Wacken Winter Nights 2019

Das Lineup der Wacken Winter Nights ist seit Anfang Dezember komplett. Und damit sind auch schon 90 % der 3-Tages-Tickets vergriffen. Wer also noch eine Chance haben will das ganze Festival in Wacken zu verbringen und Saltatio Mortis, Eluveitie, Korpiklaani und Faun erleben möchte, der sollte schnell sein und bei Metaltix sein Ticket kaufen.

Das 3-Tages-Ticket kostet 89 €, zwei Tage gibt es für 65 €. Für alle, die ein Festival ohne Campen nicht aushalten, stehen auch Campingplätze zur Verfügung.

Das „Best New Festival“ 2017 fährt in diesem Jahr mit vielen bekannten Größen der Metal- und Folkszene auf. Neben den Headlinern Saltatio Mortis, Korpiklaani und Faun sind auch die erfolgreichen Newcomer Forgotten North dabei. Ein ganz besonderes Erlebnis verspricht Heilung zu werden, die auf der Bühne eher ein Ritual als ein Konzert geben. Wir freuen und besonders auf die dänischen Folkmetaller Huldre, die nach dem Auftritt sicherlich mehr Fans haben werden.

Wacken Winter Nights III
22. – 24. Februar 2019
mit: Apocalypse Orchestra, Arkona, Bannkreis, Cemican, Comes Vagantes, Dragol, Die Pressgëng, Duo Hyttis, Eluveitie, Ereb Altor, Faun, Feuerschwanz, Forgotten North, Grimner, Haggefugg, Harpyie, Heilung, Helsott, Holly Loose, Huldre, Incantatem, Korpiklaani, MacCabe & KaNaka, Moonsorrow, Saltatio Mortis, Skiltron, The Dread Crew of Oddwood, The O’reillys and the Paddyhats, Trollfest, Trollfaust, Turisas, Skaldenmet, Serenity, Vogelfrey und vielen mehr!Wacken Winter Nights 2019 Lineup

Pagan Journey Tour – Cesair und Waldkauz

Im März gehen die Epic Folker Cesair und die Pagan Folker Waldkauz gemeinsam auf eine Mini-Tour. Zwei Termine sind geplant und versprechen einen epischen Abend voller guter Musik.

Am 23. März 2019 geht in die Niederlande, genauer gesagt nach Arnheim ins Willemeen. Im Vorverkauf kosten die Karten 10 €.

Eine Woche später am 30. März 2019 gibt es den Gegenbesuch in Hildesheim in der Kulturfabrik Lösecke. Ticketpreise werden noch bekannt gegeben.

Mehr Infos auf www.wald-kauz.de

Autumn Moon Festival, Hameln

In diesem Jahr waren wir mal wieder auf dem Autumn Moon (wenn auch nur für einen kurzen Besuch am Freitag). Das Fetival hat sich seit der ersten Ausgabe wirklich gemacht und bietet ein umfangreiches Musikprogramm und einen schönen, abwechslungsreichen Markt im Außenbereich. Mein Highlight: das Unplugged-Konzert der schwedischen Piratenband Pat Razket.

Impressionen, u.a. mit Fields of Nephilim, INVSN, Mila Mar…

Pat Razket unplugged am Lagerfeuer:

Fairytale

Wer dieser Tage draußen in der Natur Spazieren geht, kann es nicht mehr

übersehen: Die Vögel sammeln sich für ihre Reise in den Süden, die Blätter an den Bäumen beginnen sich bunt zu verfärben. Der Herbst hat auch nach diesem schier endlos scheinenden Sommer letzten Endes wieder Einzug gehalten. Und nun ist sie da, die perfekte Zeit, um sich dem zweiten Studioalbum der jungen Hannoveraner Band Fairytale zu widmen. Dieses trägt den Titel „Autumn’s Crown“ und hat sich nichts weniger zum Ziel gesetzt als seine Hörer in eine Parallelwelt zu entführen.

Die Reise beginnt gleich mit dem Titeltrack und Opener: ein knisterndes Feuer und das Rauschen des Windes erschaffen die Klangkulisse eines Herbstabends im Wald, während ganz sanft die Musik einsetzt. Besonders der Klang der akustischen Gitarre ist es dabei, welcher die Musik von Fairytale prägt und ihr ihren charakteristischen Klang verleiht, doch auch andere Instrumente wie Geige oder Cello kommen effektvoll zum Einsatz. Und dann ist da natürlich noch der Gesang. Sanft und klar führt die angenehme Stimme von Sängerin Laura Isabel Biastoch die Hörer durch die meisten Stücke. Doch auch Gitarrist und Songwriter Oliver Oppermann weiß gesanglich zu überzeugen, so in den Liedern „Mushroom Foray“ und „Donegal“. Beides sind Eigenkompositionen der Band, sie könnten jedoch auch problemlos als Irish Folk Traditionals durchgehen. Mit „Mando Dance“ hat außerdem noch ein mitreißendes Instrumentalstück seinen Weg auf das Album gefunden.

Doch die Hörer erwartet lange nicht nur Irish Folk auf „Autumn’s Crown“. Fairytale selbst bezeichnen ihre Musik als Mystic Folk, und diese Bezeichnung erweist sich als ziemlich treffend. Oftmals beginnen die Lieder ruhig, manchmal auch melancholisch, doch entwickeln sie sich dann in ganz unterschiedliche Richtungen. So weckt der Gesang bei „Waterfall“ regelrecht urtümliche Assoziationen , während „Moonway“ auf ganzer Linie verträumt daherkommt. Mit „Living In The Wood“ unternehmen Fairytale sogar einen kleinen Ausflug in eher folk-poppige Gefilde und erinnern damit etwas an Faey mit ihrem durch und durch positiven Sound. Überhaupt finden sich immer wieder wunderbar verspielte Passagen in den Stücken, die ganz ausgezeichnet zu den Themen der Lieder passen. Sowohl in den englischen als auch in deutschen Texten werden Fairytale hier nämlich ihrem Bandnamen auf ganzer Linie gerecht, denn ihre Lieder erzählen Geschichten, und diese Geschichten handeln oft von Fabelwesen und mysteriösen Gegebenheiten.

Fairytale ist mit ihrem zweiten Album „Autumn’s Crown“ ein sehr schönes und eigenständiges Werk gelungen. Weiblicher und männlicher Gesang, ruhige und tanzbare Stücke, englische und deutsche Texte – alles passt zusammen und verbindet sich zu einem stimmigen Ganzen. Unbedingt empfehlenswert für alle, die sich für Folk, Mystik und Fantasy begeistern können und bereit sind, sich von der Musik in eine andere, märchenhafte Welt entführen zu lassen.

Victoria Eckwerth

Festival Mediaval XI, 06.-09.09.2018

Vom 6. bis 9. September 2018 lud das bereits 11. Festival Mediaval wieder auf den Goldberg nach Selb ein, um dort ein Wochenende im Mittelalter zu verbringen. Neben einem einzigartigen Programm auf den großen und kleinen Bühnen gibt es auch auf dem Händler und Handwerkermarkt viel zu sehen.

Der Eröffnungstag am Donnerstag startete mit der Begrüßung durch den Veranstalter Bläcky und das gesamte Orga-Team bereits um 15 Uhr. Danach konnte man entweder über den noch überwiegend leeren Markt schländern und die vielen Stände und Lager begutachten oder direkt an der Schlossbühne bleiben und bei der ersten Band des Festivals, Winterstorm, das Haar zu Metalriffs schütteln. Erstes Highlight des Tages: Corvus Corax Fantastical „Der Fluch des Drachen“; eine Mischung aus Lesung und Konzert mit bekannten Gästen wie Katja Moslehner und Ji-In Cho, die mit ihrer Band „And Then She Came“ ebenfalls einen Auftritt auf dem Mediaval hatte.

Neu im Programm war die Latrina Band. Eigentlich sind sie die Freiwilligen, die auf dem Mediaval die Toiletten in Schuss halten. Jedoch hat sich mit den Jahren eine Band gefunden, die entweder vor den Toiletten oder diesmal sogar auf der Bühne, ihre wie sie selbst nennen „Scheißmusik“ zum Besten geben. Klobürsten wurden geschwungen und die kurzweiligen Texte ließen die Zuhörer herzhaft Lachen.

An Abend gaben dann Elfenthal ihr 10-jähriges Jubiläumskonzert und auch einziges Konzert 2018 auf der Burgbühne. Sichtlich glücklich nach 2017 wieder auf dem Festival Mediaval spielen zu können, gab Maite alles und war zwischenzeitlich mehr außer Atem als ihre drei Tänzer/innen.
Wer zu später Stunde noch auf dem Festivalgelände unterwegs war, der konnte sich entweder an eine der Tavernen setzen, in der Goldbergbucht auf dem Floss feiern oder beim Headliner des Donnerstags, Subway to Sally mitsingen.

Da der Freitag musikalisch erst um 14:30 Uhr begann, konnte die Stunde vorher gut genutzt werden, um mal im Literaturzelt vorbeizuschauen. Dort gaben sich die Autoren das ganze Wochenende die Klinke in die Hand und lasen aus ihren neuesten Erscheinungen u.a. Bernhard Hennen und Tommy Krappweis. Auch die Goldbergbucht erwachte zum Leben und so konnten dort Kahira und die Hexe Ariana angesehen werden. Wer lieber kleine Bühnen mag, der konnte dort auch, in kleinem aber feinem Rahmen, sitzend die Konzerte von Triskilian und Dandelion Wine genießen.

Auf dem restlichen Gelände erwachten die Kleinkünstler: Zirkus Meer zeigte eindrucksvolle Akrobatik und baute aus Kästen eine Brücke, Vir Street Theatre zeigte eine Geschichte rund um Untote und natürlich die große Liebe und auf der Theaterbühne brachten Pampatut die Leute zum Lachen (und manchmal musizierten sie auch).
Als Berlinski Beat am frühen Abend auf die Bühne kamen, stand kein Fuß mehr still. Mit viel berliner Schnauze im Stil der 20er Jahre und Balkan Beats hält es niemanden mehr auf den Bänken und so schlängelte sich bald eine lange Polonäse durch das Publikum.

Als dann das mit Spannung erwartete einzige Konzert Omnias in Deutschland starten sollte, öffnete der Himmel seine Pforten. Der Regen war so stark, dass der Beginn des Konzertes nach hinten verschoben wurde, weil es dem Publikum nicht zuzumuten war bei diesem Wetter vor der Bühne stehen zu bleiben. Einige Fans gaben aber trotzdem ihren hart umkämpften Platz nicht auf, während andere sogar unter der Bühne Schutz suchten. Als dann das Omnia-Collective auf die Bühne kam, war das schlechte Wetter vergessen. Mit Gastmusikern aus diversen Bands wie Heilung/Euzen, SeeD, Shireen und Irfan haben Steve und Jenny ein ganz neues Konzept auf die Bühne gebracht. Alte Omnia-Lieder, Schamanismus und vor allem Steve als gehörnte Kreatur standen im Vordergrund und wurden von den Fans gefeiert.

Da das Konzert von Omnia erst später begann überschnitt sich der Auftritt mit dem von Qntal auf der Burgbühne, sodass die Besucher nach und nach auch den Weg wieder nach unten fanden. Feinste elektronische Mittelaltermusik gab es dort auf die Ohren und auch Beatrice Baumann hatte gegen Ende noch einen Gastauftritt.

Headliner am Freitag waren Faun, die den ganzen Platz vor der Schlossbühne füllten und ihren Mix aus alten und neuen Liedern spielten, das Publikum zum Brunftruf animierten und gegen Ende bei „Feuer“ sogar eine Feuershow zündeten.
Um Mitternacht begann das letzte Konzert des Freitags. Auch wenn eigentlich alle nach dem anstrengenden Tag ins Bett wollten, konnte doch niemand Euzen verpassen, die in diesem Jahr nur sehr wenige Konzerte gegeben haben. Die Zuschauer wurden belohnt mit einem großartigen Konzert und außergewöhnlichen Lichtshow und waren froh, doch noch geblieben zu sein.

Der Samstag konnte wieder ganz entspannt begonnen werden. Bei bestem Wetter im Sonnenschein schlendert es sich bestens über den Markt, lauscht der Musik von PurPur oder hört Astrid Rauner bei der Vorstellung der „Wodan-Saga“ zu. Der Drache Fangdorn war auch noch etwas schläfrig, doch der „besonders gutaussehende“ Faun und die Elfen schafften es ihn zu wecken und das Versteckt des Elfenschatzes zu erfahren. Bei Pampatut, diesmal auf der großen Bühne, wurde wieder herzhaft gelacht und, diesmal zu viert auf der Bühne, auch erstaunlich viel Musik gemacht. Neben Ballycotton, Horch und Poeta Magica gab es auch an diesem Tag viel Kleinkunst auf den vielen Bühnen zu sehen. Auf dem Markt zeigte der Eisenhans, dass er mit bloßen Händen ein Hufeisen verbiegen und zehn Kinder schweben lassen kann. Auf der Theaterbühne verzauberte Beatrice Baumann mit ihrer Kontaktjonglage die Zuschauer und immer wieder war sie als Stelzenläuferin auf dem Markt unterwegs.

Besten Irish Folk gab es am Nachmittag von Cara, die ihr 15-jähriges Bestehen auf dem Festival Mediaval feierten. In der prallen Sonne, aber trotzdem bestens gelaunt und voller Spielfreude gaben sie ein tolles Konzert. Am Abend sollte es noch eine „kleine“ Fortsetzung geben, denn Gudrun Walther und Jürgen Treitz von Cara gaben im Literaturzelt mit Geige, Akkordeon und Gitarre ein ruhiges Konzert zum Abschalten und Nachdenken.

Ob man am Samstag von nur einem Headliner sprechen kann, wage ich zu bezweifeln. Ab 18:30 Uhr reihte sich ein Highlight an das nächste. Zuerst spielten Schandmaul ihr Akustik-Set aus älteren und neuen Liedern. Auf der Bühne hatten sie eine Bar aufgebaut und sichten sich gleich zu Beginn des Konzertes vier Zuschauer, die das ganze Konzert an der Bar auf der Bühne bei einem Getränk erleben durften.
Im Anschluss direkt Versengold, die definitiv die größere Bühne verdient hätten. Und auch das Publikum hätte etwas mehr Platz gehabt, denn gefühlt waren alle gekommen, um sich Versengold anzusehen. Und keiner wurde enttäuscht, denn wenn die Band Spaß hat, dann hat auch das Publikum Lust zu feiern; spätestens als die Weltkugel über das Publikum flog und der Bassist einen Moonwalk hinlegte.

Das Festival Mediaval hatte in diesem Jahr keine Mühen gescheut und top Künstler engagiert. So auch die Größen Alan Stivell und Carlos Núnez, die sich die Spielzeit teilten und ein „Celtic-Power-Concert spielten“. Alan Stivell, Meister der keltischen Harfe und Carlos Núnez, Meister der Gaita, lockten neben dem Publikum auch Mitmusiker an, die genauso glücklich waren ihre Idole live zu sehen. Für sie selbst sicher der Höhepunkt als sie zu ihnen auf die Bühne durften.
In der Goldbergbucht war zur gleichen Zeit ebenfalls die Hölle los. Die Niederländer „Pyrates“ feierten in der vollen Bucht eine wilde Party und genossen Cocktails aus der Kokosnuss. Beim nächsten Mal hätten sie eine größere Bühne definitiv verdient.

Sonntag. Warum startet der vierte und letzte Festivaltag immer so früh? Alle waren sich einig, dass eine Stunde später auch gut gewesen wäre, doch trotzdem waren pünktlich zum Start von Triakel die Fans an der Burgbühne versammelt. Den ruhigen schwedischen und manchmal sehr düsteren Geschichten, die Triakel am frühen Sonntagmorgen auf die Bühne brachten, kann man bestens im Sitzen oder beim ersten Kaffee genießen.

Oben gaben die Griechen von Daemonia Nymphe ihr Bestes. Die maskierten Sängerinnen ließen elfengleichen Gesang ertönen, während um sie herum die Tänzerinnen ausdrucksstark mit Tüchern, Feuerfächern oder Seilen über die Bühne wirbelten. Definitiv ein interessantes Konzert, das allerdings am Abend noch besser gewirkt hätte.

Dandelion Wine betraten am Sonntag bereits zum dritten Mal die Bühnen des Festival Mediaval und waren auch diesmal voller Spielfreude dabei. Sängerin Naomi, die seit dem Mediaval 2013 immer noch die blaue Haarfarbe trägt, für die das Publikum abgestimmt hatte, bedankte sich bei Markus van Langen. Dieser hatte der Band fast die gesamten Instrumente geliehen, da die eigenen kurz vorher geraubt wurden. Angemerkt hat man es ihnen nicht, dass die Instrumente nicht die Vertrauten waren.

Wenn das Festival Mediaval eins schafft, dann ist es besondere Musiker und Künstler zu gewinnen. Zum zweiten Mal hat das FM-Team es geschafft die schwedische Band Garmarna für das einzige Konzert in Deutschland 2018 zu holen. Spielten sie beim letzten Auftritt noch alte Lieder, so gab es diesmal einen Mix aus dem neuesten Album „6“ und alten Klassikern. Highlight des Konzerts: Sängerin Emma lässt beim Lied „Herr Mannelig“ das Publikum alleine die letzte Strophe singen, als sie merkt, dass alle Textsicher sind. Sichtlich ergriffen verabschieden sich Garmarna danach, um 2019 hoffentlich mit einem neuen Album wieder auf Tour zu gehen.

Irish Folk in ihrer besten Form gab es danach auf der Burgbühne bei Fiddlers Green inklusive Circle Pit und Wall of Folk. Direkt nebenan gab es die Fortsetzung der Schlacht um die Goldbergbucht. In dieser kämpften die Wikinger gegen untote Schotten und Orks um ein Artefakt, das stark nach zwei Kokosnüssen aussah. Mächtige Kanonenschüsse und ein Katapult kämpften gegen das Fußvolk, doch am Ende gingen die Wikinger als Sieger hervor.

Als Ausklang des 11. Festival Mediaval gaben Schandmaul ihr zweites, diesmal rockiges Konzert. Ein letztes Mal füllte sich der Platz vor der Schlossbühne, bevor alle mit einem weinenden und einem lachenden Auge den Heimweg antraten. Das Lineup führ 2019 steht in Teilen bereits und verspricht nur neue Programmpunkte. Wir sind gespannt was das Team des Festival Mediaval beim nächsten Mal aus dem Hut zaubert und freuen uns bereits auf ein Wiedersehen!

https://www.festival-mediaval.com/

Corvus Corax „Skál“

Während das ganze Land unter einer Hitzewelle ächzt, lassen es sich die Spielleute von Corvus Corax nicht nehmen, gewohnt fleißig ein neues Album auf den Markt zu bringen. „Skál“ heißt das gute Stück und beschäftigt sich – der Titel lässt es schon erahnen – mit den eher angenehmen Seiten des Lebens. So geht es in vielen der Stücke ums Feiern und Trinken und darum, seine Zeit auf dieser Welt zu genießen.

Nach „Sverker“ und „Gimlie“ bleiben Corvus Corax auch auf ihrem neuen Werk dem nordischen Themenkreis treu. So beschwört gleich das Intro Bilder einer geheimnisvollen nordischen Naturlandschaft vor dem inneren Auge herauf. Raben singen ihr unverwechselbares Lied und der Wind weht geheimnisvoll durch die Bäume, bevor sich, anfangs nur einem Flüstern gleich, die Stimmen der Spielleute aus dem Hintergrund erheben und das Intro langsam in das erste Stück „Yggdrasill“ mit seiner mystischen und meditativen Atmosphäre übergeht. Auch andere Stücke des Albums laden die Hörer klanglich und thematisch wieder in den hohen Norden Europas ein, so zum Beispiel „Hugin & Munin“, bei dem sich die Kolkraben gesangliche Unterstützung von der isländischen Opernsängerin Arndís Halla geholt und ein Stück altnordischen Text aus der Edda vertont haben.

Doch auch eine andere Sprache haben Corvus Corax auf „Skál“ für sich entdeckt. So sind viele der Lieder in deutscher Sprache verfasst, was für die Band eine ganz neue Entwicklung ist. Stücke wie „Hol Bier herbei“ mit seinem eingängigen, gemütlichen Rhythmus oder das fröhliche „Sauf noch ein“ eignen sich so dann auch ganz hervorragend zum Mitsingen, während andere Lieder gleich ganze Geschichten erzählen und zum aufmerksamen Zuhören und Nachdenken anregen. So vertont beispielsweise Gastsängerin Maxi Kerber in „Eine Jungfrau“ die Liebesgeschichte einer jungen Frau, die leider kein gutes Ende findet, während in „Die Rose“ dazu aufgerufen wird, sich seiner eigenen Endlichkeit bewusst zu werden und sein Leben zu genießen, so lange man die Möglichkeit dazu hat.

Aber auch auf ihre Wurzeln besinnen sich Corvus Corax auf dem neuen Album immer wieder. Mit „Pfeifsack“ widmen sie gleich ein ganzes Lied der motivierenden Wirkung, die schnell gespielte Dudelsackmusik noch auf das trägste Tavernenpublikum haben kann und liefern wenig später mit dem Titeltrack „Skál“ auch gleich ein Paradebeispiel für ein solches mitreißendes Dudelsack-Stück. Und mit dem Lied „Her Wirt“ hat auch wieder einmal ein Text aus der Carmina Burana seinen Weg auf eine Veröffentlichung der Band gefunden.

Corvus Corax ist mit ihrem neuen Album „Skál“ einmal wieder ein vielseitiges Werk gelungen, das klar die typische Handschrift der Band trägt. Wie man es von den Königen der Spielleute gewohnt ist, scheuen sie sich jedoch auch diesmal nicht davor, neue Dinge auszuprobieren. Das Experiment, deutsche und nordische Elemente zu verbinden, gelingt dabei ganz hervorragend. Sowohl Freunde zünftiger Mittelaltermarktklänge als auch jene, die sich für den Klang und die Mythen des Nordens begeistern, sind bei dieser Veröffentlichung ganz sicher an der richtigen Adresse.

Victoria Eckwerth

Omnia: Reflexions

2018 wollen Omnia es ruhiger angehen lassen, das hatten sie bereits im Vorfeld verkündet. Doch bevor sie sich diesen Sommer eine wohlverdiente Auszeit vom unermündlichen Touren auf den Festivals dieser Welt gönnen, beglücken sie ihre Fans gerade noch mit einer Theater-Tour durch die Niederlande , und pünktlich zu Ostern auch mit einem neuen Silberling. „Reflexions“ heißt die neue Platte und stellt eine ganz besondere Veröffentlichung dar. Wie der Titel schon vermuten lässt, blicken Omnia hier auf ihre lange und bewegte musikalische Vergangenheit zurück. Das tun sie auf ganz ungewöhnliche Art und Weise mit einem ganz speziellen Remix-Projekt.

Gemeinsam mit Musiker und Produzent Christopher Juul (Heilung, Euzen, Valravn) hat die Band sich ihren kompletten Musikkatalog der vergangenen zehn Jahre vorgenommen. Diverse Stücke aus den sieben in dieser Zeit erschienen Omnia-Alben wurden auseinandergenommen und in komplett anderem Zusammenhang wieder neu zusammengesetzt. Wer die Musik der Band kennt, den erwartet so das eine oder andere Wiedersehen mit altbekannten Stücken in ganz neuem Gewand. Und es ist wirklich überraschend und faszinierend, wie sich auf den ersten Blick scheinbar gänzlich unterschiedliche Stücke wie das gerappte „Dance Until We Die“, „I Don’t Speak Human“ und der Band-Klassiker „Alive!“ so plötzlich zu einem ganz neuen, harmonischen Ganzen verbinden, welches dann den klangvollen Titel „Alive Until We Die“ trägt. So werden auf dem Album stets mindestens zwei , im Falle von „Caveman“ sind es sogar fünf , Omnia-Stücke zu neuen Liedern verwoben. Einzig „Toyz In The Attic“, im Original vom 2010er-Album „Wolf Love“, durfte für sich allein stehen bleiben, erhielt jedoch eine ganz neue Instrumentierung, unter anderem mit Klängen eines Cellos. Dieses neue Arrangement ändert auf faszinierende Weise ganz und gar die Atmosphäre des Songs.

Insgesamt zeichnen sich die Songs auf „Reflexions“ durch einen entspannten und organischen Klang aus. Ganz natürliche Mittel wie Knochen, Steine und Holz sorgen für Beats, in deren meditativen Klängen man sich ganz verlieren kann. Ist man mit den Liedern von Omnia vertraut, kann man sich viele Hördurchgänge darin ergehen, die Fragmente verschiedener Songs in diesen neuen Kreationen zu entdecken.
Selber sagen Omnia von „Reflexions“, dass sich in diesem Werk Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft treffen. Dies ist eine treffende Beschreibung für das, was die Hörer auf dieser ungewöhnlichen Remix-CD erwartet. Omnia verarbeiten hier ihre eigene Vergangenheit mit modernen technischen Mitteln zu etwas ganz Neuem. Das ist spannend und macht großen Spaß beim Hören, weil man so viele neue Aspekte scheinbar altbekannter Stöcke entdecken kann.

Auch das Layout der neuen CD weiß zu überzeugen. Das silbergeprügte Digipack kommt mit ausführlichem Booklet im typischen Omnia-Stil daher. Mit dessen Hilfe lässt sich dann auch nachprüfen, ob man beim Hören wirklich alle Lieder, die hier neu gemischt wurden, richtig erkannt hat.

Omnia zeigen sich auf „Reflexions“ einmal wieder gewohnt experimentierfreudig, bleiben sich dabei jedoch selber treu. So haben sie mit dieser Veröffentlichung dem Begriff des Remix-Albums eine ganz neue Bedeutungsebene hinzugefügt.

Victoria Eckwerth

Faun Best of XV – Deluxe Version

15 Jahre Faun. Als die Band 2002 ihr erstes Album „Zaubersprüche“ rausbrachte, ahnte wohl noch niemand, wo sie sich heute befinden würde. Zwölf Alben, über 1000 Konzerte und eine goldene Schallplatte später, bringen Faun ein Best-of-Album heraus, dass in 70 Minuten die letzten 15 Jahre Revue passieren lassen soll.

Die Deluxe Version beinhaltet 2 CDs, wobei die Erste neuere Lieder enthält, die seit der CD „Von den Elben“ entstanden sind sowie die beiden neuen Lieder „Feuer“ und „An die Geliebte“. Die zweite CD hat mehreren Live-Aufnahmen und eher ältere und neu vertonte Lieder, wie Andro II und Rosmarin XV. Außerdem fällt direkt das schöne Album-Cover von Brian Froud ins Auge.
Beim Lesen der Tracklist stechen natürlich sofort die beiden neuen Lieder ins Auge: Das romantische „An die Geliebte“ und das mystische „Feuer“. Letzteres thematisiert den archaischen Kampf gegen einen bösen Herrscher, der das Land mit List und Gewalt unterdrückt. Zu diesem Lied haben die Faune auch ihr letztes Video aufgenommen. Besonders ist, dass dieses Lied in deutscher und englischer Sprache aufgenommen wurde. Welche Version besser gefällt, kann jeder Hörer selbst entscheiden.
Ebenfalls auf die erste CD haben es die Lieder in Zusammenarbeit mit Santiano (Tanz mit mir) und Micha Rein von In Extremo (Buntes Volk) sowie eine Live-Aufnahme von „Hymne der Nacht“. Auch die Neuaufnahme von Wind und Geige, ein Lied, das sich seit seiner Veröffentlichung 2003 auf dem Album „Licht“ ständig verändert hat, ist hier in seiner neuesten Version zu hören. Wer die ursprüngliche Aufnahme nicht kennt, sollte sie sich unbedingt anhören, um die Veränderungen, die die Band im Laufe der Jahre durchlaufen hat, zu hören.
Auf der zweiten CD geht es mehr in der Zeit zurück. Die Stücke „Andro“, „Rosmarin“ „Tinta“ sind wahre Klassiker bei Konzerten und vor allem „Tinta“ lässt Erinnerungen an alte Zeiten aufkommen, als Faun noch in ihrer Erstbesetzung mit Lisa Pawelke auf der Bühne stand.
Faun haben es sogar geschafft, dass alle Mitglieder von Faun auf dieser Best-of-CD verewigt sind. Lisa Pawelke hört man in „Tinta“ und „Egil Saga“ (Totem 2003), Sandra Elflein ist im Stück „Sigurdlied“ vom „Buch der Balladen“ zu hören und Katja Moslehner ist unter anderem bei „Buntes Volk“ dabei.
Ein Highlight ist auch die Live-Version von „Odin“. Zusammen mit Einar Selvik von Wardruna, der auf der Midgard-Tour dabei war, ist die beeindruckende Live-Version der Sage um Odin und die Runen auf CD gepresst worden. Definitiv die beste Live-Aufnahme der CD, bekommt man beim Zuhören direkt Gänsehaut, sobald Einar zu hören ist.
Ein bisschen schade ist, dass beim Lied „Von den Elben“ die neue hochdeutsche Version gewählt wurde, anstatt die Aufnahme in altdeutscher Sprache („Licht“ 2003). Sind Faun doch dafür bekannt, Lieder in den unterschiedlichsten Sprachen zu vertonen, was zusätzlich zur Musik, die Mystik ausmacht.
Insgesamt ist, vor allem die zweite CD der Deluxe Version, eine kleine Zeitreise in die Bandgeschichte Fauns. Bis auf die erste CD „Zaubersprüche“ sind Lieder jeder Veröffentlichung enthalten und zeigen einerseits die Vielfalt, aber auch die Entwicklung, die Faun in 15 Jahren Bandgeschichte durchlaufen haben. Eine schöne Best-of-CD für alte und neue Fans.

Tracklist Deluxe Edition:

CD 1:
01 Diese kalte Nacht
02 Federkleid
03 Feuer
04 Buntes Volk
05 Tanz mit mir
06 Alba II
07 Sonnenreigen (Lughnasad)
08 An die Geliebte
09 Rabenballade
10 Walpurgisnacht
11 Wind & Geige XV
12 Hörst du die Trommeln
13 Hymne der Nacht

CD 2:
01 Andro II
02 Rosmarin XV
03 Tinta – Live
04 Wenn wir uns wiedersehen
05 Mac Beth
06 Blaue Stunde – Live
07 Hymn To Pan
08 Fire
09 Odin – Live
10 Egil Saga
11 Von den Elben
12 Iduna – Live
13 Sigurdlied

www.faune.de