Punch’n’Judy : „Die Legende des Koboldkönigs“

Punch’n’Judy – dieser Bandname ist untrennbar verbunden mit mitreißendem Crossover Folk, unbändiger Spielfreude und mit einem ganz besonderen Lied. Schon seit vielen Jahren begleitet der „Koboldkönig“ die fünf Musiker aus dem Ruhrgebiet, ist fester Bestandteil in den Liveshows der Band und wird vom Publikum stets mit Vorfreude herbeigesehnt. Entsprechend groß war auch die Begeisterung, als Punch’n’Judy ankündigten, sich diesem Lied und seiner Geschichte noch einmal in ganz neuer Form widmen zu wollen.

 

Das Resultat dieser neuen Auseinandersetzung mit dem sagenumwobenen Reich der Kobolde erscheint am 23. August und hört auf den Namen „Die Legende des Koboldkönigs“. Es handelt sich dabei nicht um ein gewöhnliches Album, nein – Punch’n’Judy haben dem fantastischen Stoff gleich ein ganzes Hörbuch gewidmet!

 

Als Sprecher für das Projekt konnte man Holly Loose gewinnen, dessen Stimme man sonst von der Letzten Instanz kennt. Dieser macht als Erzähler eine genauso gute Figur wie sonst als Sänger. Gerne lauscht man seiner angenehm tiefen, ruhigen Stimme, wenn sie einen entführt in das Reich des Koboldkönigs.

 

Die Geschichte selbst hat alles, was man von einer guten Fantasy-Story erwartet: alles läuft gut im Koboldreich, bis eines Tages der alte Koboldkönig vor seiner Zeit stirbt und zwei Söhne zurücklässt, von denen natürlich nur einer an seine Stelle treten kann. Wie das entschieden wird, weiß jeder Punch’n’Judy-Fan nur allzu gut: „Koboldkönig wird der Eine, der laufen kann über heiße Glut…“.

 

Doch hier fängt die Legende des Koboldkönigs gerade einmal an, denn wo ein Sieger ist, da muss es bekanntlich auch einen Verlierer geben. Und welcher stolze Kobold würde sich schon einfach klaglos in ein solches Schicksal fügen? Die Zuhörer erwartet also eine Geschichte voller großer Themen wie Macht und Ehre, verletztem Stolz oder Gnade. Erzählt wird das Ganze immer abwechselnd in den von Holly Loose gesprochenen Texten und natürlich auch in Songs von Punch’n’Judy.

 

„Die Legende des Koboldkönigs“ ist nämlich ein musikalisches Hörbuch. Das titelgebende Stück darf dabei natürlich nicht fehlen, doch es gibt auch eine Reihe neuer Lieder. Diese sind alle in deutscher Sprache gesungen und führen jeweils die Geschichte des Hörbuchs fort. Da wäre zum einen „Brüder“, eine kraftvolle Ballade, erzählt aus der Perspektive des neuen Koboldkönigs, oder aber auch „Böses Erwachen“, ein zorniges Stück, dass sich der anderen Seite der Erzählung aus der Sicht des unterlegenen Bruders widmet. Heiß her geht es sowohl inhaltlich als auch musikalisch in „Aug‘ um Aug’“, während das abschließende „Morgenrot“ eine hoffnungsvolle Zukunft für das Koboldreich ankündigt.

 

So entsteht Stück für Stück in gesungener sowie gesprochener Form eine vollständige Geschichte vor dem inneren Auge der Zuhörer, der man gerne folgt. Inhaltlich ist die Story wirklich spannend und musikalisch bieten die neuen Stücke all das, wofür man Punch’n’Judy kennt und liebt. Die mitreißenden Melodien und eingängigen Texte funktionieren sicherlich auch außerhalb des Hörbuchs hervorragend und werden zukünftige Konzerte der Band bereichern. Wer möchte, kann die gesamte Geschichte auch nochmal in gedruckter Form im Booklet der CD nachlesen.

 

Bleibt zusammenfassend nur zu sagen: Punch’n’Judy legen mit „Die Legende des Koboldkönigs“ ein außergewöhnliches Werk vor, das sowohl Fans der Band als auch Freunden fantastischer Erzählungen große Freude bereiten dürfte. Eine wirklich schöne Idee, diesem so beliebten Stück eine eigene Geschichte zu widmen, die auch noch ganz hervorragend umgesetzt wurde!

 

Victoria Eckwerth

Feuertal Festival 2012

Das letzte Wochenende im August ist bei den Mittelalter-Fans im Ruhrgebiet fest verplant, denn jährlich lädt das Feuertal Festival in Wuppertal auf die Hardtanlage. Mitten in der Stadt feiern 2000 Leute die Bands, die auf der Waldbühne aufspielen.

In diesem Jahr gibt es einige Neuerungen: Erstmals findet das Feuertal Festival zweitägig statt und es gibt passend dazu eine Campsite beim Freibad Mirke. Natürlich darf dann auch das Festivalbändchen nicht fehlen, um die Sammlung des zu vervollständigen. Geblieben sind der kleine Mittelaltermarkt und die tolle Location zwischen den hohen Felsen. Und auch wie im letzten Jahr ist um 22 Uhr Schluss, denn wer ein Festival mitten in der Stadt veranstaltet muss sich an die Vorgaben halten. Aber wem es für einen Samstagabend noch zu früh zum Schlafen gehen ist, der kann im Anschluss zur After-Show-Party in die Börse gehen.

Das Lineup ist vielversprechend und vor allem am Samstag sehr abwechslungsreich:
Lineup Samstag
Punch N Judy
Wolfenmond
Feuerschwanz
Omnia
Schandmaul

Lineup Sonntag
Schock
Lahannya
Lacrimas Profudere
Faun
ASP

Den Anfang machen am Samstag Punch N Judy, die die Ehre haben das Festival zu eröffnen. Gut gelaunt kommen die fünf auf die Bühne und verbreiten sofort gute Stimmung. Im Publikum wird getanzt und spätestens beim „Koboldkönig“ singen alle mit.

Eric Fish ist auch in diesem Jahr wieder der Moderator, der das Publikum zwei Tage durch das Programm führt. Eigens für das Festival hat er kleine Songs geschrieben, wobei vor allem der „Feuertal-Song“ heraussticht. Eric Fish erklärt auch, dass Dunkelschön leider absagen mussten und stattdessen Wolfenmond kurzfristig eingesprungen sind. Die spielen mit elektrischen Klängen, mittelalterlichen Instrumenten und sogar Didgeridoo Lieder aus dem hohen Norden. Am bekanntesten ist wohl „Herr Mannelig“, der von vielen bejubelt wird.

Ganz andere Töne hört man von Feuerschwanz, die im Anschluss auftreten. Bei eindeutig zweideutigen Texten und Guter-Laune-Musik feiert das Publikum mit. Auf der Suche nach einer Fee findet sich natürlich ein Freiwilliger, der bei „Wunsch ist Wunsch“ im rosa Feenkostüm auf die Bühne kommt. Und auch der Lindwurm den Prinz Hodenherz anführt wird länger und länger. Das Feuertal ist voll und das Feuerschwanz-Konzert kann als erstes Highlight des Tages bezeichnet werden.

Es folgt ein kompletter Stilwechsel: von Mittelalter-Comedy zum abfeiern zu Pagan Folk mit eindeutiger Botschaft. Omnia betreten die Bühne und auch diesmal ist es voll auf den Rängen. Auch wenn einige von den Liedern über die Freiheit und Respekt vor der Natur erst noch überzeugt werden wollen. Am Ende kann niemand mehr stillstehen und die Skepsis ist verschwunden, was wahrscheinlich auch am Frontmann Steve liegt, der seine Ansagen sehr überzeugend macht. Bekanntermaßen kommt das Beste ja zum Schluss. Fast alle haben sich vor der Bühne versammelt und es ist fast kein Durchkommen mehr, denn Schandmaul betreten die Waldbühne. Und obwohl sie mit Ally The Fiddle und Kristina, als Vertretung von Anna und Birgit spielen, ist die Begeisterung im Publikum ungebremst. Besonders der Moment, als fast alle ein Feuerzeug rausholen und ein Lichtermeer entsteht, machen das Konzert zu einem besonderen Erlebnis.

Pünktlich um 22 Uhr ist dann auch Ruhe im Feuertal und die Besucher schieben sich Richtung Ausgang, um entweder zur After-Show-Party oder zur Campsite zu gehen.

Am Sonntag um 14 Uhr öffnen sich wieder die Tore und sofort fällt auf, dass deutlich weniger Leute dort sind. Das mag einerseits daran liegen, dass Sonntag ist und viele am nächsten Tag wieder arbeiten müssen. Andererseits könnte dieser störende Regen, der schon den ganzen Morgen für heftige lange Schauer sorgt, viele abgeschreckt haben. Aber die anwesenden Besucher sind vorbereitet und verstecken sich unter Regencapes und Schirmen. Das Gelände leidet leider auch unter dem Regen. Die Stufen vor der Bühne sind gefährlich glatt und Matsch macht sich überall breit.

Eric Fish ist heute wieder da und kündigt die erste Band des Tages an: Schock. Diese wissen als Opener, wie man den Leuten einheizt, auch wenn noch nicht allzu viele da sind. Sänger Michael überzeugt nicht nur mit seiner Stimme, sondern auch mit seinem Hüftschwung und sorgt für viele Pommesgabeln im Publikum.

Danach kommt etwas Farbe auf die Bühne. Lahannya mit ihrer blauen Haarpracht, hat leider einen etwas schweren Stand, denn Schock haben wirklich gut vorgelegt. Aber das Publikum ist am Ende doch so begeistert, dass selbst ein starker Regenschauer sie nicht von der Bühne fernhält, was die Band sehr beeindruckt. Wieder Glück mit dem Wetter haben dagegen Lacrimas Profundere, die gerade einen trockenen Abschnitt erwischen. Zumindest so trocken, dass von oben kein Wasser fällt. Vor der Bühne hingegen haben einige Spaß sich zur Musik eine Schlammschlacht zu liefern oder ihr noch nasses Haar beim Headbangen zu trocknen.

Etwas aus der Reihe tanzen heute Faun, die sich dem Pagan Folk verschrieben haben. Ohne Sonja, dafür aber mit viel Wasser von oben, schaffen sie es trotzdem die Liebhaber härterer Töne im Publikum zu überzeugen. Das Publikum dankt es ihnen mit Lautstarken Zugabe-Rufen und vollen Rängen.
Headliner des Tages sind ASP, die nochmals ein paar Leute mehr vor die Bühne locken. Für einen Sonntagabend sind es sogar erstaunlich viele, was auch Eric Fish wundert, der sie mit einem Lied ankündigt. Das Intro beginnt und ein greller Blitz erhellt das ganze Publikum. Die Begeisterung ist grenzenlos, als die Band die Bühne betritt. Mit vielen Pyroeffekten und bestem Gothic Novel Rock geht das Feuertal Festival um 22 Uhr für dieses Jahr zu Ende.

Fazit: Das Feuertal Festival muss sich, trotz seiner Besucherzahl von nur 2000 Personen, nicht hinter den Großen verstecken, denn das Lineup kann sich sehen lassen. Die Entscheidung, in diesem Jahr erstmals zweitägig zu werden war sehr gut, denn wer kann diese Bands schon alle an einem Tag unterbringen.

Und auch für 2013 steht der Termin schon fest, denn das 10-jährige Jubiläum steht an. Am 23./24.08. werden am Freitag Vermaledeyt, Coppelius, Fiddlers Green, Letzte Instanz und Saltatio Mortis aufspielen. Am Samstag sind es Unzucht, Nachtgeschrei, Stahlmann, Mono Inc. und Subway To Sally.

www.feuertal.de