Die letzten Ostgoten „Höhlenmalerei“

Was haben mittelalterliche Klänge mit Jazz und jahrtausendealten, prähistorischen Kunstwerken gemeinsam? Auf den ersten Blick vielleicht nicht viel. Dass sich das jedoch auch anders betrachten lässt, zeigen Die letzten Ostgoten nun auf ihrem Debütalbum „Höhlenmalerei“.
Der Bandname ist neu, doch die Musiker, die hinter dem Projekt namens Die letzten Ostgoten stehen sind schon lange keine Unbekannten mehr und machen unter dem Namen Cradem Aventure schon seit vielen Jahren die Mittelaltermärkte des Landes unsicher. Mit ihrem neuen Projekt wagen sie sich nun aber weit über die Grenzen der Marktmusik hinaus. „Höhlenmalerei“ will das Ursprüngliche mit dem Neuen verbinden, Folk mit Jazz, Mittelalter mit Elektronika.
 
Als Inspiration dienen die namensgebenden Höhlenmalereien, frühe Zeugnisse menschlicher Kunst, die uns bis heute einen seltenen und überaus faszinierenden Einblick in das Leben unserer Urahnen ermöglichen.
 
Die Vielseitigkeit der Einflüsse macht es nicht leicht, die Musik der letzten Ostgoten einer bestimmten Richtung zuzuordnen. Die Ursprünge in der Mittelalterszene sind zwar noch deutlich zu hören, werden jedoch um die verschiedensten Elemente erweitert. Den größten Einfluss bildet dabei wohl der Jazz, der die Stücke der Band in einen ebenso spannenden wie entspannten Klangteppich einspinnt. Doch auch mit elektronischen Rhythmen sowie mit Effekten wie Hall, Naturgeräuschen
und verzerrten Stimmen wird reichlich experimentiert.
 
So viele verschiedene Ideen auf einen Nenner zu bringen scheint ein gewagtes Unterfangen, doch bei den letzten Ostgoten glückt es auf ganzer Linie. Nie klingen die Lieder gewollt oder unnatürlich, alles wirkt stimmig und wie aus einem Guss. Durch die unterschiedlichen Einflüsse wirken die Lieder auch sehr vielseitig. So wird beispielsweise „Eismeer“ von Dudelsäcken und Flötenklängen geleitet, erhält jedoch durch die elektronischen Beats gleich eine ganz neue Klangfarbe, die das treibende und tanzbare Stück zu einem Highlight des Albums machen. In einigen Liedern, so beispielsweise bei „Eccerex“ sind die elektronischen Elemente sogar noch
deutlicher, während an anderen Stellen wie bei „Blutrausch“ oder „Orion“ die jazzigen Elemente mehr zum Tragen kommen. Und auch die gesanglichen Experimente setzten immer wieder Akzente.
 
Viele der Texte sind so beispielsweise in den nordischen Sprachen verfasst, während man bei „Neumond“ ein paar deutsche Worte hört. Auch wird nicht immer nur im klassischen Sinne gesungen, sondern man findet auch immer wieder Geflüster, archaisch anmutende Sprechgesänge und andere Stimmexperimente. Besonders deutlich wird das Spiel mit den Stimmen bei dem Stück „Pferdesegen“, wo der Gesang immer wieder gebrochen und so selbst zum rhythmusgebenden Instrument wird.
Die letzten Ostgoten legen mit „Höhlenmalerei“ ein spannendes Erstlingswerk vor, das sich nicht einfach so in eine Schublade stecken lässt. Es ist ein Album, welches intensiv gehört werden möchte, um all die unterschiedlichen Einflüsse auch entdecken zu können und ein Album, welches verschiedenste Geschmäcker anspricht. In einer Zeit, in der wir alle wieder Konzerte und Mittelaltermärkte besuchen dürfen – möge sie bald kommen – wird es sicher auch spannend sein zu erfahren, wie sich dieses Konzept live umsetzen lässt.
 
Victoria Eckwerth

Festival Mediaval oder auch Kultur-Biergarten 2020

Jedes Jahr zieht es uns Anfang September in das kleine Örtchen Selb zum Festival Mediaval, das größte Mittelalterfestival der Welt. Selbst die New York Times berichtete darüber und jedes Jahr feiern Tausende auf dem Goldberg.

Aber 2020 ist alles anders. An Veranstaltungen ist (fast) nicht zu denken; geschweige denn für mehrere tausend Besucher. Aber Veranstalter Bläcky Schwarz und sein Orga-Team haben aller Hürden zum Trotz ein Sicherheits- und Hygienekonzept auf die Beine gestellt, damit das Festival auch in 2020 stattfinden kann. Trotz der hohen Auflagen konnten 400 Gäste das Festival Mediaval besuchen, dass in „Kultur-Biergarten“ umgetauft wurde. Bierbänke und -tische standen vor den Bühnen, jeder Gast hatte seinen eigenen festen Sitzplatz, es herrschte Mundschutzplicht auf dem Platz usw. Ein wirklich gut durchdachtes Konzept, an dass sich alle auf dem Platz gehalten haben. Und wenn man doch in der Eile vergessen hatte seine Maske aufzusetzen, haben die Order einen freundlich daran erinnert.

Festival Mediaval 2020

Allen Auflagen zum Trotz freuten sich alle sichtlich auf das Festival Mediaval, auch wenn es in diesem Jahr kleiner ausfallen sollte. Dafür war es etwas ganz besonderes. Es gab sogar einen Live-Stream, damit alle daheim gebliebenen auch das Mediaval-Feeling zuhause erleben konnten, und einen Wettbewerb für die schönste Maske/Mundschutz. Eine Musikerin aus den USA begab sich sogar vor dem Festival freiwillig zwei Wochen in Quarantäne, da sie unbedingt dabei sein wollte.

Das Programm war ein bunter Mix aus Folk, Metal und Kleinkunst.

Opus Furore Festival Mediaval 2020

Den Anfang machten am Freitagnachmittag Heiter bis Folkig, die fast schon zum Standardprogramm gehören, waren sie schon so oft auf dem Mediaval. Im Anschluss betraten The Blackbeers die Bühne. Entstanden auf dem Piraten-Floss des Medival vor ein paar Jahren haben sie dem Publikum mit Folk, Metal und Punk eingeheizt. Da musste so mancher vom Tanzen am Tisch abgehalten werden. Wer tanzen wollte, der konnte dies auf der Wiese abseits der Bänke gerne tun, so sah es das Hygienekonzept vor. Auf der Gauklerbühne gab es zwischen den Konzerten Kontaktjonglage von Beatrice, „normale“ Jonglage von Opus Furore, aber auch Musik und Tanz von Kahira und PurPur. Also fast alles wie immer.

Headliner am Freitag waren Poeta Magica, die mit dem „The Celtic Nordic Project“ und einer norwegischen Gastsängerin und einer Lektion zu den unterschiedlichen Bauarten der Nyckelharpa den Abend beendeten.

Der Samstag begann, wie gewohnt, bereits früh um 10 Uhr. Nachdem PurPur die Gäste mit kurzweiligen Liedern unterhalten haben, ging es auf der Hauptbühne mit Pampatut weiter. Die haben mal wieder mehr geredet als Musik gemacht, aber das macht ihren lustigen Auftritt auch aus. An diesem Tag sollte es auch zwei Lesungen geben. Zum einen die Lesung zum neuen Buch „Wir sind die Bunten“, das 25 Kurzgeschichten enthält, die über das Festival Mediaval enthält. Es lasen drei Autoren u.a. Amandara M. Schulzke und Billie Przegendza und gaben einen kurzen Einblick in das Werk. Später stellte Lucy van Org noch ihr neues Buch „Vagina Dentata“ vor. Und während Beatrice noch eine Runde mit ihrer neuen Puppe „Coroni“ drehte ging es auf der Hauptbühne weiter mit Des Teufels Lockvögel und Triskilian. Etwas härter ging es bei Winterstorm zu, die mit ihrem Power-Metal viele Gäste auf die Wiese lockten um das Haupthaar zu schwingen. Headliner des Abends war Corvus Corax. Die Könige der Spielleute kamen zwar mit kleinerem Equipment (die Bühne war einfach nicht groß genug), aber dafür mit umso mehr Spielfreude. Auch wenn sie nicht ihr neuestes Projekt „Era Metallum“ zeigten, gab es doch einen guten Mix aus vielen Jahren Bandgeschichte. Und zum Schluss zogen sie sogar spielend durch das sitzende Publikum.

Triskilian, Festival Mediaval 2020

Am Sonntag gab es zwar keine Bands mehr, dafür legte aber DJ Romulus auf. Der Kultur-Biergarten endete mit einem überaus passendem Weißwurstfrühstück, sodass sich um 13 Uhr die Tore des Mediaval schlossen.

Alles in allem war der Kultur-Biergarten ein voller Erfolg! Die Gäste hatten Spaß, das Orga-Team hatte Spaß und den Künstlern konnte man sichtlich ansehen, dass sie sich freuten endlich wieder auf einer Bühne zu stehen. Dabei darf man nicht vergessen, dass alle Künstler an diesem Wochenende ohne Gage aufgetreten sind. Einzig die Spenden der Besucher und der Zuschauer des Live-Streams waren ihre Gage. Es konnte online gespendet werden (5000 € sind dabei heraus gekommen!), sowie auch direkt beim Konzert, bei dem Helfer durch die Reihen mit einer Art Klingelbeutel gingen, in den viele Besucher eine Spende warfen.

Wie man am Festival Mediaval sehen kann sind Veranstaltungen in Zeiten der Pandemie durchaus möglich. Es Bedarf eines guten Sicherheits- und Hygienekonzeptes und verständnisvoller und diszplinierter Besucher. Auf dass hoffentlich sich noch mehr Veranstalter trauen und dass zum nächten Festival Mediaval vom 10.-12.09.2020 sich die Lage soweit geändert hat, dass wieder jeder teilnehmen kann. Ohne Auflagen und ohne Mundschutz.

Obwohl, der hauseigene Festival-Mediaval-Mundschutz ist wirklich schick 🙂

https://www.festival-mediaval.com/

Festival Mediaval (News)

Der Festival – Mediaval Kulturbiergarten 2020

 

Die weltweite Corona – Pandemie hat in diesem Jahr alle Großveranstaltungen lahmgelegt.

Dazu zählt natürlich auch das Festival – Mediaval, welches ebenso nicht wie gewohnt stattfinden kann. Doch Veranstalter Bläcky hat sich davon nicht kleinkriegen lassen und stattdessen in gewohnter Kreativität eine Ersatzveranstaltung am selben Wochenende erdacht:

Den Festival – Mediaval Kulturbiergarten.

Der Biergarten findet an diesem Wochenende von Freitag den 04.09. bis Sonntag den 06.09.2020 auf dem Goldberg in Selb statt. 400 Besucher sind genehmigt, was natürlich nur ein Bruchteil der eigentlichen Besucher ist, die das Festival – Mediaval jedes Jahr aufs Neue normalerweise empfängt. Daher waren die Tickets auch binnen kürzester Zeit ausverkauft.

Folgende Bands und Künstler treten auf insgesamt zwei Bühnen auf:Corvus Corax, Des Teufels Lockvögel, Heiter bis Folkig, Pampatut, Poeta Magica, PurPur,The Blackbeers, Triskilian, Winterstorm, Basseltan, Beatrice, Kahira, Karsten Heilmann & Amandara, Luci van Org, Opus Furore.

Zusätzlich wird es einen mittelalterlichen Markt geben und am Sonntagvormittag ein Weißwurstfrühstück, welches von DJ Romulus musikalisch untermalt wird.

Der Kulturbiergarten verfolgt strengste Hygienemaßnahmen, die Veranstalter Bläcky im Vorfeld ausgearbeitet und mit dem zuständigen Gesundheitsamt abgestimmt hat.So gibt es vor beiden vorhandenen Bühnen eine feste Bestuhlung mit Biertischgarnituren und jedem Gast ist ein fester Platz vor beiden Bühnen zugeordnet, sodass keinerlei Vermischung verschiedener Personengruppen geschieht . Des Weiteren herrscht auf dem gesamten Gelände außer am eigenen Tisch Maskenpflicht.

Das Veranstalterteam wird zudem Rundwege ausschildern, die bevorzugt zu benutzen sind um auch hier größtmögliche Abstände wahren zu können. Zusätzlich sind auch genügend Desinfektionsmöglichkeiten auf dem Gelände gegeben.

Ein Campinggelände wird es ebenfalls geben, auch hier müssen die Zelte mindestens 2 m Abstand haben und nur direkt am Zelt im Familien – oder engen Freundeskreis muss keine Maske getragen werden.

Sämtliche Regeln können ausführlich auf der Homepage unter

https://www.festival-mediaval.com/  nachgelesen werden.

Mit all diesen Coronaschutzmaßnahmen wird die Festival – Mediaval GmbH zeigen, dass geordnete und geplante Veranstaltungen aus professioneller Hand auch im Leben mit Corona möglich sind und auch mit verschiedenen Komponenten wie Biergarten, Konzerten und einem mittelalterlichen Markt sicher durchführbar sind.

Für alle Daheimgebliebenen gibt es übrigens ein besonderes Schmankerl: Die Konzerte des Kulturbiergartens werden in Zusammenarbeit mit Christian Domeier (Inhaber ActionCamChiemgau) live gestreamt. Dieses Livestreaming wurde einzig und allein durch öffentliches Crowdfunding ermöglicht.

Da die zulässigen 400 Besucher unter der Grenze sind, den Kulturbiergarten wirtschaftlichdurchzuführen, hoffen Bläcky und sein Team auch weiterhin auf Spenden der Fans. Diese sind über den Onlineshop des Festival – Mediaval möglich, während des Livestreams wird es ebenso die Möglichkeit geben über Paypal zu spenden oder aber auch vor Ort, zum Beispiel bei Ankunft auf dem Camping – Gelände.

Festival Mediaval

Presse Mitteilung Festival Mediaval

Festival-Mediaval XIII 2020 wird verschoben

Wir müssen leider das Festival-Mediaval XIII schweren Herzens
verschieben, da wir momentan keine Genehmigung bekommen.
Das Festival wird nun vom 10.-12.09.2021 stattfinden. Die allermeisten
Bands und Künstler haben bereits ihre Teilnahme zugesagt.

Da wir euch aber nicht ganz ohne Mediaval lassen wollen, planen wir einen
KULTUR-BIERGARTEN vom 04.-06.09.2020 in Kooperation mit dem Collis Clamat.

Vom 09.-11.04.2021 ist dann ein Benefizfestival auf dem Collis
Clamat-Gelände in Wunsiedel geplant.

Welche Möglichkeiten habt ihr nun?
– Ihr könnt eure Tickets behalten, diese gelten dann für 2021.
– Ihr könnt euer 3-Tages-Hardticket gegen ein Ticket für den
Kultur-Biergarten umtauschen, uns damit also subventionieren. Und dann
für 2021 ein neues Ticket kaufen.
– Ihr könnt euer Ticket, online oder Hard, bei uns oder etix,
zurückgeben und den Eintrittspreis erstattet bekommen (ohne
Bearbeitungs/Postgebühren). Wir hoffen natürlich, dass ihr sie alle fürs
nächste Jahr behalten wollt.
– Ihr könnt in unserem Shop für uns spenden oder euch eines der
geplanten Unterstützerartikel bestellen. Regelmäßiges Nachschauen lohnt
sich.

Die Tickets für 2020 gelten nun für 2021, wir werden auch keine neuen
drucken, d.h. auch wenn ihr von jetzt bis September 2021 3-Tages-Tickets
bestellt, bekommt ihr die Hardtickets von 2020. Online-Tickets werden
entsprechend umgestellt. Wir werden den Preis bis Silvester stabil
halten, ab dem 01.01.2021 wird es dann teurer, da die Unkosten heftig
steigen und wir enorme Kosten durch die Verschiebung haben.

KULTUR-BIERGARTEN:
Freitag-Abend und den gesamten Samstag mit Bühnen- und Gauklerprogramm
und am Sonntag ein Weißwurstfrühstück zum Abschied. Eine Marktebene mit
ausgewählten Ständen.

Wir haben für euch ein absolut sehenswertes Programm zusammengestellt:
Corvus Corax, Poeta Magica, Winterstorm, The Blackbeers, Triskilian, Des
Teufels Lockvögel, Pampatut, PurPur, Heiter bis Folkig, Basseltan,
Beatrice, Opus Furore, DJ Romulus, Luci van Org, Karsten Heilmann,
Amandara und der Admiral haben zugesagt euch zu unterhalten.
Der Kultur-Biergarten wird unter Einhaltung der dann geltenden Hygiene-
und Abstandsregeln mit der dann zulässigen Besucherzahl durchgeführt.
Alle Teilnehmer verpflichten sich diese einzuhalten.

Jetzt sind 100 Besucher Open Air erlaubt, d.h. wir bieten erst einmal
100 Tickets an. Wenn die Grenze auf 500 angehoben wird, kommen weitere
400 Tickets auf den Markt und falls für September 1000 Besucher erlaubt
sein werden (wovon wir zum derzeitigen Zeitpunkt ausgehen) gibt es
nochmal 500 Tickets. Falls noch mehr zugelassen werden, wird es auch
entsprechend mehr Tickets geben.
Sollte eine zweite Welle kommen oder der Landkreis Wunsiedel zum Hotspot
werden und Anfang September keine Veranstaltungen möglich sein, bekommt
ihr euer Geld selbstverständlich zurück. Falls 1000 erlaubt werden und
dann kurz vor der Veranstaltung wieder auf z.B. 500 zurückgegangen wird,
behalten die ersten 500 bestellten Tickets ihre Gültigkeit, die später
bestellten Tickets werden erstattet.

Die Tickets kosten einen Solidaritätsbeitrag von 49,-€ für alle 3 Tage
und können nur als Online-Ticket in unserem Shop auf der Website
erworben werden und zwar bis 04.09.20 12.00 h. Es wird keine Tageskasse
geben, auch keine Tagestickets.

Eine Ebene des Goldbergs wird als Parkplatz zur Verfügung stehen. Eine
weitere Ebene ist als Camping geplant, falls dieser genehmigt wird.
Beides ohne weitere Kosten.

Ich hoffe, ihr bleibt uns auch weiterhin treu und helft mit, damit das
Festival überlebt kann und wir 2021 alle zusammen wieder ein
fantastisches Festival ohne Beschränkungen feiern können.

Hierzu haben wir uns einige Maßnahmen ausgedacht, wie ihr uns helfen
könnt, übers Jahr zu kommen. Diese werden von Zeit zu Zeit in unseren
Shop eingestellt. Fürs erste ist dies eine reine Spendenmöglichkeit.
In den nächsten Wochen und Monaten kommen noch diverse Merchartikel hinzu.

Euer Festival-Mediaval-Team

Faun Konzert in der historischen Stadthalle in Wuppertal 7.03.2020

Bereits kurz nach Einlass wurde es am vergangenen Samstag voll in der prachtvollen Wandelhalle der Historischen Stadthalle in Wuppertal. Es war wenig zu spüren von der dieser Tage grassierenden Unruhe wegen des Corona-Virus, kaum jemand wollte sich das bevorstehende Konzerterlebnis entgehen lassen. Schließlich ist es doch mittlerweile fast schon gute Tradition, dass die sechs Musiker von Faun dem Haus im Rahmen ihrer Konzertreisen einen Besuch abstatten. So auch in diesem Jahr im Zuge der aktuellen „Märchen & Mythen“-Tour.

Schon beim Betreten des Konzertsaales erwartete die Besucher ein ganz neues Bühnenbild. Drei große Banner, an Portale erinnernd, rahmten die Bühne einem Tryptichon gleich und bildeten mit märchenhaften Motiven den Hintergrund für das bevorstehende Konzert, welches pünktlich um 20 Uhr mit den ersten Tönen des Stückes „Rosenrot“ begann. Gleich zu Anfang durfte dann auch schon der erste Gast des Abends auf der Bühne begrüßt werden. Florian Janoske von Versengold unterstützte die Band tatkräftig an der Geige und fühlte sich dabei sichtlich wohl. Das Publikum dankte für den fulminanten Auftakt mit einem großem Begrüßungsapplaus – einem gelungenen Abend stand also nichts im Weg.

Und so entführten Faun ihre Zuhörer in den nächsten zwei Stunden in ihre Welt und natürlich im Besonderen in das Reich von Märchen und Mythen aus aller Welt. Lieder vom neuen Album, welches sich ganz mit diesen Themen beschäftigt, durften da natürlich nicht fehlen. Dabei war es überaus spannend zu beobachten, welche Kraft gerade diese neuen Stücke bei der Live-Aufführung entwickelten. Da wäre zum Beispiel „Holla“, das längste Stück des Albums, welches – auch unterstützt von der wie immer bei Faun-Konzerten zauberhaften Lichtshow – etwas derart traumwandlerisches an sich hatte, dass es einen fast wie in Trance in die anschließende Pause entließ. Oder aber auch das treibende „Hagazussa“, dessen Sog man sich an jenem Abend kaum zu entziehen vermochte.

Doch auch ältere Stücke passten sowohl musikalisch als auch thematisch perfekt in die „Märchen & Mythen“-Tour. Lieder wie „Odin“ und „Egil Saga“ entführten die Zuhörer in die Sagenwelt des Nordens, und sogar Fans der allerersten Stunde kamen an diesem Abend auf ihre Kosten, als die Band mit „Des Wassermanns Weib“ ein Stück von ihrem Debütalbum „Zaubersprüche“ auf die Bühne brachte. Bei diesem sehr ruhigen Stück zeigte sich auch ganz wunderbar, wie sehr Faun ihr Publikum an jenem Abend in den Bann gezogen hatten, war doch außer andächtiger Stille im Saal weit und breit nichts zu hören.

Wer schon einmal ein Faun-Konzert besucht hat, der weiß, dass es stets ein Fest für alle Sinne ist. Auch am vergangenen Samstag in Wuppertal gab es noch weit mehr als Musik zu entdecken. Neben dem bereits erwähnten märchenhaften Bühnenbild und der bezaubernden Lichtshow begann etwa der zweite Teile des Konzerts damit, dass Sänger Oliver zunächst allein die Bühne betrat, um ein Märchen aus dem fernen Osten zu erzählen. „Der Steinmetz“, so der Name des Märchens, handelte von einem Handwerker, der mit seinem Leben nicht zufrieden war und unverhofft die Chance erhielt, es zu ändern.
Außerdem war mit Kelvin Kalvus noch ein zweiter Gast zugegen, welcher das Publikum mit mehreren Kostproben seiner Kunst als Kontaktjongleur in Erstaunen versetzte.

Bei einer so vielseitigen Show verging der Abend natürlich wie im Flug, und in das irgendwann unausweichlich nahende Abschiednehmen mischte sich trotz der fröhlichen Klänge von „Wenn wir uns wiedersehen“ dieses Mal auch ein wenig Wehmut, denn wieder einmal sind Faun dieser Tage im Umbruch. Im Sommer wird Gründungsmitglied Fiona die Band nach knapp zwanzig Jahren verlassen. So wird dieses Konzert für viele Fans auch die letzte Möglichkeit gewesen sein, Faun noch einmal mit dieser talentierten und sympathischen Musikerin erleben zu dürfen. Was für ein Glück, dass es so ein schöner Abend geworden ist, an den man sich immer gerne zurückerinnern wird!

Victoria Eckwerth

The Invitation Festival – Die Kammer, Mila Mar und Delva

Die Kammer lud Künstler und Gäste nach Frankfurt am Main unter die Brücke im Osthafen ein. In den gemütlichen Räumlichkeiten des Frankfurter Kunstverein Familie Montez fand das Festival einen perfekten Rahmen.

Delva

Mila Mar

Die Kammer

Außenansichten

Eivør – Konzert in Dortmund am 13.03.20

In diesem Jahr beehrt Eivør Deutschland mit einem einzigen Konzert auf ihrere kleine Tour durch Europa. Neben Finnland, Norwegen und der Türkei dürfen sich die Dortmunder über einen Auftritt im Konzerthaus am 13.03.20 freuen.

Mit dabei hat sie ihr neuestes Album „Live in Tórshavn“ 2017, das 16 Klassiker ihrer großen Alben-Sammlung enthält.

Eivør wurde 1983 auf den Färöer Inseln geboren. Die Verwurzelung mit dieser abgeschiedenen und gleichzeitig wunderschönen Insel diente von Beginn an als musikalische Anregung für die Sängerin, Musikerin und Songwriterin, die eine Stimme von einer seltenen Schönheit und Kraft besitzt. Während die andauernde Liebe zur färöischen Kultur weiterhin das Herzstück ihrer Arbeit ist, wurde deren Ausdruck um Einflüsse etwa aus Jazz, Folk, Ethno-Pop, Trip-Hop und Klassik erweitert. Nach ihrem Konzerthaus-Debüt 2018 verzaubert die »Pop-Elfe« das Dortmunder Publikum mit dieser musikalischen Palette nun ein weiteres Mal.

https://www.eivor.com/

Eivør, Live Torshavn

Tvinna

Ein neues Projekt erblickt noch in diesem Jahr das Licht der Welt. Tvinna, ein Zusammenschluss der Musiker Fiona Frewert (Faun), Laura Fella (Faun), Fieke van den Hurk (Musikerin und Musikproduzentin), Fabienne Erni (Eluveitie). Viel ist bisher noch nicht bekannt, aber auf ihrer Website www.tvinna.com  beschreiben sie das Projekt wie folgt:

„Throughout history women have gathered in groups of various sizes – if necessary in secret. They shared their knowledge, love, ancient wisdom and celebrate womanhood. Within their circle they created a safe space to share stories and mysteries, to provide each other with strength and warmth.

We are a circle, a community, a gathering. We’ve woven the threads women have started to spun centuries ago. We’ve woven them into waveforms – the shape of music. By using the pureness of the voice and the sonic world that music creates, we set out to resurrect, to heal and to awaken what has been made to slumber.

With our music we unleash this female force within everyone of us – to strengthen and to comfort whoever is willing to feel and receive it, whoever is in need.
We no longer hide. We are one in the dark.“

Die erste Single „The Gore“ erscheint am 22. November 2019. Das Album ist für Juli 2020 geplant.

Oro „Rompi! Rompi!“

Wer in der jüngeren Vergangenheit einmal einen Mittelaltermarkt besucht hat, der mag dort vielleicht auch in einen der faszinierenden Auftritte der Familie Slivowitz aus Siebenbürgen hineingestolpert sein. Unter diesem Namen nämlich präsentieren die vier Musiker samt Tänzerin von Oro ihr Programm auf den Bühnen der Welt. Und so manch einem wird dabei auch das eine oder andere Gesicht jener musikalischen Wahlfamilie bekannt vorgekommen sein, handelt es sich doch samt und sonders um keine Unbekannten in der Szene.

Oro, das sind nämlich die Musiker Jule Bauer, Michael Bingler, Christine Hübner und Reiner Jungmann sowie die Tänzerin Mirimah, die alle schon auf eine lange Karriere bei namhaften Bands wie Triskilian und Spectaculatius zurückblicken können. Nun haben sie sich als Oro zusammengefunden, um sich gemeinsam der Musik des Ostens zu widmen. Und das tun sie auf ihrem Debütalbum „Rompi! Rompi!“ auf ganz bemerkenswerte Weise.

Die Stücke, die sie für das Album ausgewählt haben, stammen dabei aus dem Repertoire wandernder Musikanten, es handelt sich um Tanzmelodien und Volkslieder vom Balkan bis zum Bosporus. Stücke aus der Türkei sind dabei ebenso vertreten wie solche aus Bulgarien oder Griechenland, die musikalische Tradition der Roma wird ebenso gewürdigt wie die der Sepharden. So groß wie dieses geografische und kulturelle Areal, so vielseitig sind auch die musikalischen Einflüsse auf „Rompi! Rompi!“. Schon der namensgebende, erste Song des Albums weiß zu fesseln: die Musik wirkt lebhaft und verspielt, man hört sowohl orientalische als auch europäische Einflüsse. Das zweite Stück dann, „Ushti Ushti Baba“, klingt deutlich mehr nach Osteuropa, während das folgende bulgarische Stück „Gajda Nasviri“ mit der prägnanten Drehleier geschickt mittelalterliche Klangelemente mit einflicht. Und so geht es in insgesamt neun Liedern munter kreuz und quer durch den wilden, musikalischen Osten. Äußerst lebhafte, tanzbare Stücke wie „Lenorije Chaje“ oder „Esmerim Biçim Biçim“ sind dabei ebenso vertreten wie eher ruhigere, teils verträumte Lieder wie „O Charalámbi“ oder „Zapevala Sojka Ptica“.

Dabei ist die Instrumentierung stets überaus spannend und vielseitig. Nyckelharpa, Drehleier, Dudelsack, Flöten und Schalmei bringen Einflüsse aus der westlichen Folk- und Mittelaltermusik mit ein, entfalten aber im Kontext der östlichen Melodien eine ganz eigene Wirkung. Für den Rhythmus hingegen sorgen orientalische Trommeln wie Riqq, Davul und Darbuka und laden dazu ein, ausgiebig das Tanzbein zu schwingen. Und auch die sehr präsente Klarinette, die man hierzulande ja eher selten in der Folkmusik findet, fügt sich wunderbar harmonisch ins Gesamtbild.

Nicht zu vergessen ist natürlich auch der Gesang. Dabei sticht besonders die glasklare, kräftige und prägnante Stimme Jule Bauers hervor, der zu lauschen wie immer eine große Freude ist. Oftmals  begegnet den Hörern auf „Rompi! Rompi!“ aber auch ein mehrstimmiger Gesang, bei dem weibliche und männliche Stimmen harmonisch zusammenklingen. Obwohl die Stücke hauptsächlich in Sprachen gesungen sind, die wohl leider den meisten Hörern fremd sein werden, transportiert der Gesang so viel Emotion, dass man sich ein gutes Bild von der Grundstimmung der Texte machen kann. Außerdem trägt natürlich der Klang der vielen verschiedenen Sprachen auch nochmal einiges zur Vielfalt der Musik bei.

Und so nehmen einen Oro auf „Rompi! Rompi!“ mit auf eine überaus spannende, musikalische Reise in den Osten Europas und darüber hinaus. Die Einflüsse sind dabei so vielseitig, die Umsetzung so originell, dass man aus dem Staunen und Entdecken gar nicht mehr herauskommt. Dabei versprühen die Musiker auch noch eine so offensichtliche Leidenschaft und Lebensfreude in ihrer Musik, dass man sich nur mitreißen lassen kann. Scheinbar spielend leicht ist es ihnen so gelungen, auf ihrem Erstlingswerk die verschiedensten musikalischen Traditionen zu verbinden. Man darf gespannt sein, welche Wege diese außergewöhnliche Band in Zukunft noch einschlagen wird.

Victoria Eckwerth

Elane: „Legends Of Andor“

Seit nunmehr fast zwei Jahrzehnten ist der Name Elane untrennbar verbunden mit dem Genre  Fantasy Folk. Nachdem die Band sich den vergangenen zwei Studioalben den Werken des Autors Kai Meyer gewidmet hat, legt sie mit dem dieser Tage erscheinenden, sechsten Album „Legends Of Andor“ erstmalig den Soundtrack zu einem Brettspiel vor und schlägt damit erneut neue Wege ein.

Michael Menzels „Die Legenden von Andor“ zählt ohne Zweifel zu den beliebtesten Brettspielen der vergangenen Jahre. Es entführt seine Spieler in das fantastische Reich Andor, welches es vor dem Bösen zu beschützen gilt. Eine epische Story also, die einen ebenso epischen Soundtrack als Untermalung definitiv verdient hat.

Und eben jenen epischen Soundtrack liefern nun Elane auf „Legends Of Andor“, und das bereits von der ersten Minute an. Schon im Opener „Guiding Star“ wird eine mystische Stimmung aufgebaut, die sich im folgenden „Theme from Journey to the North“ weiter fortsetzt. Man kann den Nebel, der in diesen Klängen über dem Wasser hängt, regelrecht vor seinem inneren Auge sehen. „Reedland“ und „The Tavern Song“ kommen dagegen angenehm ruhig und entspannt daher, während „The Drinking Song“ ungemein verspielt wirkt und Lust macht, länger in besagter, vorher vorgestellter Taverne zu verweilen.

Insgesamt ist es eine der großen Stärken des Albums, dass die Songs die verschiedensten Stimmungen zu schaffen vermögen und so ganz unterschiedliche Bilder der dargestellten Orte heraufbeschwören. So wähnt man sich während „The Vigilante Woods“ plötzlich in einem geheimnisvollen, dunklen Wald, während man sich durch die leicht dumpfen Klänge bei „Entrance To The Mine“ tatsächlich wie unter der Erde vorkommt. Ein musikalisches Highlight ist aber auch „River Narne“, wo sich die Musik dermaßen ins Epische steigert, dass man den Fluss förmlich durch verschiedene, wunderschöne Landschaften zu fließen sehen meint.

Überhaupt steht die teilweise orchestrale Untermalung „Legends Of Andor“ außerordentlich gut zu Gesicht und gibt Stücken wie „Borghorn“ oder „Castle Song“ etwas Erhabenes, was einfach hervorragend zum Fantasy-Thema des Spiels passt. Und obwohl es sich um einen Soundtrack handelt, muss man als Hörer auch nicht vollständig auf den Gesang von Frontfrau Joran Elane verzichten. Texte gibt es dabei zwar eher wenige, dafür begegnet einem ihre Stimme immer wieder als zusätzliche Melodielinie. Der besonderer Klang der Band und ihr Wiedererkennungswert bleiben so auf dem gesamten Album stets gewahrt.

Auch das Artwork der CD macht einiges her. Cover und Booklet zieren Illustrationen vom Spielemacher Michael Menzel, was das Anschauen zu einer großen Freude macht.

Mit „Legends Of Andor“ ist Elane ein stimmungsvoller Fantasy-Soundtrack gelungen, der nicht nur Kennern des dazugehörigen Brettspiels Freude bereiten wird. Vielmehr eignet sich das Album für alle, die sich beim Musikhören gerne in fantastische Welten träumen und natürlich für jene, die den einzigartigen Fantasy Folk-Klang der Band ohnehin zu schätzen wissen.

 

Victoria Eckwerth