artefakt, das stark nach zwei Kokosnüssen aussah. Mächtige Kanonenschüsse und ein Katapult kämpften gegen das Fußvolk, doch am Ende gingen die Wikinger als Sieger hervor.

Als Ausklang des 11. Festival Mediaval gaben Schandmaul ihr zweites, diesmal rockiges Konzert. Ein letztes Mal füllte sich der Platz vor der Schlossbühne, bevor alle mit einem weinenden und einem lachenden Auge den Heimweg antraten. Das Lineup führ 2019 steht in Teilen bereits und verspricht nur neue Programmpunkte. Wir sind gespannt was das Team des Festival Mediaval beim nächsten Mal aus dem Hut zaubert und freuen uns bereits auf ein Wiedersehen!

https://www.festival-mediaval.com/

beige CD-Release-Konzert Tripf Tropf Nass am 12.12.2015

Einen Tag nach Veröffentlichung ihres 4. Albums Tripf Tropf Nass gab es ein CD-Release-Konzert in Marias Ballroom in Hamburg-Harburg. Unterstützt wird beige an diesem Abend von Valvo Park, vorher unter dem Namen Kitchen Cowboys bekannt. Ihre Richtung bezeichnen die fünf als Hamburger Heartbeat.
An diesem Abend feierte beige auch ihr 8-jähriges Bühnenjubiläum und den Jahresabschluss. Gut gelaunt kündigte die quirlige Frontfrau Mandi, genannt das FRollein, einige Überraschungen an. Die erste gab es schon beim vierten Song. Während des ganzen Jahres lässt beige für Dunkelziffer bei den Konzerten eine Spendendose rumgehen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Es kamen 520 Euro zusammen. Und auch an diesem Abend machte die Spendendose wieder ihre Runde. Das Zusammenspiel mit dem Publikum macht die Konzerte von beige aus. Der Abend war eine Mischung von Songs aller Alben. Ruhige Balladen wurden abgelöst von rockig-mitreißenden Songs. Die Band hatte noch ein paar Überraschungen auf dem Gabentisch. Da gab es neben Mandis geliebten „beigitären“ natürlich auch das neue Album zu erwerben. Und dann gab es noch eine Überraschung für Mandi. Ein treuer Fan überreichte ihr eine Zeichnung, die anhand eines Konzertfotos angefertigt wurde. Musikalisch abwechslungsreich geht der Abend weiter. Die Fans singen textsicher mit und genießen das Konzert bis zum letzten Ton. Nach 17 Songs kündigt Mandi das Ende des Konzertes an. Auf lautstarken Wunsch des Publikums gibt es noch zwei Songs als Zugabe. In dem vom Besitzer Heimo und seinem Team weihnachtlich geschmäckten „beigen Wohnzimmer“ mischen sich die fünf nach dem Konzert unter die Fans, beantworten Fragen, lassen sich gerne mit den Fans fotografieren und sind am Merchstand aktiv.

Die Setliste des Abends:
An so einem Tag
Das FRollein
Königreich des Nichts
Das Fenster
Wie weit
Mein Herz
Schaufenstermann
Frei
Manchmal
Meine Tränen
Kompliziert
Sieh mich an
Laut
Fan
Prinzessin
Hauptgewinn
Kein Blatt Papier

Zugabe:
Die Schönste
Dein Kleid

Mrs. Volbridge und Four Colour Green

Mrs. Volbridge und Four Colour Green in der Bar 227

Am 23. Oktober gab es für Fans der Rockmusik in der coolen Bar 227 in Altona ein Double-Feature-Konzert von Mrs. Volbridge und Four Colour Green. Die kleine Bar ist ausverkauft.

Gut gelaunt startet Four Colour Green mit Corner of my head. Ein bisschen eng ist es auf der kleinen Bühne für die vier Jungs, aber sie haben es souverän gemeistert. 10 Songs und die Zugabe begeistern die Fans. Die meisten Songs stammen aus der Feder von Singer-Songwriter Jo. Hausgemachter Rock, der ankommt. Immer wieder gibt es kleine Interaktionen mit dem Publikum und die machen das Konzert lebendig. Leider ist das Konzert viel zu schnell vorbei. Bleibt zu hoffen, dass Four Colour Green auch vor dem Gig im Oktober 2016 in Maria’s Ballroom noch einige Auftritte haben. Und dann vielleicht mit neuen Songs. Neuigkeiten und Termine gibt es auf der Webseite www.fourcolourgreen.com. Fünf der Songs gibt es auf einer Studiodemo-CD, und die gab es als Überraschung am Schluss des Konzertes for free für die Fans.

Die Setliste:
– Corner of my head
– Blue
– Flowers
– Angel on earth
– Summer’s gone
– Girl
– Eddie and the wildcats
– Anything but easy
– Something better
– Echoes
– Snow

Nach einer kleinen Umbaupause geht es mit Mrs. Volbridge weiter. Diesmal gibt es Coversongs von Volbeat und Alter Bridge und eigene Songs. Mit ihrer kraftvollen Stimme begeistert Energiebündel Vera die Fans. Zwischen den insgesamt 15 Songs gibt es auch hier immer wieder kleine Interaktionen mit den Fans. Im Gepäck sind auch die drei eigenen Songs Jack’s gone, Entrecote und Motormorphosis, die es auf einer Promo-CD gibt. Bis zum n#chsten Jahr müssen sich die Fans nun gedulden, dann gibt es Mrs. Volbridge wieder live zu hären.
Immer wieder mal auf die Webseite www.mrs. volbridge.de Link schauen, dort werden die genauen Termine bekannt gegeben. Am Schluss des Konzertes konnte man am Merchstand ein paar Fanartikel erstehen.

Die Setliste:

– Pool of booze, booze, booza
– Heaven nor hell
– Jack’s gone
– Always WU
– Rise today
– Sad man’s tongue
– Ain’t my bitch
– Motormorphosis
– Another day, another way
– Before tomorrow comes
– Entrecote
– Maybellene
– Fallen
– Still counting
– Guitar gangster & Cadillac blood

Nach den Konzerten mischten sich Four Colour Green und Mrs. Volbridge unters Publikum. So hatten die Fans die Möglichkeit zum Austausch mit „ihrer“ Band. Und genau das macht so einen Abend aus. Besonders in der Atmosphäre eines kleinen Clubs.

Inge Becker

Epica/Eluveitie, Oberhausen, 27.10.2015

Am 27. Oktober wurde es laut in Oberhausen. An diesem Tag gastierten nämlich die niederländischen Symphonic Metaller von Epica im Zuge ihrer „The Ultimate Enigma“- Tour in der Turbinenhalle. Tatkräftige Unterstützung erhielten sie sich dabei von den Co-Headlinern Eluveitie.

Los ging es aber zunächst mit den Schweden von Scar Symmetry, die an jenem Abend den Support stellten. Die Band, die in Oberhausen auch ein neues Line-Up präsentierte, hatte leider von Anfang an mit technischen Problemen zu kämpfen. Trotzdem gaben alle Musiker sichtlich ihr Bestes und brachten damit schnell das Publikum dazu, sie tatkräftig und lautstark zu unterstützen.
Nach einer kurzen Umbaupause ging es dann mit der ersten Headlinershow des Abends weiter. Die Folk Metaller von Eluveitie boten dem Publikum ein sehr abwechslungsreiches Set. Natürlich präsentierten sie Songs von ihrem aktuellen Album „Origins“, darunter auch eine schweizerdeutsche Version von „The Call of the Mountains“, doch auch ältere Stücke kamen nicht zu kurz. So durften natürlich die großen Hits der Band wie „Inis Mona“ oder „A Rose for Epona“ nicht fehlen und wurden vom Publikum auch ausgiebig gefeiert und mitgesungen. Auch dem Aufruf von Sänger Chrigel, einen Circle Pit zu machen, leisteten weite Teile der Halle gerne Folge. Dass Eluveitie auch die leisen Töne meisterhaft beherrschen, bewiesen sie, indem sie ein kleines und feines Akustik-Set mit Traditionals wie dem Butterfly Jig in ihr Konzert integrierten. Damit schafften sie einen der ruhigsten Momente des Abends und brachten das metal-affine Publikum für ein paar Minuten dazu, einfach nur andächtig und ruhig den Folk-Klängen zu lauschen.


Nach einem etwas aufwändigeren Bühnenumbau war es dann auch schon Zeit für das letzte Konzert des Abends, welches sicher für viele Besucher auch dessen absoluten Höhepunkt darstellte: den Auftritt von Epica. Vor einem weißen Vorhang und in gleißendem Licht gaben Sängerin Simone Simons und ihre Mannen alles, um den Besuchern ein wahrhaft symphonisches Erlebnis zu bescheren. Das Publikum hatten sie dabei vom ersten Moment an in der Hand, war es doch nahezu unmöglich, sich der Energie dieser Show zu entziehen. Harte, männliche Gesangsparts und Simones operngleiche Stimme wechselten sich ab und stets flogen die Haare sämtlicher Bandmitglieder im Takt der Klänge. Die gesamte Band wirkte hoch motiviert und voller Spielfreude und die überwältigende Lichtshow tat ihr Übriges um das Konzert zu einem wirklich besonderen Erlebnis zu machen. Natürlich spielten Epica an diesem Abend viele Stücke ihres aktuellen, 2014 erschienenen Albums „The Quantum Enigma“ wie „Victims of Contingency“ oder „Unchain Utopia“, aber auch ältere Songs fanden sich im Set der Band.
Viel zu schnell – so kam es einem zumindest vor – war der Auftritt dann auch schon vorbei. Zurück blieb ein sichtlich beeindrucktes Publikum, das sich nur langsam zerstreute und sicher noch lange in Gedanken diesen großartigen Abend Revue passieren ließ.

Victoria Eckwerth

Faun Luna Tour in Essen

Groß war die Freude, als Faun für den Herbst eine Fortsetzung ihrer Luna-Tour ankündigten, im Zuge derer sie Anfang des Jahres bereits zahlreiche Bühnen des Landes bespielt hatten. Ein letztes Mal wurden darum für einige Zusatztermine noch einmal alle Gäste versammelt sowie die aufwendige Bühnendeko eingepackt und es ging auf die Reise. Dabei machte die Band am 10. Oktober auch in Essen Halt.

Ein sehr buntes Publikum hatte sich an diesem Samstagabend bereits eine Stunde vor Beginn am Colosseum Theater eingefunden. Die zum Theater umgebaute ehemalige Industriehalle mit ihren hohen Decken bot einen imposanten Rahmen für das Konzert und viele Fans nutzten die Zeit vor dem Auftritt für eine Erkundung des Gebäudes. Erst als die Theaterglocke läutete, füllten sich die Stuhlreihen des Konzertsaals.

Fulminant eröffnet wurde das Konzert schließlich pünktlich zu 20 Uhr mit „Hörst du die Trommeln“. Es folgte eine Mischung aus Songs des aktuellen Albums sowie älteren Liedern der Band. Das aus vielen Kehlen mitgesungene „Diese kalte Nacht“ fehlte dabei ebenso wenig wie „Iyansa“, welches das Publikum besonders durch das perfekte Zusammenspiel von Musik und Lichtshow fesselte.
Auch die ersten Gäste durften bald begrüßt werden: Musikalisch erhielten Faun an diesem Abend immer wieder Unterstützung von World-Music Legende Efrén López sowie von der bezaubernden jungen Cellistin Maya Fridman, die beide reizvolle neue Akzente in der Musik der Band zu setzen wussten.

Da die Tour unter dem Motto „Luna – ein zauberhaftes Bühnenspektakel“ steht, gab es auch wieder zwei weitere Gäste zu begrüßen, die das Konzert um vielfältige Showeinlagen erweiterten: Masha Shushera und Ayuna versetzten das Publikum mit Tanz, Feuer und Jonglage immer wieder in Erstaunen und ernteten dafür stets riesigen Applaus.

In der Mitte des Konzerts gab es eine zwanzigminütige Pause, nach der Faun ihren Auftritt zunächst mit einem kurzen Akustikset fortsetzten. Dabei wurden sie auch wieder tatkräftig von ihren musikalischen Gästen unterstützt. Nach diesem ruhigen Intermezzo, dem das Publikum andächtig lauschte, wurde es dann mit Songs wie „Wind & Geige“ und „Rhiannon“ bald wieder deutlich lebhafter. Viele hielt dann auch nichts mehr auf ihren Stühlen: Die Menschen tanzten, sangen und klatschten euphorisch mit und waren auch kaum zu bremsen, als sich der Abend schließlich seinem Ende zuneigte und es um das Fordern von Zugaben ging. So kehrte die Band unter Standing Ovations schließlich auch nicht nur für eine Zugabe auf die Bühne zurück und wurde auch nach dem endgültigen Abschied noch lange begeistert gefeiert.

Wer wollte, konnte den überaus gelungenen Abend dann noch auf der anschließenden Autogrammstunde der Band ausklingen lassen. Faun haben in Essen einmal mehr bewiesen, dass sie eine wirklich herausragende Liveband sind und mit ihrer Luna-Tour etwas geschaffen haben, was wahrlich mehr ist als ein einfaches Konzert – nämlich ein wirklich zauberhaftes Bühnenspektakel!

Victoria Eckwerth

Barock AC/DC Tribute Show Tour 2015

Barock AC/DC Tribute Show Tour 2015
Große Freiheit 36 Hamburg

Am 09.10.2015 war es soweit. Endlich durfte ich wieder ein Konzert von Barock miterleben. Auch wenn die Große Freiheit nicht zu den großen Bühnen gehört und die Bühnenshow daher ohne Pyrotechnik und Glocke auskommen musste, war es wieder ein Fest für Augen und Ohren. Das 2- ständige Programm ließ keine Wünsche offen. Nach dem offiziellen Programm forderten die ca. 500 Fans sehr eindringlich und lautstark eine Zugabe. Diesem Wunsch kam die Band gerne nach.
Die Besetzung des Abends:

Grant Foster/UK London – Sänger
Eugen Torscher – Leadgitarre
Erwin Rieder – Drums
Patrick Caramagno – Rhythmusgitarre
Baba Hail – Bass

Sie begeisterten ihre Fans bis zum letzten Ton. Mehrere Blicke in das Publikum sagten mehr als Worte: Begeisterung pur. Immer wieder sieht man Headbanger und natürlich wurde mitgesungen. Grant zeigte einmal mehr Nähe zum Publikum und bezog es gekonnt ein. Einer der Höhepunkte war der Strip von „Angus“. Auch sein Solo auf der Galerie wurde begeistert verfolgt.
Die ganze Show war wieder sehr beeindruckend und die Jungs haben die Bühne gerockt. Stellt sich mal wieder die Frage, ob nicht doch AC/DC leibhaftig gespielt hat…..
Nach dem Konzert gab es am Merchstand wieder eine Autogrammstunde und Gelegenheit für eine kurze Unterhaltung und ein paar Fanfotos mit den Jungs. Eine Überraschung hatte Eugen Torscher für die Hamburger Mitglieder des DYNAMITE-AC/DC-Fanclubs: Er ist Mitglied des Fanclubs und trägt das Clubpatch auf seiner Uniform. Das wussten die Hamburger Clubmitglieder noch nicht, da Eugen es nie an die große Glocke gehängt hat.
Wer sich selbst von den genialen Konzerten von Barock überzeugen will, hat in diesem Jahr noch einige Möglichkeiten. Und auch im nächsten Jahr touren sie wieder durch Deutschland. Die Termine findet ihr auf der Webseite www.barock-acdc.com
Ein kleines Schmankerl hat Eugen mir dann noch verraten. Im August diesen Jahres hat die Band Tracks für die Audiostory von Murray Engleheart „AC/DC – Maximum Rock `n` Roll“ aufgenommen. Gesprochen wird das ganze von Thomas Bleskin. Die Fans bekommen ein paar Einblicke hinter die Kulissen von AC/DC und natürlich gibt es auch jede Menge Musik. Die Audiostory erscheint Mitte Januar im Löbbe-Audio-Verlag.
Nicht zuletzt möchte ich den Veranstaltungsort unerwähnt lassen. Das Team der Großen Freiheit 36 zeigt einmal mehr, dass sie auf solche Konzerte bestens vorbereitet sind.
Die Setliste:?
Back in black
Shot down in flames
If you want blood
Hard as a rock
High voltage
Who made who
Bad boy boogie
Hells Bells
The Jack
Up to my neck in you
Shoot to thrill
You shook me all night long
TNT
Down payment blues
Rosie
Highway to hell
Let there be rock
Als Zugaben:
Thunderstruck
Playball
For those about to rock

Inge Becker

Faun – Luna Tour in Bielefeld

11. März 2015: Faun in der Stadthalle Bielefeld

Am 11. März machten Faun im Rahmen ihrer Luna-Tour halt in Bielefeld für einen Auftritt in der örtlichen Stadthalle. Die Spannung war groß was einem wohl bei dem bestuhlten Konzert in der ziemlich großen Halle erwarten würde. Schließlich hatte die Band sich bereits im vergangenen Spätsommer weitestgehend zurückgezogen, um die als „Zauberhaftes Bühnenspektakel“ angekündigte Tour vorzubereiten.

Obwohl der Termin in Bielefeld an einem Mittwoch stattfand, war die Stadthalle sehr gut gefüllt. Das Publikum war dabei ziemlich durchmischt. Es hatten sich junge und alte, szenenahe aber auch viele augenscheinlich eher szenefremde Menschen eingefunden. Geduldig wartete man auf den Beginn des Auftritts und konnte schon im Vorfeld einen Blick auf das wunderschön gestaltete Bühnenbild werfen.

Man wusste noch kaum, wie einem geschah, da war das Konzert auch schon in vollem Gange. Zwei große Trommeln – eine davon gespielt von Alex Schulz (Folk Noir) – sorgten dafür, dass der Opener „Hörst du die Trommeln“ das Publikum gleich mit unglaublicher Wucht traf und für das eine oder andere Raunen in der Menge sorgte. Es sollte nicht der einzige Moment bleiben, in dem Faun die Besucher mit ihrer Show in Erstaunen versetzte. Schon in der ersten Hälfte des Konzertes wurde so viel geboten, dass man sich zu Beginn der Pause schon fragte, was da nun eigentlich noch an weiteren Überraschungen kommen sollte. Mit Maya Fridman am Cello und Efrén López an gleich mehreren Instrumenten wie der Oud hatte die Band hochkarätige musikalische Gäste um sich versammelt, während Ayuna und Masha Shushera verschiedene Showeinlagen mit Tanz, Feuer und Jonglage darboten. Eine stetige Faszination übte auch das Bühnenbild aus, das sich durch bewegliche Banner ständig veränderte. Auch die Beleuchtung in der Halle, die bei Songs wie „Iyansa“ perfekt genutzt wurde, trug einiges zur Wirkung der Show bei.

Nach der Pause ging es dann erst einmal ganz ruhig weiter, als Faun mehrere Lieder ohne die Verstärkung von Niel Mitra als Akustikversionen präsentierten, darunter eine wunderschöne Version von „Era Escuro“, einem der Bonus Tracks des aktuellen Albums. Im Anschluss ging es dann wieder in voller Besetzung weiter, wobei sowohl ältere als auch neue Stücke gespielt wurden und sich prächtig ergänzten. Das Publikum hielt es dann irgendwann bei schnelleren Stücken wie „Wind und Geige“ oder „Rhiannon“ auch nicht mehr auf seinen Sitzen und der Mittelgang füllte sich mit Tänzern.

Doch auch der schönste Abend muss einmal zu Ende gehen: Mit „Tinta“ kündigten Faun ihr (möglicherweise) letztes Lied an, um danach aber unter Jubelrufen und Standing Ovations noch für die eine oder andere Zugabe auf die Bühne zurückzukehren. Mit „Abschied“ in der neuen Version für den Eurovision Song Contest verließ die Band dann aber doch endgültig die Bühne und ließ ein begeistertes Publikum zurück, von denen viele trotz der recht fortgeschrittenen Stunde noch zur anschließenden Autogrammstunde blieben.

Faun hatten an diesem Abend wahrhaft mehr geboten als „nur“ ein Konzert und eindrücklich bewiesen, dass sie mit ihrer Ankündigung der neuen Tour als „zauberhaftes Bühnenspektakel“ nicht zu viel versprochen hatten. In Bielefeld boten sie den Besuchern jedenfalls eine Show, die wohl keiner der Anwesenden so schnell vergessen wird!

Victoria Eckwerth

BAROCK – Europas grösste AC/DC-Tribute-Show

Seit dem 16.01.2015 tourt der Barock-Nightliner wieder durch Deutschland. Am 23.01.2015 machte er Halt in Beverungen und ich durfte dabei sein. Barock ist eine AC/DC Cover-Band mit einer unglaublichen Show. Die aus originalen AC/DC-Videos und Live-Shows bekannten Kanonen und die riesige Glocke gehören bei den großen Konzerten zum Programm. Nicht zu vergessen, dass die Instrumente Originale aus den 60ern und 70ern sind.

Die Band mit

Grant Foster/UK London – Sänger
Eugen Torscher – Leadgitarre
Erwin Rieder – Drums
Patrick Caramagno – Rhythmusgitarre
Baba Hail – Bass

begeistern ihre Fans mit ihrer großartigen Show. Wer jetzt denkt, dass das Konzert nur von angegrauten junggebliebenen Musik begeisterten besucht wird, irrt gewaltig. Auch junge und ganz junge Fans stehen erwartungsvoll in der Stadthalle in Beverungen (Kreis Höxter, NRW). Insgesamt sind es 1.200 Fans, die sich auf den Abend freuen. Endlich ist es soweit und die für die Band (ok, auch für die Zuschauer) schweißtreibende Show beginnt. Schon nach den ersten Tönen von Grant Foster denke ich: „Wow, nah am Original – nicht nur das Outfit.“

Und dann wirbelt Eugen Torscher in „Angus-Young-Manier“ über die Bühne. Natürlich in kurzer Hose, weißem Hemd und Krawatte (die Idee mit der Schuluniform kam von Angus Youngs Schwester, da dieser seine Schuluniform auch nach der Schule trug). Den Duckwalk beherrscht Eugen perfekt und dazu kommen natürlich immer wieder die typischen Luftsprünge. Auch die Stripeinlage fehlt nicht, wobei wir nicht, wie beim Original, eine Boxershort mit dem Union-Jack oder Schwarz-Rot-Gold zu sehen bekamen … Was für eine Kondition!!! Das Publikum ist begeistert und singt Song für Song mit. Am Ende kommen natürlich noch die Kanonen zu ihrem Einsatz, schließlich stehen sie nicht nur zur Deko auf der Bühne. Und bei Hells Bells erklingt natürlich die Glocke. Zwei Stunden Non-Stop-Programm, insgesamt 16 Songs und 3 Zugaben. Ein absolut geniales Konzert für Augen und Ohren. Ich für meinen Teil bin total begeistert. Nach dem Konzert gab es noch ein spontanes Meet-and-Greet und ein Gruppenfoto. Und dass die Jungs dann auf meinen Wunsch noch ihre Autogramme auf die Setliste geschrieben haben, hat mich besonders gefreut und war mein persönliches Highlight. Ich kann jedem AC/DC-Fan, aber auch nicht eingefleischten Fans dieses Konzert wärmstens empfehlen. Härte ich doch, dass einige Besucher „nur mitgeschleppt“ wurden und total begeistert waren. Möglich ist das ganze natürlich noch an mehreren Orten in ganz Deutschland. Auf der Webseite von Barock gibt es die aktuellen Termine der bevorstehenden Konzerte. Bestimmt auch in eurer Nöhe.

Link zur Website: Barock

Vergessen möchte ich aber auch nicht die Leistung der Crew. Nach dem Konzert begann für sie der Abbau und da sass jeder Handgriff. Daumen hoch Jungs!

Die Setliste des Abends:

If You Want Blood
What’s Next To The Moon?
Who Made Who?
High Voltage
Back In Black
Bad Boy Boogie
Hells Bells
Shoot To Thrill
You Shook Me All Night Long
The Jack
Ride On
Thunderstruck
Highway To Hell
Girls Got Rhythm
Whole Lotta Rosie
Let There Be Rock

Zugaben:
Down Payment Blues
Playball
For Those About To Rock

WitchB

Mrs. Volbridge

Metal- und Rockbands zu covern ist nichts Neues. Mrs. Volbridge covert Songs von Volbeat und Alter Bridge, deren Besetzung ausschließlich männlich ist. Und hier unterscheidet sich Mrs. Volbridge von anderen Coverbands: Die Stimme ist in weiblicher Besetzung.

Seit Ende 2013 gibt es Mrs. Volbridge. Vera (Gesang, Bass) und Jan (Drums) sind liiert. Dazu kommt ihr Kumpel Thias (Gitarre). Eines Tages sind die drei in den Keller gegangen und haben gemeinsam gerockt…… Da Volbeat und Alter Bridge die absoluten Lieblingsbands der drei sind, lag es natürlich auf der Hand, dass sie diese auch covern. Der Bandname war dann auch schnell gefunden: Man nehme von beiden Bands einen Teil des Namens und stelle die Mrs. an den Anfang…..das war die Geburtsstunde von Mrs. Volbridge. Sie covern aber nicht nur, sondern basteln fleißig an eigenen Songs. Ganz wichtig ist ihnen der Spaß an der Musik, der Zusammenhalt und das Einbringen neuer Ideen von jedem. Ach ja: Und rocken muss es!!!

Am 16.01.15 stellten sie, neben ihrem Cover-Repertoire, zwei eigene Songs in Marias ?s Ballroom in Hamburg-Harburg vor. „Jacks ?s gone“ gab es schon am 21.11.14 bei ihrem ersten Konzert zu hören und diesmal war „Entrecote“ als neuer Song im Gepäck.

Four Colour Green hat gute Vorarbeit geleistet. Die Stimmung ist klasse. Ein kurzer Bühnenumbau und es geht los mit zwei Songs von Volbeat. Vera ?s kraftvolle Stimme heizt so richtig ein. Die Herausforderung, dass sie bei den Coversongs als Frau den Gesangspart übernimmt, meistert sie sehr gut. Auch, dass sie gegenüber den Originalbands mit „nur“ einer Gitarre spielen, tut dem ganzen keinen Abbruch. Vom ersten bis zum letzten Song und den 4 Zugaben Begeisterung pur beim Publikum. Und Vera ?s Stimme hat auch nach diesen 16 starken Songs durchgehalten. Respekt! Familiär ging es auch beim Merch zu: Vera hat ihre Mutter mit dieser Aufgabe betraut.

Ich hoffe ihr seid jetzt neugierig geworden. Auf der Webseite stehen die bevorstehenden Konzerte. Also immer mal wieder reinschauen. Und wer die drei für eine Veranstaltung buchen möchte, nimmt einfach Kontakt über die Webseite auf.

Setliste:

Pool of Booze, Booze, Booza

Heaven nor Hell
Rise today
Always, Wu
Jack ?s Gone
Sad Man ?s Tongue
Ain ?t my Bitch
Another Day, Another Way
Before Tomorrow Comes
Entrecote
Fallen
Still Counting
Guitar Gangsters

Mrs. Volbridge
MariasBallroom

Four Colour Green – Alternative Rock

Man nehme vier Musiker unterschiedlicher Couleur, mische das ganze und heraus kommt……….. Four Colour Green!!!

Das Ganze begann als „Feierabend-Session“ und nahm seinen Lauf. Daher ist das Gründungsdatum auch nicht genau fest zu legen. Der erste Gig war Mitte 2012 und so wird 2011 als „Gründungsjahr“ angenommen.

Four Colour Green das sind die vier Hamburger Jungs Jo (Gitarre, Gesang), Mitch (Gitarre, Keys, Gesang), Tom (Bass, seit 2013 dabei) und Duewel (Drums). Ihre unterschiedlichen musikalischen Hintergründe (Punk, Metal, Rock, Folk, Jazz) spiegeln sich in den Songs wider. Die Songs sind selbst komponiert und ergeben melodiösen Alternative Rock für das Gehör. Die Texte stammen ausschließlich von Jo. Sie sind sehr persönlich und stecken voller Metaphern. Es geht um spezielle Momente wie „verpasste Gelegenheiten“ und „gemachte Fehler“……Geschichten, die jeder von uns mal erlebt hat. Das kommt an. Der Weg bis zum endgültigen Song ist für die unterschiedlichen Musiker nicht immer leicht. Und genau das macht ihre Musik hörenswert. Fünf Songs haben die Vier aufgenommen. Es gibt sie auf der Demo-CD „red, blue, yellow, what?!?“ zu hören.

Mittlerweile gibt es natürlich weitere Songs, die sie am 16.01.15 als Support von Mrs. Volbridge in Maria ?s Ballroom in Hamburg-Harburg ihrem Publikum vorgestellt haben.

Der Club ist gut besucht, die Stimmung klasse und alle freuen sich auf einen schönen Abend mit guter Musik. Es geht los mit „Corner Of My Head“. Das Publikum ist begeistert, die ersten Stimmen werden laut: „Eine sehr gute Wahl“; „Guter, ehrlicher Rock“.

Die Jungs sind gut drauf und das geht auf alle über. Niemand steht still, wippende Füße und Köpfe, einige singen mit, die Musik geht ins Blut. Einige Songs habe ich mir vor dem Gig auf der Webseite angehört und sie haben mir gefallen. Allerdings muss ich sagen, dass sie live noch ein wenig besser sind. Musik, die ankommt und mitnimmt. Hin und wieder blicke ich ins Publikum und sehe mein Empfinden bestätigt. Leider ist das Konzert gefühlt viel zu schnell vorbei. Natürlich wurde eine Zugabe gefordert. Darauf war Four Colour Green nicht vorbereitet. Da Mrs. Volbridge auch noch einen Song hören wollte, gab es noch einmal „Blue“ auf die Ohren.

Bleibt nur noch zu sagen, dass die Jungs immer auf Gigsuche und generell offen für fast alles sind. Bei Interesse einfach über die Webseite Kontakt aufnehmen. Songs zum Reinhören gibt es dort auch. Und aus sicherer Quelle habe ich erfahren, dass es demnächst noch mehr von den Jungs auf Youtube zu hören gibt. Also immer mal wieder auf die Webseite schauen!

Setliste:

Corner of my Head
Blue
Flowers
Angel on Earth
Summer`s gone
Girl
Eddie and the Wildcats
Anything but easy
Something Better
Echoes

Four Colour Green
Maria ?s Ballroom

WitchB

CD-Release Mythemia „Weltenwanderer“

CD-Release Mythemia „Weltenwanderer“ am 20.12.14 in der Teestube Bielefeld

Eigentlich hatten sie ihre Tour 2014 am 22.11.14 in der Taverna Cerritus, Hamburg schon abgeschlossen. Doch Ende November gab es für alle noch eine Überraschung: Das Debütalbum „Weltenwanderer“ hat das Licht der Welt erblickt und erschien am 20.12.14. Grund genug, um das ordentlich zu feiern. Mythemia nahm die Herausforderung an und organisierte von ungefähr drei Wochen als Mitveranstalter das CD-Release-Konzert in der Teestube Bielefeld.
Den Auftakt machte Galgenhumor, eine junge Folkband aus Hannover. Für Raaja von Schandingen, Eriol der Wegelaberer, Nils der Streicher, Hamster der Trötler und Takeshi Kansei war es in dieser Besetzung der erste Auftritt. Auf die Unterstützung von Raida Hexenkind mussten die Jungs verzichten. Die fünf haben das Publikum schon mal gut in Stimmung gebracht.
Es folgte Celtic Folk mit Tom Braker Syke aus dem lippischen Brakelsiek. The Princess, The Lord, Schotte und The Voice begeistern das Publikum mit irischen und schottischen Klängen.
Und dann war es endlich soweit: Mythemia stellt ihr erstes Album „Weltenwanderer“ vor.
Obwohl Shilan und VanThomas erkältungsbedingt ziemlich angeschlagen waren, ließen ihre Stimmen sie nicht im Stich. Shilans Gesang war gewohnt kraftvoll und mitreißend. Zwei Instrumentalstücke entlasteten zudem ihre Stimmen. Das Publikum war begeistert und hat die Band immer wieder gesanglich unterstützt.
Ein weiterer Höhepunkt war die Verlosung zweier signierter CD’s unter den Kartenvorbestellern. Am Ende des Konzertes überraschte Merchfrau Stella mit einem selbst gebackenen Weltenwanderer-CD-Release-Kuchen, der natürlich an das Publikum verteilt wurde.
Apropos Merchandise: Stella ist unglaublich kreativ und es gibt immer wieder Neues an ihrem Stand zu entdecken. Neben den „üblichen“ Merchartikeln wie Shirts, Buttons, Feuerzeugen, Tassen usw. gibt es Mythemia nun auch auf einer Schmuckfliese. Geniale Idee, Stella!
Und damit noch nicht genug mit den Überraschungen. Um 24 Uhr bekam VanThomas ein Geburtstagsständchen von allen und eine Geburtstagstorte…natürlich von Stella gebacken.
Wer nun neugierig geworden ist auf die Musik von Mythemia findet auf www.mythemia.com ein paar Hörproben oder lässt sich gleich mit dem Album in Welten voller Mythen und Legenden entführen.

Mit folgendem Programm verzauberte Mythemia an diesem Abend das Publikum:
– The Journey
– Guardians
– Der Barde
– Drowsy Maggie (instrumental)
– Piratenballade
– The Selkie Lady
– Tam Lin (instrumental)
– Legenden
– Weltenwanderer
– A Kingdom’s Tale
– Wanderer`s Path

Lasst euch mit Mythical, Medieval, Folk in die Welt von Mythemia entführen.

Foto: Detlef Burchard

WitchB

Tanzt! 2014

Als echte Erfolgsstory erweist sich das Tanzt! Festival seit seiner ersten Ausgabe im Jahre 2007 in Rosenheim. Jahr für Jahr kommen mehr Besucher und in diesem Jahr gab es mit über 1100 Gästen im Backstage einen neuen Besucherrekord. Ganz überraschend ist das aber nicht, denn neben einem klasse Line -Up zu einem sensationell fairen Eintrittspreis hat sich wohl längst herumgesprochen, dass Michael Sackermann und seine Helfer mit dem Festival sich auch etwas abheben wollen, von den anderen drum herum. Man will auch einmal nicht so bekannten Bands eine Plattform bieten, Beispiele dafür im diesjährigen Line Up sind die Italiener Furor Gallico und Dalriada mit der Fajkusz Band aus Ungarn, die man allerdings beide auch schon einmal bewundern konnte. Und so können die Zuschauer sich wirklich darauf verlassen, dass es etwas zu entdecken gibt und das Festival ein wahrlich breites musikalisches Spektrum bietet, auch wenn wie jedes Jahr die Liebe zum Metal sich schon im Line Up wiederfindet. Untrennbar ist die Geschichte des Tanzt! auch mit der Band Vroudenspil verbunden, Namensgeber, seit der ersten Ausgabe dabei und immer ein Headliner in ihrem Wohnzimmer. Und so darf man sich schon heute sicher sein, dass das wohl beste Vroudenspil Konzert des Jahres 2015 wieder beim Tanzt! stattfinden wird. Und wenn sich all das was Michael Sackermann so für die Zukunft geplant hat auch realisieren lässt, dürfen sich die Besucher auch in den nächsten Jahren noch auf Besonderes freuen und wie 2014 auch im Jahre 2015 auf ein Festival, das in jedem Festivalplan stehen muss.

Narrator

Nun aber zum Tanzt! 2014 und zu Narrator aus Schweinfurt, die zuletzt beim Festival Mediaval 2014 im Rahmen des Wettbewerbs um den goldenen Zwerg zu hören waren. Und so gut wie sie in Selb angekommen sind, so positiv war auch der Eindruck beim Tanzt! So erzählen sie auf der Bühne von Kreaturen und Kriegern, wie auch der Titel ihrer ersten CD lautet. Nicht ohne dem benachbarten oberfränkischen Bamberg mit der launigen Bemerkung „Schrein des Grauens“ einen Song zu widmen.
Als Folk Metal Band geht es natürlich gleich zum Anfang auf der Bühne kräftig ab, da man aber auch nie Melodie und Harmonie in den Songs außer Acht lässt macht der Heavy Metal Mix mit Flöte und Dudelsack wirklich Spaß, auch wenn definitiv der Metal über den Folk siegt. Und so dürften sich besonders die Sabaton-T-Shirtträger im Publikum über die Auftaktband gefreut haben, die neben dem bereits erwähnten mit Songs wie Luna, Dein Reich, Frei wie die Friesen, den wohl stärksten Song For the Golden Throne, Stunde der Wölfe und einer Kurzversion von Blutgericht sicher viele neue Fans dazugewonnen hat. Sicher auch weil man die Lieder nicht einfach runter spielt sondern gerade Sänger Julian die Interaktion mit dem Publikum beherrscht. Ein sehr gelungener und vielversprechender Auftakt des Festivals.

Furor Gallico

Bereits beim ersten Auftritt von Furor Gallico 2012 beim Tanzt! haben die mit blauen Strichen im Gesicht geschminkten Musiker aus dem italienischen Mailand beim Publikum einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der hat sich nach dem Auftritt 2014 nicht nur noch mehr verstärkt, auch bei jenen die die Italiener erstmals gesehen haben, wird man neue Fans gewonnen haben. Das sind aber sicher alles Fans eines härteren Musikstils, denn ganz nach der Devise „Nur die harten kommen in den Garten“ lassen es die Italiener ganz schön krachen. Bei ihrem Celtic Folk Metal wird der Folk ziemlich klein und der Metal ziemlich groß geschrieben. Vielleicht ist dies auch ein Grund warum man die kleine Harfinistin der Band Elisabetta Rossi ziemlich abseits im Dunkeln der Bühne plaziert hat (man könnte auch sagen deplaziert), denn romantische Harfenklänge sind nicht zu hören. Dafür aber umso mehr Sänger Davide Cicalese, der sich wahrlich die Stimme aus dem Hals singt/brüllt. Man muss echt Angst haben, dass er nach dem energiegeladenen Auftritt danach überhaupt noch Pieps sagen kann. Immerhin kommt er mit seinen Gegrowle, Gebrüll und Geschrei den Kriegsschreien der Kelten wohl schon recht nah. Und so kann sich auch jemand, der damit recht wenig anfangen kann zumindest am wilden Treiben auf der Bühne zu Songs wie den Opener Cathubodva, The Gods have Returned oder to the End erfreuen. Oder als echte Herausforderung versuchen, die Texte zu verstehen, wobei hier neben Englischkenntnissen auch Italienisch hilft, denn wie z.B im Song La Caccia Morta gibt es auch Muttersprachliches in der 9 Song umfassenden Seltlist zu hören. Und wer wegen des ohrenbetäubenden Lärms ganz wie die Musiker im Gesicht blau anlief hatte genau jetzt Gelegenheit sich etwas zum Essen oder trinken zu holen oder zu einer Raucherpause ins Freie zu flüchten, was aber die wenigsten wirklich taten.

Mr. Hurley und die Pulveraffen

Richtig stark sein mussten beim nächsten Act des Tages die Metal-Fans im Publikum. Mr. Hurley und die Pulveraffen sind das schönste Kontrastprogramm zu Furor Gallico, was man sich als Konzertbesucher wünschen kann. Erholung für die zuvor durch die Lautstärke geschundenen Ohren, man könnte auch sagen E-Automotor folgt auf Formel 1 Motor. Denn bei den Pulveraffen wird die akustische Musik groß geschrieben. Da gibt’s keine E-Gitarren, kein Geschrei und Gegrowle. Dafür gibt’s ne fette Mitmach-Piratenparty und die Publikumsmeute wird ruck zuck als Piratenmannschaft rekrutiert und zum Mitmachen aktiviert. Mitsingen ist Pflicht (ob schön oder nicht ist egal), Arschwackeln erwünscht und Brustschütteln erfreulich, nicht nur für die Band sondern auch die Männer im Publikum, die gerade bei letzteren einen echten Nachteil hatten. Leider hatte man diesmal Deutschland Achterdeck Vorturnerin Nummer 1 Mrs. Ivy Cox in der Kajüte in Osnabrück lassen müssen (vergessen?) und so waren die 3 Brüder Mr. Hurley, Buckteeth Bannock und der einäugige Morgan ganz auf sich allein gestellt. Dachte man, aber schon beim Auftakt Geißel der See konnte man sich auf die Landratten im Backstage verlassen. Spätestens bei „komm zur Marine“ kochte die Stimmung so richtig hoch, beim Plankentanz war alles voll dabei und bei Ach Ja?! flogen zwischen Band und Publikumsmeute die verbalen Fetzen. Und als man sehr zur Freude des Publikums den Schrumpfkopf besungen und das Kultlied der Band Blau wie das Meer anstimmte wurde auch dem letzten klar, dass man auch als E-Auto sich selbst vor einem Formel 1 Motor nicht verstecken muss. Welch ein Auftritt, welch eine Stimmung, welch coole Band, diese 3 Meeres-Daltons aus Osnabrück. Schwer vorstellbar, dass man es mal nicht schafft, die Menge mitzureisen, aber auch dies ist ihnen tatsächlich schon einmal passiert, bei einem Auftritt vor Heino, dessen Publikum konnte im Gegensatz zum Tanzt! Publikum den Treiben auf der Bühne wenig abgewinnen und hatten auch keine Lust sich von Luv nach Lee zu bewegen. München dafür umso mehr, egal ob in Nordbayern beim Festival Mediaval, in der Mitte Bayerns beim Feuertanz oder jetzt im Süden beim Tanzt!, die Bayern lieben ihre Pulveraffen und das völlig zurecht.

Nachtgeschrei

Mit Nachtgeschrei folgte gleich das nächste Highlight des Tages. Die Frankfurter Band ist immer einen Besuch wert und hat mit neuem Sänger Martin Le Mar, der aber auch schon seit 2 Jahren dabei ist eher noch gewonnen. Man ist jedesmal aufs neue fasziniert von seiner Leidenschaft und stimmlichen Urgewalt und auch die Rampensau zu geben schafft er problemlos.

Er hat auf der Bühne alle Zügel in der Hand und kann sich auf seine großartigen Mitmusiker voll verlassen. Und so ist auch dieser Auftritt mit den ersten 5 Songs Sirene, An mein Ende, Geister, Der Ruf und Niob schon sehr überzeugend. Mit Na Sdorowje und Meister setzte man dann noch eins drauf. Und still war das Publikum auch bei Windstill, dem letzten Song des Sets keineswegs. Ganz im Gegenteil, Nachtgeschrei hatten auch in Bayern ein Heimspiel, die Folkmetal- Mittelalterrockmischung machte auch dem Tanzt! Publikum mächtig Spaß und die Band ist für jedes Festival Line Up ein Gewinn. Leider muss man Ende des Jahres Drehleier und Quetschenmann Joe ziehen lassen, den es ans Ende der Welt zieht und der sowohl musikalisch, wie auch mit seiner Bühnenpräsenz eine Lücke hinterlassen wird, vom Menschlichen ganz zu schweigen, was letztlich nur die Band beurteilen kann. Und so hatte das Tanzt! Publikum eines seiner letzten Auftritte miterleben dürfen, aber man kann absolut sicher sein, dass auch daran die Band nicht zerbricht, sondern 2015 mit neuen Plänen, neuer CD und einem neuen Musiker/in genauso beeindruckend ihr Publikum fesseln kann, wie beim Tanzt! In diesem Jahr.
Einen Vorgeschmack gab schon einmal der neue Song „Das Nichts“, der großartig ankam und mächtig Lust auf die neue CD machte.

Dalriada und Fajkusz

Dalriada kennt man als Tanzt! Besucher vom letzten Jahr. Die Ungarn haben sich diesmal Verstärkung mitgebracht, die Landsleute der Fajkusz Band die mit ihren Streichinstrumenten gegen die Macht von Schlagzeug und Gitarre aber auf ziemlich verlorenen Posten standen. Wer also gedacht hat, dass es in diesem Jahr deutlich folkiger und entspannter zugehen würde, der sah sich schnell eines besseren belehrt. So sieht also die ungarische Version einer Synthese von ungarischem Folk mit Metal aus, die in Ungarn Dalriada zu guten Chartplazierungen und fast Superstarstatus gebracht hat. Sicher auch weil sie live richtig Gas geben und mit der weiblichen Stimme Laura Binder ein Energiebündel am Start haben, das mit ihren fliegenden Haaren und viel Action es perfekt versteht das Publikum mitzunehmen. Und das ist in München mit den rein ungarisch gesungenen Songs nicht ganz so einfach. Doch mit Unterstützung von Sänger Andras Ficzek klappt das ganz gut, wobei man auch die deutschen Ansagen hier sehr positiv herausstellen muss. Eigentlich schade, dass sich die Band 2013 nicht für den Eurovision Song Contest im ungarischen Vorentscheid durchsetzen konnte, die metaltypisch lauten Ungarn hätten der etwas spießigen Veranstaltung sicher richtig gut getan.
Und das sicher bei einem weit besseren Bühnenlicht, als ihnen der Backstage Lichtmann an diesem Abend gönnte. Und so litt der Auftritt der Ungarn sowohl daran, wie auch, dass die Mischung zwischen Dalriada und Fajkusz einfach nicht so recht zünden wollte und der Auftritt deutlich weniger überzeugend, als 2013 ausfiel.

Vroudenspil

Für die Vroudenspil-Fans unter den Tanzt! Besuchern war das Vroudenspil Konzert der klare Höhepunkt des Tages, kein Wunder sind die Tanzt!-Hausband und ihr Freibeuter-Folk auch die perfekte Stimmungsmugge um jede mehr oder weniger feuchtfröhlichen Party musikalisch zu bereichern und jedem noch so tanzfaulen Gesellen den Stock aus dem Po zu ziehen. Ein Spruch dem man ja gerne Musikern die in der Klassik verwurzelt sind, nachsagt. Und mit Zora hat man genau so ein mysteriöses Wesen dazubekommen, das sich inzwischen neben der E-Musik auch mal in der U-Musik versucht. Und die jegliches Stock-Vorurteil Lügen straft. Sie ist ein echter Gewinn für die Meute und das nicht nur musikalisch. Auch als Hingucker für die Männerwelt ist sowohl die linke, wie auch rechte Seite der Bühne wieder bestens besetzt und dazwischen dürfen sich dann die Jungs austoben. Es wird wirklich Zeit, dass man auf der Bandeigenen Homepage endlich auch Zora als vollwertiges Mitglied vorstellt, vorausgesetzt man findet endlich das Rumfass, in das sich der Webmaster verkrochen hat, wieder. Und nachdem zumindest optisch auch die diversen körperlichen und sonstigen Schäden einiger Bandmitglieder, wie z.B. eine am Stock (neumodisch Krücke genannt) gehende Phyra scheinbar der Vergangenheit angehören, waren die Bedingungen bestens um vor den versammelten ehemaligen Musikerkollegen, Fans, Freunden und Familienangehörigen eine Party zu feiern die sich gewaschen hat. Und das Tanzt! Publikum ließ sich gerne kapern, feierte stimmgewaltig und sang und gröhlte sich durchs Programm, das mit Songs wie Tanzt! auch genug Gelegenheiten dazu bot.

Dahoam ist Dahoam und analog der seit 2007 ausgestrahlten gleichnamigen Erfolgsserie des Bayererischen Rundfunks wird es nach solch furiosen Auftritten wie diesem auch in der Zukunft jeder Headliner nach Vroudenspil schwer haben und die Münchner im Line Up des Tanzt! auch die nächsten 100 Jahre einen Platz haben müssen. Chapeu.

Letzte Instanz

Kein leichtes Unterfangen war es nach einem ganzen Tag warten im Backstage um 23.00 nach einem furiosem Vroudenspil-Auftritt die Menge erneut mitzunehmen. Schwer fiel das Holly und Co trotzdem nicht. Auch wenn die Brachial Romantik der Band weit von der Feier-, Trink- und Partymugge weg ist, die sich der eine oder andere Besucher als Headliner gewünscht hätte. Das Leben besteht einfach nicht nur aus Party und so war es wirklich wohltuend, dass man auch einmal verbal nachdenklichere Töne anschlug. Beeindruckend war auch, mit welcher Leidenschaft die Bandmitglieder zu Werke gingen und wirklich alles gaben, wie Holly am Ende auch betonte. Eine Leidenschaft, die auch hätte ganz dumm ausgehen können, als der Sänger auf dem Gitter stehend aus dem Gleichgewicht kam und ein aufmerksamer Security beim Absturz glücklicherweise schlimmeres verhinderte. Was Holly aber nicht daran hinderte gleich wieder das wackelige Gitter hochzuklettern und weiter zu singen.
Besonders bemerkenswert neben der Leidenschaft der Band war auch das Bühnenlicht. Und so rieben sich nach fast 6 Stunden nicht wenige die Augen, wieso dem Backstage auf einmal ein Licht aufgegangen ist. Das war allerdings der alleinige Verdienst eines Bandeigenen motivierten Lichtmannes, der seinem Kollegen und dem Publikum eindrucksvoll vorführte, wie eine gute Lichtshow ausschauen kann und dass dadurch das Live-Musikerlebnis noch viel schöner wird. Es macht einfach auch Spaß einmal die Musiker, sowie Mimik und Gestik zu sehen und dies nicht nur in Reihe eins, was z.B, beim Auftritt der Pulveraffen selbst da kaum möglich war. Trotzdem bleibt festzustellen, dass das Licht des Bachstage- Lichtmannes geringfügig besser als 2013 war, was aber nicht zwangsläufig als Lob für diesen verstanden werden soll.
Dererlei Probleme sind der Letzten Instanz fremd, sie werden immer bestens in Szene gesetzt und so ist nicht nur musikalisch sondern auch optisch jeder der Bandmitglieder ein essentieller Bestandteil einer Show, die dem Publikum und der Band sichtlich Spaß machte und einen würdigen Abschluss eines tollen Festivaltages darstellte. Und so kann man sich schon jetzt auf 2015 freuen, dann vermutlich in einer neuen Location und vielleicht auch mit besererer Bühnenbeleuchtung, auf die die Veranstalter des Tanzt! ja leider keinen Einfluss haben. Umso mehr auf die Gestaltung des Lineup, und das wird auch 2015 sicher hochkarätig sein und schon jetzt den Kauf der Early Bird Tickets zum Schnäppchenpreis rechtfertigen.

Bernd Sonntag