Guedelon (eine Geschichte…….) von 2005

 

  • Was war der Grund eine Burg, mit den technischen Mitteln des 13. Jahrhunderts,

        zu bauen?

Es war die Tat eines Mannes, Michel Guyot, der die Idee hatte Guédelon zu bauen.

 Michel Guyot ist Eigentümer und Restaurator des Schloß´ von Saint-Fargeau.

 Er wollte die Bauweisen und Bautechniken wiederentdecken die im Mittelalter

 angewandt wurden.

 Wie hoben die Erbauer Steine auf 20m Höhe? Wie baute man ein Gewölbe?

 

  • Wie hat die Öffentlichkeit auf Ihr Projekt reagiert und hat man Sie überhaupt ernst

        genommen?  

 

Am Anfang waren die Leute mißtrauisch und zweifelten an unserem Vorhaben.

Aber sie haben schnell gemerkt, und konnten sich überzeugen, daß wir es ernst meinten

als wir anfingen zu bauen.

 

  • Betreffend der Finanzierung Ihres Bauvorhaben:

         Gab es finanzielle Unterstützung nur von privater Seite

         oder erhielten Sie auch staatliche Unterstützung?

 

Zu Beginn der Bauarbeiten erhielten wir verschiedene Beihilfen (Staat, Regionale und private Partner). Sehr schnell jedoch, ab 2000, erreichten wir unsere Eigenfinanzierung.

Es sind die Eintrittsgelder der Besucher, die die Löhne der Bauhandwerker und die Kosten der Baustelle finanzieren.

 

  • Wieviel Personen arbeiten an Ihrem Projekt und welche Aufgaben haben sie.

  

Auf der Baustelle arbeiten ca. 40 Personen.

 

  • Ist der Bauplan von Guédelon hinsichtlich des Plans und der Regeln von Philippe Auguste,
  • aus dem 13. Jahrhundert, entworfen worden?
  • Oder hat eine andere Burg bei Ihrem Bauvorhaben Pate gestanden?

 

Die Pläne von Guédelon sind die Pläne eines Chef-Architekten für historische Gebäude.

Er hat sich von den Schlößer- und Burgen Entwürfen Philippe Auguste´ inspirieren lassen.

 

  • Sie haben für die Handwerker ein kleines Dorf erbaut und mechanische Vorrichtungen usw..
  • Könnten sie uns darüber etwas erzählen?

 

Das Dorf beherbergt die „kleinen“ Zuliefererhandwerkerbetriebe  der Baustelle, Korbflechter,

Ziegelbrennerei usw.

 

  • Können Sie uns etwas über das Alltagsleben der Handwerker und Arbeiter erzählen?

 

Das Alltagsleben ist nicht von Interesse, da jeder Arbeiter nach Feierabend zu seiner Familie nach Hause fährt.

       Wie sind Sie an den Plan für den Aufzug gekommen?

       Ich habe einen am Mont Saint-Michel gesehen.

 

 Wir haben uns von der mittelalterlichen Ikonographie, (Ikonographie = Wissenschaft

 der Beschreibung und Bestimmung von antiken Bildnissen), anregen lassen um den

 Kran mit Tretradantrieb zu bauen.

 

      Gibt es Pläne für die Zeit nach der Fertigstellung des Projekts?

      Wie lange dauern die Bauarbeiten noch?

 

Die Burg dürfte gegen 2023 fertiggestellt werden. Danach: Wir werden sehen.

Vielleicht ein religiöses, kirchliches Gebäude.

 

       Was können Sie uns über die Menschen sagen, die an Ihrem Projekt teilnehmen.

       Ist es für sie ein Hobby oder was ist der Grund für ihre Teilnahme,

       und wo kommen Sie her?

 

  Die Teilnehmer kommen aus allen vier Ecken von Frankreich. Die Freiwilligen Helfer

  kommen  ebenfalls von überall her, selbst aus dem Ausland (Belgien, Schweiz,

  Deutschland…).

 

            Zögern Sie nicht mich zu kontaktieren um zusätzliche oder andere Informationen

            zu erhalten.

 

            Bis bald

            Delphine

Festival Mediaval XII 2019 steht unter dem Motto „New Steps“

Festival-Mediaval XII: „New Steps“

Das 12. Festival-Mediaval findet dreitägig vom 06.-08.09.2019 statt und steht ganz unter dem Motto „New Steps“. Nach dem Best-Of-10-Years im letzten Jahr geht das Festival-Mediaval 2019 ganz neue Wege: Bläcky und sein Team haben nur Bands und Künstler eingeladen, welche noch nie zuvor auf dem Festival-Mediaval waren! Es wird also spannend für Jedermann, ob Mediaval-Neuling oder alter Hase! Das Literaturzelt, die gratis zugängliche Goldbergbucht, den mittelalterlichen Markt und die Lager wird es natürlich wie gehabt geben.Außerdem wird am Markteingang zum Festival ein Nachtzelt aufgebaut, in dem die Gäste bis 5 Uhr morgens mit DJ GerHart die ganze Nacht zu Szenemusik durchtanzen können.Neu in diesem Jahr ist das Living Chess, eine Schachvorführung im Großformat, in denen die Schachfiguren menschliche Darsteller sind, welche real in wunderschönen Kostümen gegeneinander antreten.Der für die letzten 2 Jahre ausgesetzte Festival-MediavalAward, in welchem die besten Newcomer Bands in den beiden Kategorien Mittelalter-Rock und Spielmann gekürt werden, wird in diesem Jahr wieder stattfinden. Die Zuschauer können vor Ort wie immer neben einer Fachjury mit abstimmen, wer gewinnen soll und 2020 auf einer Hauptbühne stehen darf. In der Kategorie Spielmann treten Kupfergold, Delva und die Gossenpoeten gegeneinander an, in der Kategorie Mittelalter-Rock kämpfen Kapeiken, Deus Vult und Viscum um den begehrten goldenen Zwerg.Das Festival-Mediaval 2019 umfasst 143 Vorstellungen insgesamt, darunter 38 Konzerte, 17 Lesungen im Literaturzelt, 3 Vorträge, 12 Showssowie70 Kleinkunstauftritte.Die Bands, die in diesem Jahr auf dem Festival-Mediaval spielen,sind so international wie nie zuvor, man darf sich auf Bands aus Frankreich, Tschechien, Österreich, Ungarn, Irland, der Schweiz, Dänemark, Schottland, Schweden, den Niederlanden, Polen und Deutschland freuen.In alphabetischer Reihenfolge dürfen wir dieses Jahr die folgenden Bands auf dem 12. Festival-Mediaval begrüßen:Barbar’o’Rhum, Bittersüßer Nachtschatten, Bran, Canzonetta Tedesca, Celtica –Pipes rock!, Danceperados of Ireland, Dragol, Elane, Eluveitie, Heilung, Irregang, J.H. Praßl feat. Mararama,Koenix, Kroke, Leaves‘ Eyes, Liederknechte, Narrengold, Oro,Red Hot Chilli Pipers, Selfish Murphy, Skrömta, The Aberlour’s, Thundercrow, Tir Nan Og, Weibsvolk und Ye Banished Privateers.Im Literaturzelt des Festival-Mediaval werden wie in den letzten zwei Jahren namhafte Autoren des Fantasy-Genres sowie Autoren historischer Romane lesen. Begrüßen können wir dort: Birgit Jaeckel, Candrac von Hainrich, Iny Lorentz, Sam Feuerbach, Janika Hoffmann, Ralf H. Dorweiler, Norman Liebold, Heike Knauber, Tom Daut, Holger Weinbach, Christoph Hardebusch, Melanie Vogltanz, Isa Theobald,Helmut Gotschy,Holger Weinbach,Ju Honisch sowie Sarah Stoffers.

Wie schon in den vergangenen elf Jahren Festival-Mediaval sind natürlich auch in diesem Jahr Kleinkünstler auf dem Festival-Mediaval vertreten, welche auf den verschiedenen kleineren Bühnen für ein buntes Programm aus Gaukelei, Artistik und Feuershows sorgen.Diesesind namentlich:Chris Hyde, Die Flugträumer,Duo KellerbierDuo Thalamus,Eduard von Sonnenberg,Opus Furore,Orm Johannson,Sine TemporeundTandaniel.

Verfasserin: Rhea Schertel

Mehr Informationen zu Bands, Tickets usw gibt es unter https://www.festival-mediaval.com/

Und wer sich ein Bild des Ganzen machen möchte, dem sei der offizielle Trailer des FM ans Herz gelegt: https://youtu.be/D1qG_uhLkLk

oder schaut in unseren Galerien des letzen Jahres nach: https://wordpress.jarwinbenadar.de/festival-mediaval-xi-2018

 

Festival Mediaval XI, 06.-09.09.2018

Vom 6. bis 9. September 2018 lud das bereits 11. Festival Mediaval wieder auf den Goldberg nach Selb ein, um dort ein Wochenende im Mittelalter zu verbringen. Neben einem einzigartigen Programm auf den großen und kleinen Bühnen gibt es auch auf dem Händler und Handwerkermarkt viel zu sehen.

Der Eröffnungstag am Donnerstag startete mit der Begrüßung durch den Veranstalter Bläcky und das gesamte Orga-Team bereits um 15 Uhr. Danach konnte man entweder über den noch überwiegend leeren Markt schländern und die vielen Stände und Lager begutachten oder direkt an der Schlossbühne bleiben und bei der ersten Band des Festivals, Winterstorm, das Haar zu Metalriffs schütteln. Erstes Highlight des Tages: Corvus Corax Fantastical „Der Fluch des Drachen“; eine Mischung aus Lesung und Konzert mit bekannten Gästen wie Katja Moslehner und Ji-In Cho, die mit ihrer Band „And Then She Came“ ebenfalls einen Auftritt auf dem Mediaval hatte.

Neu im Programm war die Latrina Band. Eigentlich sind sie die Freiwilligen, die auf dem Mediaval die Toiletten in Schuss halten. Jedoch hat sich mit den Jahren eine Band gefunden, die entweder vor den Toiletten oder diesmal sogar auf der Bühne, ihre wie sie selbst nennen „Scheißmusik“ zum Besten geben. Klobürsten wurden geschwungen und die kurzweiligen Texte ließen die Zuhörer herzhaft Lachen.

An Abend gaben dann Elfenthal ihr 10-jähriges Jubiläumskonzert und auch einziges Konzert 2018 auf der Burgbühne. Sichtlich glücklich nach 2017 wieder auf dem Festival Mediaval spielen zu können, gab Maite alles und war zwischenzeitlich mehr außer Atem als ihre drei Tänzer/innen.
Wer zu später Stunde noch auf dem Festivalgelände unterwegs war, der konnte sich entweder an eine der Tavernen setzen, in der Goldbergbucht auf dem Floss feiern oder beim Headliner des Donnerstags, Subway to Sally mitsingen.

Da der Freitag musikalisch erst um 14:30 Uhr begann, konnte die Stunde vorher gut genutzt werden, um mal im Literaturzelt vorbeizuschauen. Dort gaben sich die Autoren das ganze Wochenende die Klinke in die Hand und lasen aus ihren neuesten Erscheinungen u.a. Bernhard Hennen und Tommy Krappweis. Auch die Goldbergbucht erwachte zum Leben und so konnten dort Kahira und die Hexe Ariana angesehen werden. Wer lieber kleine Bühnen mag, der konnte dort auch, in kleinem aber feinem Rahmen, sitzend die Konzerte von Triskilian und Dandelion Wine genießen.

Auf dem restlichen Gelände erwachten die Kleinkünstler: Zirkus Meer zeigte eindrucksvolle Akrobatik und baute aus Kästen eine Brücke, Vir Street Theatre zeigte eine Geschichte rund um Untote und natürlich die große Liebe und auf der Theaterbühne brachten Pampatut die Leute zum Lachen (und manchmal musizierten sie auch).
Als Berlinski Beat am frühen Abend auf die Bühne kamen, stand kein Fuß mehr still. Mit viel berliner Schnauze im Stil der 20er Jahre und Balkan Beats hält es niemanden mehr auf den Bänken und so schlängelte sich bald eine lange Polonäse durch das Publikum.

Als dann das mit Spannung erwartete einzige Konzert Omnias in Deutschland starten sollte, öffnete der Himmel seine Pforten. Der Regen war so stark, dass der Beginn des Konzertes nach hinten verschoben wurde, weil es dem Publikum nicht zuzumuten war bei diesem Wetter vor der Bühne stehen zu bleiben. Einige Fans gaben aber trotzdem ihren hart umkämpften Platz nicht auf, während andere sogar unter der Bühne Schutz suchten. Als dann das Omnia-Collective auf die Bühne kam, war das schlechte Wetter vergessen. Mit Gastmusikern aus diversen Bands wie Heilung/Euzen, SeeD, Shireen und Irfan haben Steve und Jenny ein ganz neues Konzept auf die Bühne gebracht. Alte Omnia-Lieder, Schamanismus und vor allem Steve als gehörnte Kreatur standen im Vordergrund und wurden von den Fans gefeiert.

Da das Konzert von Omnia erst später begann überschnitt sich der Auftritt mit dem von Qntal auf der Burgbühne, sodass die Besucher nach und nach auch den Weg wieder nach unten fanden. Feinste elektronische Mittelaltermusik gab es dort auf die Ohren und auch Beatrice Baumann hatte gegen Ende noch einen Gastauftritt.

Headliner am Freitag waren Faun, die den ganzen Platz vor der Schlossbühne füllten und ihren Mix aus alten und neuen Liedern spielten, das Publikum zum Brunftruf animierten und gegen Ende bei „Feuer“ sogar eine Feuershow zündeten.
Um Mitternacht begann das letzte Konzert des Freitags. Auch wenn eigentlich alle nach dem anstrengenden Tag ins Bett wollten, konnte doch niemand Euzen verpassen, die in diesem Jahr nur sehr wenige Konzerte gegeben haben. Die Zuschauer wurden belohnt mit einem großartigen Konzert und außergewöhnlichen Lichtshow und waren froh, doch noch geblieben zu sein.

Der Samstag konnte wieder ganz entspannt begonnen werden. Bei bestem Wetter im Sonnenschein schlendert es sich bestens über den Markt, lauscht der Musik von PurPur oder hört Astrid Rauner bei der Vorstellung der „Wodan-Saga“ zu. Der Drache Fangdorn war auch noch etwas schläfrig, doch der „besonders gutaussehende“ Faun und die Elfen schafften es ihn zu wecken und das Versteckt des Elfenschatzes zu erfahren. Bei Pampatut, diesmal auf der großen Bühne, wurde wieder herzhaft gelacht und, diesmal zu viert auf der Bühne, auch erstaunlich viel Musik gemacht. Neben Ballycotton, Horch und Poeta Magica gab es auch an diesem Tag viel Kleinkunst auf den vielen Bühnen zu sehen. Auf dem Markt zeigte der Eisenhans, dass er mit bloßen Händen ein Hufeisen verbiegen und zehn Kinder schweben lassen kann. Auf der Theaterbühne verzauberte Beatrice Baumann mit ihrer Kontaktjonglage die Zuschauer und immer wieder war sie als Stelzenläuferin auf dem Markt unterwegs.

Besten Irish Folk gab es am Nachmittag von Cara, die ihr 15-jähriges Bestehen auf dem Festival Mediaval feierten. In der prallen Sonne, aber trotzdem bestens gelaunt und voller Spielfreude gaben sie ein tolles Konzert. Am Abend sollte es noch eine „kleine“ Fortsetzung geben, denn Gudrun Walther und Jürgen Treitz von Cara gaben im Literaturzelt mit Geige, Akkordeon und Gitarre ein ruhiges Konzert zum Abschalten und Nachdenken.

Ob man am Samstag von nur einem Headliner sprechen kann, wage ich zu bezweifeln. Ab 18:30 Uhr reihte sich ein Highlight an das nächste. Zuerst spielten Schandmaul ihr Akustik-Set aus älteren und neuen Liedern. Auf der Bühne hatten sie eine Bar aufgebaut und sichten sich gleich zu Beginn des Konzertes vier Zuschauer, die das ganze Konzert an der Bar auf der Bühne bei einem Getränk erleben durften.
Im Anschluss direkt Versengold, die definitiv die größere Bühne verdient hätten. Und auch das Publikum hätte etwas mehr Platz gehabt, denn gefühlt waren alle gekommen, um sich Versengold anzusehen. Und keiner wurde enttäuscht, denn wenn die Band Spaß hat, dann hat auch das Publikum Lust zu feiern; spätestens als die Weltkugel über das Publikum flog und der Bassist einen Moonwalk hinlegte.

Das Festival Mediaval hatte in diesem Jahr keine Mühen gescheut und top Künstler engagiert. So auch die Größen Alan Stivell und Carlos Núnez, die sich die Spielzeit teilten und ein „Celtic-Power-Concert spielten“. Alan Stivell, Meister der keltischen Harfe und Carlos Núnez, Meister der Gaita, lockten neben dem Publikum auch Mitmusiker an, die genauso glücklich waren ihre Idole live zu sehen. Für sie selbst sicher der Höhepunkt als sie zu ihnen auf die Bühne durften.
In der Goldbergbucht war zur gleichen Zeit ebenfalls die Hölle los. Die Niederländer „Pyrates“ feierten in der vollen Bucht eine wilde Party und genossen Cocktails aus der Kokosnuss. Beim nächsten Mal hätten sie eine größere Bühne definitiv verdient.

Sonntag. Warum startet der vierte und letzte Festivaltag immer so früh? Alle waren sich einig, dass eine Stunde später auch gut gewesen wäre, doch trotzdem waren pünktlich zum Start von Triakel die Fans an der Burgbühne versammelt. Den ruhigen schwedischen und manchmal sehr düsteren Geschichten, die Triakel am frühen Sonntagmorgen auf die Bühne brachten, kann man bestens im Sitzen oder beim ersten Kaffee genießen.

Oben gaben die Griechen von Daemonia Nymphe ihr Bestes. Die maskierten Sängerinnen ließen elfengleichen Gesang ertönen, während um sie herum die Tänzerinnen ausdrucksstark mit Tüchern, Feuerfächern oder Seilen über die Bühne wirbelten. Definitiv ein interessantes Konzert, das allerdings am Abend noch besser gewirkt hätte.

Dandelion Wine betraten am Sonntag bereits zum dritten Mal die Bühnen des Festival Mediaval und waren auch diesmal voller Spielfreude dabei. Sängerin Naomi, die seit dem Mediaval 2013 immer noch die blaue Haarfarbe trägt, für die das Publikum abgestimmt hatte, bedankte sich bei Markus van Langen. Dieser hatte der Band fast die gesamten Instrumente geliehen, da die eigenen kurz vorher geraubt wurden. Angemerkt hat man es ihnen nicht, dass die Instrumente nicht die Vertrauten waren.

Wenn das Festival Mediaval eins schafft, dann ist es besondere Musiker und Künstler zu gewinnen. Zum zweiten Mal hat das FM-Team es geschafft die schwedische Band Garmarna für das einzige Konzert in Deutschland 2018 zu holen. Spielten sie beim letzten Auftritt noch alte Lieder, so gab es diesmal einen Mix aus dem neuesten Album „6“ und alten Klassikern. Highlight des Konzerts: Sängerin Emma lässt beim Lied „Herr Mannelig“ das Publikum alleine die letzte Strophe singen, als sie merkt, dass alle Textsicher sind. Sichtlich ergriffen verabschieden sich Garmarna danach, um 2019 hoffentlich mit einem neuen Album wieder auf Tour zu gehen.

Irish Folk in ihrer besten Form gab es danach auf der Burgbühne bei Fiddlers Green inklusive Circle Pit und Wall of Folk. Direkt nebenan gab es die Fortsetzung der Schlacht um die Goldbergbucht. In dieser kämpften die Wikinger gegen untote Schotten und Orks um ein Artefakt, das stark nach zwei Kokosnüssen aussah. Mächtige Kanonenschüsse und ein Katapult kämpften gegen das Fußvolk, doch am Ende gingen die Wikinger als Sieger hervor.

Als Ausklang des 11. Festival Mediaval gaben Schandmaul ihr zweites, diesmal rockiges Konzert. Ein letztes Mal füllte sich der Platz vor der Schlossbühne, bevor alle mit einem weinenden und einem lachenden Auge den Heimweg antraten. Das Lineup führ 2019 steht in Teilen bereits und verspricht nur neue Programmpunkte. Wir sind gespannt was das Team des Festival Mediaval beim nächsten Mal aus dem Hut zaubert und freuen uns bereits auf ein Wiedersehen!

https://www.festival-mediaval.com/

Krayenzeit – Tenebra

Krayenzeit – Tenebra (VÖ: 26.08.2016)

Nur etwa ein Jahr nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums „Auf dunklen Schwingen“ melden sich Krayenzeit nun schon mit einer neuen CD zurück. Auf „Tenebra“, wie das neue Werk heißt, setzen die sieben Stuttgarter Musiker ihren musikalischen Weg weiter fort. Folk und Mittelalter treffen hier auf härtere Klänge aus Rock und Metal und gehen dabei eine mitreißende Symbiose ein.
So düster, wie der Titel verheißt “ „Tenebra“ ist Latein für Dunkelheit – geht es auf dem neuen Machwerk dabei aber eigentlich gar nicht zu. Vielmehr erweisen sich die Klänge von Krayenzeit größtenteils als energiegeladen und tanzbar und haben oft ein klares Ohrwurm-Potenzial. So legt das Septett auch gleich nach dem hymnisch-mittelalterlich gehaltenen Intro „De Profundis“ mit einem richtigen Brett los. „Tenebra“, das Titelstück des Albums, bietet Mittelalterrock in Reinform und macht große Lust auf das, was das Album noch so zu bieten hat. Und das ist so einiges: Obwohl die Musik von Krayenzeit klar im Mittelalterrock verankert ist und damit natürlich auch der anderer Bands des Genres ähnelt, ist es den Musikern gelungen, eine eigene Handschrift zu finden und dieser stets treu zu bleiben. Auf allen dreizehn Stücken verfolgt die Band so ihre eigene, musikalische Linie. Dominant ist dabei vor allem die markante und kräftige Stimme von Sänger Markus Engel, welche die Hörer durch das Album führt und dabei so manche interessante Geschichte zu erzählen weiß. Die Instrumentierung ist ausgewogen, auch die härteren Songs erhalten durch Violine, Flöte und Rauschpfeife einen folkigen und vielseitigen Klang. „Chimaera“ beispielsweise kommt mit seinem orientalisch anmutenden, instrumentalen Intro so exotisch daher, dass sich beim Hören vor dem geistigen Auge fast wie von selbst eine fremde Wüstenlandschaft auftut. Um die ohnehin schon große Auswahl an verschiedenen verwendeten Musikinstrumenten noch weiter zu vergrößern, haben Krayenzeit sich auf „Tenebra“ mit Nik und Laui von Nachtgeschrei auch noch zwei musikalische Gäste eingeladen, die sie zusätzlich mit Dudelsack, Flöte und Drehleier unterstützen.
Ein richtig großer Pluspunkt auf „Tenebra“ sind auch die Texte. Hier erweisen sich Krayenzeit als sehr eigenständig und kreativ. Da wird sich mal aus einer ganz anderen Perspektive mit biblischen Inhalten auseinandergesetzt („2000 Jahre Einsamkeit“) oder ein Ausflug in weniger bekannte Kapitel der griechisch-römischen Mythologie unternommen („Ruf der Lamia“). Mit „In Vino Veritas“ hat aber auch ein klassisches, gutgelauntes Trinklied seinen Weg auf das neue Album gefunden. Dieses ist schon beim ersten Hördurchgang so eingängig und zum Mitsingen geeignet, dass es sicher auch das Potenzial hat, zu einem wahren Lieblingsstück auf künftigen Liveshows der Band zu avancieren. Doch auch ernstere, oft balladeske Stücke fehlen nicht auf dem neuen Album der Krähen. Da wäre zum einen das von Geigenklängen getragene „Niemandsrose“, das einen Moment zum Innehalten mitten auf dem Album bildet, aber vor allem auch das letzte Stück „Alles von mir“. Der Text dieses Liedes erzählt von einer unerfüllten Suche nach Liebe und Glück, an deren Ende nur noch reine Hoffnungslosigkeit zu stehen scheint. Ein Lied, welches die Hörer mit seiner Botschaft ziemlich nachdenklich zurücklässt. Gerade weil es inhaltlich in so auffälligem Kontrast zu den anderen Stücken des Albums steht, bildet es jedoch auch einen sehr interessanten Ausklang und regt dazu an, noch eine ganze Weile über das Gehörte nachzudenken.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass den sieben Damen und Herren von Krayenzeit mit „Tenebra“ ein sehr würdiger Nachfolger ihres Debütalbums gelungen ist. Musikalisch solide und textlich auch mal abseits längst ausgetretener Pfade, geht die Band hier ihren eigenen Weg konsequent weiter. Ein Weg, der ihnen – wenn sie ihm weiterhin treu bleiben – sicher noch viele Fans bescheren wird.
Tracklist:
1. Intro – De Profundis
2. Tenebra
3. Ruf der Lamia
4. Noli Timere Messorem
5. Narrenschiff
6. 2000 Jahre Einsamkeit
7. Ein Tänzchen (mit Strick-Jig)
8. Fegefeuer
9. Niemandsrose
10. Chimaera
11. In Vino Veritas
12. Fiat Lux
13. Alles von mir

Victoria Eckwerth

Corvus Corax – Ars Mystica Selectio 1989-2016

Seit nun schon mehr als 25 Jahren frönen die Berliner Spielleute von Corvus Corax mittelalterlichen Klängen und haben sich dabei den Ruf erworben, die Könige ihres Faches zu sein. Wer so eine lange musikalische Reise hinter sich hat, der darf getrost auch einmal zurückblicken. Und genau das tun Corvus Corax dieser Tage mit ihrem neuen Album „Ars Mystica – Selectio 1989-2016“ auf ganz besondere Art und Weise.
Wie der Titel schon verrät, handelt es sich nicht um ein schlichtes Best Of Album. Stattdessen widmen sich die sieben Raben auf dieser Veröffentlichung voll und ganz der mystischen Seite ihres Schaffens und haben dafür fünfzehn Stücke aus allen Phasen der Bandgeschichte zusammengetragen sowie teilweise neu bearbeitet und inszeniert. Die musikalische Reise führt die Zuhörer dabei durch die unterschiedlichsten Zeiten und Orte unserer Welt, sei es nun der hohe Norden („Sverker“) oder das sommerliche Irland („La i mBealtaine“). Auch die Grenzen zur Phantastik werden gerne überschritten. So enthält die Zusammenstellung neben dem aus dem Computerspiel-Klassiker „Gothic 3“ bekannten „Is Nomine Vacans“ auch eine bislang unveröffentlichte, mittelalterliche Version der Game Of Thrones – Titelmusik („Corvus Corax Trioculi“), die sicherlich für alle Fans der Serie ein großes Highlight darstellt. Außerdem bereichern zahlreiche musikalische Gäste das Album, unter ihnen Oliver S. Tyr von Faun an der Harfe sowie Julia Lindner an der Barockviola, die dem ohnehin schon breiten Repertoire der Band noch einige sehr reizvolle neue Aspekte hinzufügen.

Mit „Ars Mystica – Selectio 1989-2016“ ist Corvus Corax ein durch und durch stimmiger Rückblick auf das bisherige Schaffen gelungen, der auch sehr schön die musikalische Vielfalt der Band zeigt. Opulente, hymnische Stücke wie „O Varium Fortune“ und verträumt-ruhige Balladen wie „Qui Nous Demains“ stehen in perfekter Harmonie nebeneinander und lassen beim Hören wunderbare mystische und fantastische Szenen vor dem inneren Auge entstehen. Die Könige der Spielleute haben wieder einmal bewiesen, dass sie ihren Titel absolut zu Recht tragen. Eine spannende Veröffentlichung nicht nur für Sammler und Hardcore-Fans!

Victoria Eckwerth

Ars Mystica Selectio 1989-2016 (VÖ 29.07.2016)
1.Impressiones
2.La i mBealtaine 04:45
3.Mille Anni Passi Sunt 04:07
4.Corvus Corax Trioculi (Game of Thrones Theme) 04:07
5.Sverker 04:31
6.Cheiron 05:02
7.Hymnus Apollon 07:46
8.Qui Nous Demaine 04:47
9.Unicornis 04:01
10.Die Klage 03:40
11.Ballade de Mercy 03:51
12.Is Nomine Vacans (Gothic 3) 03:40
13.O Varium Fortune 05:50
14.Ergo Bibamus 07:46
15.Palästinalied 08:48

www.corvuscorax.de

Die Irrlichter – Zaubergarten

Ganze 5 Jahre ist es bereits her, dass die Irrlichter ihr letztes Album „Rauhnächte“ veröffentlicht haben. Und das Thema ihres neuen Albums ist wieder magisch und mystisch.

„Zaubergarten“ heißt der neue Silberling und verspricht in 50 Minuten eine Reise in die Welt der Sagen und Mythen. Mittelalterliche Musik hat ja bekanntlich ein großes Repertoire an alten Geschichten. Alles beginnt mit einer Zauberformel, die „ Sato Arepo, Tenet Opera Rotas“ heißt und sich durch die ständige Wiederholung ins Gedächtnis brennt.

Einer der wohl bekanntesten Zaubersprüche durfte natürlich nicht fehlen: Der Merseburger Zauberspruch. Dies ist eines der Lieder, die so gut wie jede Mittelalterformation schon mal gespielt hat und doch verleihen die Irrlichter ihrer Version mit der Harfe und dem dreistimmigen Gesang eine gewisse Leichtigkeit und bringen nochmal eine ganz andere Seite dieses Liedes zum Vorschein.

Nach dem ruhigen Harfenstück „Skebergslaten“ und dem Stück „Zaubergarten“, dem das Album seinen Titel verdankt wird es in „Elfenflug“ wieder fröhlicher und Juttas Flöte animiert zum Tanz.
Auf dem Silberling sind auch einige schöne Geschichten vertreten. „Die Nixen“, geschrieben von Heinrich Heine, „Thora und der Lindwurm“, nach Vorlage einer isländischen Sage und „“Bergtrollets Fieri“, auch bekannt als „Herr Mannelig“. Wie auch schon der Merseburger Zauberspruch wurde „Bergtrollets Fieri“ etliche Male vertont und ist eines der beliebtesten Lieder der Szene. Auch diesmal haben die Irrlichter eine schöne, ganz eigene Version aufgenommen, die sich wunderbar in das zauberhafte Thema des Albums einfügt.

Damit die Stimmung wieder aufgehellt wird, wird nach alter französischer Tradition im „Bourré Abière“ wieder zu Dudelsackklängen getanzt. Das Stück eignet sich wunderbar, um die verschiedenen Versionen des Bourré zu üben.

Für das Lied „Die Fee“ haben sich die Irrlichter ein paar Gastlichter ins Studio geholt. Dieses Stück wurde geschrieben von Martin Seifert von den Streunern, die auch musikalisch bei diesem Stück mitgewirkt haben. Es handelt von einer Fee, die einem Mann einen Wunsch erfüllen kann. Passt die Thematik doch gut ins das Gesamtalbum, so ist „Die Fee“ doch etwas langatmig geraten und könnte vielleicht etwas mehr Schwung vertragen.

Insgesamt haben die Irrlichter ein sehr schönes Konzeptalbum aufgenommen, das viele zauberhafte Geschichten erzählt und auch musikalisch abwechslungsreich ist. Eine kleine Reise in die mystische Welt des Mittelalters.


Tracklist Zaubergarten:

1. Sator arepo tenet opera rota
2.Lorscher Bienensegen
3. Merseburger Zauberspruch
4. Die Nixen
5. Skebergslaten
6. Zaubergarten
7. Elfenflug
8. Thora und der Lindwurm
9. Bergtrollets frieri (Herr Mannelig)
10. Bourré Abière
11. Die Fee
12. Mittsommerreigen

/www.die-irrlichter.de

Qntal VII

Wir durften schon vorab hineinhören und geben Euch einen kleinen Eindruck ohne all zu viel zu verraten. Qntal Fans werden das Album lieben, aber nicht nur die!

Wenn man Bands sucht, die geschickt Mittelalterliches mit Moderner Elektronik mixen, kommt man um Michael Popp und seiner Band Qntal nicht herum. Das hat sich glücklicherweise auch mit dem 7. Album der Band, schlicht „VII“, nicht geändert. Ganz im Gegenteil, auf dem Album finden sich vertonte Texte die vom 12 bis zum 21 Jahrhundert reichen. Denn erstmals hat man in dem Song „Schnee“ einen Text des Fantasy-Kultautors Markus Heinz vertont. Übrigens der einzige Neudeutsche Text auf dem Album. Verstärkt hat man sich erstmals auch auf Quellen des 17, 18 und 19 Jahrhunderts gestützt, so fußt z.B. der Song „By the Light of the Moon“ auf einem Poem des britischen Dichters Lord Byron. Und auch die wichtigste Quelle der Vagantendichtung, die Carmina Burana, half bei der Fertigstellung von VII. Und bereits beim träumerischen Opener Flaming Drake nimmt einen das neue Werk der Münchner Band gefangen.

War der Vorgänger VI sicher nicht das stärkste Qntal Werk, so ist VII 6 Jahre später wieder ein ganz klarer Schritt nach vorne. Das liegt sicher auch an den „Neuen“ im Qntal Boot. Sarah M. Newman hat die Band bisher mit Violine und Stimme nur Live unterstützte und gehört nun fest zum Ensemble und Elektronik Produzent und Soundtüftler Leon Rodt hat mit viel Herzblut musikalisch klare Akzente gesetzt.
Und so ist ein perfekt zur Winterzeit passendes wunderschönes Album entstanden, das nicht nur Gothic und Mittelalterfans in ihren Bann ziehen wird. Wenn man bereit ist in die ruhige Qntal Welt einzutauchen und dies geschieht am besten bei Kerzenschein mit Kopfhörerunterstützung und einem Glas Rotwein in der Hand. Wer allerdings mit historischen Texten wenig anfangen kann und auch dem markant hellen Frauengesang wenig abgewinnen kann, der sollte auch VII, wie schon die Alben zuvor meiden.

Allen anderen ist die neue Qntal CD ans Herz gelegt und es empfiehlt sich unbedingt die CD mit den liebenswert gestalteten Booklet incl. allen Texten statt die MP3 Version zu erwerben. Unser Anspieltipp neben den bereits erwähnten Songs des 14 Songs umfassenden Albums ist das orientalisch-paganfolkig daherkommende Tyger.

Bernd Sonntag