Castle Rock 11

Wer kennt es nicht, das Sprichwort „Schwarz zieht die Sonne an“ und passend zur elften Auflage des beliebten Castle Rock zeigte sich der große Flammenball am strahlend blauen Himmel gnädig. Das Schloss Broich in Mühlheim lud auch in diesem Jahr wieder Freunde und Anhänger düsterer Klänge ein, mit elf namenhaften Szenebands an zwei Tagen zu feiern. Schon die Wetterdienste prognostizierten im Vorfeld ein heißes Wochenende und sie sollten recht behalten. Daher lautete noch vor unserer Abfahrt in Richtung Mühlheim die Devise „Cremen, was das Zeug hält, um die schwer herangezüchtete Blässe nicht zu verlieren“ also den guten alten Sunblocker Marke „Daywalker“ herausgekramt und ab zum Bus. Natürlich stellte sich die Deutsche Bahn auch in diesem Jahr gerne wieder als Spaßbremse zur Verfügung denn unseren Zug, ließen die Kaffeesüchtigen Bediensteten direkt mal ausfallen. Zudem folterte uns ein Haufen Teenies, bewaffnet mit vollaufgedrehtem Gettoblaster, mit der wohl neusten Scheibe der „Atzen“ zu der auch noch lauthals mitgesungen wurde, naja jedem das seine. Nach 30minütiger Verspätung ging es zum Glück weiter und wir erreichten Schloss Broich pünktlich zum Einlass um 17.00 Uhr.

Im Eingangsbereich reihten sich treu, die vom letzten Jahr bekannten Stände aneinander. Neben dem Merch. wurden auch wieder Trinkhörner, Funshirts und die verschiedensten Accessoires angeboten. Speis und Trank gab es auch in diesem Jahr zu fairen Preisen, eine Cola konnte man für 2 Euro zzgl.Pfand ergattern und die Speisekarte am Grillstand, wurde um einen Castle Rock Grillteller für 5,50 Euro erweitert. Nach dem Bevorraten mit Getränkemarken begrüßten wir erstmal die vielen Bekannten Gesichter vom letzten Jahr und positionierten uns an der Bühne, wo ein Banner schon den Namen der ersten Band offenbarte.

The Flaw
Den Anfang machte an diesem ersten Tag, die aus Dortmund stammende Gothic Metal Formation The Flaw, die ganz offensichtlich für viele (uns eingeschlossen) noch völlig unbekannt erschien. Zu druckvollen Gitarrenriffs und energiegeladenen Melodic Metal Passagen á la Nightwish, versuchte Frontfrau Alexandra Leu schon mal für ein wenig Stimmung auf dem Innenhof zu sorgen. Doch gerade der weibliche Gesang erfreut sich in diesem Genre nicht mehr zunehmend an Begeisterung, es sei denn, man weist eine mehr als außergewöhnliche Stimme auf, jedoch konnte uns der Gesang von Alexandra Leu nicht wirklich überzeugen. Unter anderem wurden in rund 40 Minuten, Songs wie „The Gift“, „On A Windowshelf“, „Mute“, „Burning Skies“ und viele weitere zum Besten gegeben.

Heimataerde
Und wenn schon ein Festival im Schoße einer historischen frühmittelalterlichen Befestigungsanlage gefeiert wird, sollte natürlich auch ein optisch/musikalisches Gegenstück nicht fehlen. Mit Heimataerde hielten Gründungsritter Ashlar von Megalon und seine Ordensbrüder, die von eigens rekrutierten Schildknappen begleitet wurden, Einzug auf der Castle Rock Bühne. Noch während des Intros wurde pflichtgemäß die Bühne mit einer pendelnden Weihrauchkugel geweiht, um im direkten Anschluss ein Bombardement technoider Rhythmen, in Verbrüderung mit mittelalterlichen Instrumenten und dreckig klingenden Gitarrenriffs auf die Besucher abzufeuern. Die Bühnenshow passte zu 100 % zum Ambiente, in typischer mittelalter Montur und mit angedeutetem Schwertkampf, zu dem reichlich Kunstblut seinen Einsatz fand, versetzten Heimataerde viele Besucher zurück in ein dunkles Jahrhundert. Neben Songs wie z. B. „Der Verfall“ und „Heimataerde“ wurde auch der gemeinsame Auftritt mit Frontman Lex (Megaherz) zum Song „Heuchler“, zu einem besonderen Highlight.

Megaherz
Als gegen 20.00 Uhr dann Zarah Leanders „ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen“ angestimmt wurde, fanden sich immer mehr Musikbegeisterte vor der Bühne ein, um den Auftritt von Megaherz entgegen zu fiebern. Sicherlich dürfte jedem bei dieser ironischen Anspielung ein Licht aufgegangen sein, denn welche Band benutzt derzeit ähnliche schnulz einlagen fürs Bühnenintro, Naaa?. So feierte man mit einem Grinsen im Gesicht den ersten Song „Glas Und Tränen“. Der massive Megaherz Sound, brachte das Publikum ordentlich in Wallung, so das es auch den ehemaligen Megaherz Gründer Alexx (Eisbrecher) ans Fenster zog, um zu schauen, was seine ehemalige Band da so treibt. Viele bekannte Hits kamen zum Einsatz, darunter „Beiss Mich“, „Fauler Zauber“, „Ebenbild“, „Perfekte Droge“, „5 März (Staubkind Vers.)“, „Alles Nur Lüge“, „Heuchler“, „Kopfschuss“, „Gott Sein“ und zum krönenden Abschluss, durfte natürlich das allseits beliebte „Miststück“ nicht fehlen. Lex überzeugte durch seine kraftvolle Stimme und Performance und wurde durch zahlreiche klatschende Hände begleitet, die Ankündigung das ein neues Album in Planung sei, krönte den Abschluss einer gelungenen Show.

Eisbrecher
Welches Zitat würde besser zu einem Auftritt der Eisboys passen als „Veni, vidi, vici“. Gegen 21.40 Uhr war es dann soweit und die Crew des Stahldampfers enterte unter der Führung von Kapitän Alexx, verpackt in dicken Winterjacken die Bühne. In diesem Jahr als Headliner des ersten Tages wurde zu beginn direkt die „Eiszeit“ verkündet. Es gab kein halten mehr und alle feierten händeschwingend mit. Charmant witzelnd wie eh und je alberte Alexx mit dem Publikum rum, die den charismatischen Frontman keine Sekunde aus den Augen ließen. Aus dem Tiefkühlfrachtraum wurden weitere musikalische Delikatessen hervorgeholt, so folgten „Angst“, „Bombe“, „Willkommen Im Nichts“, „Leider“, „Böse Mädchen“ und „Ohne Dich“ zu dem Alexx ironisch verkündete, das auch Eisbrecher „Schlager- draufhaben und das schon lange. Nach „Vergissmeinnicht“ und „Schwarze Witwe“ wurden Hocker auf die Bühne gestellt und diejenigen, die erst kürzlich eine Eisbrecher Show besucht hatten, wussten, was nun kommt. Bewaffnet mit Akustikgitarre wurde Michael Holms „Tränen Lügen Nicht2 angestimmt, zu dem Alexx auch gerne mal spontan die Textzeilen umdichtet, dieses Mal löste die Überleitung zum Song „Satellite“ der Eurovision Song Contest Siegerin Lena Meyer-Landrut lautstarkes Gelächter aus. Zu jeder Zeit hatte die Mannschaft die Massen fest im Griff, so folgten weitere Dauerbrenner wie „Die Engel“, „Heilig“ und das durch alle meine Entchen angestimmte „This Is Deutsch“ durfte natürlich auch nicht fehlen, zu dem der Frontman wieder gewohnt bekleidet mit Trachtenhut und schuhplattelnd über die Bühne hüpfte. Die Tonnen im EB-Design, die im Anschluss auf die Bühne geholt wurden, verrieten die erste Zugabe „Amok“. Vom Beat angetrieben, wurde euphorisch getanzt und mitgesungen ehr die grandiose Show mit „Miststück“ den Ausklang fand.

Tag 2 (05.05.10)
Auf den zweiten Festivaltag freuten wir uns besonders, zeichneten sich beim Durchforsten des Line-Up’s schon klare Favoriten ab. Nach einer recht kurzen Nacht und mit dick geschwollenen Augen setzten wir erneut Kurs, Richtung Mühlheim. Dieses Mal hielt auch der öffentliche Nahverkehr den Fahrplan ein und wir erreichten überpünktlich, die Broichsche Befestigungsanlage. Die Sonne verwöhnte auch an diesem Tag, uns angereiste Schwarzträger und viele suchten sich noch vor dem Einlass, ein gemütliches Schattenplätzchen unter den Bäumen vor Schloss Broich. Um 12.15 Uhr öffnete sich dann das Tor und der erste Gang führte uns direkt zur Flüssigversorgungsstelle im Innenhof, um der körperlichen Austrocknung vorzubeugen.

Eden Weint Im Grab
An jenem Tag sollte sich das Böse auf die Bühne schleichen, weiß wie Kreide die Gesichter, schwarz wie die Nacht der Sound. Man verzeihe diesen kleinen poetischen Ansatz, der sich der vertonten Verse von Eden Weint Im Grab, halbwegs anpassen sollte. Zu Black Metal Klängen starteten wir also in diesen musikalischen Sonnentag. Screams und Growls lieferten sich ein stell Dich ein, doch spätestens nach dem Vortragen der Stücke „Krieg Im Wunderland“ und „Den Herbstlaubreigen Tanzt Der Tod“ musste sich auch Alexander Paul Blake eingestehen, dass das Publikum nicht wirklich viel mit diesem musikalischen Konzept anfangen konnte, so blieben die Reaktionen Weitgehens verhalten.

Seelenzorn
Eine Mischung aus Electro und Gothic Metal hielt die Darmstädter Formation Seelenzorn für die Fans bereit. Gleich drei Sänger schmückten das Bühnenbild welche allesamt wunderbar miteinander harmonierten. Mit „Töte Alles“ wurde das Set eröffnet und mit weiterem Verlauf sollten Stücke wie „Dreh Dich Um“, „Schwarz Brennt Das Licht“ und „Sexzess“ folgen. Um einen runden Abschluss zu schaffen, durfte auch hier, das beliebte balladeske Stück „Was Du Träumst“ nicht fehlen. Seelenzorn lieferten eine solide Performance ab und schafften es schon einige mehr vor der Bühne zu begeistern.

The Vision Bleak
Getreu dem Bandnamen standen uns nun düstere Aussichten bevor. Das Konzept von -The Vision Bleak- umfasst das Erschaffen einer düster musikalischen Stimmung, zu der sich die Gothic Metal Band gerne mal Thematiken, Textpassagen und Samples aus morbider Horrorliteratur wie Edgar Allen Poe, oder vor allem des H.P. Lovecraft bedient. Einige „Metalheads“ dürften wohl eigens wegen dieser Mixtur angereist sein. Getreu diesem Konzept wurden dann auch Stücke wie „The Night Of The Living Dead“ oder „Wolfmoon“ zum besten gegeben. Doch auch hier beobachtete man flächendeckend erst einmal skeptisch das Geschehen auf der Bühne, erinnerte das „Corpsepaint“ doch anfänglich stark an Black Metal Kapellen wie Satyricon & Co.

Krypteria
Viele Stilrichtungen sollten an diesem Tag das Folk umgarnen, mit Krypteria stand nun Symphonic Metal auf dem Plan. Sängerin Ji-In Cho betrat in einem weißen Brautkleid die Bühne, um während des ersten Songs, unter Mithilfe ihrer Musikerkollegen, sich dieses zu entledigen, darunter offenbarte sich ein passenderes schwarzes Lederoutfit. Doch Trotz der professionell wirkenden und augenscheinlich gut durchdachten Bühnenshow löste die Band stellenweise nur zurückhaltendes Mitnicken beim Publikum aus, das natürlich die kommenden Highlights des Abends im Hinterkopf hatte. Songs wie „Ignition“, „Somebody Save Me“, „Never Say Die“, „For You I’ll Bring The Devil Down“ fanden ebenso ihren Einsatz, wie „My Fatal Kiss“ welches zu guter letzt dargeboten wurde.

Mono Inc.
Um 17.45 Uhr war es dann soweit, zum nachfolgenden Highlight formierten sich die Anhänger düster romantischer Klänge in Scharen vor der Bühne. Mono Inc. eröffneten ihren Set mit „This Is The Day“ und mit jedem Fingerzeig von Sänger Martin, flogen immer mehr Hände gen Himmel. Witzig und charmant zugleich folgte dann noch Martins Erklärung an die Fans „Ihr braucht nicht vor mir singen, und Rabat am Merchandise-Stand gibt es auch nicht, wenn ihr nach mir singt“. Nach „Temple Of The Thorn“ wurde der Song „Comedown“ zum Besten gegeben, welcher auch die im August dieses Jahres erscheinende neue Mono Inc.EP betiteln wird. Und nach der Goth-Rock Hymne „Gothic Queen“ huldigten Mono Inc. in einer kleinen Rede, dem „Godfather Of Castle Rock“ Veranstalter Michael Bohnes, der seit 2000 das Castle Rock nicht nur zu einer festen Institution gemacht hat, sondern auch eine Plattform, ja ein Sprachrohr für junge Bands geschaffen hat, an sie glaubte und damit über Jahre viele Szenefreunde mit dieser familiären Veranstaltung glücklich gemacht hat. Dieser Danksagung stimmte das Publikum zu, wendete den Blick zu Michael Bohnes, der gerührt aus dem Schloss Fenster blickte und für den es nun minutenlange Standing Ovations gab. Im Anschluss stimmte Martin, bewaffnet mit Akkustikgitarre, den Song „The Passenger“ an. Auch wenn dieses Stück schon einige Jahre auf dem Buckel hat, wurde er dennoch enthusiastisch mitgesungen. Schlag auf Schlag folgten dann die nächsten Kracher wie „In My Heart“, „If I Fail“, „Bloodmoon“, „Voices Of Doom“ und „My-Sick-Mind-TV“ in dessen Anschluss Katha Mia mit ihrem Drumsolo, auch die letzten Reihen zum Mitklatschen animierte. Die Stimmung während des gesamten Auftritts von Mono Inc. war fantastisch, der gesamte und nun gut gefüllte Innenhof feierte die vierkäpfige Truppe aus Hamburg, die sich mit den letzten beiden Songs „Sleeping My Day Away“ und „Get Some Sleep“ gebührend verabschiedete.

Diary of Dreams
Schon während der Umbauphase wurde klar, das mit dem Auftritt der Gothic/Electro Gräße Diary of Dreams, ein ganz besonderer Act die Reihen vor der Bühne in hypnotische Stimmung versetzen würde. Ein Indiz für den Bekanntheitsgrad dürfte wohl auch der überdimensionale Banner gewesen sein, der aufgrund seiner Größe, nur die Hälfte des Bandnamens preisgab. Bei ihren Shows stellen Diary of Dreams ganz klar ihre Musik in den Vordergrund, dabei bedarf es keiner große Animation um das Publikum in seinen Bann zu ziehen, vielmehr würde dies auch die Ernsthaftigkeit und den tieferen Sinn, der in den Songs verborgen liegt, untergraben. Kenner wissen, entweder man sieht, hört, versteht und liebt D.o.D, oder kann sich nicht wirklich mit dieser Präsenz anfreunden. Eröffnet wurde die Show durch „The Wedding“ und anfänglich gab es wohl noch einige Probleme mit Adrians Mikro, welche aber dank der guten Technikcrew, recht schnell aus dem Weg geräumt wurden. Wöhrend einige schon berauscht zu den Klängen tanzten, schauten viele noch recht skeptisch in Richtung Bühne, diese Neugier wurde aber mit weiteren musikalischen Traumfängern wie „Chemicals“, „Soul Stripper“ und „Kindrom“ soweit befriedigt, das letztendlich immer mehr den Klängen von D.o.D verfielen. Eine Stimmung, die sich zum Song „Traumtänzer“ bündelte und viele zum Mitsingen animierte, so schallte es unvergesslich über den Innenhof „Wirst du mich nie verstehen? Wirst du denn nie verstehen? Hast du noch nie gesehen, wie meine Augen glitzern?“. Songs wie „King Of Nowhere“ und „The Curse“ und viele weitere machten auch diesen Auftritt zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Letzte Instanz
Mit ihrem letzten Album machte sich die Letzte Instanz „Schuldig“, doch wohl ehr schuldig die Massen zu begeistern. Nun sprechen sie sich in diesem Jahr, auf dem für den Herbst datierten zehnten Studioalbum selbst „Heilig“. Auf der Castle Rock Bühne hielten sie als Headliner des zweiten Tages, einen energiegeladenen Querschnitt ihres Könnens, für das anspruchsvolle Publikum bereit. Als Eyecatcher fungierte neben Goldkelchen und Frontmann Holly wieder einmal B. Cellini, der sein abstraktes Cello fiedelte, als gäbe es kein Morgen mehr. Nicht nur klanglich, sondern auch optisch sorgte die Instanz für eine opulente Bühnenshow, die seines gleichen sucht. Sie feuerten mit ihren besten Hits nur so um sich. Neben „Flucht Ins Glück“ und „Dein Licht“ verzauberte vor allem „Wann“ die Zuschauer und drückte die Pärchen enger aneinander, um in einem Meer aus schwenkenden Händen, dieses romantische Lied auf sich wirken zu lassen. Viele weitere Songs sorgten an diesem letzten Festivalabend dafür, dass auch wirklich bis in die letzten Winkel von Schloss Broich energisch mitgefeiert wurde. So stieg auch der Pegel der Begeisterung, bei nachfolgenden Nummern wie „Der Garten“, „Das Stimmlein“ und „Rapunzel“ und um noch eins obendrauf zu packen, wartete die Instanz zu guter letzt noch mit einigen Pyroeffekten und Feuerspuckeinlagen, sowie einer beherzten Stagediving Aktion von B. Cellini auf.

Perfekter hätte ein gelungenes Festivalwochenende nicht ausklingen können. Super Wetter an beiden Tagen, ein Line-Up welches begeisterte und eine wachsame und kooperative Crew, die einen sympathischen Veranstalter zur Seite stand. Fair gehaltene Preise bei den Tickets, sowie bei der leiblichen Versorgung wurden auch in diesem Jahr wieder garantiert. Ein durchweg freundliches Miteinander sowie ausreichend Bewegungsfreiheit auf dem Festivalgelände sorgten für einen entspannten Ablauf und Genießen eines ganz besonderen Events. Wir für unseren Teil freuen uns jedes Jahr wieder mit dabei sein zu dürfen, denn dieses besondere Flair, stellt so manch andere Großveranstaltung gekonnt in den Schatten.
Das nächste CASTLE ROCK findet am 01. und 02. Juli 2011 statt !

Yvonne & Andre

Al Andaluz – Al-Maraya

Al Andaluz, das kommt sehr spanisch vor. Aber legt man die CD der Band Al Andaluz ein, erklingen ganz andere Klänge, als man sie evtl. in Spanien erwarten würde.
Al-Andaluz ist der arabische Name für die zwischen 711 und 1492 muslimisch beherrschten Teile der Iberischen Halbinsel.

„Al-Maraya“ heißt auf arabisch „Spiegel“. Die Künstler des Projekts stammen aus Spanien, Marokko und Deutschland. Wenn das keine Mischung ist! Und es gibt zwei Mitglieder, die vielen wegen ihrer vielen anderen Projekten sehr bekannt vorkommen dürften. Sigrid „Syra“ Hausen und Michael Popp ( u. a. Estampie, Qntal).

Der Titel ist durchaus wörtlich zu verstehen. In „Al-Maraya“ spiegelt sich die alte spanische Tradition der jüdisch-sephardischen, arabischen und christlichen Musik in zeitgemäßen, lebendigen Interpretationen. So kommt das wahre Gesicht der europäischen Folk-Musik in all seiner Vielfalt und mit all seinen Facetten zum Vorschein.

Für Fans traditioneller und vielseitig instrumentierter Musik ist das Album äußerst zu empfehlen. Da die meisten sicher den Texten nicht wirklich sprachlich verständlich folgen können, kann man sich voll und ganz auf die vielen (fremden) Instrumente konzentrieren, die man beim Hören eindeutig arabischen Ursprungs zuordnen kann.
Ein sehr schönes Album, welches großen Spaßgemacht hat, es zu entdecken.
Tracklist

1. Dezilde a mi amor
2. El regateo de las consuegras
3. Un sirventes novel
4. Segunda Twichia Nuba Garibat El Hussein – Insiraf Btahyi Garibat El Hussein
5. Non sofre Santa Maria
6. La huérfana del prisionero – Yedi Kule
7. Maravillosos et piadosos
8. Al-Garnati – El Bulbul
9. Hija mia
10. Pero que seja a gente
11. Segunda Twichia Istihlal – Insiraf Btayhi Istihlal: Gaybatuk
12. Des oge mais queró eu trobar – Yo me levantaria – Insiraf Btahyi Garibat El Hussein
13. Quen a omagen da Virgen

von Kleve

Schelmish – 30.04.2010, Burg Satzvey, Mechernich

Schelmish – 30.04.2010, Burg Satzvey, Mechernich

Kurz vor dem Konzert hatten wir noch die Möglichkeit zu einem Interview mit SCHELMISH zu führen.

Hier geht es zum Interview

Lange ca. 14 Minuten
Gesprächspartner:
SCHELMISH – Dextro und Picus
HM Breakdown – Gisela Schmitz

Mittelalterliches Flair auf der Burg Satzvey

In der Walpurgisnacht kommen die Hexen aus ihren Verstecken, um sich zu versammeln und die Sonnenwende zu feiern. Sie treffen sich auf Bergen und Hügeln, zelebrieren die Nacht und tanzen um das Hexenfeuer. So auch heute. Hunderte von Hexen, Magiern und Schamanen finden sich auf der Burg Satzvey in Mechernich ein, um ihr Fest zu feiern. Mitten zwischen ihnen befinden sich SCHELMISH, die mit ihren fröhlichen Mittelalter-Folk-Rock im Vorfeld für gute Stimmung sorgen.

Als um 19 Uhr mit „Die hässlichen Kinder“ von dem gleichnamigen, aktuellen Rockalbum die Show gestartet wird, werden SCHELMISH mit viel Beifall von hunderten Gewandeten gut gelaunt empfangen. Leider gibt es zu Beginn ein paar kleine technische Probleme, welche die Musik zunächst etwas breiig klingen lässt. Das Problem ist jedoch nach den ersten Liedern behoben, und die Fans brüllen nach der einleitenden Rede von Dextro den Titel des nächsten Songs in Richtung Bühne. „Freigang“ ist ein weiterer Stimmungsbringer, der die vielen Fans schnell locker und ausgelassen werden lässt.

Zufrieden singen sie mit und viele von ihnen haben es sich auf der weitläufigen Wiese vor der Bühne gemütlich gemacht und lauschen zufrieden den Klängen von Dudelsäcken, Schalmeien und der wunderbaren Stimme von Rimsbold. Diese kommt reibeisenartig, kräftig und dennoch mit allem notwendigen Gefühl durch die Boxen, so dass es eine Wonne ist, dem Zusammenspiel von Instrumenten und Gesang zu lauschen.

Passend zur mittelalterlichen Walpurgisnacht wird SCHELMISH’s neuster Silberling „Persona non grata“ veröffentlicht, dessen Vorstellung nicht ausgelassen wird. Bei „Persona non grata“ handelt es sich um eine Mittelalterscheibe, auf die viele Fans schon gewartet haben, denn die letzte Scheibe mit mittelalterlichen Melodien, liegt gute sechs Jahre zurück. Ein Song von „Persona non grata“ steht heute Abend jedoch nicht auf der Setlist. Die Fans müssen sich also gedulden und warten, bis sie die CD in den Händen halten, um der Musik lauschen zu können. Bis das soweit ist, geht es auf der Bühne rund und Dextro, Desdemonia, Rimsbold und Co heizen dem Publikum ordentlich ein. Immer wieder bringen sie die Fans zum schmunzeln und treiben ihre Späßchen.

„For The Clansmen“ ist ein Instrumental Stück und lädt geradezu zum tanzen ein. Als das Lied angestimmt wird bricht der Jubel los und die langen Gewänder fliegen vom Tanz aufgewirbelt durch die Lüfte. „For The Clansmen“ geht direkt in das noch mehr an energiegeladene „Chaos“ über. Die Stimmung ist bereits auf ihren Höhepunkt angekommen. Der Spaß und die Freude an der Musik ist keinen der Schelme abzuerkennen und steht ihnen unübersehbar ins Gesicht geschrieben. Kein Wunder also, dass „Chaos“ das Lied ist, welches von SCHELMISH auf den Mittelaltermärkten am liebsten gespielt wird. Dieser Freuden-Funke ist es auch, der auf die Fans übergesprungen ist und sie singen, tanzen und herumwirbeln lässt. Das schöne Gold „Odeno Oro“ folgt, unterstützt von dem Klatschen des Publikums, ebenso wie „Mente Capti“.

Dextro und die anderen Spielleute sind immer wieder für lustige Anekdoten und Einlagen zu haben. So auch Picus, Luzi und Okusa, die gemeinsam das Trio Infernale bilden. Ausgestattet mit hinreisenden Kopfbedeckungen und ausdrucksstarken Instrumenten, zeigen sie, was es bedeutet Musik zu machen. Mit Flöten-Lutschern schaffen sie es in der Tat erkennbare Töne zu produzieren. Ebenso wie aus den durchaus ansehnlichen, bunten Plastikflöten, welche selbstverständlich gar nicht aus Plastik sind, sondern soeben geschnitzte Flöten aus buntem Elfenbein. Dabei heraus kommt „Bonanza“ und „The Final Countdown“ und sorgt mal wieder für ordentliche Lacher im Publikum und viel Hochachtung.

Immerhin muss man diesen Instrumenten erst einmal einen vernünftigen Ton entlocken können.
Die Presse bekommt auch noch ihr Fett weg. „Boulevard“ ist eine Schelte an ein deutsches Musik Magazin, welches SCHELMISH in der Vergangenheit in nicht allzu gutes Licht gerückt hat. Die Wogen sind nach Dextros Aussage jedoch wieder geglättet und so kann der Song von dem Album „Die hässlichen Kinder“ friedvoll angestimmt werden.

Andere Saiten werden hingegen bei „Blitz“ aufgezogen. Der rasante, etwas härtere Ton des Liedes veranlasst ein paar Fans dazu, vor der Bühne sachte zu Moshen und passend zu dem hellen Blitz, der so manches Feuer entfachen kann, wird das Hexenfeuer angekündigt, welches nach der Hexenverbrennung folgen wird. Mit „Sommer“ ist der eigentliche Auftritt von SCHELMISH beendet. „Sommer“ ist ein locker, leichtes Lied, welches zum Träumen verleiten kann.
Die Fans träumen derweil von einer Zugabe und verlangen auch lautstark danach. Mit „Moor“, „Sag nur ein Wort“, „Ring Of Fire“ und dem Titel „22 Jahre“ welches Dextro für seine Frau Desdemonia geschrieben hat, lassen SCHELMISH einen wunderbaren Auftritt zu Ende gehen.
2 1/2 Stunden haben SCHELMISH die Burg Satzvey gut unterhalten und lassen ihre Fans nun ziehen, um die Stände auf und um den Burghof zu bewundern, oder sich die Hexenverbrennung an zu schauen.
Story: Sarah Fleischer

Setlist

1. Die hässlichen Kinder
2. Pank!
3. Freigang
4. Der letzte Kuß
5. Überladen
6. Der Narr
7. Clansmen
8. Chaos
9. Odeno oro
10. Aequinoctium
11. Mente capti
12. Boulevard
13. Marionette
14. Blitz
15. Too Late
16. Andersland
17. 1212
18. Mosaik
19. Wir werden sehen
20. Sommer
——————————-
21. Moor
22. Sag nur ein Wort
23. 22Jahre
24. Ring Of Fire

Brückentanzfestival

BRÜCKENTANZ-Festival
23.04.2010
Bonn, Brückenforum

Eigentlich sollte das Brückentanz-Festival an 2 Tagen stattfinden, aber leider musste der Gothic-Rock-Tag auf November verschoben werden. So kamen die Zuschauer an diesem Mittelalter-Tag in den Genuss sich GALAHAD, DIE IRRLICHTER und SALTATIO MORTIS anzuschauen.

Die 1985 von Paul Alexander gegründete Band GALAHAD eröffnete den Reigen des Brückentanz-Festes. GALAHAD präsentierten Songs die man als eine Mischung aus mittelalterlichen Elementen mit moderner Rockmusik bezeichnen kann. GALAHAD, die vor 3 Jahren mit dem Deutschen Rock- und Pop-Preis 2007 ausgezeichnet wurde, verstand es von Beginn an die anwesenden Fans in ihren Bann zu ziehen. Vom Sound her erinnerten sie mich ein wenig an Jethro Tull, das wohl daran liegt, dass Paul Alexander die Songs mit tollen Querflöteneinlagen aufpeppt. Als Verstärkung hatten sie sich noch Martina Aschenbach an der Flöte mit auf die Bühne geholt. Auch sehr hervorzuheben ist der Gesang der bei manchen Songs von Paul Alexander und bei manchen Stücken von Tina Schreiber, mit ihrer mal rockigen, mal einfühlsamen Stimme sehr gut zur Geltung kommen. Die Zuschauer kamen bei diesen ca. 45 min�tigem Sets voll auf ihre Kosten. Kein Wunder ist es für mich, dass sie Jethro Tull schon bei einigen Konzerten begleiten konnten, denn verdient haben sie es. Leider hat es bis heute noch nicht so richtig mit einem Durchbruch geklappt, aber das kann sich ja noch ändern.

Nach einer kleinen Umbaupause war es Zeit für DIE IRRLICHTER aus dem Großraum Bonn. Sie treten meistens in der Mittelalterszene auf Märkten, Banketten und Festivals sowie als Barden im Liverollenspiel auf. Für den Hauptanteil im Leadgesang und im Songwriting ist Brigitta Jaroschek verantwortlich. Sie ist das einzig verbliebene Mitglied der Originalbesetzung der Frauenband. In Höchstform beeindruckten DIE IRRLICHTER mit vielseitigen Sprüchen und vielsaitigen Instrumenten. Viel zu schnell ging das Konzert dem Ende entgegen, denn einig waren sich die Besucher an diesem Abend, sie hatten einen hervorragenden Auftritt gesehen und die Stimmung war während des ganzen Konzerts phantastisch

Ein wenig mussten sich die Fans gedulden, denn der Umbau zog sich ein wenig hin. Aber als die ersten Klänge den Auftritt von SALTATIO MORTIS einleiteten, war das Publikum nicht mehr zu halten. Schade nur, dass nicht so viele Leute anwesend waren, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Die folgenden 2 Stunden wurden mal wie schon des öfteren in der letzten Zeit zu einem wahren Siegeszug der Band. Sänger Alea hatte das Publikum von Anfang an im Griff und die Fans dankten der Band dafür, dass sie ohne großen bühnentechnischen Aufwand oder aufwändiger Lightshow auskamen. Live sind sie einfach eine Klasse für sich und das Publikum entlohnte die Band mit frenetischem Beifall. Das ist auch sehr darauf zurückzuführen das sie in den ganzen Jahren nicht davor gescheut haben auf unzählige Mittelaltermäkten ihr Kännen unter Beweis stellten. Das Band hält zwischen Band und Fans. So wurde jedes Lied lauthals mitgesungen und getanzt.
Kurzweil war angesagt und leider verging die zeit ihres Auftritts wie im Flug. Die Show verfügte auch über einen druckvollen und klaren Sound, der auch ein Faktor für die gute Laune war. Dann endete ein tolles und schweß�treibendes Konzert.
Aber keine Sorge, wer dieses Konzert verpasst hat, bekommt in der nächsten Zeit viel Gelegenheit die Band noch mal live zu bewundern. Vor allem aber sei das Konzert am 15. Oktober in der Wuppertaler Stadthalle hervorzuheben, denn an diesem Tag feiert SALTATIO MORTIS ihr 10jähriges Bestehen.

Hier geht es zum Interview mit SALTATIO MORTIS

Länge ca. 13 Minuten

Gesprächspartner:
SALTATIO MORTIS – Falk Irmenfried von Hasenmümmelstein und Samoel

Saltatio Mortis Manufactum II

SALTATIO MORTIS
Manufactum II
Napalm Records
71:59
5 Jahre nach dem ersten Livealbum „Manufactum“ veröffentlichen SALTATIO MORTIS nun „Manufactum II“. Viel hat sich für die Band zwischen den beiden Livealben geändert. Mit ihrem letzten Album „Wer Wind sät“ haben sie den Durchbruch geschafft, denn fast alle Shows waren ausverkauft. Über eine akustische Live-Scheibe kann man sich natürlich streiten, denn viele hötten sich sicher lieber ein Rock-Album gewünscht. Trotz allem werden die Fans es lieben, denn es unterscheidet sich von der Songauswahl ganz wesentlich vom ersten Akustikalbum. Außer die „Merseburger Zaubersprüche“ und das „Palästinalied“ sind vollkommen neue Songs auf dem Album.
Die Songs setzen sich zusammen aus den unterschiedlichsten Rocktitel wie „Prometheus“ oder „Spielmannsschwur“ und Klassiker wie „Evve Gratum“ und „Douce Dame Jolie“. Soundtechnisch hat man auch sehr gute Arbeit geleistet, denn von der Stimmung her wurde der Auftritt bestens eingefangen. Vielleicht hötte man dies auch noch visuell festhalten sollen, denn ich denke eine DVD wäre doch auch was Schönes gewesen. Die spielerische Leistung von SALTATIO MORTIS ist ebenfalls hervorzuheben, denn und man merkt sehr gut wie Sänger Alea mit dem Publikum, welches sehr zahlreich vor der Bühne stand, spielt. Er hat nun mal definitive Entertainerqualitäten, die er live auf der Bühne, sowie auf „Manufactum II“ hervorragend ausleben kann. Bei „Manufactum II“ kann jeder Fan von SALTATIO MORTIS zugreifen, denn mit dieser Scheibe holt man sich ein Stück Mittelalter-Feeling auf sehr hohem Niveau nach Hause. Vielleicht wäre es schön, wenn man so etwas auch noch als DVD in der nächsten Zeit bekommen würde, denn solche Events strahlen in jedem Fall etwas Besonderes aus. Empfehlenswert für Fans und für solche, die das Mittelalterflair mögen. Traut euch!
haben wirklich
Setlist:
01. Merseburger Zauberspruch, 02. Varulven, 03. Dr Eisenhans, 04. Skudrinka, 05. Douce Dame Jolie, 06. Dessous Le Pont De Nantes, 07. Equinox, 08. Prometheus, 09. Le Corsaire, 10. Ali Ben, 11. Veitstanz, 12. Drunken Sailor, 13. Tulla, 14. Palaestinalied, 15. Spielmannsschwur, 16. Loch Lomond, 17. Evve Gratum
www.saltatio-mortis.com
ohne Wertung
Gisela
VÖ: 30.04.2010

Eisbrecher – Eiszeit

EISBRECHER

Eiszeit

AFM Records/Soulfood
Schiff voraus Richtung gesellschaftlicher Gefühlskälte, das ist nämlich genau die Thematik die Eisbrecher auf ihren vierten Longplayer aufgreifen. Und wie sagte Kapitän Alexx so treffsicher „Die Menschen, werden kälter. Unser Herz ist ein Gefrierschrank und unser Dasein ein kalter Hauch“. Höchste Zeit das Eis zu brechen und wer könnte das nicht besser, als die sympathischen Electro-Rocker aus München, die dies auf diversen Events schon des öfteren unter Beweis stellten.?Bereits mit den ersten beiden Titeln „Böse Mädchen“ und „Eiszeit“ schlagen Eisbrecher erneut wortwörtlich „den Eispickel in den gefrorenen Block“. Zudem möchte Alexx der Damenwelt im ersten Track mitteilen, dass es nicht immer sein muss, gängigen Schönheitsidealen hinterher zu eifern, sondern das sich eine selbstbewusste Persönlichkeit weit aus mehr, in der oberflächlichen Gesellschaft durchsetzen kann. Diese Aussage aus dem Munde des „Checkers“ zu hören wundert schon ein wenig, da einige außenstehende das Auftreten des Frontmannes schon mal als „Machohaft“ deuten würden. Aber sei es drum, die beiden ersten Songs dieses Albums knüpfen schon nach kürzester Zeit, an alte Dauerbrenner an. ?Der gewohnte Sound ankert wieder recht schnell beim Hörer, harte Riffs und atmosphärische Synth-Flächen reichen sich die Hand. Durch die Mitgröhl-kompatiblen Refrains, erreichen die Tracks in kürzester Zeit wieder eine hitverdächtige Griffigkeit. Dieses Potenzial verliert sich jedoch dann kurzfristig bei dem Song „Bombe“sowie bei der rein in englischer Sprache dargebrachten Nummer „Gothkiller“, letztere schleicht sich recht ungewöhnlich ins Konzept ein. Aber spätestens mit „Die Engel“ wird der Kurs wieder korrigiert und ein gefühlvoll/romantischer Track versucht, gefrorene Herzen aufzutauen. Auch wirkt die sonst so tiefe Stimmlage von Alexx hier ehr sanft und ruhig, ein wirklich gelungener Song. ?Kommen wir nun zum wohl provokantesten Song des Albums „Amok“, welcher sich mit der ewigen Diskussion Killerspiele/Amokläufe befasst. Soundtechnisch wird hier fast schon am EBM-Bereich gekratzt. Im Zusammenspiel mit dem kontroversen Text „Und wenn du dir nicht sicher bist, töte jeden den du triffst“, der mit Sicherheit noch von der lieben Zensur beliebäugelt werden dürfte, ist diese Nummer ein richtiger Kracher, schön durchgeknallt und extravagant. Mit „Dein Weg“ und „Der Hauch des Lebens“ werden dann auch noch die restlichen Eisschollen durchbrochen, stiltypisch und mit krachenden Gitarrenwänden versehen finden sich Melodien und Refrain schnell im Ohr wieder.?Fazit :Nun mag es sein, das man sich zu sehr an die alten lieb gewonnenen Hits von „Antikörper“ oder „Sünde“ klammert, die ja auf beiden Alben in einer Vielzahl vertreten waren und „Eiszeit“ erst noch ein wenig im Gehör reifen muss. Aber dennoch empfinde ich die beiden letzten Alben, insgesamt als ausgewogener und eingängiger. Zwar kristallisieren sich auf „Eiszeit“ auch schnell wieder persönliche Favoriten heraus, wie „Böse Mädchen“, „Eiszeit“, „Die Engel“ oder „Amok“, doch verspürt man stellenweise auch eine gewisse experimentelle Interferenz, die für Ecken und Kanten im Gesamtbild sorgt.
Tracklist:?01. Böse Mädchen, 02. Eiszeit, 03. Bombe, 04. Gothkiller, 05. Die Engel, 06. Segne Deinen Schmerz, 07. Amok, 08. Dein Weg, 09. Supermodel, 10. Der Hauch des Lebens ?http://www.eis-brecher.com
8/10
Andre [A.S]
VÖ: 16.04.2010

Land über in Neuss und Dresden

Land über zu Gast in NRW, das passiert nicht oft. Zweimal haben wir Benni und Karl schon in der kleinen Kneipe „Hamtorkrug“ sehen und hören dürfen, als musikalische Begleitung für Holly Loose während dessen Lesetour 2009 und 2010.

Land über, das sind Benni Gerlach (Cello) und Karl Helbig (Saxophon) und beide machen eine Musik, wie man sie nicht jeden Tag hört. Es braucht ein wenig Zeit, sich so fallen zu lassen, dass man Zugang zu den fast sphärischen Klängen der sehr schönen Instrumente bekommt, aber wenn man sich darauf einlässt, lässt es einen nicht mehr los.
Benni drückte es einmal so aus: „Wir haben versucht, Musik ohne Rhythmus zu machen, aber das ist uns nicht gelungen.“

Am 21.03. war es dann endlich soweit und Land über spielten ihr eigenes Set. Ein rein akustisches Programm. Die dazu gehörende und gleichnamige CD erschien bereits im Jahr 2007.

Nach einer kleinen Verspätung an diesem leicht verregneten Sonntag. einem schnellen Aufbau auf der kleinen Bühne und einem raschen Soundcheck, ging es dann kurz nach 18:00 Uhr, los.

Mit Bennis Worten „Jetzt alle Augen zu und einfach zuhören“, begann das ca. eineinhalbständige Konzert. Gespielt wurden alle Stücke der CD und auch was Neues hatten die beiden im Gepäck.

Für einen Sonntag war das genau das Richtige. Am Ende des Wochenendes, wo man sich schon geistig wieder auf eine neue und, vielleicht für viele, stressige Woche vorbereitet, braucht man keinen Krach.

Kleiner Wermutstropfen war die etwas geringe Besucherzahl an diesem Abend, aber, die, welche sich auf den Weg gemacht haben, wurden nicht enttäuscht und haben das feine Zusammenspiel der beiden Musiker offensichtlich sehr genossen.

Um einen kleinen Eindruck und den direkten Vergleich zu bekommen, wie die beiden im Osten des Landes ankommen, stammen doch beide aus der Nähe von Dresden, zog es mich am 02.04. eben dorthin und zwar in die Club Passage nach Dresden-Gorbitz. Inmitten von Plattenbauten befindet sich besagter Club, ein Haus, in dem erstaunlich viel Verschiedenes an Kleinkunst geboten wird.

Der mit runden Tischen ausgestattete Raum fällte sich nach und nach und, sicher zur Freude der beiden Künstler, waren alle Tische um 20:00 Uhr besetzt. Also konnte es losgehen.

Auch in Dresden spielten die beiden ihre komplette CD und als Überraschung gab es ein ganz neues Stück, welches von Benni als ein Stück angekündigt wurde, mit welchem sie im Januar an einem Wettbewerb teilnahmen. Ein wenig schaurig sollte „Nosferatu“ rüberkommen und es war mit Sicherheit eine Abwechslung, auch mal das ein oder andere „rockige“ Stück zu hören.

Mit einer kurzen Unterbrechung dauerte das Konzert fast zwei Stunden und sogar eine Zugabe wurde frenetisch gefordert – und natürlich auch gespielt.

Mein Fazit. Von Land über wird man weiterhin hören und das sollte auch so sein. Denn es ist eine Freude, Musikern zuhören zu dürfen, die Spaß an dem haben, was sie tun und dies auch an ihr Publikum weitergeben.
Ideen haben sie genug und ich persönlich bin sehr gespannt auf das, was noch kommt und das hoffentlich sehr bald!

Vielen Dank für die beiden schönen Konzerte, die ich miterleben durfte, viel Glück bei allem was noch folgen mag und auch bei die vielen anderen Projekten, die Benni und auch Karl noch so am Herzen liegen.

Man sieht sich – ganz sicher!

K. von Kleve

Interview mit Benni von Landüber im Hamtorkrug zu Neuss am 21.03.2010

Landüber sind in NRW: Eines der wenigen Konzerte im Westen Deutschlands findet in einer kleinen Kneipe in Neuss statt. Im Hamtorkrug.

Nachdem Benni und Karl mit leichter Verspätung in der Location eintrafen und sie ihr ca. einstündiges Programm zum Besten gaben, stand Cellist Benni noch für ein paar Fragen zur Verfügung.

1. Ich habe im www einmal nach Landüber gegoogled, neugierig, was mir das weltweite Netz dazu anbieten würde und bin als Erstes auf eine Band aus Schleswig Holstein aufmerksam gemacht worden, die sich lanueber Nennt. Ist das bekannt?

Ja. Nachdem wir uns so benannt haben, ist uns das auch aufgefallen. Aber erst danach. Nee, warte, das war schon vorher, glaube ich. Aber damals haben wir gedacht, wir machen Kleinkunst und das auch noch in einer ganz anderen Ecke Deutschlands. Außerdem machen die was komplett anderes als wir.
Wir haben dann bei ihnen angefragt. Es sind ganz ganz nette ältere Herren, die viel Spaß an ihrer Musik haben.
Es gibt dazu auch was Lustiges zu erzählen. Wir haben einmal in Thüringen gespielt und bekamen dazu einen Vertrag per E-Mail zugeschickt. Dieser wurde aber an die Jungs von aus dem Norden geschickt und von ihnen an uns mit den Worten, „das ist sicher für Euch“, weitergeleitet.

2. Wie lange gibt es Euch nun schon? Und wie kam es zu Euch?

Es gibt uns, bzw. die CD seit 2007. Als Duo sind wir ungefähr ein Jahr vorher schon zusammen gewesen, also 2006. Wir haben uns für eine Ausstellungseröffnung gefunden, weil wir uns kannten. Da wir beide Musik gemacht haben, haben wir es miteinander versucht. Wir sind in den Proberaum gegangen und haben zwei Stücke eingespielt, die wir jetzt noch spielen und die auch auf der CD sind. Es war also ganz klassisch. Wir haben uns gesucht und gefunden.

3. Ich habe leider so überhaupt keine Ahnung vom Stil Eurer Musik. Es ist Jazz, oder wie nennt Ihr den Stil?

Ich tu mich da auch schwer mit solchen Angaben – denn wir haben uns getroffen und meinten, wir machen jetzt mal was zusammen und haben danach erst eine Musikbeschreibung gesucht. Nach einigem Hin und Her sind wir auf den Titel „Minimentalimpromantik“ gekommen. Minimalistisch, mental, improvisiert und romantisch. So ist alles beschrieben, was wir machen und wie und es klingt sogar noch gut. „Minimentalimpromantik“.

4. Improvisiert ist ein gutes Stichwort. Sind alle Eure Stücke eher so entstanden? Spontan? Oder gibt es dazu vorher ein Konzept?

Nein, es kommt alles einfach so. Wir schreiben keine Noten, sondern spielen einfach Melodien und nehmen, z. B. bei Proben, immer alles auf. Danach in einer ruhigen Minute hört man sich dann das Aufgenommene an und überlegt, was man daraus machen kann. Ich habe hunderte von Soundschnipseln zu Hause, die ich mir immer wieder anhöre und irgendwann kommt zu einem dieser Schnipsel plötzlich eine Idee und man geht zum anderen und er hört sie sich an. So sind z. B. zwei der Stücke auf der letzten Lesetour entstanden, wo wir einfach so vor dem Konzert ein wenig gejammt haben und dann festgestellten, dass dies gerade was richtig Gutes war. Ich spiele dann alles schon mal in meine Loop-Station ein und zu Hause wird es dann aufgenommen. Aber wenn eine Melodie knackt, wie z. B. bei „Das Ganze“, und die einmal drin ist, ist die auch nie wieder vergessen.

5. Warum eigentlich Landüber? Wie kam es zu dem Namen?

Der Name entstand genauso wie die CD-Reihenfolge. In einer Kneipe und über Nacht. Ich habe irgendwann eine SMS vom Karl bekommen, wie es mit dem Bandnamen Landüber wäre und ich fand, es passt. Und als wir dann Liedtitel gebraucht haben, saß ich in einer Kneipe und beim zweiten Bier schrieb ich ihm eine SMS und er meinte, dass es top wäre.

6. Wie kam es zum Album und wie wurde es aufgenommen?

Zum Album kam es, weil ganz viele danach gefragt haben. Ich habe mich lange Zeit gegen aus Aufnehmen auf CD gesperrt, weil es eben nur ein Nebenprojekt war, welches für Ausstellungseröffnungen und anderes gedacht war. Ich bin außerdem auch der Meinung, dass man Musik sehen muss. Man hört Musik ganz anders, wenn man den Musiker dazu auch sieht. Und das ist ja bei uns auch gewollt. Mit den ganzen Effekten und der Bewegung auf der Bühne, habe ich befürchtet, dass es ganz schwer würde, dies auf eine CD zu bringen. Wir haben das auch gemerkt, als wir ins Studio gingen. Wir haben gedacht, wir spielen so, wie wir das immer machen, aber das hat am Anfang überhaupt nicht funktioniert. Wir mussten uns noch einmal hinsetzen und die Stücke, jedes Einzelne, noch einmal angehen und in festere Bahnen bringen. Im Studio zu improvisieren ist wohl dann doch die Aufgabe von Profi-Jazzern, aber nicht die unsere.

7. Die nächste Frage ist hoffentlich nicht allzu schlimm, aber mich interessiert, warum einige Stück so wahnsinnig lang sind? „Seine Insel“ z. B. dauert über 13 Minuten. Spielt man da nicht auch ein wenig mit der Geduld des Zuhörers, der sich so lange konzentrieren muss?

Ich finde, deswegen heißt es ja auch minimalistisch. Ein Stück muss wirken und braucht auch so lange, wie es braucht. Wenn sich ein voller Ton aufbaut, dann dauert es das manchmal ein bis zwei Minuten und bei diesem Projekt habe ich die Chance, eben genau das einmal auszuleben. Wir haben die CD ja im Studio des Geigers der „Letzen Instanz“ aufgenommen, und der hat auch immer rumgeflucht über uns und unsere „ewig langen Stücke“. Aber zum Schluss fand er es auch schön, weil es nun mal so ist. Wir setzen es ja nicht darauf an, ein Stück zu spielen, welches 13 Minuten lang ist, sondern hatten eine Idee, die wir ausgebaut haben und als wir danach auf die Uhr schauten, waren halt 13 Minuten ins Land gegangen. Also blieb es dann so.

8. Wie lange probt Ihr im Allgemeinen und für Eure Auftritte im Besonderen?

Gerade ganz wenig. Eine zweite CD ist gerade im Entstehen und daher denke ich, dass es jetzt mehr werden wird. Wenn wir proben, dann einen Tag lang. Wir treffen uns in der Früh und gehen abends nach Hause. Wir wohnen nicht weit voneinander entfernt.
Vor Konzerten proben wir inzwischen gar nicht mehr. Da sind wir schon so eingespielt, dass wir uns einfach treffen, auf Konzert fahren und gut. Wenn wir mal was Neues machen wollen, dann proben wir schon noch, aber sonst, eher nicht.

9. Man spürt bei Euch beiden die Leidenschaft zu dieser Art von Musik und den Instrumenten. Wie kommt man auf die Instrumente und auch darauf, die so lange spielen zu wollen?

Da kann ich leider nur für mich selbst sprechen. Ich musste ab der 1. Klasse in die Musikschule. Das war gesetzt. Aber meine Eltern wollten mich selbst entscheiden lassen, welches Instrument es denn sein sollte. Mit 6 habe ich mich für das Schlagzeug entschieden. Meine Mutter meinte dazu, gut und ich hätte es tatsächlich lernen dürfen. Aber in der Musikschule wurde uns dann gesagt, dass dies erst ab dem 4. Schuljahr möglich ist. Das ist wohl immer noch so, dass die lieber ältere Kinder nehmen, was ich für völligen Quatsch halte, denn je früher man ein Instrument lernt, desto besser ist es.
Ich war natürlich sehr traurig damals, aber es ließ sich ja nicht ändern. Ich bin dann von selbst auf ein Streichinstrument gekommen. Die Geige war mir zu weiblich, zu hoch, zu quietschig – und so habe ich mich fürs Cello entschieden. Ich war dann schon stolz auf das große Instrument und hab das auch nie jemand anderen tragen lassen.
In der 10. Klasse hab ich mir dann aber noch meinen Traum erfüllt und hab Schlagzeug gelernt und in der 12. Klasse kam dann die Postkarte ins Haus geflattert, ob ich bei der Instanz mitspielen will und dann habe ich eben das Cello wieder rausgeholt und bin dabei geblieben.
Zur Passion kam es durch das Spiel mit den Effekten. Ich habe auch schon alleine mit dem E-Cello gespielt, aber wenn man alleine spielt, fehlt ein Melodie-Instrument. Man kann sich ja nicht selbst begleiten. Und so kam ich dann auf die Idee mit den Effekten auf zwei verschiedenen Spuren.

10. Ihr seid nun schon sehr lange unterwegs mit der CD. Wie ist das Fazit bisher? Wie kam die Scheibe an?

Immer gigantisch. Die Leute sind leider schwer dazu zu bewegen, erst einmal überhaupt in unsere Konzerte zu kommen, weil man wahrscheinlich was anderes erwartet, wenn man uns so auf der Straße sieht. Vielleicht glaubt man uns nicht, dass wir so schöne Musik machen können, ich weß es nicht. Dann hat wohl auch der Name Landüber nicht unbedingt die Wirkung, dass man sich direkt etwas darunter vorstellen kann und so müssen wie die, die auf die Konzerte kommen, davon umso mehr überzeugen. Und die sind auch immer sehr begeistert. Wir verkaufen sehr viele CDs und das bestätigt uns ja dann wieder in unserer Arbeit. Und so machen wir eben weiter.

11. Wie oft und lange seid Ihr denn im Jahr so unterwegs?

Also man kann sagen, dass wir so an die 10 Mal im Monat spielen.

12. Kann man dann nebenbei noch was anderes machen?

Klar, die Instanz z. B. und ich habe auch noch eine andere Band und auch der Karl hat noch andere Projekte. Insgesamt ist das schon viel. Aber so richtig unterwegs sind wir ja nicht ständig. Kleinere Sachen, wie eben die Ausstellungseröffnungen machen wir nach wie vor, oder wir spielen mal auf Empfängen im Rathaus, oder auch privat, eben alles, was so angefragt wird.

13. Habt Ihr vor, mit Landüber mal irgendwann größer zu werden oder kann man das mit dieser Art von Musik gar nicht?

Es ist Kleinkunst. Und als solche auch darauf angelegt, klein zu bleiben. Es ist schön, dass wir nicht mit großen LKWs unterwegs sein müssen, sondern alles, was wir brauchen in einen Kleinwagen bekommen. Wir haben unser Set innerhalb einer halben Stunde aufgebaut und in einer viertel Stunde wieder abgebaut.
In Räumen wir hier im Hamtorkrug, oder auch kleine Kirchen ist es ideal für uns. Was anderes käme gar nicht in Frage. Die Wirkung wäre eine ganz andere und nicht mehr die, die wir erzielen wollen.

14. Du sprachst auch gerade von noch einem anderen Projekt. Darf ich danach fragen?

Das ist was ganz großes. Da spielen Karl und ich auch wieder zusammen. Ein Projekt, welches nicht irish, sondern traditional Folk spielt. Also was völlig anderes, mal wieder. Akustischer Folk mit einer Band, die aus 14 Mitgliedern besteht. 6 Geiger, 1 Saxophon, 2 Akkordeons, 3 Gitarren, 1 Mandoline, 1 Cello.
Nennt sich „Folkdestille Jena“. Sollte eigentlich eine einmalige Sache werden, just for fun, hat aber so eingeschlagen, dass wir sogar einen ganz großen europäischen Folk-Preis bekommen haben, ohne den eigentlich wirklich haben zu wollen. Aber wir haben uns ja auch angestrengt. Aber das ist das nächste Projekt.
Wir haben auch neulich erst wieder Filmmusik gemacht. Das haben wir schon einmal getan. Außerdem haben wir mit einer Feuershow gearbeitet, auch genial.
Die Lesetour wird ja nun auch ausgebaut. Also über Langeweile können wir uns wirklich nicht beschweren.

Dann bleibt nur noch zu wünschen, dass es weiterhin so läuft wie Ihr es Euch vorstellt und weiterhin ganz viel Spaß bei dem habt, was Ihr macht und bedanke mich recht herzlich für die Zeit und das schöne Konzert eben.

K. von Kleve

Excalibur in Köln

Die Legende um das mystische Schwert Excalibur als Musikspektakel!

Für „Excalibur – The Celtic Rock Opera“ versammelt Produzent Alan Simon zahlreiche Rock-Größen der 70er und 80er Jahre auf der Bühne und ließ die Sage um König Artus und die Ritter der Tafelrunde am 18. Januar 2010 in der Lanxess Arena wieder aufleben.

Am 24. und 25.07.2009 feierte das Stück in der Kaltenberg Arena Premiere und nun war es in ganz Deutschland zu sehen. Die Besetzungsliste von „Excalibur – The Celtic Rock Opera“ las sich wie ein Who-is-Who der Rock-Ikonen der 70er und 80er Jahre: Alan Parsons, Johnny Logan, Les Holroyd von Barclay James Harvest, John Helliwell von Supertramp und Martin Barre von Jethro Tull. Daneben standen Größen aus dem Celtic Folk-Szene wie Simon Nicol, Dave Pegg und Chris Leslie auf der Bühne. Unterstützt wurden die Musiker von einem kompletten Symphonieorchester und der Mittelalterband Corvus Corax. Auch dem Auge wurde jede Menge geboten, denn neben der Fantasy-Gruppe Feuervogel und die „Schwarzen Ritter zur Bruckh“ sorgte Feuerreiter Roland Heiß mit seinem Team für Action. Schwertkämpfer, Tänzer in mittelalterlichen Kostümen, sowie auf riesige Leinwände projizierte Videosequenzen sorgten für ein optisches Spektakel, welches aber trotz Einsatz modernster Technik zum Träumen von vergangenen Zeiten einlud.

Jeder kennt die Legende um das magische Schwert Excalibur, König Artus und seine Ritter der Tafelrunde. Das Schwert, das seinem Träger übermenschliche Kräfte verleiht, wurde vom Magier Merlin in einen Felsen gestoßen. Artus, beeindruckend dargestellt von Johnny Logan, ist der einzige Sterbliche, der das Schwert aus dem Stein ziehen kann – das macht ihn zum rechtmäßigen König.
Noch immer faszinieren die Menschen die geheimnisvolle Welt der Ritter, Magier und mächtigen Herrschern und das konnte man in der Kölner Lanxess-Arena auch spüren.

Ein ausgefeiltes Bühnen- und Lichtprogramm, Schwertkämpfer und Tänzer in mittelalterlichen Kostümen setzten die Excalibur-Sage in ein völlig neues Licht und machen den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Vor allem Schauspieler Michael Mendl, in der Rolle des Merlin, gab der Show, durch seine teilweise amüsanten Einlagen, einen ganz besonderen Touch. So setzte er sich während einer Erzählpause ins Publikum und schlief ein, womit er nat�rlich die Lacher auf seiner Seite hatte.

Die märchenhafte Welt, bevölkert von tapferen Rittern, geheimnisvollen Zauberern, mächtigen Königen und bezaubernden Frauen ist zeitlos und lädt Menschen jeden Alters zum Träumen ein. Der französische Musiker, Komponist und Produzent Alan Simon hat das alte Thema in ein neues Gewand gekleidet: in einer Synthese von Rock, Folk, Celtic Music und Klassik lässt er die Sagenwelt rund um König Artus wieder auferstehen.

Trotz allem hatte die Show auch ihre Schattenseiten. Diese lag aber nicht im Ermessen der Excalibur-Produktion, sondern lag dies mehr an der Halle. Durch eine sehr ungünstige Anordnung der Stuhlreihen war es den hinteren Reihen nicht möglich dem Geschehen auf der Bühne zu folgen. Das war sehr schade, denn die Bühne, die als Schwert in die Stuhlreihen rein ragte, konnte auch nicht richtig eingesehen werden. Zudem bekamen sie auch von dem Treiben, was sich zwischen den Reihen abspielte nichts mit. Da hätte man in Anbetracht der Ticketpreise ein wenig feinfühliger sein künnen.

Als Fazit kann ich nur feststellen, dass die fantastische Reise in die keltische Geschichte sehr gut dargeboten wurde. Eine kurzweilige Reise in die Vergangenheit, die sich gelohnt hat und ich hoffe dass man so etwas demnächst noch öfter geboten bekommt.

Gisela Schmitz

IN EXTREMO Rex Theater

Die Zeitreise der besonderen Art neigte sich am Samstag, dem 13.03.2010, allmählich dem Ende zu; das Konzert in Wuppertal sollte das drittletzte der „Tranquilo“-Tour von In Extremo sein.

Und glücklich, wer an dieser Zeitreise der sieben Vaganten ins frühe 20. Jahrhundert (noch einmal) teilhaben konnte.

Sehr gelungen prösentierte allein schon der Äußere Rahmen, denn das ehemalige Rex-Kino, das sonst eher Kleinkunst- und Kabarettauftritten dient, bot genau das rechte altmodische Flair, um die Band ins richtige Licht, Entschuldigung: Ambiente, zu rücken. Die Bühne war vielleicht etwas klein, doch das tat Stimmung und Atmosphöre vor (natürlich) ausverkauftem Haus keinerlei Abbruch.

Die „Merseburger Zaubersprüche“ eröffneten den bunten musikalischen Reigen, gefolgt von „Frei zu sein“, „Mein Sehnen“ und der „Lebensbeichte“. Ob es die Intimität der Örtlichkeit, das Fehlen von Absperrungen und Ordnern war, sei dahingestellt, jedenfalls gab es nicht lange nach Konzertbeginn bereits die ersten „Ausziehen“-Rufe. Was Micha Rhein zu der erleichterten Erwiderung veranlasste, dass die Rufe endlich von Frauen kämen, nachdem am Abend vorher ausschließlich Männer das Gleiche verlangt hätten. Und wen es interessiert: Nein, die Herren auf der Bühne kamen der Aufforderung auch aus weiblichem Mund nicht nach – bis auf Mütze und Schuhe des Herrn Rhein, die nach der Raucherpause nach der Hälfte des Konzerts hinter der Bühne bleiben mussten.

Selbiger Herr Rhein erwies sich auch als treu sorgender Gärtner, der die kleinen Osterglocken in einer Blechgießkanne auf dem Tisch mit Wasser versorgte und den dafür aufbrandenden Applaus mit den Worten kommentierte: „Für was heute so alles geklatscht wird!“

Nach der Pause meldeten sich die Musikanten mit „Vollmond“, „Die Gier“ und „En esta noche“ zurück, legten mit „Nur ihr allein“ eine formidable Swingnummer aufs Parkett, bevor es mit „Poc vecem“ wieder etwas ruhiger zuging.

„Was hast du denn da für einen langen Sack?“ Diese Frage aus Micha Rheins Mund an Flex den Biegsamen war es, die nicht nur im Publikum, sondern auch auf der Bühne große Heiterkeit auslöste und eine Dame aus dem Publikum zu dem Ausruf veranlasste: „Das ist aber nicht schön, wenn die lang sind!“ Wir werden das Thema an diese Stelle nicht vertiefen oder verlängern, erwähnt sei nur, dass es sich beim fraglichen langen Sack letztendlich doch um die Uilleann Pipes handelte, die bei „Liam“ zum Einsatz kommen. Täuschte es, oder musste sich Flex das gesamte Lied über tatsächlich mehr als einmal das Grinsen verkneifen?

Schnell, sicher für die meisten viel zu schnell, näherte sich der Abend seinem Ende, doch immerhin standen mit „Mein rasend Herz“, nur von Micha und Basti vorgetragen, „Long way to the top“, „Herr Mannelig“ und last but not least „Küss mich“ noch ein paar Kracher als Zugaben auf der Setliste.

Ob diese Form der Zeitreise jemals eine Wiederholung erfahren wird, ist ungewiss. Sicher ist aber eins: Es war ein Äußerst gelungenes Experiment, dem man zumindest wünscht, dass es sich in dieser oder ähnlicher Form irgendwann einmal wiederholen würde.

Petra Lindner

Konzertberichte vor 2010

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Letzte Instanz Krefeld
In Extremo Bochum
FZW mit VNV Nation
Oni Wytars DLF
Saltatio Mortis LMH
Burgfolk 2009
Devil Side
Blackfieldfestival – 2
Blackfieldfestival
10 Jahre Schelmish – 2
!0 Jahre Schelmish
Beltane auf Burg Satzvey-2
Beltane auf Burg Satzvey
Schandmaul E Werk Köln
Letzte Instanz Kulturkirche
Eisbrecher Pulp
Letzte Instanz Matrix
Burgfolk
Amphifestival
Amphifestival Sonntag
Amphifestival Samstag
Rheinkultur 2008
Festival der Spielleute
Spectaculum Lich
Ritterspiele Burg Satzvey
Hexentanzfestival
Highlander Games
Spectaculum Oberwesel
Walpurgisnacht Burg Satzvey
Mittelaltermarkt Mayen
Schelmish Essen
Letzte Instanz Bochum
Letzte Instanz KuFa
SAMO und Coppelius
Corvus Corax Matrix
And Also The Trees
Fabula 27 + 31.10.07
Klangwelten Festival
ASP Matrix
StS K‘ lautern
Schelmish Kaiserslautern
Spektakel Burg Pyrmont
Schandmaul Hanau
Apokalyptischen Reiter Kammgarn
Fish & Friends Kammgarn
Feuertalfestival
Medieval Emporium
Burgfolk 2007
Spectaculum Köln
Miroquefestival 2007
CC Wäscherschloss
Spektakulum Braunfels
Hexenkessel Festival Frankenthal
Castle Rock 8
Spectaculum Dortmund
In Extremo Königstein
MRDB Königstein
Wolfenmond Kammgarn
Hexenmarkt Burg Satzvey
Walpurgisnacht auf der Runneburg
Hexentanzfestival Bostalsee
ASP Kaiserslautern
Subway to Sally KL
Weto Kaiserslautern
Faun Kaiserslautern
Bankett mit Schelmish im Pulp
In Extremo Köln Palladium
Cultus Ferox  Wuppertal
Cultus Ferox Bonn
Letzte Instanz Wiesbaden
Qntal Frankfurt
Hayner Burgspiele
Rock an der Sieg
Faun und Omnia in Luxemburg
Corvus Corax auf dem Wäscherschloss 2006
Tewkesbury 2
Tewkesbury
Historienspiele Ehrenbreitstein
Fabula Alpenrod
Spectaculum Oberwesel
Highlandgames
Fabula Indian Art Festival
Tanzwut Bonn
650 Jahre  Bacharach
MA Markt Lich
van Langen 30.04.06
MA Markt Gelsenkirchen
STS alter Wartesaal
Schelmish Klangstation
CF Satzvey   Duisburg
Oni Wytars 21.01.06
Furunkulus 16.12.05
Corvus Corax  11.12.05
Cultus Ferox 02.12.05
In Extremo Tilburg
MA Märkte: Köln und Dortmund
WGT 05
Cantus Buranus Cottbus
Dark Mystery Music Nights
M-A Markt Schifflingen
M-A Markt Lich
M-A Markt Dortmund
Castle Rock V
Wave Gothic Treffen 04
Hexentanz in Ratingen
Geburtstag Party von Corvus Corax Potsdam
MA Markt Gelsenkirchen 10.-12.04
Cultus Ferox und Umbra et Imago 18.03.04
Wolfenmond 13.03.04
Cultus Ferox 13.02.04
Miroque-Festival Pulp 08.02.04
Cultus Ferox 06.02.04
Cultus Ferox 25.01.04
Cultus Ferox 22.01.04
Celtic Rock Indoor
On a Dark Winter’s Night 27.12.03
Corvus Corax 12.12.03
Bensberg 5.- 7.12.03
Schelmish: 14.11.03
Schelmish: 09.11.03
Schelmish: 19.10.03
Schelmish: 17.10.03
In Extremo Osnabrück 08.10.03
Schandmaul 07.10.03
In Extremo Saarburg 27.09.03
Mittelalter-Dark-Akustik-Festival
Wave Gothic Treffen 2003

Rezensionen vor 2010

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Land über: Land über
Dark Curate: Marionettentanz
Faun: Buch der Balladen
Schelmish: Die hässlichen Kinder
In Extremo: Am goldenen Rhein
Lyronian: Side Scan
Moonchild: Nichts ist für immer
Dunkelschön: Katharsis
Wirr Wahr: Ante Portas
Schandmaul: Sinnfonie
Subway to Sally: Kreuzfeuer
Dazkarieh: Hemisfários
The Moon and The Night Spirit: Ösforrós
Morbid Mind: Deadly Incorporated
The Cascades: Something to happen
Thanateros: Liber Lux
Letzte Instanz: Schuldig
Volkstrott: Im Angesicht der Barbarei
Blackmore’s Night: Winter Carol
Qntal: Purpurea Best of Qntal
Haggard: Tales of Ithiria
Corvus Corax: Cantus Buranus II
Fabula: Cult-ur
Nachtgeschrei: Hoffnungsschimmer
Wargsang: Laute Minne macht dich hinne
Unheilig: Puppenspieler
Qntal: Translucida
dizzy Spell: Ten songs from abroad
Omnia: Alive
Omnia: Cybershaman
Estampie & L’Ham de foc: Al Andaluz Project – Deus Et Diabolus
klangwelten 2007
Cécile Corbel: Songbook 1
Letzte Instanz: Das weiße Lied
Dunkelschön: Irfind
Castus: Rabengesänge
ADAS: Gezeiten
Schelmish: Wir werden sehen
Miroque: XIV
Nachtgeschrei: Promo 2007
CF: Rumtour (DVD & CD)
CC: Kaltenberg Anno MMVII
Brandan: Ich züch mir einen valken
Adivarius: Neue Wege
Feuerschwanz: Met und Miezen
Wirr Wahr: Pest Of
Volkstrott: Todeskunst
Aman Aman: Música i cants sefardis d’orient i occident
In Extremo: Kein Blick zurück
Faun: Totem (zweites)
Faun: Totem
Fiddler’s Green: Drive me mad
Potentia Animi: Sind die Lichter angezündet?
Spectaculatius: Das Narrenschiff
Qntal: Silver Swan
Corvus Corax: Venus Vina Musica
Fabula: Panta rhei
Omnia: Pagan Folk
Schelmish: Mente Capti zweites Review
Schandmaul: Mit Leib und Seele
Potentia Animi: Potentia Animi Psalm II
Miroque: Romantisches Mittelalter
Tanzwut: Schattenreiter
Cultus Ferox: DVD Strandgut
Gregorian Master of Chant Chapter V
Cultus Ferox: Unbeugsam
Schelmish: Mente Capti
Corvus Corax: Cantus Buranus DVD
Feuerschwanz: Prima Nocte
Furunkulus: Live in concert
Dhalia’s Lane: Hollymount
Triskilian: Werltenklanc
In Extremo: Mein rasend Herz
Geyers Lästerzungen
ADARO: Words never spoken extended Edition
Tanzwut: Live DVD
Osiris Taurus:Dragon Dance
Schelmish: Igni Gena
Faun: Licht
Omnia: Crone of War
Die Irrlichter: Elfenhain
Cultus Ferox: Flamme des Meeres
Cultus Ferox: Wiederkehr
Miroque Vol 9
Corvus Corax: CD Gaudia Vite
Corvus Corax: DVD Gaudia Vite
Schandmaul: Hexenkessel
In Extremo: 7
Faun: Zaubersprüche
Schelmish: Tempus Mutatur
Tanzwut: Ihr wolltet Spass
Subway to Sally: Engelskrieger
Schandmaul: Narrenkönig
Schelmish: Codex Lascivus
Schattentantz: Galgenfrist
Alan Stivell: Back to Breizh
Tanzwut: Labyrinth der Sinne
Schandmaul: Wahre Helden
Steeleye Span: Below the Salt