Eisbrecher – Eiszeit
EISBRECHER
Eiszeit
AFM Records/Soulfood
Schiff voraus Richtung gesellschaftlicher Gefühlskälte, das ist nämlich genau die Thematik die Eisbrecher auf ihren vierten Longplayer aufgreifen. Und wie sagte Kapitän Alexx so treffsicher „Die Menschen, werden kälter. Unser Herz ist ein Gefrierschrank und unser Dasein ein kalter Hauch“. Höchste Zeit das Eis zu brechen und wer könnte das nicht besser, als die sympathischen Electro-Rocker aus München, die dies auf diversen Events schon des öfteren unter Beweis stellten.?Bereits mit den ersten beiden Titeln „Böse Mädchen“ und „Eiszeit“ schlagen Eisbrecher erneut wortwörtlich „den Eispickel in den gefrorenen Block“. Zudem möchte Alexx der Damenwelt im ersten Track mitteilen, dass es nicht immer sein muss, gängigen Schönheitsidealen hinterher zu eifern, sondern das sich eine selbstbewusste Persönlichkeit weit aus mehr, in der oberflächlichen Gesellschaft durchsetzen kann. Diese Aussage aus dem Munde des „Checkers“ zu hören wundert schon ein wenig, da einige außenstehende das Auftreten des Frontmannes schon mal als „Machohaft“ deuten würden. Aber sei es drum, die beiden ersten Songs dieses Albums knüpfen schon nach kürzester Zeit, an alte Dauerbrenner an. ?Der gewohnte Sound ankert wieder recht schnell beim Hörer, harte Riffs und atmosphärische Synth-Flächen reichen sich die Hand. Durch die Mitgröhl-kompatiblen Refrains, erreichen die Tracks in kürzester Zeit wieder eine hitverdächtige Griffigkeit. Dieses Potenzial verliert sich jedoch dann kurzfristig bei dem Song „Bombe“sowie bei der rein in englischer Sprache dargebrachten Nummer „Gothkiller“, letztere schleicht sich recht ungewöhnlich ins Konzept ein. Aber spätestens mit „Die Engel“ wird der Kurs wieder korrigiert und ein gefühlvoll/romantischer Track versucht, gefrorene Herzen aufzutauen. Auch wirkt die sonst so tiefe Stimmlage von Alexx hier ehr sanft und ruhig, ein wirklich gelungener Song. ?Kommen wir nun zum wohl provokantesten Song des Albums „Amok“, welcher sich mit der ewigen Diskussion Killerspiele/Amokläufe befasst. Soundtechnisch wird hier fast schon am EBM-Bereich gekratzt. Im Zusammenspiel mit dem kontroversen Text „Und wenn du dir nicht sicher bist, töte jeden den du triffst“, der mit Sicherheit noch von der lieben Zensur beliebäugelt werden dürfte, ist diese Nummer ein richtiger Kracher, schön durchgeknallt und extravagant. Mit „Dein Weg“ und „Der Hauch des Lebens“ werden dann auch noch die restlichen Eisschollen durchbrochen, stiltypisch und mit krachenden Gitarrenwänden versehen finden sich Melodien und Refrain schnell im Ohr wieder.?Fazit :Nun mag es sein, das man sich zu sehr an die alten lieb gewonnenen Hits von „Antikörper“ oder „Sünde“ klammert, die ja auf beiden Alben in einer Vielzahl vertreten waren und „Eiszeit“ erst noch ein wenig im Gehör reifen muss. Aber dennoch empfinde ich die beiden letzten Alben, insgesamt als ausgewogener und eingängiger. Zwar kristallisieren sich auf „Eiszeit“ auch schnell wieder persönliche Favoriten heraus, wie „Böse Mädchen“, „Eiszeit“, „Die Engel“ oder „Amok“, doch verspürt man stellenweise auch eine gewisse experimentelle Interferenz, die für Ecken und Kanten im Gesamtbild sorgt.
Tracklist:?01. Böse Mädchen, 02. Eiszeit, 03. Bombe, 04. Gothkiller, 05. Die Engel, 06. Segne Deinen Schmerz, 07. Amok, 08. Dein Weg, 09. Supermodel, 10. Der Hauch des Lebens ?http://www.eis-brecher.com
8/10
Andre [A.S]
VÖ: 16.04.2010
Land über in Neuss und Dresden
Land über zu Gast in NRW, das passiert nicht oft. Zweimal haben wir Benni und Karl schon in der kleinen Kneipe „Hamtorkrug“ sehen und hören dürfen, als musikalische Begleitung für Holly Loose während dessen Lesetour 2009 und 2010.
Land über, das sind Benni Gerlach (Cello) und Karl Helbig (Saxophon) und beide machen eine Musik, wie man sie nicht jeden Tag hört. Es braucht ein wenig Zeit, sich so fallen zu lassen, dass man Zugang zu den fast sphärischen Klängen der sehr schönen Instrumente bekommt, aber wenn man sich darauf einlässt, lässt es einen nicht mehr los.
Benni drückte es einmal so aus: „Wir haben versucht, Musik ohne Rhythmus zu machen, aber das ist uns nicht gelungen.“
Am 21.03. war es dann endlich soweit und Land über spielten ihr eigenes Set. Ein rein akustisches Programm. Die dazu gehörende und gleichnamige CD erschien bereits im Jahr 2007.
Nach einer kleinen Verspätung an diesem leicht verregneten Sonntag. einem schnellen Aufbau auf der kleinen Bühne und einem raschen Soundcheck, ging es dann kurz nach 18:00 Uhr, los.
Mit Bennis Worten „Jetzt alle Augen zu und einfach zuhören“, begann das ca. eineinhalbständige Konzert. Gespielt wurden alle Stücke der CD und auch was Neues hatten die beiden im Gepäck.
Für einen Sonntag war das genau das Richtige. Am Ende des Wochenendes, wo man sich schon geistig wieder auf eine neue und, vielleicht für viele, stressige Woche vorbereitet, braucht man keinen Krach.
Kleiner Wermutstropfen war die etwas geringe Besucherzahl an diesem Abend, aber, die, welche sich auf den Weg gemacht haben, wurden nicht enttäuscht und haben das feine Zusammenspiel der beiden Musiker offensichtlich sehr genossen.
Um einen kleinen Eindruck und den direkten Vergleich zu bekommen, wie die beiden im Osten des Landes ankommen, stammen doch beide aus der Nähe von Dresden, zog es mich am 02.04. eben dorthin und zwar in die Club Passage nach Dresden-Gorbitz. Inmitten von Plattenbauten befindet sich besagter Club, ein Haus, in dem erstaunlich viel Verschiedenes an Kleinkunst geboten wird.
Der mit runden Tischen ausgestattete Raum fällte sich nach und nach und, sicher zur Freude der beiden Künstler, waren alle Tische um 20:00 Uhr besetzt. Also konnte es losgehen.
Auch in Dresden spielten die beiden ihre komplette CD und als Überraschung gab es ein ganz neues Stück, welches von Benni als ein Stück angekündigt wurde, mit welchem sie im Januar an einem Wettbewerb teilnahmen. Ein wenig schaurig sollte „Nosferatu“ rüberkommen und es war mit Sicherheit eine Abwechslung, auch mal das ein oder andere „rockige“ Stück zu hören.
Mit einer kurzen Unterbrechung dauerte das Konzert fast zwei Stunden und sogar eine Zugabe wurde frenetisch gefordert – und natürlich auch gespielt.
Mein Fazit. Von Land über wird man weiterhin hören und das sollte auch so sein. Denn es ist eine Freude, Musikern zuhören zu dürfen, die Spaß an dem haben, was sie tun und dies auch an ihr Publikum weitergeben.
Ideen haben sie genug und ich persönlich bin sehr gespannt auf das, was noch kommt und das hoffentlich sehr bald!
Vielen Dank für die beiden schönen Konzerte, die ich miterleben durfte, viel Glück bei allem was noch folgen mag und auch bei die vielen anderen Projekten, die Benni und auch Karl noch so am Herzen liegen.
Man sieht sich – ganz sicher!
K. von Kleve
Interview mit Benni von Landüber im Hamtorkrug zu Neuss am 21.03.2010
Landüber sind in NRW: Eines der wenigen Konzerte im Westen Deutschlands findet in einer kleinen Kneipe in Neuss statt. Im Hamtorkrug.
Nachdem Benni und Karl mit leichter Verspätung in der Location eintrafen und sie ihr ca. einstündiges Programm zum Besten gaben, stand Cellist Benni noch für ein paar Fragen zur Verfügung.
1. Ich habe im www einmal nach Landüber gegoogled, neugierig, was mir das weltweite Netz dazu anbieten würde und bin als Erstes auf eine Band aus Schleswig Holstein aufmerksam gemacht worden, die sich lanueber Nennt. Ist das bekannt?
Ja. Nachdem wir uns so benannt haben, ist uns das auch aufgefallen. Aber erst danach. Nee, warte, das war schon vorher, glaube ich. Aber damals haben wir gedacht, wir machen Kleinkunst und das auch noch in einer ganz anderen Ecke Deutschlands. Außerdem machen die was komplett anderes als wir.
Wir haben dann bei ihnen angefragt. Es sind ganz ganz nette ältere Herren, die viel Spaß an ihrer Musik haben.
Es gibt dazu auch was Lustiges zu erzählen. Wir haben einmal in Thüringen gespielt und bekamen dazu einen Vertrag per E-Mail zugeschickt. Dieser wurde aber an die Jungs von aus dem Norden geschickt und von ihnen an uns mit den Worten, „das ist sicher für Euch“, weitergeleitet.
2. Wie lange gibt es Euch nun schon? Und wie kam es zu Euch?
Es gibt uns, bzw. die CD seit 2007. Als Duo sind wir ungefähr ein Jahr vorher schon zusammen gewesen, also 2006. Wir haben uns für eine Ausstellungseröffnung gefunden, weil wir uns kannten. Da wir beide Musik gemacht haben, haben wir es miteinander versucht. Wir sind in den Proberaum gegangen und haben zwei Stücke eingespielt, die wir jetzt noch spielen und die auch auf der CD sind. Es war also ganz klassisch. Wir haben uns gesucht und gefunden.
3. Ich habe leider so überhaupt keine Ahnung vom Stil Eurer Musik. Es ist Jazz, oder wie nennt Ihr den Stil?
Ich tu mich da auch schwer mit solchen Angaben – denn wir haben uns getroffen und meinten, wir machen jetzt mal was zusammen und haben danach erst eine Musikbeschreibung gesucht. Nach einigem Hin und Her sind wir auf den Titel „Minimentalimpromantik“ gekommen. Minimalistisch, mental, improvisiert und romantisch. So ist alles beschrieben, was wir machen und wie und es klingt sogar noch gut. „Minimentalimpromantik“.
4. Improvisiert ist ein gutes Stichwort. Sind alle Eure Stücke eher so entstanden? Spontan? Oder gibt es dazu vorher ein Konzept?
Nein, es kommt alles einfach so. Wir schreiben keine Noten, sondern spielen einfach Melodien und nehmen, z. B. bei Proben, immer alles auf. Danach in einer ruhigen Minute hört man sich dann das Aufgenommene an und überlegt, was man daraus machen kann. Ich habe hunderte von Soundschnipseln zu Hause, die ich mir immer wieder anhöre und irgendwann kommt zu einem dieser Schnipsel plötzlich eine Idee und man geht zum anderen und er hört sie sich an. So sind z. B. zwei der Stücke auf der letzten Lesetour entstanden, wo wir einfach so vor dem Konzert ein wenig gejammt haben und dann festgestellten, dass dies gerade was richtig Gutes war. Ich spiele dann alles schon mal in meine Loop-Station ein und zu Hause wird es dann aufgenommen. Aber wenn eine Melodie knackt, wie z. B. bei „Das Ganze“, und die einmal drin ist, ist die auch nie wieder vergessen.
5. Warum eigentlich Landüber? Wie kam es zu dem Namen?
Der Name entstand genauso wie die CD-Reihenfolge. In einer Kneipe und über Nacht. Ich habe irgendwann eine SMS vom Karl bekommen, wie es mit dem Bandnamen Landüber wäre und ich fand, es passt. Und als wir dann Liedtitel gebraucht haben, saß ich in einer Kneipe und beim zweiten Bier schrieb ich ihm eine SMS und er meinte, dass es top wäre.
6. Wie kam es zum Album und wie wurde es aufgenommen?
Zum Album kam es, weil ganz viele danach gefragt haben. Ich habe mich lange Zeit gegen aus Aufnehmen auf CD gesperrt, weil es eben nur ein Nebenprojekt war, welches für Ausstellungseröffnungen und anderes gedacht war. Ich bin außerdem auch der Meinung, dass man Musik sehen muss. Man hört Musik ganz anders, wenn man den Musiker dazu auch sieht. Und das ist ja bei uns auch gewollt. Mit den ganzen Effekten und der Bewegung auf der Bühne, habe ich befürchtet, dass es ganz schwer würde, dies auf eine CD zu bringen. Wir haben das auch gemerkt, als wir ins Studio gingen. Wir haben gedacht, wir spielen so, wie wir das immer machen, aber das hat am Anfang überhaupt nicht funktioniert. Wir mussten uns noch einmal hinsetzen und die Stücke, jedes Einzelne, noch einmal angehen und in festere Bahnen bringen. Im Studio zu improvisieren ist wohl dann doch die Aufgabe von Profi-Jazzern, aber nicht die unsere.
7. Die nächste Frage ist hoffentlich nicht allzu schlimm, aber mich interessiert, warum einige Stück so wahnsinnig lang sind? „Seine Insel“ z. B. dauert über 13 Minuten. Spielt man da nicht auch ein wenig mit der Geduld des Zuhörers, der sich so lange konzentrieren muss?
Ich finde, deswegen heißt es ja auch minimalistisch. Ein Stück muss wirken und braucht auch so lange, wie es braucht. Wenn sich ein voller Ton aufbaut, dann dauert es das manchmal ein bis zwei Minuten und bei diesem Projekt habe ich die Chance, eben genau das einmal auszuleben. Wir haben die CD ja im Studio des Geigers der „Letzen Instanz“ aufgenommen, und der hat auch immer rumgeflucht über uns und unsere „ewig langen Stücke“. Aber zum Schluss fand er es auch schön, weil es nun mal so ist. Wir setzen es ja nicht darauf an, ein Stück zu spielen, welches 13 Minuten lang ist, sondern hatten eine Idee, die wir ausgebaut haben und als wir danach auf die Uhr schauten, waren halt 13 Minuten ins Land gegangen. Also blieb es dann so.
8. Wie lange probt Ihr im Allgemeinen und für Eure Auftritte im Besonderen?
Gerade ganz wenig. Eine zweite CD ist gerade im Entstehen und daher denke ich, dass es jetzt mehr werden wird. Wenn wir proben, dann einen Tag lang. Wir treffen uns in der Früh und gehen abends nach Hause. Wir wohnen nicht weit voneinander entfernt.
Vor Konzerten proben wir inzwischen gar nicht mehr. Da sind wir schon so eingespielt, dass wir uns einfach treffen, auf Konzert fahren und gut. Wenn wir mal was Neues machen wollen, dann proben wir schon noch, aber sonst, eher nicht.
9. Man spürt bei Euch beiden die Leidenschaft zu dieser Art von Musik und den Instrumenten. Wie kommt man auf die Instrumente und auch darauf, die so lange spielen zu wollen?
Da kann ich leider nur für mich selbst sprechen. Ich musste ab der 1. Klasse in die Musikschule. Das war gesetzt. Aber meine Eltern wollten mich selbst entscheiden lassen, welches Instrument es denn sein sollte. Mit 6 habe ich mich für das Schlagzeug entschieden. Meine Mutter meinte dazu, gut und ich hätte es tatsächlich lernen dürfen. Aber in der Musikschule wurde uns dann gesagt, dass dies erst ab dem 4. Schuljahr möglich ist. Das ist wohl immer noch so, dass die lieber ältere Kinder nehmen, was ich für völligen Quatsch halte, denn je früher man ein Instrument lernt, desto besser ist es.
Ich war natürlich sehr traurig damals, aber es ließ sich ja nicht ändern. Ich bin dann von selbst auf ein Streichinstrument gekommen. Die Geige war mir zu weiblich, zu hoch, zu quietschig – und so habe ich mich fürs Cello entschieden. Ich war dann schon stolz auf das große Instrument und hab das auch nie jemand anderen tragen lassen.
In der 10. Klasse hab ich mir dann aber noch meinen Traum erfüllt und hab Schlagzeug gelernt und in der 12. Klasse kam dann die Postkarte ins Haus geflattert, ob ich bei der Instanz mitspielen will und dann habe ich eben das Cello wieder rausgeholt und bin dabei geblieben.
Zur Passion kam es durch das Spiel mit den Effekten. Ich habe auch schon alleine mit dem E-Cello gespielt, aber wenn man alleine spielt, fehlt ein Melodie-Instrument. Man kann sich ja nicht selbst begleiten. Und so kam ich dann auf die Idee mit den Effekten auf zwei verschiedenen Spuren.
10. Ihr seid nun schon sehr lange unterwegs mit der CD. Wie ist das Fazit bisher? Wie kam die Scheibe an?
Immer gigantisch. Die Leute sind leider schwer dazu zu bewegen, erst einmal überhaupt in unsere Konzerte zu kommen, weil man wahrscheinlich was anderes erwartet, wenn man uns so auf der Straße sieht. Vielleicht glaubt man uns nicht, dass wir so schöne Musik machen können, ich weß es nicht. Dann hat wohl auch der Name Landüber nicht unbedingt die Wirkung, dass man sich direkt etwas darunter vorstellen kann und so müssen wie die, die auf die Konzerte kommen, davon umso mehr überzeugen. Und die sind auch immer sehr begeistert. Wir verkaufen sehr viele CDs und das bestätigt uns ja dann wieder in unserer Arbeit. Und so machen wir eben weiter.
11. Wie oft und lange seid Ihr denn im Jahr so unterwegs?
Also man kann sagen, dass wir so an die 10 Mal im Monat spielen.
12. Kann man dann nebenbei noch was anderes machen?
Klar, die Instanz z. B. und ich habe auch noch eine andere Band und auch der Karl hat noch andere Projekte. Insgesamt ist das schon viel. Aber so richtig unterwegs sind wir ja nicht ständig. Kleinere Sachen, wie eben die Ausstellungseröffnungen machen wir nach wie vor, oder wir spielen mal auf Empfängen im Rathaus, oder auch privat, eben alles, was so angefragt wird.
13. Habt Ihr vor, mit Landüber mal irgendwann größer zu werden oder kann man das mit dieser Art von Musik gar nicht?
Es ist Kleinkunst. Und als solche auch darauf angelegt, klein zu bleiben. Es ist schön, dass wir nicht mit großen LKWs unterwegs sein müssen, sondern alles, was wir brauchen in einen Kleinwagen bekommen. Wir haben unser Set innerhalb einer halben Stunde aufgebaut und in einer viertel Stunde wieder abgebaut.
In Räumen wir hier im Hamtorkrug, oder auch kleine Kirchen ist es ideal für uns. Was anderes käme gar nicht in Frage. Die Wirkung wäre eine ganz andere und nicht mehr die, die wir erzielen wollen.
14. Du sprachst auch gerade von noch einem anderen Projekt. Darf ich danach fragen?
Das ist was ganz großes. Da spielen Karl und ich auch wieder zusammen. Ein Projekt, welches nicht irish, sondern traditional Folk spielt. Also was völlig anderes, mal wieder. Akustischer Folk mit einer Band, die aus 14 Mitgliedern besteht. 6 Geiger, 1 Saxophon, 2 Akkordeons, 3 Gitarren, 1 Mandoline, 1 Cello.
Nennt sich „Folkdestille Jena“. Sollte eigentlich eine einmalige Sache werden, just for fun, hat aber so eingeschlagen, dass wir sogar einen ganz großen europäischen Folk-Preis bekommen haben, ohne den eigentlich wirklich haben zu wollen. Aber wir haben uns ja auch angestrengt. Aber das ist das nächste Projekt.
Wir haben auch neulich erst wieder Filmmusik gemacht. Das haben wir schon einmal getan. Außerdem haben wir mit einer Feuershow gearbeitet, auch genial.
Die Lesetour wird ja nun auch ausgebaut. Also über Langeweile können wir uns wirklich nicht beschweren.
Dann bleibt nur noch zu wünschen, dass es weiterhin so läuft wie Ihr es Euch vorstellt und weiterhin ganz viel Spaß bei dem habt, was Ihr macht und bedanke mich recht herzlich für die Zeit und das schöne Konzert eben.
K. von Kleve
Excalibur in Köln
Die Legende um das mystische Schwert Excalibur als Musikspektakel!
Für „Excalibur – The Celtic Rock Opera“ versammelt Produzent Alan Simon zahlreiche Rock-Größen der 70er und 80er Jahre auf der Bühne und ließ die Sage um König Artus und die Ritter der Tafelrunde am 18. Januar 2010 in der Lanxess Arena wieder aufleben.
Am 24. und 25.07.2009 feierte das Stück in der Kaltenberg Arena Premiere und nun war es in ganz Deutschland zu sehen. Die Besetzungsliste von „Excalibur – The Celtic Rock Opera“ las sich wie ein Who-is-Who der Rock-Ikonen der 70er und 80er Jahre: Alan Parsons, Johnny Logan, Les Holroyd von Barclay James Harvest, John Helliwell von Supertramp und Martin Barre von Jethro Tull. Daneben standen Größen aus dem Celtic Folk-Szene wie Simon Nicol, Dave Pegg und Chris Leslie auf der Bühne. Unterstützt wurden die Musiker von einem kompletten Symphonieorchester und der Mittelalterband Corvus Corax. Auch dem Auge wurde jede Menge geboten, denn neben der Fantasy-Gruppe Feuervogel und die „Schwarzen Ritter zur Bruckh“ sorgte Feuerreiter Roland Heiß mit seinem Team für Action. Schwertkämpfer, Tänzer in mittelalterlichen Kostümen, sowie auf riesige Leinwände projizierte Videosequenzen sorgten für ein optisches Spektakel, welches aber trotz Einsatz modernster Technik zum Träumen von vergangenen Zeiten einlud.
Jeder kennt die Legende um das magische Schwert Excalibur, König Artus und seine Ritter der Tafelrunde. Das Schwert, das seinem Träger übermenschliche Kräfte verleiht, wurde vom Magier Merlin in einen Felsen gestoßen. Artus, beeindruckend dargestellt von Johnny Logan, ist der einzige Sterbliche, der das Schwert aus dem Stein ziehen kann – das macht ihn zum rechtmäßigen König.
Noch immer faszinieren die Menschen die geheimnisvolle Welt der Ritter, Magier und mächtigen Herrschern und das konnte man in der Kölner Lanxess-Arena auch spüren.
Ein ausgefeiltes Bühnen- und Lichtprogramm, Schwertkämpfer und Tänzer in mittelalterlichen Kostümen setzten die Excalibur-Sage in ein völlig neues Licht und machen den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Vor allem Schauspieler Michael Mendl, in der Rolle des Merlin, gab der Show, durch seine teilweise amüsanten Einlagen, einen ganz besonderen Touch. So setzte er sich während einer Erzählpause ins Publikum und schlief ein, womit er nat�rlich die Lacher auf seiner Seite hatte.
Die märchenhafte Welt, bevölkert von tapferen Rittern, geheimnisvollen Zauberern, mächtigen Königen und bezaubernden Frauen ist zeitlos und lädt Menschen jeden Alters zum Träumen ein. Der französische Musiker, Komponist und Produzent Alan Simon hat das alte Thema in ein neues Gewand gekleidet: in einer Synthese von Rock, Folk, Celtic Music und Klassik lässt er die Sagenwelt rund um König Artus wieder auferstehen.
Trotz allem hatte die Show auch ihre Schattenseiten. Diese lag aber nicht im Ermessen der Excalibur-Produktion, sondern lag dies mehr an der Halle. Durch eine sehr ungünstige Anordnung der Stuhlreihen war es den hinteren Reihen nicht möglich dem Geschehen auf der Bühne zu folgen. Das war sehr schade, denn die Bühne, die als Schwert in die Stuhlreihen rein ragte, konnte auch nicht richtig eingesehen werden. Zudem bekamen sie auch von dem Treiben, was sich zwischen den Reihen abspielte nichts mit. Da hätte man in Anbetracht der Ticketpreise ein wenig feinfühliger sein künnen.
Als Fazit kann ich nur feststellen, dass die fantastische Reise in die keltische Geschichte sehr gut dargeboten wurde. Eine kurzweilige Reise in die Vergangenheit, die sich gelohnt hat und ich hoffe dass man so etwas demnächst noch öfter geboten bekommt.
Gisela Schmitz
IN EXTREMO Rex Theater
Die Zeitreise der besonderen Art neigte sich am Samstag, dem 13.03.2010, allmählich dem Ende zu; das Konzert in Wuppertal sollte das drittletzte der „Tranquilo“-Tour von In Extremo sein.
Und glücklich, wer an dieser Zeitreise der sieben Vaganten ins frühe 20. Jahrhundert (noch einmal) teilhaben konnte.
Sehr gelungen prösentierte allein schon der Äußere Rahmen, denn das ehemalige Rex-Kino, das sonst eher Kleinkunst- und Kabarettauftritten dient, bot genau das rechte altmodische Flair, um die Band ins richtige Licht, Entschuldigung: Ambiente, zu rücken. Die Bühne war vielleicht etwas klein, doch das tat Stimmung und Atmosphöre vor (natürlich) ausverkauftem Haus keinerlei Abbruch.
Die „Merseburger Zaubersprüche“ eröffneten den bunten musikalischen Reigen, gefolgt von „Frei zu sein“, „Mein Sehnen“ und der „Lebensbeichte“. Ob es die Intimität der Örtlichkeit, das Fehlen von Absperrungen und Ordnern war, sei dahingestellt, jedenfalls gab es nicht lange nach Konzertbeginn bereits die ersten „Ausziehen“-Rufe. Was Micha Rhein zu der erleichterten Erwiderung veranlasste, dass die Rufe endlich von Frauen kämen, nachdem am Abend vorher ausschließlich Männer das Gleiche verlangt hätten. Und wen es interessiert: Nein, die Herren auf der Bühne kamen der Aufforderung auch aus weiblichem Mund nicht nach – bis auf Mütze und Schuhe des Herrn Rhein, die nach der Raucherpause nach der Hälfte des Konzerts hinter der Bühne bleiben mussten.
Selbiger Herr Rhein erwies sich auch als treu sorgender Gärtner, der die kleinen Osterglocken in einer Blechgießkanne auf dem Tisch mit Wasser versorgte und den dafür aufbrandenden Applaus mit den Worten kommentierte: „Für was heute so alles geklatscht wird!“
Nach der Pause meldeten sich die Musikanten mit „Vollmond“, „Die Gier“ und „En esta noche“ zurück, legten mit „Nur ihr allein“ eine formidable Swingnummer aufs Parkett, bevor es mit „Poc vecem“ wieder etwas ruhiger zuging.
„Was hast du denn da für einen langen Sack?“ Diese Frage aus Micha Rheins Mund an Flex den Biegsamen war es, die nicht nur im Publikum, sondern auch auf der Bühne große Heiterkeit auslöste und eine Dame aus dem Publikum zu dem Ausruf veranlasste: „Das ist aber nicht schön, wenn die lang sind!“ Wir werden das Thema an diese Stelle nicht vertiefen oder verlängern, erwähnt sei nur, dass es sich beim fraglichen langen Sack letztendlich doch um die Uilleann Pipes handelte, die bei „Liam“ zum Einsatz kommen. Täuschte es, oder musste sich Flex das gesamte Lied über tatsächlich mehr als einmal das Grinsen verkneifen?
Schnell, sicher für die meisten viel zu schnell, näherte sich der Abend seinem Ende, doch immerhin standen mit „Mein rasend Herz“, nur von Micha und Basti vorgetragen, „Long way to the top“, „Herr Mannelig“ und last but not least „Küss mich“ noch ein paar Kracher als Zugaben auf der Setliste.
Ob diese Form der Zeitreise jemals eine Wiederholung erfahren wird, ist ungewiss. Sicher ist aber eins: Es war ein Äußerst gelungenes Experiment, dem man zumindest wünscht, dass es sich in dieser oder ähnlicher Form irgendwann einmal wiederholen würde.
Petra Lindner
Konzertberichte vor 2010
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Rezensionen vor 2010
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Interviews vor 2010
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Interview mit Dark Curate
1. Was ist das für ein Projekt und wie ist es entstanden?
Dark Curate ist als ein rein Experimentelles Projekt entstanden das jedoch mittlerweile zu einem festen Bestandteil unseres Lebens geworden ist!
Entstanden ist es Ende 2008 aus einer Laune heraus.
2. Wer steckt dahinter?
Also im Grunde stehen dahinter meine Frau Mel und ich (Rico).
3. Wie und wo wurden die Songs aufgenommen?
Die Songs wurden bei uns zu Hause aufgenommen und bearbeitet. Gemastert wurden sie dann von Jochen der mittlerweile ein sehr guter Freund und Mentor geworden ist.
4. Wer spielt die Instrumente?
Mel hat eine klassische Klavier Ausbildung, was uns natürlich sehr weiterhilft. Andere Instrumente wurden entweder von Freunden eingespielt bzw. mit Software generiert.
5. Wieso ein komplett instrumentales Album?
Das liegt an der Liebe zum Film und das wir beide gerne Soundtracks hören, jedoch auch Gothic und so versuchten wir das zu vereinen.
6. Gab/gibt es Vorlagen/Vorbilder?
Vorbilder mmmmh… ich würde sagen unter anderem Paul Hasslinger (z.B. Underworld).
7. Ein paar Worte zur Wahl des Bandnamens und auch zum Album selbst („Marionettentanz“)
Zum Bandnamen muss nicht viel gesagt werden ich denke der spricht für sich wenn man solche Musik macht wie wir.
Zum Album…nun in unserer Gesellschaft sind wir ja nichts anderes als Marionetten. Aber ich möchte jetzt auch nicht weiter darauf eingehen man braucht sich ja nur mal in der Welt umzuschauen.
8. Was habt Ihr vorher musikalisch gemacht?
*lach* Also wie gesagt Mel durfte 7 Jahre eine klassische Klavierausbildung genießen und ich habe mich in jungen Jahren mit dem spielen der Flöte versucht. Leider waren Noten nicht so mein Ding.
9. Sind weitere Projekte in Planung?
Ja. Wenn wir noch Zeit finden werden mit Sicherheit noch weitere Projekte folgen. Zurzeit arbeiten wir an neuem Material für Dark Curate. Jedoch möchte ich ein kleines Geheimnis bereits verraten. Wir arbeiten gerade an unserem 2. Projekt. Es heißt „Crusade“ wird jedoch mehr in Richtung Electro/Experimental gehen
10. Wer ist Julia und warum wird ihr in „Danke an Julia“ gedankt?
Julia ist eine mittlerweile sehr gute Freundin von Mel und mir. Sie hat uns am Anfang sehr unterstützt, als Dark Curate noch in den Kinderschuhen steckte. Daher haben wir ihr zu Ehren den Song auch so genannt. Danke an Julia 😉
Vielen Dank für diese Ausführungen, die uns Euch ein wenig näher gebracht haben und viel Erfolg mit „Marionettentanz“ und allem, was noch folgen wird.
Wir bedanken uns bei euch für das Interesse und hoffen wir konnten eure Fragen gut beantworten.
LG Rico und Mel