Wacken Winter Nights 2019

Das Lineup der Wacken Winter Nights ist seit Anfang Dezember komplett. Und damit sind auch schon 90 % der 3-Tages-Tickets vergriffen. Wer also noch eine Chance haben will das ganze Festival in Wacken zu verbringen und Saltatio Mortis, Eluveitie, Korpiklaani und Faun erleben möchte, der sollte schnell sein und bei Metaltix sein Ticket kaufen.

Das 3-Tages-Ticket kostet 89 €, zwei Tage gibt es für 65 €. Für alle, die ein Festival ohne Campen nicht aushalten, stehen auch Campingplätze zur Verfügung.

Das „Best New Festival“ 2017 fährt in diesem Jahr mit vielen bekannten Größen der Metal- und Folkszene auf. Neben den Headlinern Saltatio Mortis, Korpiklaani und Faun sind auch die erfolgreichen Newcomer Forgotten North dabei. Ein ganz besonderes Erlebnis verspricht Heilung zu werden, die auf der Bühne eher ein Ritual als ein Konzert geben. Wir freuen und besonders auf die dänischen Folkmetaller Huldre, die nach dem Auftritt sicherlich mehr Fans haben werden.

Wacken Winter Nights III
22. – 24. Februar 2019
mit: Apocalypse Orchestra, Arkona, Bannkreis, Cemican, Comes Vagantes, Dragol, Die Pressgëng, Duo Hyttis, Eluveitie, Ereb Altor, Faun, Feuerschwanz, Forgotten North, Grimner, Haggefugg, Harpyie, Heilung, Helsott, Holly Loose, Huldre, Incantatem, Korpiklaani, MacCabe & KaNaka, Moonsorrow, Saltatio Mortis, Skiltron, The Dread Crew of Oddwood, The O’reillys and the Paddyhats, Trollfest, Trollfaust, Turisas, Skaldenmet, Serenity, Vogelfrey und vielen mehr!Wacken Winter Nights 2019 Lineup

Pagan Journey Tour – Cesair und Waldkauz

Im März gehen die Epic Folker Cesair und die Pagan Folker Waldkauz gemeinsam auf eine Mini-Tour. Zwei Termine sind geplant und versprechen einen epischen Abend voller guter Musik.

Am 23. März 2019 geht in die Niederlande, genauer gesagt nach Arnheim ins Willemeen. Im Vorverkauf kosten die Karten 10 €.

Eine Woche später am 30. März 2019 gibt es den Gegenbesuch in Hildesheim in der Kulturfabrik Lösecke. Ticketpreise werden noch bekannt gegeben.

Mehr Infos auf www.wald-kauz.de

Fairytale

Wer dieser Tage draußen in der Natur Spazieren geht, kann es nicht mehr

übersehen: Die Vögel sammeln sich für ihre Reise in den Süden, die Blätter an den Bäumen beginnen sich bunt zu verfärben. Der Herbst hat auch nach diesem schier endlos scheinenden Sommer letzten Endes wieder Einzug gehalten. Und nun ist sie da, die perfekte Zeit, um sich dem zweiten Studioalbum der jungen Hannoveraner Band Fairytale zu widmen. Dieses trägt den Titel „Autumn’s Crown“ und hat sich nichts weniger zum Ziel gesetzt als seine Hörer in eine Parallelwelt zu entführen.

Die Reise beginnt gleich mit dem Titeltrack und Opener: ein knisterndes Feuer und das Rauschen des Windes erschaffen die Klangkulisse eines Herbstabends im Wald, während ganz sanft die Musik einsetzt. Besonders der Klang der akustischen Gitarre ist es dabei, welcher die Musik von Fairytale prägt und ihr ihren charakteristischen Klang verleiht, doch auch andere Instrumente wie Geige oder Cello kommen effektvoll zum Einsatz. Und dann ist da natürlich noch der Gesang. Sanft und klar führt die angenehme Stimme von Sängerin Laura Isabel Biastoch die Hörer durch die meisten Stücke. Doch auch Gitarrist und Songwriter Oliver Oppermann weiß gesanglich zu überzeugen, so in den Liedern „Mushroom Foray“ und „Donegal“. Beides sind Eigenkompositionen der Band, sie könnten jedoch auch problemlos als Irish Folk Traditionals durchgehen. Mit „Mando Dance“ hat außerdem noch ein mitreißendes Instrumentalstück seinen Weg auf das Album gefunden.

Doch die Hörer erwartet lange nicht nur Irish Folk auf „Autumn’s Crown“. Fairytale selbst bezeichnen ihre Musik als Mystic Folk, und diese Bezeichnung erweist sich als ziemlich treffend. Oftmals beginnen die Lieder ruhig, manchmal auch melancholisch, doch entwickeln sie sich dann in ganz unterschiedliche Richtungen. So weckt der Gesang bei „Waterfall“ regelrecht urtümliche Assoziationen , während „Moonway“ auf ganzer Linie verträumt daherkommt. Mit „Living In The Wood“ unternehmen Fairytale sogar einen kleinen Ausflug in eher folk-poppige Gefilde und erinnern damit etwas an Faey mit ihrem durch und durch positiven Sound. Überhaupt finden sich immer wieder wunderbar verspielte Passagen in den Stücken, die ganz ausgezeichnet zu den Themen der Lieder passen. Sowohl in den englischen als auch in deutschen Texten werden Fairytale hier nämlich ihrem Bandnamen auf ganzer Linie gerecht, denn ihre Lieder erzählen Geschichten, und diese Geschichten handeln oft von Fabelwesen und mysteriösen Gegebenheiten.

Fairytale ist mit ihrem zweiten Album „Autumn’s Crown“ ein sehr schönes und eigenständiges Werk gelungen. Weiblicher und männlicher Gesang, ruhige und tanzbare Stücke, englische und deutsche Texte – alles passt zusammen und verbindet sich zu einem stimmigen Ganzen. Unbedingt empfehlenswert für alle, die sich für Folk, Mystik und Fantasy begeistern können und bereit sind, sich von der Musik in eine andere, märchenhafte Welt entführen zu lassen.

Victoria Eckwerth

Reidar Jensen

Im vergangenen November erschien mit „Life Songs“ die neue EP des norwegisch-deutschen Singer/Songwriters Reidar Jensen. In deren vier Liedern präsentiert der in Emsdetten lebende Musiker mit den nordischen Wurzeln wieder sein ganzes musikalisches Können.

Reidar Jensen bezeichnet seine Musik selbst als „Finest Acoustic Poetry“. Dies ist eine Beschreibung, die den vier Stücken auf „Life Songs“ auf ganzer Linie gerecht wird. So wurde bei der Aufnahme der neuen EP großer Wert auf einen  unverföälschten Sound ohne unnötige Effekte gelegt, was man dem fertigen Werk auch anhört. Und Effekte wären hier auch vollkommen Überflüssig gewesen, ist es doch gerade das pure Zusammenspiel von zwei Akustikgitarren – der Musiker erhielt auf dieser EP Unterstützung von dem Gitarristen Markus Daubenspeck – und dem
Gesang Reidar Jensens, welches der Musik ihren ganz eigenen Charakter verleiht.

Die vier Songs der EP sind dabei erfrischend vielseitig und weisen ganz unterschiedliche musikalische Einflüsse aus Folk Rock, Country und auch den ruhigen Tönen der großen amerikanischen Singer/Songwriter auf, ohne dabei jedoch jemals ihre Eigenständigkeit zu verlieren.
So beginnt „Life Songs“ ganz beschwingt mit dem wunderschönen Liebeslied „What You Are“, während die beiden folgenden Stücke „Cold Separation“ sowie „Ways To Lighten Up“ musikalisch deutlich ruhigere und inhaltlich ernstere Töne anklingen lassen. Das letzte Lied schließlich, das extrem eingängige „Pick Up My Hat“, entlässt die Hörerschaft mit dem sehr reizvollen Gedanken, dass es eine Alternative dazu gibt, immer alles Negative an sich heranzulassen – nämlich einfach mal seinen Hut zu nehmen und zu gehen.

Überhaupt merkt man den Liedern von Reidar Jensen an, dass er beim Songwriting ganz wie einige seiner musikalischen Vorbilder wie Dylan und Cohen großen Wert auf die Texte legt. Diese sind nämlich auf „Life Songs“ wie auch schon auf der 2016er-EP „Silent Travelling“ erfreulich vielseitig, kreativ und tiefsinnig. Mal ernst, mal humorvoll erzählt der Musiker Geschichten aus seinem Leben, bei denen er jedoch immer einen positiven Blick auf die Welt behält. Durch den natürlichen Sound und den leicht heiseren, warmen Gesang fällt es auch stets leicht, den Texten zu
folgen, sie rücken fast wie von selbst ganz unaufdringlich ins Zentrum und regen die Hörer zum Nachdenken an.
Mit „Life Songs“ hat Reidar Jensen nun also wieder eine durch und durch sehr hörenswerte EP geschaffen, an der Freunde handgemachter, ruhiger Töne und guter Texte große Freude haben werden. Ganz zu recht konnte der Musiker mit diesem kleinen, aber feinen Stück Musik auch schon einige Erfolge beim UK Songwriting Contest sowie dem Deutschen Rock & Pop Preis feiern. Bei der hohen Qualität der Musik ist davon auszugehen, dass dies auch noch lange nicht die letzten
Erfolge des Musikers sein werden!

Victoria Eckwerth

Versengold: Funkenflug

Zwei Jahre nach dem großen Erfolg ihres letzten Albums „Zeitlos“ melden sich Versengold nun am 04. August mit einem neuen Silberling zurück. Das Album hört auf den Namen „Funkenflug“ und präsentiert sich schon mit den ersten Tönen fulminant: „Niemals Sang- und Klanglos“ heißt der Opener und zeigt die sieben Musiker gleich von ihrer besten Seite. Die Musik ist treibend und voller Energie, man möchte am liebsten vom ersten Takt an mittanzen. Der Text ist optimistisch und der Refrain wartet nur darauf, beim nächsten Konzert aus tausend Kehlen lautstark mitgesungen zu werden. Kurzum, das ganze Stück geht einfach nur nach vorne und wirft einen mitten hinein in die musikalische Welt von Versengold.

Dass dies eine sehr vielseitige Welt ist, beweist die Band von da an auf so ziemlich jedem Stück, so facettenreich geht es auf dem neuen Album zu. Das zweite Lied, der Titeltrack „Funkenflug“, ist eine wunderbar eingängige, poppige Folknummer und dürfte insbesondere bei den vielen der Band nahestehenden Mittelalterfans warme Erinnerungen an so manche um die Lagerfeuer eines Marktes durchtanzte Nacht wecken. Auch „Solange jemand Geige spielt“ kommt sehr leichtfüßig daher und schraubt sich munter schon beim ersten Hördurchlauf in den Gehörgang. Ganz anders präsentiert sich „Samhain“, welches passend zum Thema des Songs ungewohnt düster und sogar ein wenig unheimlich gehalten ist, geht es doch um die Nacht des Jahres, wo sich die Welt der Geister und die unsere Welt am nächsten sind. Mit „Biikebrennen“ und „O’Rileys Lichterfest“ haben auch zwei Instrumentals ihren Weg auf das Album gefunden. Beide beschäftigen sich dem Titel nach mit verschiedenen Festen und sind passend zur Thematik durch und durch tanzbar. Doch natürlich darf auch die eine oder andere Ballade nicht fehlen: So beschert beispielsweise das verträumt-melancholische Stück „Nebelfee“ dem neuen Album ein paar wunderschöne, besinnliche Momente, während es an anderer Stelle – genannt seien hier „Verliebt in eine Insel“ sowie „In aller Ohr“ – durchaus einmal wieder in altgewohnter Versengold-Manier feucht-fröhlich-folkig zugehen darf.

Versengold ist mit „Funkenflug“ ein wirklich toller Wurf gelungen, mit dem sie sicherlich nahtlos an den Erfolg des Vorgängers „Zeitlos“ werden anknüpfen können. Das Album steckt vom ersten bis zum letzten Song voller Energie, Lebenslust und Spielfreude und besticht sowohl klanglich als auch textlich durch seine enorme Vielseitigkeit.
Wie gewohnt ist es eine Freude, sich mit den Texten von Sänger Malte Hoyer zu beschäftigen, die stets klug, witzig und oftmals auch tiefgründig daherkommen. Der Grundton der Texte ist dabei immer auf wirklich ansteckende Weise positiv. So wird selbst ein Lied wie „Haut mir kein‘ Stein“, in dem es um den Umgang mit dem Tod geht, gleichzeitig zu einer Liebeserklärung an das Leben, das Feiern, die Freundschaft.

Musikalisch gibt es eine gut ausgewogene Mischung aus der typisch versengold’schen Spielart von Irish Folk und eher poppigeren Klängen, wie man sie schon auf „Zeitlos“ an mancher Stelle antreffen konnte. Der Sound klingt dabei diesmal insgesamt dichter und druckvoller als auf dem Vorgänger, setzt aber die musikalische Entwicklung ziemlich konsequent weiter fort.

Herausgekommen ist so ein Werk, mit dem Versengold über Szenegrenzen hinweg zu überzeugen verstehen. Es vereint tanzbare Irish Folk-Klänge, eingängige Melodien und großartige Texte und bewahrt dabei stets den einzigartigen Sound der Band. Das macht „Funkenflug“ zu einem Album, welches von der ersten bis zur letzten Minute Spaß macht und das man gerne immer und immer wieder anhört – Ohrwurmgarantie inklusive!

Victoria Eckwerth

Krayenzeit – Tenebra

Krayenzeit – Tenebra (VÖ: 26.08.2016)

Nur etwa ein Jahr nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums „Auf dunklen Schwingen“ melden sich Krayenzeit nun schon mit einer neuen CD zurück. Auf „Tenebra“, wie das neue Werk heißt, setzen die sieben Stuttgarter Musiker ihren musikalischen Weg weiter fort. Folk und Mittelalter treffen hier auf härtere Klänge aus Rock und Metal und gehen dabei eine mitreißende Symbiose ein.
So düster, wie der Titel verheißt “ „Tenebra“ ist Latein für Dunkelheit – geht es auf dem neuen Machwerk dabei aber eigentlich gar nicht zu. Vielmehr erweisen sich die Klänge von Krayenzeit größtenteils als energiegeladen und tanzbar und haben oft ein klares Ohrwurm-Potenzial. So legt das Septett auch gleich nach dem hymnisch-mittelalterlich gehaltenen Intro „De Profundis“ mit einem richtigen Brett los. „Tenebra“, das Titelstück des Albums, bietet Mittelalterrock in Reinform und macht große Lust auf das, was das Album noch so zu bieten hat. Und das ist so einiges: Obwohl die Musik von Krayenzeit klar im Mittelalterrock verankert ist und damit natürlich auch der anderer Bands des Genres ähnelt, ist es den Musikern gelungen, eine eigene Handschrift zu finden und dieser stets treu zu bleiben. Auf allen dreizehn Stücken verfolgt die Band so ihre eigene, musikalische Linie. Dominant ist dabei vor allem die markante und kräftige Stimme von Sänger Markus Engel, welche die Hörer durch das Album führt und dabei so manche interessante Geschichte zu erzählen weiß. Die Instrumentierung ist ausgewogen, auch die härteren Songs erhalten durch Violine, Flöte und Rauschpfeife einen folkigen und vielseitigen Klang. „Chimaera“ beispielsweise kommt mit seinem orientalisch anmutenden, instrumentalen Intro so exotisch daher, dass sich beim Hören vor dem geistigen Auge fast wie von selbst eine fremde Wüstenlandschaft auftut. Um die ohnehin schon große Auswahl an verschiedenen verwendeten Musikinstrumenten noch weiter zu vergrößern, haben Krayenzeit sich auf „Tenebra“ mit Nik und Laui von Nachtgeschrei auch noch zwei musikalische Gäste eingeladen, die sie zusätzlich mit Dudelsack, Flöte und Drehleier unterstützen.
Ein richtig großer Pluspunkt auf „Tenebra“ sind auch die Texte. Hier erweisen sich Krayenzeit als sehr eigenständig und kreativ. Da wird sich mal aus einer ganz anderen Perspektive mit biblischen Inhalten auseinandergesetzt („2000 Jahre Einsamkeit“) oder ein Ausflug in weniger bekannte Kapitel der griechisch-römischen Mythologie unternommen („Ruf der Lamia“). Mit „In Vino Veritas“ hat aber auch ein klassisches, gutgelauntes Trinklied seinen Weg auf das neue Album gefunden. Dieses ist schon beim ersten Hördurchgang so eingängig und zum Mitsingen geeignet, dass es sicher auch das Potenzial hat, zu einem wahren Lieblingsstück auf künftigen Liveshows der Band zu avancieren. Doch auch ernstere, oft balladeske Stücke fehlen nicht auf dem neuen Album der Krähen. Da wäre zum einen das von Geigenklängen getragene „Niemandsrose“, das einen Moment zum Innehalten mitten auf dem Album bildet, aber vor allem auch das letzte Stück „Alles von mir“. Der Text dieses Liedes erzählt von einer unerfüllten Suche nach Liebe und Glück, an deren Ende nur noch reine Hoffnungslosigkeit zu stehen scheint. Ein Lied, welches die Hörer mit seiner Botschaft ziemlich nachdenklich zurücklässt. Gerade weil es inhaltlich in so auffälligem Kontrast zu den anderen Stücken des Albums steht, bildet es jedoch auch einen sehr interessanten Ausklang und regt dazu an, noch eine ganze Weile über das Gehörte nachzudenken.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass den sieben Damen und Herren von Krayenzeit mit „Tenebra“ ein sehr würdiger Nachfolger ihres Debütalbums gelungen ist. Musikalisch solide und textlich auch mal abseits längst ausgetretener Pfade, geht die Band hier ihren eigenen Weg konsequent weiter. Ein Weg, der ihnen – wenn sie ihm weiterhin treu bleiben – sicher noch viele Fans bescheren wird.
Tracklist:
1. Intro – De Profundis
2. Tenebra
3. Ruf der Lamia
4. Noli Timere Messorem
5. Narrenschiff
6. 2000 Jahre Einsamkeit
7. Ein Tänzchen (mit Strick-Jig)
8. Fegefeuer
9. Niemandsrose
10. Chimaera
11. In Vino Veritas
12. Fiat Lux
13. Alles von mir

Victoria Eckwerth

Garmarna – 6 –

Wer hätte gedacht, dass 15 Jahre nach der letzten Veröffentlichung die schwedische Band Garmarna nochmal ein neues Album aufnehmen würde? Das Konzert beim Festival Mediaval 2014, das Garmarna nach langjähriger Pause gegeben haben und dort auch schon neue Lieder vorgestellt haben, hat die Schweden tatsächlich dazu bewegt, ein neues Album aufzunehmen. Am 8. April erschien nun das von Fans lang ersehnte Album „6“ (das sechste Studioalbum der Band), das insgesamt 10 Titel beinhaltet.

Vorweg gesagt: Das Album unterscheidet sich von den vorherigen. Wer traditionell arrangierte Titel wie „Herr Mannelig“ sucht, der wird nicht fündig werden. Die Lieder gehen mehr in die Stilrichtung von „Gamen“ und sollten am besten laut gehört werden.
Das bisher bekannteste Stück des neuen Albums ist wohl „Över gränsen“, eine Aufruf nicht der heutigen Gewaltwelle zu folgen. Als Gastmusikerin konnte die Rapperin Maxida Märak gewonnen werden. Am Anfang noch leicht irritierend, passt der kurze Rapteil doch sehr gut in das Lied.

Ebenfalls mit musikalischer Unterstützung von Sänger Thaström wurde „Öppet Hav“ aufgenommen. Obwohl es eins der ruhigsten Lieder auf dem Album ist, hat es doch einen sehr ernsten Hintergrund und wurde wahrscheinlich von der derzeitigen Flüchtlingswelle inspiriert.
Zu beiden Lieder haben Garmarna Musikvideos veröffentlich, die liebevoll gezeichnet sind. Im Musikvideo zu „Öppet Hav“ sind so viele Anspielungen auf die Band enthalten, dass man auch nach mehrmaligem Anschauen noch nicht alle gefunden hat.

Musikalisch sind die Stücke schnell, manchmal etwas poppig, sind aber allesamt ein Ohrwurm. Es wird viel mit Synthesizern gearbeitet, doch hat sich an der instrumentalen Besetzung nichts geändert. Emmas Gesang ist wie zu alten Zeiten das Markenzeichen und kommt besonders bei den ruhigeren Stücken wie „Gränser vi Glömt“ sehr gut zur Geltung. Thematisch befassen sich Garmarna mit ernsten Themen, wie Flüchtlingen und Gewalt und haben damit ein sehr aktuelles Album aufgenommen. Natürlich haben es auch traditionelle Lieder auf „6“ geschafft. So wurden die traditionellen Texte von „Timmarna“ und „Ett Dolt Begär“ um ein paar neue Verse ergänzt und neu vertont.

Insgesamt haben Garmarna nach so langer Zeit mit „6“ ein sehr gutes Album veröffentlicht und musikalisch einen weiteren Schritt nach Vorn gemacht. Wer an den alten Liedern hängt, braucht etwas, um sich an die neuen Lieder zu gewöhnen, aber dann wird die CD in Dauerschleife rauf und runter gespielt. Ihr ganzes Potential kommt wirklich erst auf einer vernünftigen Stereoanlage bzw. über Kopfhörer zur Geltung. Von uns aus ein absoluter Kauftipp!

Garmarna – 6 (VÖ 06.04.2016)

1 Över Gränsen
2 Väktaren
3 Öppet Hav
4 Nåden
5 Timmarna
6 Ingen
7 Ett Dolt Begär
8 Fönsterspöken
9 Labyrint
10 Gränser Vi Glömt

garmarna2015.com

dArtagnan – Seit an Seit

Man nehme drei gut aussehende Männer, eingängige Musik und einen Hauch von Heldentum und fertig ist eine neue Musikrichtung: Musketierrock.

D’Artagnan machen sich auf die Fans von Santiano und Co mit ihrem Debutalbum „Seit an Seit“ zu erobern. Ihre Lieder handeln von Ehre, Freiheit und natürlich der großen Liebe, die sie mit Instrumenten wie Tin Whistle, Dudelsack und Irish Bouzouki vertonen. Heldenhaft gesungen werden die Lieder schnell zu einem Ohrwurm, wie das schnelle „Ehre wem Ehre gebühret“, aber auch die traurige „Rabenballade“ passt sehr gut ins Gesamtbild. Mit ausschließlich deutschen Texten passen D’Artagnan gut in den derzeitigen Trend der deutschsprachigen Musik.

In der Mittelalterszene ist diese Band kein unbeschriebenes Blatt. So ist der Sänger Ben Metzer bei den Fans auch bekannt als Prinz Hodenherz aus der Band Feuerschwanz, die erfolgreich unterwegs ist. Und auch viele Lieder sind alte Bekannte. D’Artagnan spielen neben ihren Eigenkompositionen unter anderem Melodien aus „Douce Dame Jolie“, „Tourdion“, „Karascha“ und „Denke dir mein Liebchen“. Unterstützung bekamen sie bei den Aufnahmen außerdem noch von Jan S. Mischon (Saltatio Mortis) und Hans Platz (Feuerschwanz), die Percussion und Gitarre beisteuerten.

Wer es gerne etwas kitschig, heldenhaft und romantisch mag, dem wird die kurzweilige Musik des Trios sehr gut gefallen. Mitsingen und mittanzen garantiert.

Tracklist „Seit an Seit“ (VÖ 26.02.2016)

1. Seit an Seit
2. Ehre wem Ehre gebühret
3. Komm mit
4. Bis zum letzten Atemzug
5. Meine liebste Jolie
6. En Garde
7. So wie du
8. Für immer dein
9. 7 Meilen
10. Freiheit
11. Tourdion
12. Rabelballade
13. Mann mit der eisernen Maske
14. Heldenlied

Omnia – Naked Harp

Lange mussten die Liebhaber der Keltischen Harfe auf den Nachfolger der CD „Beltaine“ aus dem Jahre 2001 warten. Lange schon ist die erste Solo-CD von Omnia Frontfrau Jennifer Evans-van der Harten vergriffen und wird unter der Hand bei den Fans verteilt. Ende November 2015 ist der lang ersehnte Silberling nun endlich erschienen und ist der perfekte Begleiter für lange Winterabende auf dem Sofa.

Insgesamt 15 Lieder haben es auf die CD geschafft. Neben traditionellen irischen, französischen und bretonischen Stücken sind auch viele Lieder des Harfinisten Turlough O`Carolan (1670-1738) vertreten, der unter anderem auch das bekannte „Planxty Irwin“ geschrieben hat, das ebenfalls auf der „Naked Harp“ zu finden ist. Doch auch Eigenkompositionen von Jenny („Jenny‘s Tits“, „Love Birds“, „Anam Cara“ und „Luna“) sind auf der CD und stehen den traditionellen Liedern in nichts nach. Omnia-Fans werden beim Lesen der Tracklist auf Anhieb ein paar Lieder erkennen. „Dil Gaya“, „En Avant Blonde“ und das „Omnia-Medley“ sind Jennys ruhige Version der bekannten Stücke.

„Naked Harp“ ist eine CD um zu entspannen und die Musik in vollen Zügen zu genießen. Wer hier schnelle tanzbare Stücke erwartet, der sollte sich eine der vielen Omnia-CDs kaufen. „Naked Harp“ widmet sich, wie der Name schon sagt, ausschließlich der Keltischen Harfe. Bis auf Hackbrett, Sansula, Bodhrán und Jennys rechtem Fuß sind keine weiteren Instrumente zu hören. Und das ist auch gut so, denn so kann man ganz den wunderschönen Klängen lauschen, die Jenny ihren Instrumenten entlockt.

Diese CD ist auch eine sehr persönliche Veröffentlichung geworden. Nicht nur, dass alle Instrumente und der Gesang komplett von Jenny eingespielt wurden, auch das Booklet gibt viel Persönliches preis. Zu jedem Lied findet sich eine kleine Anekdote von Jenny, die ihre Gedanken und Erlebnisse, die sie mit den einzelnen Stücken verbindet, zu Papier gebracht hat.

Und auch optisch ist das Booket ein wahrer Hingucker. Die Zeichnungen und Illustrationen stammen von der spanischen Künstlerin Victoria Francés und entführen in die zauberhafte Welt der Elfen und Nixen und auch Jenny selbst wurde von ihr in eine edle Waldelfe verwandelt.

Liebhaber der (Keltischen) Harfe sei diese CD sehr ans Herz gelegt und auch für Omnia-Fans, die zu den Anfängen der Band und vor allem Jennys zurückkehren wollen, ist diese CD ein Muss. Sie zeigt die andere, ruhige und träumerische Seite Jennys, die neben dem Kampf für die Welt und die Natur, in ihr steckt.

Naked Harp (2015)

1. One Morning in May
2. The Flutterby Set
3. Eleanor Plunkett
4. The Fairy Queen
5. Dil Gaya
6. Bridget Cruise
7. Jenny’s Tits
8. Planxty Irwin
9. Love Birds
10. En Avant Blonde
11. OMNIA Medley
12. Anam Cara
13. Uvil Uvil
14. Luna
15. O`Carolan’s Dream