Festival Mediaval VII

Der Freitag

Es wäre wirklich vermessen gewesen nach 6 Ausgaben Festival Mediaval bei zum Teil strahlendem Sonnenschein zu hoffen, dass ausgerechnet beim Irish Schottisch Special die Sonne nur so lacht. Etwas schöner hätte es aber schon sein können, der einzigartigen Stimmung und dem Spaß der Konzertbesucher die gerade am Freitag schon ziemlich geduscht wurden, tat das aber keinen Abbruch. Trotzdem schade für die Veranstalter, die ganzen Marktstände und die Helfer, die sich soviel Mühe machten einmal mehr ein einzigartiges Festival zu bieten und das geht nur mit entsprechend vielen Besuchern. Und obwohl man 30 % mehr Karten im Vorverkauf abgesetzt hat, fehlten diesmal einfach die Tagesbesucher, die man Dank, Sauwetter, nicht vorm Ofen vorlocken konnte. Sonst wäre das Festival das mit Abstand Besucherstärkste und die Piratenfloss-Attraktion im frei zugänglichen Außenbereich sicher auch für viele Selber einen Besuch wert gewesen. So war aber auch das Boot mehr oder weniger in Festivalbesucherhand, die sich nicht nur aber Konzerte von den Pyrates und Attila und Friends freuen konnten, sondern sich auch am, Rum für die Welt, wie es so schön im Vroudenspil Kultsong heißt erfreuen konnten. Dass dann als das Festival offiziell beendet wurde die Pyrates ganz spontan ein weiteres Konzert auf dem Floß abhielten und noch derbe weitergefeiert wurde für alle die noch nicht gehen wollten, ist ein dickes Kompliment an den Veranstalter, der nicht nur viele Besucher mit seinen Ideen und der musikalischen Qualität immer wieder verzückt, sondern auch viele Musiker zu echten Fans des Festivals werden lässt. Und so kann man auch immer wieder das eine oder andere bekannte Gesicht entdecken, obwohl nicht im Line-Up des Festivals eingebunden. So wie die großartige Wadokyo Trommlerin Barbara Busch, die Sängerin der Steampunk Band Drachenflug Dr. Wiba Wer, Nico Niederlich von Ignis Fatuu, die im nächsten Jahr dabei sein werden und Neil Mitra von Faun, um nur mal 4 zu nennen, nicht zu vergessen Oli und Rudel, die obwohl nicht mehr Teil der Orga es sich auch nicht nehmen liesen mal wieder vorbeizuschauen. Langsam sollte sich nun wirklich herumgesprochen haben, wie wunderschön das Festival Mediaval jedes Jahr ist, wie großartig und einmalig das Publikum, das egal ob in Deutschland nicht so bekannte Bands wie Woodland oder Firkin genauso entzückte wie die großen der Branche Subway to Sally.
Und das dickste Kompliment machte den Festivalbesuchern beim Abschlusskonzert The Dublin Legends, die sich in diesem Jahr eigentlich endgültig von deutschen Bühnen verabschieden wollten und sich während des Konzertes zu der Bemerkung, dass sie sich über ein Wiedersehen 2015 in Selb freuen würden, hinreissen ließen. Und zuvor haben die Legenden des Irish Folk , wie viele andere Musiker auch, das Festival Gelände erkundet um im Pech Stand mal schnell eine kleine Whiskey Verkostung durchzuführen, oder im Backstage mit Omnia etwas zu jammen. Aber dazu später noch mehr.

Und auch wenn das Wetter nicht so ganz mitfeiern wollte und am Sonntag echtes Wacken Feeling aufkam mit Schlamm wohin man schaut, so haben die bis zu 80 Helfer sensationelles geleistet. Dafür nicht nur ein dickes Kompliment sondern sicher auch im Namen der unzähligen Künstler die an diesem Wochenende mitgewirkt haben ein großer Dank. Einzig Drache Fangdorn, der letzte lebende Drache war etwas verschissen (tschuldigung), da er etwas Anschubhilfe brauchte um sich bewegen zu können. Somit ist auch Dank des 7. Festivals Mediaval das letzte Rätsel der Tierwelt geklärt warum Drachen Feuer spucken. Nämlich um den Boden vor sich zu trocknen, denn Schlamm mögen sie überhaupt nicht.
Genug der Vorrede, lassen wir uns eine Bilanz der 3 tollen Tage ziehen

Die Rabenbrüder

Auftaktband nach der Begrüßung durch den gewandeten neuen OB Pötsch waren die Rabenbrüder Ralf der Rabe, Ekkehard der Barde und Jacques le Loup, denen es zwar nicht gelang den Regen zu vertreiben, aber dennoch die Menschen vor der Bühne zum Tanzen und Mitsingen anzuregen. Und das mit ihrer modernen Folk und Rockelementen gewürzten mittelalterlichen Spielmannskunst. Und so geht es in ihren größtenteils selbstgeschriebenen Songs um mehr als Weiber, Wein und Hunde.
Lebenslust aber auch Frust sind immer ein Thema und so hat man mit, Geteert und Gefedert, auch einen selbstgeschriebenen Song im Programm der Kultcharakter hat und , die da Oben, jeden Tag beim Aufstehen und Einschlafen anhören sollten:

Wie geht`s dem Lande doch so schlecht, man spricht von leeren Kassen,
Du sollst den Gürtel enger schnallen, und die da Oben prassen,
gehst du zum Einkauf auf den Markt , was ist das Leben teuer
Hoch lebe unsre Obrigkeit, brumt auf uns noch ne Steuer
Die gehörn geteert und gefedert, gestreckt und gerädert ,.

Aber es kriegt in dem Lied nicht nur die Politik ihr Fett weg, sondern das ganze schnöde Geld, dass den Menschen verdarb.
Gesellschaftskritik einmal anders, gut verpackt , genial und doch so wahr.
Sie können aber auch wesentlich lustiger daherkommen wie in Met macht blet mit freundlichen Grüßen an Nase-Weis. Eine Band die etwas zu sagen hat und ein gelungener Auftakt des Festivals während Beatrice zeitgleich erstmals die Besucher auf der Theaterbühne verzauberte und Basseltan für viel Lacher sorgten.

Triskilian

Das ist aber so beim Festival Mediaval, man kann halt nicht überall gleichzeitig sein, so wie auch bei Kelvin Kalvus und PurPur während das Auftaktkonzert der Burgbühne mit Triskilian mit einer strahlenden Jule Bauer und als Verstärkung Knud Seckel ablief. Die Musik von Triskilian ist mit Mittelalterlicher Weltmusik schon sehr gut beschrieben, da man sich neben historischem auch von orientalischer und eurasischer Musik inspirieren lässt und sich neuerdings auch nicht scheut mit elektronischer Musik zu experimentieren. Man kann wirklich gespannt sein, wo die Reise der Band noch hinfährt. Da ist sicher noch einiges zu erwarten in der Zukunft. Aber schon jetzt kam die Musik, egal ob instrumental und gesungen sehr gut an.

Versengold

Eines der absoluten Highlights eines jeden Festivals, so auch in Selb, ist die ,Mittelalter Partyband, Versengold. Völlig egal, dass der Regen wieder stärker wurde, bei Versengold vergisst man alles um sich herum und ruhig stehen geht eh nicht. Und schon nach wenigen
Takten geht die Schlossbühnen-Mediaval-Party ab. Versengold, das Festival Mediaval und das Publikum, das passt einfach und gehört zusammen und so wurde es sicher auch für die Jungs aus dem Norden, die ausgerechnet in diesem Jahr bei ihren Auftritten im Süden immer ziemlich schlechtes Wetter hatten, eines der Highlights des diesjährigen Konzertkalenders. Es hat auch schon eine ganz besondere Qualität, wenn der ganze Platz vor der Bühne ganze Textzeilen allein singt, während die Musiker strahlend auf der Bühne das Treiben beobachten. Und so waren die Jungs auch ziemlich traurig, dass sie relativ schnell 460 Kilometer weiter zum MPS mussten. übrigens, wer mal sehen will, wieviel Spaß das Publikum beim Auftritt von Versengold hatte, dem sei Folge 11 des Tourtagebuchs der Band auf ihrer Homepage empfohlen. Da kann man dann auch erfahren, dass Pinto einen wirklich gesunden Schlaf hat und wie Selbs Wahrzeichen, die Porzellankaffeekanne auf dem Kreisverkehr aus dem Bandbus bei Regen ausschaut. Klasse Auftritt, große Show, hoffentlich bald wieder.

Rapalje

Die Irish-Folk Band aus den Niederlanden passt mit ihren Traditionals aus Irland, Schottland, England und den Niederlanden und eigenen Songs genial zum Festival Mediaval. Und Was wollen wir trinken 7 Tage lang klingt mit Wat zullen we drinken zeven dagen lang ja auch in Holländisch richtig schön. Die in Kilts gekleideten Musiker machen mächtig was her und wenn Bandmitglied William die Stimme erhebt, dann hat das echt Gänsehautfeeling. Kein Wunder, dass sich der Platz auf der Burgbühne nach dem furiosen Versengoldauftritt schnell fällte und immer mehr Leute von der schönen Musik angezogen wurden. Nach der rauschenden Party zuvor ging es nun etwas ruhiger zu, aber deshalb nicht weniger schön.

Saor Patrol

Nach dem letzten Konzert des Tages auf der Burgbühne hörte man schon von weiten die mächtigen Drums von Saor Patrol die die Menschen auf die Schlossbühne lockten. Die Band, die erstmals beim Festival Mediaval dabei war, konnte mit ihrem furiosen Auftritt viele neue Fans gewinnen. Vor allem auch Dank der Drums, die zwar nicht ganz die Qualität von Wadokyo haben, aber ebenfalls wirklich ein gewaltiges Spektakel veranstalten und unverzichtbarer und wichtigster Bestandteil der Instrumentalmusik von Saor Patrol sind. Die Schotten aus Kincardine spielen ihre fast ausnahmslos eigenen Stöcke neben den Trommeln noch mit Great Highland Bagpipe und E-Gitarre. Alle Bandmitglieder gehören zum Clanranald Trust for Schottland, einer gemeinnützigen Organisation. Und so sind die Schotten ähnlich wie die Blues Brothers, die im Namen des Herrn unterwegs waren im Auftrag Schottlands unterwegs mit dem Ziel die Schottische Kultur zu erhalten und zu verbreiten. Dies versucht man auch mit dem Nachbau eines mittelalterlichen schottischen Dorfes, dass die Band finanziell kräftig unterstützt. Bemerkenswert übrigens, dass Charlie Allan das Dudelsackspielen autodidaktisch erlernt hat, er ist ein großartiger Dudelsackspieler geworden. Da Schotten ja auch extrem gastfreundlich sind, sogar zu Niederländern (hehe) durfte Rob van Barschot, im Hauptberuf Omnia Trommler während des Konzerts auch mal ran und hatte mächtig Spaß am Trommeln mit Saor Patrol, die beeindruckend zeigten, dass nicht immer gesungen werden muss, um für Stimmung und gute Laune zu sorgen.

Adam Hurst

Als regelmäßiger Festival Mediaval Besucher, weiß man, dass die Theaterbühne zwar Theaterbühne heißt, ein Name, der für das was geboten wird aber eher schlecht gewählt ist. Entertainbühne wäre zutreffender, denn Theater ist nur ein kleiner Teil des vielfäligen Angebots an den 3 Tagen. Und schwerpunktmäßig wird musiziert. So auch von Adam Hurst aus Amerika, der als Special Guest schon fast mehr durch Zufall noch ins Lineup gerutscht ist. Und der mit seinem Cello und den Samples einen absoluten Kontrast zum kompletten Musikprogramm des Tages auf den anderen Bühnen setzte. Völlig in seiner (Musik-) Welt eingetaucht saß er da auf der Bühne, das Publikum überhaupt nicht wahrnehmend und entlockte dem Cello die melodischsten Töne. Allerdings mit der dem Cello anhaftenden Traurigkeit. Ein Partyinstrument kann auch ein Adam Hurst nicht daraus machen. Die Musik mit Einflüssen aus Indien, den Mittleren Osten , Osteuropa, als auch dem Keltischen nicht zu vergessen Amerikanische und Latin-Einflüsse, ist auch als Musik für Soundtracks sehr gefragt und mit inzwischen 14 verüffentlichten Cds hat der Mann auch schon einen gewaltigen Musikkatalog aufgebaut.
Ein wirklich sehr spezieller Vortrag ohne Frage, aber auch Dank des großartigen Lichts mit dem man Adam Hurst in Szene setzte und dem guten Sound absolut einen Besuch wert. Und auch wenn der Amerikaner noch so introvertiert und in sich gekehrt wirkte, so war er alles andere als kontaktscheu und es macht wirklich viel Spaß sich mit dem außergewöhnlichen Musiker zu unterhalten. Ein echter Farbtupfer eines mit Highlights gespickten Festivals

Johnny Robels

Auch Dr Jeckyl und Mr Hyde in der Person von Jonny Robels muß man erlebt haben. Denn gerade ihn gibt es mit 2 musikalisch unterschiedlichen Gesichtern. Auf der einen Seite dem Barden mit der Harfe im Stil eines Alan Stivell, seines großen Vorbilds und dann die andere Seite mit extrem witzigen Texten moderner Songs als Spaßvogel. Beides am Wochenende zu erleben, am Freitag wanderte er erstmals auf der Theaterbähne auf den alten Pfaden der keltischen Barden, wie es so schön im Programmheft heißt. Robels der äbrigens so ganz nebenbei seine Instrumente auch noch selbst baut singt in Deutsch, Englisch und auch in Gälisch und Bretonisch und komponiert auch selbst, zum Teil in Bretonischer Sprache. Als ehemaliges Poeta Magica Mitglied hat er es selbst, im Gegensatz zu seiner alten Band, aber bisher noch nicht nach Selb geschafft und ist an dem Wochenende zu einem großen Fan des Festivals geworden. Wie auch viele Besucher von ihm, die auch die spaßige Seite des vielseitigen Künstlers kennenlernen und schätzen lernten. Und so sprach er mit dem großartigen Harfencover „Ich muss nur noch kurz mein Zelt retten“ nicht wenigen aufgrund des Regenwetters aus der Seele
Er, der mit seiner humorvollen Seite gerne die Mittelaltermärkte und Szene und seine Besucher etwas aufs Korn nimmt ist eine echte Bereicherung und kommt hoffentlich bald wieder nach Selb. Und wie sagte er so schön, er ist ein echt glücklicher Mann. Er darf noch einmal die Dublin Legends sehen und wird dafür sogar bezahlt.

Fangdorn

Ein absolutes Erlebnis war ohne Frage die Fangdorn Vorstellung weit nach Mitternacht. Der letzte lebende Drache der Welt, hatte zwar wie schon erwähnt große Probleme sich durch den Matsch zu kämpfen, was dazu führte dass am Wochenende vieles nicht so ablaufen konnte wie geplant. Aber auch so, war es wirklich noch sehenswert genug, den Drachen Feuer spucken zu sehen und ein gewisser Grusel ist nicht zu verleugnen wenn auf einmal einer der gegen ihn antretenden Kämpfer Feuer fängt und brennend davonrennt.
Und das ganze Schauspiel mit den Tänzerinnen und einem tollen finalen Feuerwerk war ein beeindruckender Schlusspunkt eines ersten Festivaltages, bei dem das Wetter wirklich zur Nebensache wurde und der unbändigen Lust auf die nächsten 2 Tage machte, so dass es gar nicht so einfach war bei so vielen Eindrücken und mit der Vorfreude in den Schlaf zu finden.
Damit wollen wir es mit dem ersten Tag mal gut sein lassen, wissend dass es noch soviel zu berichten gibt wie z.B. was am Piratenfloß geboten war, was die Bühne auf dem Handwerkermarkt und Handelsmarkt an Programm hatten, wie die Raubvogelshow ankam, was sich im Workshopbereich tat usw. Ehrlich gesagt ich hab keine Ahnung, man kann leider nicht überall gleichzeitig sein, leider.

Der Samstag

Wer schon einmal ein Festival Medival besucht hat, der weiß genau, dass es sich lohnt am Samstag und Sonntag früh aufzustehen und dem „Wettbewerb um den Goldenen Zwerg“ beizuwohnen. Denn Jahr für Jahr bietet der Sangeswettbewerb um den Mediaval Award ein erstaunlich hohes Niveau, nicht selten finden sich richtige musikalische Perlen darunter. Es sei nur an Bands wie Omdulö, Vroudenspil, Elmsfeuer und Winterstorm erinnert, die nicht nur den begehrten Zwerg gewinnen konnten, sondern im Jahr darauf bei ihrem Auftritt, der neben dem Zwerg als Gewinn winkt, die Zuhörer total begeistert haben.
Und auch in diesem Jahr war das Niveau in der Kategorie Spielmann und am Sonntag in der Kategorie Mittelalterrock sehr hoch. Aber sehr oft, auch in diesem Jahr sind die Gewinner einfach hörbar noch einen Tick besser als die starke Konkurrenz. Die sich diesmal in der Kategorie Spielmann nur auf die Bands The Celtic Gobshites und Hillarious beschränkte. Warum der im Programmhefrt angekündigte Minnesänger Richard von Minnesang mit Abwesenheit glänzte, kann ich leider nicht sagen. Aber ärgerlich ist es allemal, schon allein für das Publikum, die gerne noch einen dritten Wettbewerbsteilnehmer erlebt hätten. Aber auch für viele andere Bands/Sänger-innen, die ebenfalls gerne am Wettbewerb teilgenommen hätten. So gab es aber einen hörenswerten Zweikampf zwischen dem späteren Gewinner The Celtic Gobshites und Hillarious zu erleben.
The Celtic Gobshites aus Berlin, die mit Bodhránspieler Markus Pede aus Lichtenfels auch einen Oberfranken in ihren Reihen haben, erwiesen sich schon bei der Vorstellung der Band als äußerst witzige Truppe und glänzten in der Folge mit einer bunten Mischung aus Irish Folk, Celtic Folk und Singer-Songwritersongs. Mit Susanne Mahl aus dem Vogtland und dem Engländer Andy Beck haben sie zwei starke Stimmen zu bieten und spielen neben traditionellem Liedgut wie das allseits bekannte Whisky in the Jar auch weniger Bekanntes und Eigenes. Und brachten eine gut besuchten Theaterbühne damit schon am frühen Morgen zum wippen und tanzen.
Und jeder, der zu faul zum auftstehen war und sie verpasst hat, darf sich zurecht ins Achterdeck beißen, aber zumindest aufs nächste Jahr freuen, wo man sie dann eine Stunde lang erleben kann und das wird nach allem was man am frühen Samstag gehört und gesehen hat, ein klasse Konzert werden. Jede Wette.
Aber auch Hillarious konnten wahrlich überzeugen. Davon zeugt schon allein trotz so früher Stunde die große Publikumsmenge, die auch an Hillarious und ihrem, wie sie es so schön bezeichnen, Irish Sheep Folk mächtig Spaß hatten. Die traditionelle irische Folklore mischt man gekonnt mal mit etwas Reggae, mal mit etwas Ska und Rock und fertig ist ein höchst hörenswertes Gebräu, das mindestens so gut mundet wie ein kaltes irisches Guiness. Und so machten auch ihre Balladen, Trink und Rebellenlieder sehr viel Spaß.

Impius Mundi

Den hatte auch Impius Mundi, die Zwergengewinner der Kategorie Mittelalterrock vom letzten Jahr. Die hatten dem weiblichen Zwerg einen BH um die goldene Brust verpasst und machten genau da weiter, wo man 2013 in Selb aufgehört hatte, mit Spielfreude die Bühne rocken. Mit Liedern voller Lebensfreude, von Festen, wilden Schlachten aber auch der Pest und dem Tod handelnd brachte man Bewegung ins Goldbergvolk und präsentierte Songs der inzwischen aus 2 CDs bestehenden Diskographie. Dabei verstehen sie es aber nicht nur in In Extremo-Manier loszupreschen als gebe es kein Morgen mehr oder sich bis zum Umfallen zu verausgaben, sondern sie schaffen auch den Spagat zu sanfteren und nachdenklicheren Weisen.
Partymachen, mitgröhlen und Augen zu machen und genießen, bei Impius Mundi alles kein Problem und daneben gibts bei den Niedersachsen auch noch Action auf der Bühne. Livemusik macht einfach Spaß, Impius Mundi auch.

PurPur

Christine und Judith bzw. Gabria und Leonora gehören zum Festival Mediaval, wie die 3 Hauptbühnen, wie der Handwerkermarkt, die Fressmeile, Hajo der Bettler oder Beatrice Baumann. Sie sind quasi Inventar, es würde etwas Unersetzbares fehlen. Und im Fall der Zwillinge sind es neben dem alljährlichen Ratespiel wer nun wer ist die tollen Stimmen der beiden, die den größtenteils aus Eigenkompositionen bestehenden wie sie selbst so schön sagen instrumental purpuristischen Mittelalter-Fantasy-Zwillings-Folk so hörenswert macht. Und genauso beharrlich, wie sie sich verweigern sich optisch deutlicher voneinander zu unterscheiden, so ausdauernd sind sie darin Jahr für Jahr das zahlreiche Zuhörervolk mit ihren Liedern zu verwöhnen, egal ob auf der Burgbühne, der Theaterbühne oder sonst wo am Gelände. Sie sind sehr zur Freude vieler Besucher mehrmals im Einsatz und bezaubern als Duo PurPur immer wieder.

Firkin

Die Ungarn Firkin sind sicher eine der ganz großen Überraschungen des Wochenendes. Nicht nur, dass sie irische Musik der schnelleren Art im Sinne der Pogues, der Dropkick Murphys oder von Flogging Molly, die sofort ins Ohr geht, präsentierten, auch die eingespielte spielfreudige Band macht mächtig Spaß.
Und mit Barna Marthy hat man einen charismatischen Sänger nicht nur auf, sondern sogar vor der Bühne als er schnell mal mit dem Hut sammeln geht. Nicht zu vergessen natürlich die hübsche Lili Virag, an der Violine, die besonders die männlichen Blicke auf sich zog.
Die Wacken erprobte Band war eine echte Entdeckung am Samstag.

Pampatut

Über Holger Hoffmann Hopfenstreich und Max von Gluchowe braucht man eigentlich keine Worte mehr verlieren. Die zwei die weder Ritter, Tod noch Teufel fürchten, ganz wie der Titel des von ihnen veröffentlichten Buches, fürchten sich auch nicht von mehr oder weniger spontanen Äußerungen des Publikums. Ganz im Gegenteil,
egal ob man sie auf der Burgbühne, der Theaterbühne oder auf der Bühne am Handwerkermarkt erlebt, etwas Lustiges fällt ihnen immer ein. Sprachlos hab ich die zwei noch nie erlebt und je mehr Interaktion mit dem Publikum möglich ist, desto mehr laufen sie zur Hochform auf.
Sehr zur Freude des immer zahlreich vertretenen Publikums. Und auch wenn dann schon mal das Musikprogramm etwas zu kurz kommt. Aber das kann man locker verschmerzen, Pampatut sind die Allzweckwaffe gegen jegliche Art von Depressionen wie Wetterdepression, Herbstdepression, Winterdepression oder Mittelalter-Schlager-
depression. 5 Minuten Pampatut und man ist gut drauf, ganz ohne Pillen oder Drogen. Wer braucht die schon, wenn es Pampatut gibt. Und mit Timmi am Schlagzeug hat man noch einen Mitmusiker gefunden der immer witziger und spontaner Pampatut langsam zum grandiosen Trio macht.

Woodland

Wenn man seine Lachmuskeln grade wieder so halbwegs geordnet und sich nach Pampatut auf der Schlossbühne versammelt hat, nehmen einen die Amerikaner von Woodland in ihre musikalische Traumwelt mit. Um die Celloklänge von Ausnahmecellisten Adam Hurst verstärkt, erlebt das Publikum in Selb eine tolle amerikanische Band die übrigens gar nichts mit der Lübecker Death Metal Band gleichen Namens zu tun hat. Das musste auch ein Death Metal Fan erkennen, der sich auf andere Klänge eingestellt hatte. Aber vielleicht konnte auch er den folkigen Fantasyklängen der Band einen gewissen Reiz abgewinnen. Viele Besucher auf alle Fälle, das zeigte sich danach am Merchandise, sehr zur Freude der Band, die völlig von der Nachfrage überrascht und sehr glücklich waren, den weiten Weg aus Amerika nach Selb auf sich genommen zu haben um beim Festival Mediaval dabei zu sein.

Schagai

Bereits zun zweiten Mal durfte Schagai das Festival Mediaval rocken. Das Mongolenprojekt von Marcus van Langen fetzt, auch wenn die mongolischen Klänge der Pferdekopfgeige, der mongolischen Oboe und des Hackbretts in Kombination mit Schlagzeug und E-Gitarren schon etwas gewöhnungsbedürftig sind, genauso wie der Ober- und Untertongesang der Mongolischen Rasselbande, zu denen sich im Laufe der Show auch noch mit Lauren Weser und Peter Pagany 2 Lockvögel gesellten. So exotisch wie sich das jetzt liest und so exotisch wie sich das vielleicht zeitweise anhörte, Schagai fetzten ohne Frage und machen auch optisch gewaltig etwas her. Auch wenn Marcus von Langen trotz aufgeklebtem Mongolenbart nicht wirklich als Orginalmongole sondern eher als orgineller Mongole durchgeht.

Cara

Eine der absoluten Publikumslieblinge des Festivals Mediaval 2013 waren Cara und auch 2014 kam die Deutsch-Schottisch- Irische Folkband wieder großartig an. Gudrun Walther, Gründungsmitglied und laut der deutschen Fachzeitschrift Folker „best fiddler on scene“ fühlte sich sichtbar wohl mit dem Mediaval Publikum und die mit der Band Cara, die auch den Musikern von Omnia viel Freude machten. Soviel, dass sie ihnen dann später sogar ein Lied widmeten. Kein Wunder, dass Cara inzwischen als Deutscher Musikexportartikel auch international sehr gefragt sind. Egal ob Instrumentalnummer oder, Dank zweier erstklassiger Sängerinnen, Songs mit Text. Cara, die Pipes und Flöten machen einfach auch 2014 gewaltig Spaß. Handgemachte Musik die mitreisst und trotz gewaltiger paralleler Konkurenz mit Knud Seckel, PurPur und der Fangdorn Show die alle gleichzeitig auftraten, viele Leute anlockte.
Aber auch beim Drachen war gewaltig viel los, die Leute standen in Dreier- und Viererreihen um den feuerspuckenden Drachen zu erleben. Allerdings machte der Nachts mit den Feuerkünstlern und dem Feuerwerk noch deutlich mehr her.

The Rapparees

Gleich nach Cara gabs im Rahmen des Irish-Scottish Specials mit den Rapparees aus Irland eine Orginal Irische Folkband, die sich schon voller Vorfreude mit dem einen oder anderen Bierchen die Zeit von München nach Selb vertrieben hat (Ausnahme natürlich der Fahrer), wie man ihrer Homepage entnehmen konnte. Als Rapparees bezeichnete man übrigens die irischen Rebellen, die im 17. Jahrhundert der englischen Krone schwer zu schaffen machten. Und so ist es deren Geist, der sich in den Rapparees -Sound wiederfindet. Mit Banjo, Fiddle, Bodhran, Bouzouki, Gitarren und E-Bass und den Stimmen aller Musiker glänzten die Iren auch in Selb. Das Publikum lies sich gerne auf eine Reise in die faszinierende musikalische Welt des Irish Folk mitnehmen oder genoss etwas weiter weg bei einem Met oder Bier das Geschehen auf und vor der gutgefüllte Burgbühne und stimmte sich auf eine der beiden absoluten Konzerthighlights des Tages ein. Erst der nun anstehende Omnia Gig und dann Subway to Sally.

Omnia

Für Omnia ist das Festival Mediaval trotz vieler Konzerte und den ganzen MPS Auftritten in diesem Jahr immer ein ganz besonderes Konzert. Und so legte man die Woche Urlaub einfach in die Umgebung von Selb, fotografierte sich und die Pilze im Wald, nutze die Zeit um Rob eine neue Frisur zu verpassen, musizierte am Lagerfeuer und probte auch kräftig für das Konzerthighlight des Jahres.
Vor allem auch den Song, den es dann als Dankeschön erstmals live zu hüren gab. Und wie in Selb üblich gab es mit Kelvin Kalvus und Yuyla Kholeva auch wieder 2 Künstler, die den Omnia Auftritt optisch bereicherten. Und im Vergleich zum großartigen Schlosshof-Gig waren die Holländer mit ihrem neuen Gitarristen Satrya Karsono noch dynamischer und sprühten nur so vor Tatendrang. Und als kleines Dankeschön an das tobende Publikum flogen dann noch ne CD und Shirts ins Publikum und man bedankte sich mit einer extra langen Autogrammstunde am nächsten Tag, so dass auch wirklich jeder der ein Autogramm oder ein persönliches Foto wollte dies auch wirklich bekommen konnte. Schön, dass man Omnia auch im nächsten Jahr erleben kann, die lustigen Holländer sind fär das Festival einfach unverzichtbar.

Irishsteirisch

Irishsteirisch waren sicher im Vorfeld die am meisten diskutierte Band im Lineup. Eine ästerreichische (Volks-) Musikband bei einem Mittelalter-Festival, das verwundert. Und auch wenn das Ziel Irische Klänge mit Steierischem (Volks-)Folk zu verbinden und Fiddle mit Harmonika zu kombinieren den einen oder anderen einen weiten Bogen um die Burgbühne machen lies, viel los war beim Auftritt der österreichischen Sympathieträger auf alle Fälle. Und es wurden im Laufe des Auftritts immer mehr und viele hatten auch richtig Spaß an den ungewohnten Klängen aus Österreich. Und so wurde einmal mehr der Mut der Festivalmacher belohnt auch ungewohnten Klängen ein Forum zu geben.

Subway to Sally

Wenn es um Nekrophillie, also eine Sexualpräferenz, die auf Leichen ausgerichtet ist, geht, wie im Song Schwarze Seide thematisiert, dann kann nur Subway to Sally auf der Bühne stehen die uns die düsteren Mördergeschichten von Mitgift dem Konzeptalbum und neuesten Werk der Band präsentierten. Und das tut man auch optisch durchaus beeindruckend mit einem überdimensionalen Gitterkäfig hinter dem ein blendend aufgelegter Eric Fish mächtig Spaß am performen beim Festival Mediaval hat. Das Übertrug sich auch sofort aufs Publikum. Auch wenn Frau Schmitt eigentlich just an jenem Tag ihre Hochzeit geplant hatte und sie wegen dem Festival noch einmal verschieben musste, selbst sie hat es bestimmt nicht bereut so begeistert wie das Publikum Subway feierte. Aber auch zurecht, die Band hatte einen Glanztag erwischt und das auch noch bei bestem Konzertlicht, das den Zuschauern ermöglichte das Geschehen auf der Bühne und die Musiker auch mal von weiter hinten zu sehen. Ich kann mich an kein Subway Konzert mit so gutem Licht erinnern.
Wirklich ein toller Auftritt auf einer beeindruckenden Bühne mit einer Setlist in der großartige neuen Song wie zum Beispiel Arme Ellen Schmitt genauso ihren Platz haben, wie Klassiker ala Maria oder Sieben. Furios.

Die Session der Spielleute

Auch in diesem Jahr ging der Samstag mit einer Session der Spielleute zu Ende. Unter anderem mit der kompletten „Des Teufels Lockvögel“ Besetzung, mit Mitgliedern der „Pyrates“ und den „Celtic Gobshits“. „Knut Seckel“ konnte man in der Meute genauso entdecken wie z.B „Johnny Robels“. Und dann wurde losgejammt, ne nette Idee aber so richtig Stimmung kam trotzdem nicht auf. Zu wild ging es durcheinander mit Ton und so manch anderen Problemen. Nicht wirklich gelungen, leider und wer nach Subway selig das Gelände verlassen hatte der hatte nicht wirklich etwas verpasst und etwas Schlaf gewonnen galt es doch zum Wetbewerb wieder pünktlich da zu sein.

Der Sonntag
Der Kampf um den Goldenen Zwerg mit
Narrator

Morgenstund hat Gold im Mund sagt ein altes Sprichwort und meint damit, dass es sich lohnt früh aufzustehen. Beim Festival Mediaval 2014 hat sich dies auf alle Fälle bewahrheitet. Punkt 10 Uhr gabs bereits auf 2 Bühnen parallel sehens- und hörenswertes zu erleben. Zuerst aber zum Kampf um den Goldenen Zwerg in der Kategorie Mittelalterrock mit Narrator, eine Folk-Metal Band aus der Schweinfurter Ecke, die mit Flöten und Sackpfeifen, Gitarren und Drums die Lebensgeister der zahlreichen , aber noch etwas verschlafen wirkenden Besucher wieder zu erwecken versuchte. Dies gelang auch problemlos, haben die „Erzähler“ mit Songs aus ihrer EP Von Kreaturen und Kriegern doch so einiges zu erzählen. Wer die Band verpasst hat, kann dies übrigens beim diesjährigen Tanzt! nachholen, da werden sie dann München sicher ähnlich aufmischen, wie die Theaterbühne am Goldberg.

Krayenzeit

„Wir sind erwacht“, die Textzeile von Krayenzeit passte perfekt zum Auftritt der Band, die immer mehr erwachte Besucher vor die Bühne locken konnte. Krayenzeit haben ebenfalls durchaus „Metal“ im Blut, ihre Musik ist aber vielschichtiger, da hat eine akkustische Ballade genauso Platz im Programm, wie Folkrock und folkloristische Einfüsse. Ein Gemischtwarenladen der durchaus Spaß beim Zuhören bringt.

Carpe Noctem

Wenn nach zwei überzeugenden Bands der dritte Teilnehmer loslegt und man sich bereits nach dem ersten Song sicher ist, es kann nur Carpe Noctem den Zwerg gewinnen, dann muss schon eine ganz besondere Truppe auf der Bühne stehen. Und das sind die Jungs wirklich, die im Jugendorchester Jena erste musikalische Gehversuche starteten. Zu 2 Cellos und Kontrabass kamen, E-Bass, Drums und die Geige dazu, Carpe Noctem haben ihre Idealbesetzung gefunden und starteten damit ihren Großangriff auf den Zwergensieg. Und der war so dermaßen nachhaltig, das sie nicht nur den Zwerg und einen Auftritt im nächsten Jahr gewinnen konnten, sondern es auch eine der sehenswertesten und erlebenswertesten Konzerte des gesamten Festivalwochenendes wurde. Und das wohlgemerkt ohne Gesang, mit faszinierdem, wie sie selbst sagen, String Metal, eine Mischung aus Klassik, Rock und Metal. Eigenständig, eingängig, fetzig und absolut faszinierend. Martin, Sascha, Daniel, Cornelius und Friedel müssen sich wirklich ziemlich dämlich anstellen, wenn sie damit nicht unglaublich erfolgreich und bekannt werden würden. Die Finnen haben Apocalyptica, in Deutschland gibt es Carpe Noctem und die Finnen dürfen sich warm anziehen. Man sollte sich deshalb auch schon heute dick im Kalender fürs Festival 2015 den Namen Carpe Noctem schreiben, es wird sicher auch 2015 eines der absoluten Festivalhighlights werden. Chapeu Jungs.

Saitenweise und Brigandu

Sarah Krause und Michael Höfer muss man echt hoch anrechnen, dass sie im letzten Jahr nach ihrem knappen Spielleute-Award Sieg 2013 angekündigt haben 2014 mit den knapp unterlegenen Brigandu aufzutreten. Sie hielten Wort und so konnte man sich auch 2014 an beiden Bands erfreuen, die als Saitenweise und Friends um 10:00 auf der Schlossbühne aufspielten und während des Auftritts ziemlich überrascht über die lange Spielzeit wirkten. Hatte man sich doch auf nur 45 Minuten eingestellt. Die 15 Minuten mehr zu Füllen war aber genauso wenig ein Problem wie das gemeinsame Musizieren. Das ging ganz spontan und unkompliziert und während Brigandu gerade spielten kann man dies ja auch schon mal für eine Zigarettenpause nützen und den Kolleginnen beim musizieren zuhören.
Saitenweise prääsentieren bereits seit 2004 mit Lautenklang zweistimmig (Zitat Homepage:) Verliebtes und Verlorenes, Fröhliches und Anzügliches, Selbstgeschriebenes und Gestohlenes. Absolut hörenswertes fehlt in der Aufstellung noch, zum Glück gibt es inzwischen auch eine CD mit Songs der beiden und die ist echt toll geworden. Vor allem zwei Songs, die es auch live zu hören gab , muss man echt gehört haben und wird sich sehr schnell in die Songs verlieben. Die vergessenen Kinder mit seiner Söldnerthematik ist gerade in der heutigen Zeit wieder topaktuell und der Refrain „Wir haben den Krieg nicht gebracht, doch hat er uns gemacht“ will einen nicht mehr aus dem Kopf gehen. Genauso wie „Feiere Dein Leben“ eine Lebensbejahende Hymne, der Soundtrack des Lebens schlechthin. Vom Leben geschafft? Einfach mal feiere dein Leben anhören und darüber nachdenken.

M & M sind nicht nur eine süße Versuchung für den Gaumen, sondern Miriam und Miriam (M&M) als Brigandu auch fürs Ohr und es ist Miriam 1 wirklich zu wünschen, dass es ihre Krankheit zulässt noch ganz lange mit Miriam 2 auf der Bühne zu sein. Zwei die sich großartig verstehen und musikalisch ihrer Liebe für keltische und nordische Lieder und Tänze auch in Selb eine Stimme geben, da jedoch ganz pur, nicht wie sonst mit ihrem Percussionisten verstärkt . Etwas Trommelunterstützung gab es dafür vom Tanzebom-Trommler
Und so hatte das Publikum die Gelegenheit neben den großartigen 2 von Saitenweise auch wieder die musikalische Welt der symphatischen Musikerinnen mit dem gleichen Vornamen kennen zu lernen.

Irdorath

Das absolute Kontrastprogramm gab es dann auf der Burgbühne zu erleben. Aber nicht die österreichische Trashmetal Combo gleichen Namens, sondern die Folkband mit der süßesten Zahnlücke des Festivals 2014 aus Minsk in Weirußland. Keine Ahnung wo die Macher des Festivals die wieder ausgegraben haben, die Weißrussen und ihre hochattraktive Sängerin waren eine echte Bereicherung des Festivalprogramms. Auch wenn der sicher noch die eine oder andere Gesangsstunde hilft noch besser zu werden. Das Fantasy Mediaval Show Projekt ist ein echter Hingucker, nicht nur wegen der Leadsängerin im sexy Outfit. Und auch die Instrumentierung mit Dudelsack, Bouzouki, Digeridoo in Verbindung mit Keyboard macht richtig Spaß, von den Texten versteht man aufgrund fehlender Russischbildung natürlich eher nichts. Das tut dem Spaß Irdorath aber keinen Abbruch, eine echte Entdeckung diese weißrussische Band, die man hoffentlich bald mal wieder irgendwo in Deutschland erleben kann. Auch Didgespieler Daphyd Sens von Omnia hätte sicher daran seine Freude gehabt, wäre die Schlafmütze mal rechtzeitig aus dem Bett gekommen. Aber so ist es halt beim Festival Mediaval, es sind nicht nur die Headliner, die man unbedingt gesehen haben sollte.

Tibetrea

Tibetrea sind eine Deutsche Folk Band aus Geretsried bei München und ihr Name ist aus den Vornamen der Bandgründerinnen Bettina Baindl und Andrea Bannert entstanden. Mit ihrem Fantasy Folk sind sie keine trypische Mittelalterband, sondern es finden sich genauso Lieder indianischen Ursprungs wie die Vertonung altdeutscher Texte im Programm. Und genauso beeindruckend wie die Sprachenenvielfalt mit denen man die Lieder singt angefangen von Altägyptisch, Altenglisch, Altisländisch, Bretonisch, Kroatisch, Lettisch, Schwedisch bis zu Maori und den Cree Indianern um nur einige zu nennen, genauso beeindruckend ist das Instrumentarium mit Schalmeien, Flöten, Harfe, Harmonium, Cister, Djembe, Cajon usw.
Und damit das ganze nicht zu klassisch wird hat man neben dem Gassenhauer Herr Mannelig in einer sehr reizvollen Version als echtes Highlight noch einen ganz besonderen Unterhaltungskünstler auf die Bühne gebracht, der unter anderem als betrunkener Seemann die Lacher auf seiner Seite hatte.

Tunichtgut

Tunichtgut stammen aus Sangershausen in Sachsen-Anhalt und sind mit ihrer Art Folkmusik gerngesehene Gäste auf Weltmusikfestivals, weil sie sich mit ihrer Art Musik nicht nur auf den Irishfolk, auch wenn sie den besonders schätzen, beschränken sondern auch Schwedische und Französische Tänze sowie keltische Balladen im Programm haben. Und so zielt die Musik, wie so schön in der Anmoderation gesagt auf Herz, Hirn und Hose. Und auch um Sauf- und Trinklieder machte das Trio keinen Bogen.

The Fretless

Wie Tunichtgut waren auch the Fretless aus dem Kanadischen Vancouver Island ein Programmpunkt im Rahmen des Irish Schottisch Specials. Die relativ junge typische Kanadische „Fiddle Band“ wurde bereits mehrfach für ihr Debütalbum „Waterbound“ ausgezeichnet u.a. als Instrumenal Album of the Year und beim Kandischen Folkmusikaward als Band des Jahres. Hochdekoriert konnten die Kanadier auch in Selb unter Beweis stellen, wieso man sich in einer so kurzen Zeit bereits so einen guten Ruf erspielen konnte.

Mr. Hurley und die Pulveraffen

Eine große Kulisse gabs beim Auftritt von Mr Hurley und seine Pulveraffen, bei denen sexy Ms Ivy Cox leider diesmal nicht mit dabei war. Dafür hat man aber glücklicherweise durch die Pyrates Unterstützung erhalten, und die Pyrates-Maus konnte ihr Achterdeck auch genauso gekonnt schütteln wie Ms. Cox. überhaupt scheinen sich die beiden Bands eh sehr gut zu verstehen, da taucht schon mal ein Pyrate-Leichtmatrose auf der Bühne auf oder einer läuft während des Konzertes im Graben auf und ab und macht die Pyrates CD hochhaltend Werbung für die Pyrates CD. Werbung in eigener Sache machte auch Mr Hurley mit einem ganz starken Auftritt unter fleißiger Mitwirkung des Publikums das man schnell auf seine Seite gezogen hatte. Denn trotz erstaunlich wenig echten Mr Hurley Fans (im Gegensatz zum Feuertanz Festival) kochte die Stimmung auch in Selb sehr schnell hoch. Kein Wunder bei den Mr. Hurley Gassenhauern wie Blau wie das Meer, Geißel der See, Piratenbraut oder Komm zur Marine.
Auch Dank des Talents der Band, ihr Publikum zu bespaßen und zum mitmachen zu motivieren.
Der Grog`n`Roll der Piraten geht auch bei den Nichtpiraten übers Ohr sehr schnell ins Bein und funktioniert auch ohne entsprechend hohe Promillewerte verdammt gut. So gut und mit einem so unglaubluch großem Publikumszuspruch, dass man die Osnabrücker Brüder hoffentlich auch im nächsten Jahr in „Monkey-Selbland“ wieder abfeiern darf. Daran geht nach der Vorstellung 2014 eigentlich kein Weg vorbei. Und schon gleich wenn das am 14. November erscheinende Album Plank Rockt genauso fetzt, wie die 2 bisherigen Scheiben der geilen Piratenband bisher.

Folk Noir

Ein absolutes Highlight des Wochenendes war ohne Frage auch der Auftritt von Folk Noir. Das Zweitprojekt von Faun Bandchef Oliver Pade, der den Faun-Drehleierspieler Stephan Groth mitgebracht hatte, hat sich aus einem 2-Mann Unternehmen inzwischen zu einem absolut sehenswerten und beeindruckenden Live-Act weiterentwickelt. Und das liegt vor allem und gerade auch an der weiblichen Stimme von Folk Noir Kaat Geevers, ein blonder Engel am Mikrofon mit großartiger Stimme und gewaltig Charisma, die den düsteren Balladen und altenglischen Folksongs Leben einhauchte. Das funktioniert in Verbindung mit Oliver Pades Stimme ausgesprochen gut und die gewohnt kurzweilig unterhaltsamen Ansagen machen Folk Noir zu einem Bandprojekt das beste Unterhaltung garantiert. Umso trauriger, dass der Auftritt in Selb die Abschiedsvorstellung von Kaat Geevers war, wie man gleich danach auf Facebook lesen musste. Es steht einem sicher nicht an, interne Bandentscheidungen zu kommentieren, das ist ohne Frage Sache der Musiker, objektiv gesehen ist das trotzdem eine Katastrophe, Kaat wird bei dem Talent sicher auch ohne Folk Noir ihren Weg gehen, ob man dies auch für Folk Noir ohne seine weibliche Stimme sagen kann, darf erst mal zurecht bezweifelt werden. Wirklich sehr sehr schade.

Niamh Ni Charra

Die Irin Niamh Ni Charra aus Killarney durfte auf der Burgbühne die Lichter für das Jahr 2014 ausmachen, war es doch das letzte Konzert überhaupt auf der zweitgrößten Bühne des Festivalgeländes und das vorletzte im Rahmen des Irish Scottish Specials. Bereits mit 4 Jahren begann sie Musik zu machen und stand als Teenager mit den schon legendären Chieftains auf der Bühne. Um möglichst unabhängig zu sein, studierte sie Elektrotechnik, die Liebe zur Musik war trotz Abschluss mit Auszeichnung aber größer und nach einigen Jahren als Riverdance Mitglied konnte man sie in Selb mit ihrer eigenen Band erleben. Und da überraschte sie das Publikum neben ihren musikalischen Qualitäten mit guten Deutschkenntnissen, einem extrem gewinnenden Wesen und mit einem „Riverdance“ Tänzer als zusätzlichen Showeffekt. Ein Auftritt der ebenfalls sehr gut besucht war.

The Dublin Legends

Die Dubliners sind sicher eine der, wenn nicht die einflußreichste Band des Irish Folk und bestimmten die Entwicklung der letzten 50 Jahre entscheidend mit. Bis im Jahre 2012 das letzte lebende Gründungsmitglied Barney Mc Kenna verstorben ist und man die Auflösung beschlossen hat.
Und so haben sich die anderen umbenannt um als Dublin Legends noch einmal den Spirit des Irish Folk auf die Bühnen der Welt zu bringen. Die anderen, das sind der großartig witzige Sänger und Moderator der Show Sean Cannon, Eamonn Campbell, Patsy Watchorn und Paul Kelly. Und wer jetzt denkt was will man denn mit 4 alten Säcken, der hätte sich das Erlebnis Dublin Legends mal gönnen sollen. Da geben die 4 noch bis 1 Minute vor Konzertbeginn im Backstage ein Interview um danach ganz cool auf die Bühne zu schlurfen und einen beeindruckenden Set abzuliefern. Und zuvor hat man das Festivalgelände erkundet, schnell mal gemütlich eine kleine Whiskeyverkostung durchgeführt oder sich mit den anderen Musikern unterhalten. Keine Starallüren, nichts zu spüren vom Superstarstatus und das macht den Auftritt nur noch beeindruckender. Und davon können sich die Möchtegernstars der Musikszene echt etwas abschauen.
Und was machen die 4 nach dem Konzert, nach der gemeinsamen Party mit dem Publikum das sie zurecht abfeierten und nach Songs wie Whiskey in the Jar, Dirty Old Town und Molly Malone? Was wohl, natürlich Musik. Jammen mit Omnia und dann, wenn die Jugend von heute mal so langsam aus der Disko heimkommt und so langsam auch mal ins Bett geht , dann gehen die 4 auch mal schlafen, nachdem man zuvor im Quartier mit Mr Hurley noch eine Bierverkostung durchgeführt hat. Und selbst so routinierte Musiker die schon so viel erlebt haben kann man dann doch auch noch verblüffen. Zumindest Bläcky, der im Eck der Bühne voller Begeisterung schnell mal ein Tänzchen riskierte, was erstaunte Musikerblicke zur Folge hatte.
Ein beeindruckender Auftritt großer Musiker, den auch eine ganze Reihe von Kollegen interessiert verfolgten.

Man könnte wie in jedem Jahr noch viel schreiben, von den Workshops, von den Künstlern auf den anderen Bühnen die auch am Sonntag für Begeisterung und Verzückung sorgten. So wie Kugelmann Kelvin Kalvus, dessen Kugeln immer noch schwerelos zu sein scheinen, wie
das Tanz Theater Al, Entrada aus der Ukraine, das mit viel Dynamik, Leidenschaft und Farbenfreude mitriss und auch als Walking Act am Gelände unterwegs war, wie Katrin la Coquillarde, wie Hopsa Viva Insgemein, Beatrice, Knut Seckel und und und.
Und dann gäbs noch einiges vom Piratenfloß zu berichten, auf dem am Sonntag mit Attila and Friends, eine Deutsch Ungarische Kombination mit Bandchef Attila Tapolczai und Peter Pagani ihre Bluegrass und Irishfolksongs sowie den einen oder anderen Punkcover zum besten gaben und sich als perfekte Floßband erwiesen.
Nicht zu vergessen die vielen Helfer, die einmal mehr ein unvergessliches Festival ermöglichten, eine umsichtige Security und natürlich dieses großartige Publikum, für die sich auch 2014 jeder Schweisstropfen der Helfer lohnte. Auf ein neues 2015.

Bernd Sonntag

Feuerschwanz – Auf’s Leben

Zu ihrem 10. Geburtstag bringen Feuerschwanz am 19.09. eine neue CD auf den Markt. Ein Teil der neuen Songs dürfte den Feuerschwanz-Fans schon von den Live- Auftritten der Band bekannt sein, trotzdem ist „Auf’s Leben“, wie die CD heißt, eine positive Überraschung beim Hören. Der Sound ist rockiger, voller und oft ernster als man es von den bisherigen Feuerschwanz CDs kennt. Textlich präsentieren sich Feuerschwanz bisweilen deutlich reifer und seriöser, wenn der bandtypische Humor und Klamauk auch nicht zu kurz kommt. Der gelegentlich sehr platte Humor scheint ein wenig erwachsener geworden zu sein.

Die CD beginnt mit dem Albumtitel „Auf’s Leben“. Es geht darum das Leben zu Feiern und zu genießen, bevor man vom Tod ereilt wird. Ein Lied, was gute Laune macht und Stimmung verbreitet. Genauso ergeht es einem bei „Herz im Sturm“. Ein Rittersmann ist über beide Ohren verliebt und versucht mit aller Kraft das Herz seiner Angebeteten zu erobern, während sie ihn stetig abweist. Der Refrain hat definitiv Ohrwurmqualität und lässt sich auch im mettrunkenen Zustand mitgröhlen.
„Zuckerbrot & Peitsche“ spiegelt den typischen Feuerschwanz-Humor wider und reiht sich nahtlos in die Reihe bekannter Feuerschwanz Hits ein. Ein Partysong, der einfach nur Spaß macht und zum Feiern einlädt. In diese Sparte gehört auch „Blöde Frage, Saufgelage“.
Mit „Hans“ widmen Feuerschwanz auch auf ihrer neuen CD wieder einem Bandmitglied eine Song. Wobei auch hier die Selbstironie nicht fehlt. Bei „Seemannsliebe“ fragt man sich zuerst, was ein Seemannslied bei Rittern zu suchen hat, beschreibt es doch alle Klischees, die man auf dem Ozean finden kann. Spätestens wenn man es aber live hört, versteht man den Sinn: Mitfeiern und mitgröhlen, egal wie hoch der Metpegel ist. „Auf Wiederseh’n“ ist zweifellos das tiefgründigste Lied der CD. Es handelt von einem nahestehenden Menschen, den Prinz Hodenherz verloren hat. Es ist schön auch mal eine Ballade von Feuerschwanz zu hören, auch wenn einem der Anlass ans Herz geht. Der Text ist universal gehalten und somit für jeden, der einen geliebten Menschen verloren hat, übertragbar.
„Sündenfrei (zum Sonderpreis)“ ist eine Kritik an der Ablassregelung der Kirche. Ein durchaus ernstes Thema, dass durch die typische Feuerschanz-Comedy wunderbar seine Lächerlichkeit vor Augen geführt bekommt.
Den Abschluss der CD bildet „Frisch gezapft“: Eine Hommage an den goldenen Gerstensaft, das Bier.

Fazit:“Auf’s Leben“ ist anders, neu und trotzdem 100% Feuerschwanz, wie man sie kennt!

www.feuerschwanz.de

Eva Kahlen

Knasterbart – Branntwein für alle

Es gibt viele Variationen von Folk. Ob Irish Folk, Speedfolk, Neofolk oder Mittelalterfolk; man meint es hat schon alles gegeben. Aber Knasterbart haben eine neue noch unbesetzte Lücke gefüllt. Den Gossenhauerfolk oder auch „Mittelalter-Folk-Rabauken-Rock.

Wie das klingt fragt ihr euch? Kurz gesagt: Es macht einfach Laune. Wer die Bands Versengold und Mr. Hurley und die Pulveraffen kennt, der kann schon erahnen, was die beiden Sänger Hotze Hoyer/Malte und Fummelfips/Simon Erichsen zusammen auf die Bühne bringen.

Knasterbart besingen das Leben in der Gosse mit all ihren Vor- und Nachteilen. Ob der Kuraufenthalt im Knast oder das Erwachen nach einer durchzechten Nacht am nächsten Morgen neben…(ja wer weiß das schon so genau). Sehr schön auch das Gossenabitur mit Fächern wie „Läuse knacken“, „Schlägerei“ oder „Heimlich an den Tresen urinieren“. Langweilig wird es bei den urkomischen Texten und eingängigen Melodien auf jeden Fall nicht.
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Auch das Artwork kann sich sehen lassen. Eine schöne Prägung und ein dickes Booklet runden das Ganze ab und man bekommt ein Bild von den hübschen Männern und Frauen aus der Gosse, die stilgerecht dreckig und verlumpt daherkommen. Und eine Flasche Branntwein stellt man sich beim Kauf der CD automatisch ins Regal.

Knasterbart: Branntwein für alle
Genre: Mittelalter-Folk-Rabauken-Rock
Spielzeit: 58. Min

Tracklist:
01. Gossenhauer
02. Geteiltes Leid ist halbes Leid
03. Gossenabitur
04. Gossenabitanz
05. Branntwein für alle!
06. Jammerjule
07. Lieber widerlich als wieder nich‘
08. Gott will es!
09. Kein Knaster im Knast
10. Mein Stammbaum ist ein Kreis
11. Hinterwäldlertanz
12. Ich trinke also bin ich
13. Knüppelkalle
14. Horst die Filzlaus

 

Crana Historica 2014

Für alle Mittelalterfans die am WGT-Wochenende nicht in Leipzig weilen, bietet sich vom 07.-09.06 ein Besuch des Crana Historica an. Wir haben mit Jürgen Jacob, einen der Cheforganisatoren gesprochen und ihn befragt, was man nach dem tollen Crana Historica 2012 im Jahre 2014 erwarten kann.

1)Hallo Jürgen, bevor wir auf das Crana 2014 zu sprechen kommen erst noch ein kleines Fazit von Dir zu 2012. Wart Ihr mit dem Besuch zufrieden, wie fällt das Fazit des tollen Konzerttages aus, habt ihr draufgezahlt?

Wir waren mit CH III mehr als zufrieden. Einzig im Konzertbereich hätten es deutlich mehr Besucher sein dürfen. Für Gaby war es quasi eine Nullnummer, während wir zufrieden sein konnten.
Wir konnten den Gruppen dann doch noch die Fahrtkosten aufbessern und alle waren mehr als zufrieden. Dabei geht es vordringlich nicht ums Geld. Was bei uns zählt ist eben das miteinander.

2) Was verändert sich im Vergleich zum wunderschönen Crana Historica 2012?

Bedingst durch den Wegfall der großen Bühne samt Backstage und noch mehr Platz auf den Bastionen (dort stehen nun Absturzsicherungen) können wir deutlich mehr Fläche bespielen. Im Äußeren Wallgraben haben wir nun gut Platz um einige schöne Schlachtdarstellungen zu zeigen. Für die Besucher ist alles hautnah erlebbar.

3) Viele Musikfans nicht nur aus der Region sind sehr traurig, dass es nicht wieder einen Konzerttag gibt wie bei der letzten Ausgabe. Wieso habt ihr diesmal darauf verzichtet und ist das auch in Zukunft keine Option mehr?

Musik wird es unplugged und sehr hochwertig geben, aber wir schlagen dieses Jahr ohne viel Technik auf. Es ist unser erster Event ohne Kooperationspartner und wir wollen mal einen Versuch wagen und einfach mal handgemachte Musik von tollen Künstlern bieten. Allerdings soll CH V. dann wieder mit großer Bßhne in gewohnter Weise stattfinden. Im Moment entwickeln sich viele neue Bands und altgediente Größen können an die großen Erfolge nicht mehr anknüpfen.

4)Auf Musik muss der Besucher also 2014 nicht verzichten, was erwartet einen hier und wie läuft das ganze ab. Gibt es Bühnen?

Guckt einfach auf die HP von Crana Historica. Was an Musikern da ist, ist erste Sahne. Die Künstler sind überall am Markt und in den Lagern unterwegs. Außerdem gibt es sowohl am Samstag und auch am Sonntag ein Konzert im inneren Festungshof bei bester Akustik und mit gutem Blick.

5) Da ich ja selbst inzwischen stolzer Papa bin interessiert mich besonders, ob man auch mit Kindern Crana Historica besuchen kann. Eventuell auch mit Babys

Für die Kids und auch die ganz Kleinen gibt es viel zu entdecken. Auch eine Wickelstation auf der Bastion Marie steht parat. Es kann Korn zu Mehl vermahlen und gebacken werden, Seife und Papier hergestellt etc. Märchenerzähler, Stabpuppentheater u.v.m. ist zu sehen.

6) Interaktion wird 2014 großgeschrieben hab ich gehört, was kann man denn darunter verstehen?

Die Leute werden sehr aktiv sein können. Viele Handwerker und auch die Lagergruppen laden ein selbst Hand anzulegen. Eintauchen in die Geschichte, dabei sein, ist das Motto

7) Leckeres Essen und Trinken gibt es auch wieder, oder?

Neben dem Schmäuß wird es noch viel mehr geben. Essen aus verschiedenen Jahrhunderten und dazu die passenden Getränke. Außerdem ein sehr außergewöhnlicher Kochwettbewerb mit Verkostungs- und Teilnahmemöglichkeit zwischen den verschiedenen Jahrhunderten. Gekocht wird ausschließlich frisch und auf offenem Feuer

8) Ein großes Augenmerk wird schon immer auf die Reenactment-Gruppen gelegt. Wo kommen die denn diesmal überall her und was erwartet den Besucher hier

Neben den Gruppen, die wir aus den Vorjahren schon kennen, gesellen sich einige neue Formationen hinzu. Dabei handelt es sich um Leute, die wirklich ihre Geschichte leben und authentisch darstellen können. Auch wenn es viele Gruppen aus unseren europäischen Nachbarländern gibt, stellen wir sicher, dass überall Leute dabei sind, die in Deutsch alles erklären können. Die Schlachten sind dieses Jahr größer angelegt und mit einer kompletten Einführung und begleitender Erklärung gut und aus erhöhter Position erlebbar.

9) Sehr beliebt bei den Besuchern ist auch immer der Handwerker und Händlermarkt. Der ist bestimmt auch 2014 wieder ziemlich umfangreich, oder?

Bedingt durch die größere Fläche, die zur Verfügung steht konnten wir auch den Markt ausweiten. Dabei lag das Augenmerk auf wirklich originelle Anbieter ohne vordergründigen kommerziellen Hintergrund.

10) Auf großes Interesse stößt auch immer das Kanonenschießen und die Schießvorführungen. Kann man sich auch 2014 darauf freuen?

Die Artillerie hat nun eine eigene Bastion für ihre Vorführung. Dort, wo sonst die Faustfestspiele stattfinden, ist dieses Jahr eine große Artilleriestellung untergebracht. Die Besucher sind in gesicherter Position viel näher am Geschehen.

11) Gibt es noch etwas, was der Besucher zu Crana Historica 2014 unbedingt wissen sollte?

Natürlich gibt es für alle Leute, die über Nacht bleiben den Campingplatz mit Duschmöglichkeit, Frühstück etc. Die Shuttlebusse verkehren ebenfalls wieder vom Campingplatz, über die ausgeschilderten Parkplätze zur und von der Festung zurück. Die Fahrt kostet 1,50 €. Die Eintrittspreise liegen bei 8,- € für das Festival pro Tag. Das Wochenendticket für alle drei Tage liegt bei 16,- €. Kinder sind frei. Es gibt Ermäßigungen für Rentner, Behinderte etc. – und für Notfälle/Sonderfälle haben wir noch einen Fahrdienst mit Kleinbussen eingerichtet.

Jürgen vielen Dank für die Informationen. Also auf nach Kronach, es lohnt sich.

Bernd Sonntag

Ye Banished Privateers in Dortmund

Ye Banished Privateers – 11 schwedische Piraten begeistern auf dem MPS in Dortmund

Nicht nur das Outfit der 9 Jungs und 2 Mädels zeugt vom rauen Piratenleben auf hoher See, auch die Instrumente haben einige Kaperfahrten überstanden. Auf den Planken der Bühne wird der Zuhörer und Zuschauer entführt in die Welt ungehobelter Piraten. Da wird die Fahrt bei hohem Wellengang besungen, das Rumfaß bis zum letzten Tropfen geleert, ein Gefangener vorgeführt und vom Henker ausgepeitscht, der nächste wird am Galgen aufgeknüpft. Auch die Liebe und die leichten Mädchen kommen nicht zu kurz. Nicht zu vergessen die Geschichten von Beutezügen. Viel zu sehen gibt es während des Konzertes. Alles ist in Bewegung. Jeder Schurke hat seine eigene Performance. Als fotografierende Landratte eine Herausforderung. Die Stimmung schwappt mit der steifen Brise schnell auf das Publikum über. Kaum einer an Land, der nicht zumindest mit den Füßen im Takt wippt. Die Mischung aus der den Ye Banished Privateers rasanten Interpretation des Irish Folk und Bühnenshow reißt jeden mit. Nicht zuletzt war selbst der Verkauf der Merch-Artikel nach dem Konzert ein Hingucker und sorgte für schallendes Gelächter an Land: Die Privateers mischten sich bewaffnet mit Shirts und CD’s unter die Landratten.
Mit diesem Konzert haben die Ye Banished Privateers ihre Zuschauer im Vorbeigehen geentert. Zu den ursprünglich 4 Konzerten am 1. Mai auf dem MPS wurden spontan noch 3 Gigs am 2. Mai zusätzlich eingebaut. Damit wird Ye Banished Privateers nicht mehr lange ein Geheimtip bleiben.

Setlist:
Cat o Rine
Tortuga
Bring out your dead
Waves roll high
Drowned Waltz
Bottle of rum
Ship is sinking
Dead Man’s Song
Gangplank
You and me
Sticks and stones
Whe Ye Dead
Colour of Sin
Bout me father
Yellow jack
Libertalia

Ye Banished Privateers

Inge Becker

In Extremo – Kunstraub

Seit Ende September ist das 11. Album der Mittelalter-Rockband In Extremo da.

Mit „Kunstraub“ präsentiert sich die Band einmal mehr als Rockband mit mittelalterlichen Instrumenten, denn Gitarren und Schlagwerk dominieren das neue Machwerk eindeutig.

Aber auch die mittelalterlichen Klänge kann man klar heraushören, denn sie fügen sich nahezu perfekt in die Kompositionen ein und ergänzen so das komplette Werk.

Das man sich auch in vielen Jahren des Bestehens einer Band stetig entwickeln kann, ist dem neuen Album von InEx deutlich anzuhören. Die Jungs sind bei allen 12 Songs dem Deutschen treu geblieben und mehr noch, haben alle selbst geschrieben.

Stücke wie „Der die Sonne schlafen schickt“, „Feuertaufe“, „Wege ohne Namen“ oder „Lebemann“ sind eingängig und haben die perfekte Mischung aus lauten, harten aber auch leisen Tönen.

Die Texte des letzten Einhorns sind einmal mehr Grund genug, genau hinzuhören, auch wenn ein mancher am liebsten nur abzappeln möchte. Das ist beinahe durch das gesamte Album praktizierbar und daher eignet sich die Scheibe prima für zukünftige Live-Auftritte der Band.

Es gibt keinen Song auf diesem Album, den man sich extra herauspicken müsste, weil man ein Manko feststellen kann.

Alles in allem werden Fans der Berliner voll auf ihre Kosten kommen und mit diesem Kleinod ihre wahre Freude erleben!

Bleibt abzuwarten, ob das ein oder andere gute Stück bald einem „Kunstraub“ zum Opfer fallen wird, aber bis dahin können sich die Herren um Michael Rhein an ihrem kleinen Kunstwerk erfreuen und damit alle Fans von In Extremo!

Katharina von Kleve

Das 6.Festival Mediaval vom 06-08.09 in Selb

Wenn man sehnsuchtsvoll die Tage bis zum Festivalbeginn zählt, wenn selbst die Bands ins schwärmen kommen und das Festival zum Highlight des jährlichen Tourplans zählt, wenn Omnia das Publikum in Selb mit „Endlich wieder daheim“ begrüßen und man massig Positives auf Facebook lesen kann, dann haben die Veranstalter wieder vieles richtig gemacht. Und das ist in diesem Jahr umso bemerkenswerter da 8 ganz wichtige Orgamitglieder nach 5 Jahren Festival Mediaval diesmal nicht mehr zur Verfügung standen. Doch Blacky Schwarz und sein neues Orgateam haben es geschafft auch die 6. Ausgabe zu einem unvergesslich schönen Event zu machen. Und zwar mit Unterstützung großartiger Musiker/innen, Künstler, der ganzen Lagergruppen und den Fieranten. Vor allem aber einmal mehr mit Hilfe eines begeisterungsfähigen , bestens gelaunten , entspannten Publikums das beste dass man sich als Konzertveranstalter nur wünschen kann. Und so vergingen die 3 Tage ohne Stress für die wie immer gut gelaunte und freundliche „Selber Security“ wie im Fluge. Und als Corvus Corax und Wadokyo am Sonntag einen spektakulären Schlusspunkt setzen hatte man das Gefühl wieder nur einen Teil des reichaltigen Angebots erlebt zu haben und beginnt die Tage zu zählen bis 2014 zum 7. mal das Festival Mediaval ansteht. Dann wieder mit einem musikalischen Schwerpunkt nach dem Nordic Special 2013.

Der Freitag

Traditionell beginnt das Festival am Freitag mit der Eröffnung des Handwerkermarks, des Händlernarktes und der Fressmeile. Bevor Totus Gaudeo um 16.30 das schon zahlreich erschienene Publikum auf der Schlossbühne zum feiern und tanzen animieren durften, nützte man die Chance dem Publikum die verantwortlichen Orgamitglieder einmal persönlich vorzustellen. Eine schöne Idee, die auch die komplett versammelte Band Omnia mit Interesse verfolgte und die ihre Wertschätzung genauso zum Ausdruck brachte, wie viele Besucher durch ihren kräftigen langanhaltenden Applaus. Dann stürmte Totus Gaudeo die Bühne, die nun das zweite Mal in Selb auftraten. Machte man beim ersten Auftritt 2011 die Bühnenlichter Samstag Nacht aus, so durfte man sie diesmal anschalten. Sicher nicht die dankbarste Aufgabe , ein Festival zu eröffnen, doch mit Blick auf das tanzende und mitsingende Publikum bereits beim ersten Song „Aus der Bredouille“ muss man feststellen, dass die Niederbayern mit ihrer Vagantenmusik dies mit Bravour lösten. Mit ihrem reichhaltigen Instrumentenfundus, wie Drehleier, Geige, diverse Pfeifen , Flöten sowie Gitarre und Davul und viel Spielfreude war man ein perfekter Festivalauftakt. Egal ob lateinisch oder Deutsch gesungen, Totus Gaudeo machen Spaß und besonders das Lied vom Seeräuber Sven erwies sich als heimlicher Hit. Totus Gaudeo hat übrigens Bayerns einzigen hauptberuflichen Dudelsackbauer in seinen Reihen. Der IT-Spezialist Florian Ganslmeier hat kurzerhand seinen gut dotierten Job hingeschmissen, beim Schandmaul Jubiläumskonzert konnte man seine Dudelsäcke bewundern, in Selb mit Totus Gaudeo seine musikalischen Qualitäten.
Zweite Band des Freitags und erste im Rahmen des Nordic Specials waren Unshine aus Finnland. Der Gothic Metal war ein krasser Kontrast zum Totus Gaudeo Sound, Kontraste die das Festival Mediaval so einmalig und besonders machen. Von ruhig bis hart, von Klangkunst bis zur Populärmusik. Vom jungen Newcomer bis zum Chartbreaker, das Festival ist so vielschichtig , wie sonst keines in Deutschland mit dem Schwerpunkt Mittelaltermusik. Aber zurück zu Unshine, die Aufgrund eines Wadenkrampfes des Gitarristen während des Auftritts gezwungen waren die Bühne kurz zu verlassen. Die Setlist bestand größtenteils aus Songs des vor kurzem erschienenen dritten regulären Albums Dark Half Rising . Nach 4 neuen Songs gab es dann 3 vom Album Nummer 2 The Enigma of immortals, somit konnte man sich recht gut ein Bild machen, wie und ob sich der Sound der Band in den letzten Jahren verändert hat. Oder besser gesagt könnte, leider war der Sound alles andere als perfekt gemischt , die Sängerin oft zu leise und die Instrumente zu laut. Und so konnte Unshine nur bedingt Werbung für das hörenswerte neue Werk machen.
Die Finnen zeigten sich übrigens schwer beeindruckt vom Festival Mediaval und waren auch Samstag so lange als möglich am Goldberg unterwegs.
Ein Festival Mediaval ohne Omnia , es würde echt etwas fehlen. In diesem Jahr drohte das, glücklicher Weise hatte eine Band im Vorfeld abgesagt , so dass Omnia doch noch in das Lineup rutschten. Sehr zur Freude der extrem gut gefüllten Schlossbühne . Wo sind denn nur die ganzen Leute hingekommen wunderte sich ein neuer Fierant, doch ein langjähriger Kollege klärte ihn schnell auf. Es spielt doch Omnia. Die Holländer die in der bisher kleinsten Besetzung zu viert zum sechsten Mal beim Festival Mediaval auftraten hatten sich auch diesmal wieder einige Freunde eingeladen. Kevin Kalvus lies seine Kugeln kreisen, die Feuerkünstlerin Ayuna verzauberte zu den Omnia Klängen das Publikum und das Duett von Steve und Euzen Sängerin Maria Franz war der absolute Höhepunkt des gelungenen Omnia Auftritts, die mit ihrem Pagan Folk die Massen zum toben brachten. Kein Wunder sind Omnia in ihrem „Wohnzimmer“ ja Jahr für Jahr besonders gut drauf.
Das mit dem besonders gut drauf sein gilt in gleichem Maße auch für Feuerschwanz, die ebenfalls zum zweiten Mal in Selb auftraten. Die Spaßcombo aus dem Nürnberger Raum, hat auch in Selb viele Fans, was eine gutgefüllte Burgbühne eindrucksvoll bewies. Optisch unterstützt von den bildhübschen Miezen heizten Hauptmann Feuerschwanz Sir Lanzeflott, Prinz Hodenherz , Hans der Aufrechte , Knappe Latte und nicht zu vergessen Johanna von der Vogelweide das Publikum so richtig ein. Star des Abends war aber die Fee aus dem Publikum , die dem ganzen Spaß auf der Bühne die Krone aufsetzte. Ein Glücksgriff, der einen spaßigen Auftritt noch unterhaltsamer und lustiger machte.
Der Ausspruch von Faun Sänger Oliver SaTyr „Es gibt doch tatsächlich noch Leute die denken , wir machen Popmusik“ sorgte für großen Jubel und Gelächter im Publikum. Denn auch in Selb zeigte die Band Faun mit neuer Frau Katja Moslehner, am Micro einen gewohnt guten Auftritt. Mit vielen alten Songs und mit dieser kalten Nacht einen einzigen „Von den Elben Song“ in der Setlist. Da man erfreulicherweise auch die Bässe etwas dezenter einsetzte konnten sich viele alte und neue Faunfans an den Münchnern erfreuen. Genauso wie Omnia sind auch Faun bisher jedes Jahr in Selb dabei gewesen und mit Beatrice Baumann hatte man auch optisch wieder einen ganz besonderen Gast, sehr zur Freude auch der auffallend vielen Fotografen zu bieten.
Als Schlusspunkt des Freitags gabs diesmal keine Feuershow , sondern ein Theaterstück zu sehen. Theatre of Shadow Evolution mit ihrem Stück Fin Amor gaben sich größte Mühe das Publikum zu fesseln , was trotz großem optischen Aufwand und unfreiwilligen Sturz eines Stelzenläufers nur bedingt glückte. Vielleicht wäre es besser gewesen dem zahlreich erschienenen Publikum das Stück vom Beginn der Liebe mit Zuneigung über den schwierigen Kampf gegen die Versuchungen des Lebens bis zum ersehnten Preis für Entbehrung und Abweisung im Vorfeld zu erläutern, so guckte aber nicht nur ich etwas ratlos auf das zumindest optisch recht ansprechende Geschehen eines äußerst gelungenen ersten Festivaltages.

Der Samstag

Erfahrene Besucher des Festivals Mediaval wissen genau, dass es sich in Selb besonders lohnt früh aufzustehen. Steht doch jedes Jahr der Nachwuchswettbewerb an. Und der erweist sich Jahr für Jahr mit vielen klasse Nachwuchsbands als ein ganz besonderes Highlight im Festivalprogramm. In guter Tradition haben sich auch in diesem Jahr am Samstag 3 Bands eingefunden um sich in einem 30 minütigen Auftritt in die Herzen des Publikums zu spielen. Samstag nahmen Brigandu, Tanzebom und Saitenweise in der Kategorie Spielmann das Battle auf.
Tanzebom erwecken die Musik des Mittelalters und des Frühbarock mit viel Spielfreude zum Leben. Brigandu passten mit ihren Liedern und Tänzen aus dem nordischen und keltischen Raum perfekt zum Nordic Special, auch weil die doppelte Miriam am Mikrofon, Sängerin Miriam Bohse und Miriam Carl so schön elfengleich nordisch klangen. Und die Gewinner Saitenweise, keine Unbekannten in Selb, haben allein schon deshalb den Zwerg verdient, haben sie mit der lebensbejahenden Hymne „Feiere Dein Leben“ einen echten „Mittelalter-Hit“ im Gepäck, der wie geschaffen als Hymne des Festivals Mediaval geeignet ist. Und so dürfen sich Saitenweise freuen im nächsten Jahr eine Stunde die Burgbühne zu bespielen, auch eine gute Tradition in Selb für den Gewinner. Da die bei der Siegerehrung aber der Meinung waren, dass auch die beiden anderen Bands den Preis verdient hätten und Cheforganisator Bläcky Schwarz spontan sofort sein ok gab, wird der gemeinsame Auftritt im nächsten Jahr zu einem ganz besonderen Festivalhighlight werden.
Ein Gewinner des Vorjahres sorgte dann um 12.00 Uhr auf der Burgbühne für ausgelassenste Stimmung im Publikum. Die Piratenband Elmsfeuer hat 2012 bereits beeindruckt, warum sie gewinnen konnten und inzwischen zu einer herausragenden (Piraten-)Band gereift sind konnte jeder eine Stunde überdeutlich erleben. Fesselnd, mitreissend, Elmsfeuer machen selbst Tanzfaulen Beine. Tanzen zappeln und Schunkeln, man kann gar nicht anders und Anni, Franzi und ihre Jungs wissen glaub ich selbst noch nicht wirklich wie gut sie sind. Wenn die Truppe so weitermacht, weiter so klasse Songs schreibt und sich auch in Zukunft so gut versteht, dann wird die Band zum Headliner heranreifen, wetten!
Typisch Festival Mediaval, erst gehts mit 180 auf der Autobahn dahin (Elmsfeuer) und dann gehts runter vom Gas bis fast zur Vollbremsung. Für die sorgte Kaunan und das soll gar nicht negativ klingen. Das Nordic Folk Project von Oliver SaTyr (Faun) und Boris Koller (Poeta Magica) ist nur extrem ruhig, klassisch und mit 2 Nyckelharpas bzw Bouzoukis sehr speziell instrumentiert. Nur in Selb ist es denkbar den beiden eine solch große Bühne für ihre Art der schwedischen Volksmusik zur Verfügung zu stellen und die füllen die beiden für die Liebhaber dieser Art Mittelaltermusik auch großartig aus. Der „schwedische Österreicher“ Boris Koller ist übrigens ein ganz spezieller Künstler, so bewundernswert er als Musiker agiert, so herausragend ist er auch als Maler unterwegs. Deshalb kleiner Tip unbedingt einmal seine Bilder anschauen.
Mit Satolstellamanderfanz ging es auf der Burgbühne weiter. Keine Ahnung was die Band geritten hat, sich einen solch schlecht zu merkenden unaussprechlichen Namen zuzulegen. Die Musik der Band, die sich das Ziel gesetzt haben eine Brücke zwischen den Herzen und Seelen aller Menschen zu bauen. Wie man auf der Homepage lesen kann vermischen sie mit einem Augenzwinkern moderne Rhythmen mit exotischen Romanzen und schmücken eigenwillige Interpretationen mittelalterlicher Stücke mit mystisch-musikalischer Erzählkunst aus. Das ganze auch optisch durchaus sehenswert und aus einem Guss wirkend, obwohl mit Karoline Frick ein neues Bandmitglied Satolstellamanderfanz erstmals bei einem Festival unterstützte.
Ein Hoch auf Crowdfunding , denn gäbe es das nicht, hätten die Besucher des Festival Mediavals keine Chance gehabt erstmals eine Band aus Down Under in Selb zu erleben. Selbst hätte man die Kosten für den Flug nicht aufbringen können und nur Dank viel finanzieller Unterstützung konnte man den teueren Flug bezahlen. Als Gegenleistung konnten die Spender u.a neben einem Privatkonzert auch die Haarfarbe von Sängerin Naomi Henderson beim Auftritt bestimmen. Und so verschönte ein leuchtendes Atlantic Blue die charismatische Sängerin , die nicht nur auf der Bühne sondern an den 3 Tagen auch auf dem Festivalgelände eine strahlend positive Erscheinung abgab. Kein Wunder fühlten sich die Australier doch pudelwohl in Selb und zeigten sich begeistert von dem großartigen Festival. Das merkte man den beiden auch auf der Bühne an und die Dark Electro World Music der Australier und Naomis Stimmgewalt kamen durchaus an. Und auch wenn trotz WGT-Auftritt die Band bisher in Deutschland noch sehr unbekannt ist, hat man sicher in Selb viele neue Fans gewinnen können.
Davon hat Maria Franz in Selb schon mehr als genug, mit Auftritten als Faun und Omnia Support ist sie in Selb schon ein bekanntes Gesicht. Mit ihrer eigenen Band Euzen war sie im Rahmen des Nordic Specials fraglos ein Highlight des Wochenendes. Die Musik der Dänischen Band mit Norwegischer Sängerin in der sich alle Björk und Valravn Fans sofort verlieben sollten. Aber nicht nur die, die spannende Mischung aus Elektrobeats und Akusticsound, aus tranceartigen Beats und ruhiger Ballade ist fesselnd. Und live mit der bildhübschen ausdrucksstarken Sängerin schon zweimal. Euzen, gesprochen „You seen“ sind trotz zweier klasse CDs immer noch ein Geheimtip. Ein ganz heißer sogar. Und davon konnten sich auch viele Musikerkollegen überzeugen , die dem Auftritt mit Begeisterung beiwohnten. Allen voran die befreundete Band Omnia, Steve und Jenny unterstützten Euzen auch bei einem Lied auf der Bühne und Steve übernahm nach dem Konzert die Führung der Menge zu Merchandise, wo die CDs reissenden Absatz fanden. Der starke Auftritt schreit nach einer Fortsetzung im nächsten Jahr.
Als Paradebeispiel für die Abwechslung die das Festival Mediaval seinen Besuchern bietet steht die ebenfalls aus Dänemark stammende Band Gny mit ihrer wunderschönen nordischen Folkmusik. Die war nicht nur ein krasser Kontrast zum Euzen-Auftritt, Sängerin Nanna Solveig Barslev-Larsen verwandelte die große Fläche vor der Schlossbühne zum Freilufttanzsaal und ein Teil des Publikums machte begeistert mit, der andere Teil schaute tiefenentspannd sitzend oder liegend dem bunten Treiben zu. Mit rekonstruierten Mittelalterinstrumenten interpretieren sie bekannte und unbekanntere Nordische Folksongs auf traditioneller Weise und eine Sängerin die einen Teil des Konzertes mitten im Publikum verbrachte hatte Selb auch noch nicht gesehen.

Nach den ruhigen Gny-Klängen hatten die Sandsacks den klaren Auftrag, das Feiergen des Publikums wieder wachzurüteln. Mit druckvollem Sound und kräftigen Gesang fiel es der Truppe leicht mit „finest irish folk und medieval music“ das Publikum mitzureissen und zum Tanzen, Mitsingen und Partymachen zu bewegen. Und die hatten, zahlreich erschienen, genauso viel Spaß wie die Truppe auf der Bühne. Und damit machte die Berliner Band nicht nur tolle Eigenwerbung sondern auch darauf, was die Besucher 2014 erwartet, wenn als Schwerpunkt ein Irisch-Schottisch-Special geben wird. Die Messlatte haben die Sandsacks auf alle Fälle schon einmal mächtig hochgelegt. Chapeau.

Mit etwas Sorge musste man trotz prächtigen Festivalwetters den Auftritt von Poeta Magica entgegenschauen. Hatte man doch 2011 einen Sturm entfacht, ein Unwetter das den Auftritt damals jäh beendete, gerade als die Zuschauer an dem schwierigen Edda-Stoff so richtig Freude gefunden haben. Der Frust bei der Truppe sitzt noch immer tief, doch diesmal blieb zum Glück alles ruhig und Holger E Funke und seine Musiker konnten die mystische Liedersammlung in einer dem Zuschauer einiges abverlangenden Verbindung aus Rezession und Musik präsentieren. Verstärkt mit Musikern aus Schweden und Norwegen boten sie dem Publikum in Selb die wichtigste Quelle altnordischer Mytologie in einer zeitgemäßen Umsetzung auch optisch beeindruckend dar.

Danach war Babybedingt für mich der Samstag beendet und so hab ich den für viele absoluten Höhepunkt des Wochendes den Auftritt von Garmana nach 12 Jahren Konzertpause, sowie den von Winterstorm und Die Grosse Session der Spielleute zum Abschluss des 2 Festivaltages verpasst. Leider.

Netterweise hat meine Fotokollegin Valeria einen kleinen Bericht verfasst:

Als ganz besonderes Highlight hat die Orga des Festival Mediavals es geschafft, die Kultband Garmarna wieder auf die Bühne zu holen. Die Schweden, die seit zwölf Jahren kein Konzert in Deutschland gespielt haben, konnten für ein einmaliges Konzert gewonnen werden. Die Erwartungen waren groß, denn obwohl ich die Band noch nie live gesehen hatte, eilt ihnen ein guter Ruf voraus.

Spätestens bei den ersten Tönen von „Herr Mannelig“ war ich restlos begeistert. Der ganze Platz hörte andächtig zu, als Emma Härdelin die Zeilen des Ritters Mannelig und der Trollin sang und wagte es nicht die mystische Atmosphäre zu stören. Bei den schnelleren Liedern wirbelten Gotte Ringqvist und Stefan Brisland-Ferner mit Gitarre und Geige, über die Bühne, während Emma fast regungslos an ihrem Mikro stand. Und man konnte allen ansehen, dass es ihnen wirklich Spaß machte wieder aufzutreten und auch Bläcky konnte es nicht lassen neben der Bühne mitzutanzen. Gotte wäre einmal sogar fast vom Bühnenrand in den Graben gefallen, konnte sich aber noch rechtzeitig fangen.

Bei der Spielfreude und der guten Resonanz aus dem Publikum bleibt zu hoffen, dass Garmarna es nicht bei diesem einen Konzert belassen werden.

Sonntag

Der erste Pflichttermin des Sonntags stand um 10.00 Uhr auf der Theaterbühne an. Zum Rock Award hatten The Privateer den Weckruf übernommen. Unter den interessierten Zuhörern beobachtete auch Elmsfeuer Akkordeonspielerin Anni mit großem Interesse was die sechsköpfige Piratentruppe musikalisch zu bieten hat. Inspiriert von klassischen Heavy Metal, Death Metal und ein klein bißchen Power Metal haben sie um ihren ausdrucksstarken Sänger ihre ganz eigene harte Variante des Piratenrocks entwickelt , der besonders den Freunden härterer Klänge mächtig Spaß machte. Somit waren die Ohren nach dem Auftritt prächtig durchgeblasen und voll aufnahmefähig für Band Nummer zwei Sacred Silence, die mit Sänger Robert Kobler und ihrer Mischung aus Minnesang und Heavy Metal einen krassen Kontrast zu Band Nummer eins darstellten. Der polarisierende musicalartig-opernhafte Gesang war sicher nicht jedermanns Geschmack, spannend war es trotzdem Sacred Silence zu erleben.
Die späteren Gewinner des Goldenen Zwergs Impius Mundi waren die dritte Band an diesem Tag im Wettbewerb und setzten das schon hohe Niveau definitiv noch etwas nach oben. Die sich der rockigen Auslegung der Mittelaltermusik verschriebene Band ist Wacken erprobt und lieferte einen höchst unterhaltsamen und überzeugenden Auftritt ab. Damit ist man auch 2014 dabei und man kann sich schon heute darauf freuen. Denn die Auftritte der Zwerggewinner sind Jahr für Jahr ein Highlight des Festivals und die Gewinner 2012 Sagax Furor machten da auch keine Ausnahme. Um 11.00 früh waren schon überraschend viele Menschen vor der Bühne versammelt und die erfreuten sich am furiosen Auftritt der spielfreudigen Magdeburger Band, erprobten sich im Schwengeltanz, sangen kräftig mit und warfen BHs und Höschen auf die Bühne. Ganz nach dem Bandmotto immer Sagax, immer Furor beieindruckten die 6 nachhaltig mit ihrer Spielfreude.
Dass man auch in Lettland gute Medieval Music macht, stellten Obscurus Orbis eindrucksvoll unter Beweis. Und dass ein muskulärer Körperbau sich nicht negativ auf das Stimmvolumen auswirkt auch. Aber Trommeln macht stark und eine starke Erscheinung ist der „Michelin-Trommler“ von Obscurus Orbis zweifellos. Die lettische Band , die als einzige Gruppe Lettlands eine Drehleier verwendet, nützte ihre Chance sich in Europa etwas bekannter zu machen und dafür ist das Festival Mediaval die perfekte Bühne.
Namensgeber der Deutsch- Schwedischen Band Strömkarlen war der gleichnamige nordische Wassergeist, der mit unwiderstehlichem Fiedelspiel seine Opfer in den Bann und dann in die Tiefe zieht. Mit Geige, Kontrabass, Bodhran und Tin Whistle versuchte das Trio ähnliches, zumindest das Publikum für sich zu gewinnen. Leider hatte man allerdings nur eine relativ kleine Zuhörerschaft dafür zur Verfügung und man wunderte sich schon sehr, wo denn die ganzen Besucher hingekommen sind, noch dazu wo Strömkarlen hörenswerte traditionelle Nordische Musik abliefererten die weit mehr Publikum verdient hätte. Die Erklärung lieferte die Theaterbühne, denn hier gab es aufgrund des Zuschauerantrangs kaum ein Durchkommen mehr.
Soviele Besucher gab es in 6 Jahren Festival Mediaval vor der Theaterbühne noch nie und Schuld daran hatten die 7 Taiko-Trommler von Wadokyo, die die Massen zur Theaterbühne lockten. Die Röhrentrommeln und die spektakuläre Art diese zu bearbeiten machte neugierig und Wadokyo brauchen sich vor den bekanntesten Gruppen Japans Ondekoza und Yamato sicher nicht zu verstecken.
Kraftvoll, leidenschaftlich, dynamisch „The Power of Drums“ war ein ganz besonderes Erlebnis und ein absoluter Höhepunkt des Festivals 2013 und er machte unheimlich neugierig auf den Auftritt mit Corvus Corax als Abschluss des Festivals.
Wadokyo ist nicht nur einfaches Trommeln , das ist Entertainment , Schönheit, Action, Lebensfreude, Harmonie, perfekte Choreografie, Spaß pur und schreit nach einem Widersehen 2014 auf der Schlossbühne.
Gut, dass mit Berlinski Beat das Corvus Corax Zweitprojekt als nächstes auf der Bühne stand. Jede andere Band hätte es schwer gehabt die Stimmung nach Wadokyo zu halten, die Berliner hatten damit kein Problem. Mag man über die Corvus Corax Musiker ja denken was man will, ihre musikalische Kreativität steht außer Frage und die Idee den Balkan Beat Bläsersound mit DJ Tracks und Dudelsäcken zu mischen muss man erst mal haben und wenn Corvus Corax etwas auf die Bühne bringen, dann ist das musikalisch und optisch immer vom Feinsten. Und da machen die Berlinski Beat Musiker im schicken Anzug und stylischen Hüten in blau schwarzer Farbkombi keine Ausnahme. Das ganze ist extrem tanzbar und fetzt vom ersten bis zum letzten Ton. Einzig die Texte sind nicht immer der Weisheit letzter Schluss, aber Berlinski Beat machen live wirklich irre Spaß.
Kontrastprogramm auf der Burgbühne. Etwas Folk Metal, etwas Doom Metal, etwas Black Metal und etwas Rock und heraus kommt der Musikmix der Russischen Band Wolfmare aus St. Petersburg. Da die Band bisher 3 recht unterschiedliche Alben veröffentlicht hat klingen die Lieder von fröhlich bis doomig brutal recht unterschiedlich und die ganze Performance litt doch etwas unter dem durchwachsen abgemischten Sound. Mit Elena Chikulaeva an der Violine und am Mikrofon hat man ohne Zweifel den attraktivesten Bauch des Festivals zu bieten. Absolut beeindruckend auch was Andrei Stepanov mit seinen Drumsticks so anstellte. An Wolfmare hatten vor allem die Liebhaber härterer Klänge ihre wahre Freude, dafür kamen mit Cara die Fans ruhigerer und traditioneller Folkmusik voll auf ihre Kosten. Kein Wunder, dass die Deutsch Irisch Schottische Band bisher mit Preisen überhäuft wurde, sie waren aufgrund ihrer hohen musikalischen Qualität und ihrer Bühnenpräsenz eine der absoluten Entdeckungen des Festivals. Die im Jahre 2003 gegründete Band hat schon einige Besetzungswechsel hinter sich, der Qualität hat dies keinesfalls geschadet. Der bandname Cara stammt aus dem Irischen und bedeutet Freund und neue Freunde hat die Band in Selb massig gefunden. Das zeigte sich auch am Merchandise Stand der nach dem Auftritt dicht umlagert wurde. Kein Wunder, dass Cara sich auch in den USA einen Namen machen konnten, in Selb blieben sie auf alle Fälle in sehr positiver Erinnerung und es bleibt zu hoffen, dass es ein baldiges Wiedersehen mit der symphatischen Band geben wird.
Kein Wiedersehen wird es dagegen mit Valravn geben, die in Selb ihr letztes Konzert vor der Auflösung spielten. Und dafür legten sich Anna Katrin Egilstöd und Juan Pino nochmals so richtig ins Zeug. Mit den 3 Mädels des String Trios Sirenerne hat man im Juni beim Feuertanz Festival noch einen wenig überzeugenden Auftritt hingelegt, Selb war da um Klassen besser , auch wenn man auch da den Bass bisweilen aus und überreizte. Trotzdem entfaltete der eigenwillige Mix aus tranceartigem Elekrobeats, eigenwilligen (Folk-) Klängen, gepaart mit Anna Katrins faszinierenden Stimme und den 3 Streicherinnen unter den Augen vieler Musikerkollegen seinen besonderen Reiz , der Valravn viele Fans beschert hat. Und die waren zurecht ziemlich traurig und so flossen hinter der Bühne auch die eine oder andere Träne.
Letzte Band der 3 tollen Tage von Selb, die Angie aus München einfach als Selbastisch bezeichnete, waren die Jungs von Corvus Corax und die setzten mit Wadokyo einen denkwürdigen Schlusspunkt. Welch geniale Idee von Norri mit den Taiko Trommlern etwas gemeinsam zu machen. Ist der Corvus Corax Trommelsound ja schon ein Erlebnis, wenn der durch Wadokyo noch vertärkt wird, bleibt einem der Mund offen stehen. Und wenn dann noch die Dudelsäcke einsetzen und dazu das tolle optische Erscheinungsbild der Band das ist wirklich großes Kino. Und das wurde zum Abschluss mit großer Publikumskulisse und Anteilnahme so richtig zelebriert. Die neue, ganz auf Nordeuropa ausgerichtete Scheibe Sverker, passt eh schon sehr gut zum Nordischen Programmschwerpunkt des Festivals, mit Wadokyo und der unbändigen Spielfreude aller Akteure entwickelte sich ein rauschhafter Sound der sich in Kopf Bein und Ohr gleichermaßen festsetzte. Sicher sind die Cantus Buranus Vorstellungen der Band noch beeindruckender, das was man mit Wadokyo Unterstützung in Selb ablieferte stand dem aber kaum nach und war ein würdiger Abschluss des tollen Festivals.
Neben viel Musik hat Selb aber noch soviel mehr zu bieten, angefangen von ganz viel tollen („Klein“-) Künstlern wie der Meister der Glaskugeln Kelvin Kalvus oder Beatrice (Baumann), die neben ihren Vorstellungen immer wieder als Eyecatcher die Besucher auf dem Festivalgelände großartig unterhielt. Oder der österreichische Kraftwürfel namens Eisenhans, der nicht nur extrem kräftig, sondern auch witzig und unterhaltsam ist, oder Baseltan, die nicht nur als Moderatorenduo, sondern auch bei den eigenen Auftritten mit ganz viel Situationskomik glänzten und ohne die das Festival nicht denkbar ist. Oder Pur Pur, die wo immer sie auftraten viele Zuhörer hatten, oder die Artistik Gruppen oder oder oder. Es gibt soviel zu sehen und zu erleben, dass es jeden Artikel sprengt. Workshops wie Drehleierspielen oder Rahmentrommel bei Fauns Rüdiger Maul, die Schaukämpfe und Highlandgames, den Kohlemeiler, und ein extra Kinderprogramm machen das Festival als Familienevent zu etwas Besonderem. Und im nächsten Jahr mit dem Irisch-Schottisch Schwerpunkt und den legendären Legends of Dublin („Dubliners“), mit Subway to Sally um nur mal 2 Bands zu nennen. Das Ganze gibts für die Besucher des Festivals 2013 als kleines Dankeschön zum Schnäppchenpreis von 65 Euro für 3 Tage.
Und seit die letzten Töne auf der Bühne verstummt sind zählen nicht wenige die Tage bis es 2014 zum 7. mal heißt Festival Mediaval und dann hoffentlich wieder bei so wunderschöen Festivalwetter.

Bernd Sonntag

Castlefest 2013

Ein tolles Gelände, viele Stände, abwechslungsreiche Musik und gutes Wetter haben das diesjährige Castlefest zu einem perfekten Festival gemacht.

Wenn es einmal im Jahr im Keukenhof in Lisse nicht um die schöne Blumenpracht geht, für die die Parkanlage so berühmt ist, dann strömen viele tausende Menschen zum Castlefest. Das größte Festival der Szene in den Niederlanden vereint Fantasy, Mittelalter, Steampunk sowie Keltische und Folkelemente und findet immer am ersten Wochenende im August (Freitag bis Sonntag) statt.

Die Marktstände waren über das weitläufige Gelände verteilt und boten unter anderem selbstgemachtem Schmuck, mittelalterliche und Fantasykleidung, Schwerter, Rüstungen, Bögen, Instrumente und Spiele, aber auch Außergewöhnliches wie Feenflügel.

Bei einem großen Rundgang über das Gelände kam man vorbei am LARP-Dorf, dem Steampunkgarten, dem Spiele-Zelt, dem Dorf der Heiden, dem Kinderreich, den drei Musikbühnen und natürlich am Kasteel Keukenhof. In der Lifestyle-Ecke konnte man sich tätowieren, massieren und sich die Haare in Dreadlocks verwandeln lassen. Es gab viel zu sehen und zwar nicht nur wegen des Programmes. Viele Besucher kamen aufwändig kostümiert/gewandet und machten einen großen Teil der schönen Atmosphäre des Festivals aus. Denn Personen in Jeans und Hemd hat man kaum gesehen. Man taucht ein in eine alternative Welt, in der jeder nach seinen Wünschen und Vorstellung gekleidet ist.

Musikalisch hatte das Castlefest die besten Bands zu bieten, die in der Szene vertreten sind. Neben den Dauergästen Faun und Omnia, die jedes Jahr als Headliner antreten, kamen aber auch Bands, die man nicht alle Tage sieht. Aus Dänemark wurden Asynje und Virelai eingeflogen, aus England The Dolmen und Sieben, aus Belgien Rastaban und aus Polen Dikanda. Besondere, wenn nicht einmalige Konzerte gab es auch zu hören. So traten Cesair mit Orchester und Chor, Triskilian mit dem NEO-Projekt und die Bands Kelten Zonder Grenzen, Orfeo und Ball Noir mit der K.O.B.Conspiracy auf. Für einen ganz besonderen Auftritt konnte Valravn gewonnen werden, die ihr letztes Konzert in den Niederlanden spielten, bevor sich die Band Ende des Jahres auflösen wird.

Vor der Bühne tanzten die Besucher zur Musik. Entweder jeder auf seine eigene Art oder die beim Balfolk erlernten Kreis- und Paartänze. Etwas abseits der tanzenden Menge wurde mit Pois, Stöcken und Bällen jongliert, der Hula Hoop Reifen geschwungen oder einfach nur im Gras der Musik gelauscht.

Beim Castlefest geht es nicht nur darum ein Wochenende lang Spaß zu haben. Die Natur spielt eine große Rolle. So hatten Greenpeace einen Stand, die Toiletten wurden mit Grundwasser gespült und das Festivalshirt ist aus Bio-Wolle hergestellt. Das nicht-musikalische Highlight des Festivals war die Verbrennung des Wickerman am Samstagabend, der in diesem Jahr die Form des Greenman hatte. Opfergaben konnten von den Besuchern in die hölzerne Figur gelegt werden, bevor die Figur in einem großen Ritual vom Veranstalter angezündet wurde. Wie wichtig dieser Moment für das Festival und die Besucher war, zeigt die Menschenmenge, die den gesamten Platz vor der Hauptbühne füllte.

Eigentlich gibt es am Festival nichts zu bemängeln. Alles lief reibungslos und die vielen freiwilligen Helfer schafften es, dass man vom ganzen organisatorischen Drumherum nichts mitbekam. Man kann ein Wochenende lang in eine andere Welt eintauchen und den Alltag hinter sich lassen und bei einem kühlen Mangolassi die einzigartige Atmosphäre genießen.

Im nächsten Jahr findet vom 1.-03. August 2014 zum 10. Mal das Castlefest statt und es soll eine besondere Jubiläumsveranstaltung werden. Weitere Infos folgen auf www.castlefest.com

MPS Köln

Mein erstes Mittelalterfestival auf dem MPS Köln 2013

Der Marktvogt Edgar von Sonnenberg begrüßte uns gleich am Anfang und hieß uns willkommen.
In der feierlichen Markteröffnung mit Edgar von Sonnenberg und Bruder Rectus wurden die Händler und Gastronomen den angereisten Mittelalterinteressierten vorgestellt. Schreckliche Monster, Orks genannt, waren auch zum Anfassen da.

Tolle Bands warteten auf ein begeistertes Publikum. Saltatio Mortis startete voll durch. Die Moderation des Bandleaders und Masterminds Lasterbalk der Lästerliche, machte seinem Namen alle Ehre. Diesmal musste der Tambour dran glauben. Er wurde als Veganer und Alkoholentsager entlarvt und hatte den Spott natürlich auf seiner Seite. Alea der Bescheidene riss jeden und jede mit seiner Energie mit. Lucie das L machte fleissig mit.

Wir streiften die Folkbühne mit der Band Rapalie aus den Niederlanden die mit fetzigem Celticfolk aufspielten. Viele Stände, aufgereiht wie Perlen an einer Schnur, lockten mit allerlei schönen Dingen. Einen kleinen Liebestrunk ließ ich mir natürlich bei der Beerenweinkutsche munden. Ach war das ein Spass. Hier gab es auch Keuschheitsgürtel. „Gibt es auch so etwas für Männer ?“ fragte ich Bombadil, der verneinte weise.

Auf der Festivalbühne unterhielt das Gauglerduo Forzarello ihr Publikum mit lustigen Sprüchen und Klasse Jonglage mit musikalischer Untermalung.

Die Fechtkampfgruppe Fictum zeigte wie Mann gegen Mann kämpfte, ein echter Hingucker, auch für mich, die den Zweikampf lieber nicht austrägt.
ARS EQUITANDI dagegen ganz anders – sie zeigten mit ihren Pferden wie Ritter im Tunierkampf überzeugen. Viele Zuschauer zogen ihre Blicke auf sich.

Danach ging ich alleine auf Entdeckungstour und fand Adictum, 2 Künstlerjoungleure und ein Musiker vom Feinsten mit Feuerfackeln, Bratpfanne und echtem Ei. Einfach Klasse ! Siehe Video.
Danach gönnte ich mir einen persischen Mokka, etwas klein aber dafür lecker mit reichlich Kardamon was Mann und Frau bei diesem schönen einladenden Wetter echt genießen sollte. Dann kam die ausgedehnte Umbauzeit von Omnia. Die anfängliche Begeisterung über die Band konnte sich leider nicht konstant halten. Weniger Stücke, also mehr Klasse statt Masse, wäre hier erfolgreich am Platz gewesen. Nun denn, die jungen Musiker gaben ihr Bestes. Der Fanartikelverkauf lief sehr gut was die Band auch braucht, denn sie lehnen die Vermarktung durch eine Plattenfirma ab.

Das Festivalgelände begeisterte mich persönlich sehr, da es ausreichend Platz gab wo Gruppen, Familien, Fans und Hunde feiern, baden, flanieren und großzügig auf Strohballen sich niederlassen konnten. Ein echtes Event also mit viel Freiraum sich zu bewegen, zu tanzen, zu shoppen und sich auch zu präsentieren mit phantasievollen Kostümen und Mittelalterlicher Gewandung. Dann kam mein persönliches Highlight mit der Band Faun.

„Jeder Auftritt ist ein besonderes Erlebnis, optisch oder akustisch“ so Bombadil. Diesmal mit der neuen Sängerin Katja Moslehner. Oliver betonte noch die Wichtigkeit im Einklang mit der Natur zu sein, für seine Band. Ein wirklich sehr gelungener Tag!

Solaris

Festival Mediaval 2013

In unserer kleinen Serie über die „Da muss ich hin“ Festivals 2013 möchten wir Euch auf die 6 Ausgabe des Festivals Mediaval hinweisen. Das „ganz besondere Festival“ im Länderdreieck von Sachsen, Bayern und Tschechien war all die Jahre ein Muß im Festival-Plan und daran wird sich mit Blick auf das diesjährige Programm auch 2013 nichts ändern. Neben einem Nordic Special u.a mit Garmana, Valravn und Euzen freuen wir uns besonders auf einen der ganz raren Auftritte von Corvus Corax zusammen mit Wadokyo ( Taiko Trommler) , auf Elmsfeuer (die Piratenband mit Zukunft) und natürlich auf Omnia, die bei allen 5 Festivals bisher dabei waren und gerade in Selb immer in Höchstform sind. Daneben gibt es natürlich auch ganz viele Künstler, die man einfach mal gesehen haben muss, wie Beatrische oder Kelvin Kalvus um nur einmal zwei von vielen zu nennen. Allein die 3 Bühnen des weitläufigen Festivals lassen an den 3 Tagen sicher keine Langeweile aufkommen.Ein großer Händler- und Handwerkermarkt, viele Workshops, ein buntes Rahmenprogramm und natürlich reichlich zum Essen und Trinken , das Festival Mediaval ist wirklich einen Besuch wert.
Wir haben dem Hauptorganisator „Bläcky“ Schwarz etwas auf den Zahn gefühlt, auch weil in letzter Zeit doch viele völlig unbegründete Sorgen und Gerüchte über das Festival im Netz zu lesen waren. Aber lest selbt:

1)Bevor wir zum Festival 2013 kommen noch ein kurzes Resümee zur unvergesslichen Ausgabe 2012 mit vielen tollen Konzerten. Wie fällt euer Fazit aus? Wart ihr mit dem Besuch zufrieden, welche Konzerte blieben Euch als Veranstalter am positivsten in Erinnerung, gab es Anlass zu Klagen.

Blöcky: Das F-M V war super, so viele Besucher, wie noch nie, eine tolle
Atmosphäre auf dem Platz, viele tolle Konzerte, vor allem Versengold,
Schandmaul und Omnia haben herausgestochen. Ein kleiner negativer Aspekt
waren die Diebstähle auf dem Camping-Gelände, hier werden wir dieses
Jahr Security Streife laufen lassen, um die Diebe abzuschrecken.

2)Wie auf Facebook zu lesen war, haben sich mit Rudl und Oli 2 aus dem Orgateam verabschiedet. Wieso das und wie willst Du allein die ganze Arbeit stemmen?

Bläcky: Rudl und Oli sind aus privaten Gründen ausgestiegen, es wurde ihnen einfach zu viel. Die Arbeit der beiden wurde aufgeteilt, so dass das weiter kein Problem ist, es gab schon immer ein Orga-Team von ca. 20 Leuten, daran hat sich auch nichts geändert, nur dass einige neue Leute dazugekommen und alte gegangen sind.

3) Nun aber zur Ausgabe 2013. Im Vorfeld gab es wegen der OB-Wahl viele Gerüchte. Inzwischen hat Selb einen neuen, jungen OB der sich schon öffentlich positiv zum Festival geäußert hat. Habt ihr auch in diesem Jahr dieselbe positive Unterstützung seitens der Stadt Selb und dem ehemaligen Bürgermeister Kreil?

Bläcky: Haben wir. Ich hatte bereits vor der Wahl, zur Sicherheit, einen Antrag auf weitere 5 Jahre Mediaval gestellt und einen Vertrag bekommen, dann habe ich nach der Wahl sofort Kontakt mit dem neuen Bürgermeister aufgenommen und dieser hat mir versichert, dass er ein Fan des Festivals sei. Bei der großen Koordinationssitzung in Selb im März, wurde dann
alles bestätigt, es kann also bis zum 10ten ohne Probleme weitergehen.

4)Ihr habt in diesem Jahr ein Nordic-Special geplant. Nun haben aber Gjallarhorn leider abgesagt. Nicht zum ersten Mal. Trauen die sich nicht nach Selb?

Bläcky: Das hat mich sehr geärgert, vor allem, da die Band sich nicht gemeldet hat, sondern ich erst auf mehrmalige Nachfrage erfahren musste, dass die Sängerin beschlossen hat Mutter zu werden und deswegen ab Herbst kein Konzert mehr gibt. Dies war für sie bereits klar, bevor wir Flyer und Plakate gedruckt haben, auf denen nun Gjallarhorn steht und nicht Omnia.

5)Ich persönlich finde das ja gar nicht schlimm, weil ihr mit Omnia nicht nur eine meiner absoluten Lieblingsbands wieder verpflichtet habt, sondern weil das Omnia Konzert 2012 sicher eines der absoluten Highlights war. Viele Besucher werden Euch nach dem unglaublichen Festivalabschluss der Niederländer im letzten Jahr sicher sehr dankbar dafür sein. War es schwierig Omnia so kurzfristig zu überzeugen, wieder nach Selb zu kommen?

Bläcky: Nein überhaupt nicht, Omnia hatte mehrmals angefragt, ob sie nicht doch kommen können und sich das WE freigehalten, das Ganze hat 30 Minuten gedauert, dann war der Ersatz geklärt. Für Omnia ist das Mediaval eins ihrer 2 Lieblingsfestivals und wird von Ihnen bedingungslos unterstützt.

6)Das Festival Mediaval ist jedes Jahr auch deshalb etwas ganz besonderes im großen Angebot an sehenswerten Festivals, weil ihr es immer wieder schafft Bands nach Selb zu locken, die man sonst eher selten bis gar nicht live erleben kann. Was erwartet die Besucher in diesem Jahr als besonderes Highlight?

Bläcky: Nun die Sensation ist sicherlich der Auftritt von Garmarna, der von der Kritik als besten Folk-Band Skandinaviens eingestuften Kultband, die seit nunmehr 12 Jahren auf keinem Festival und schon gar nicht mehr in Deutschland aufgetreten sind. Dann gibt es die Wiederholung des EDDA-Projektes von Poeta Magica, das vor 2 Jahren wegen Sturm abgebrochen werden musste, dieses Konzert gibt es in dieser Art sonst nirgends. Oliver Satyr von Faun macht den einzigen Festival-Auftritt mit seinem Nebenprojekt Kauna und dann natürlich noch der Auftritt von Corvus Corax zusammen mit den Wadokyo-Taiko-Trommlern, die so sonst nur in Wacken und dem Summer Breeze zu sehen sind. Besonders sind sicherlich auch die Konzerte von Unshine aus Norwegen, Obscurus Orbis aus Lettland und Wolfmare aus Russland.

8) Mit Dandelion Wine habt ihr diesmal eine Band aus Australien verpflichtet. Die haben aber Probleme die nicht unerheblichen Flugkosten zu finanzieren. Oder ist das Problem inzwischen behoben.

Bläcky: Z. Zt. dieser Antwort sieht es nicht schlecht aus. Wir werden uns auch am Crowd-Founding beteiligen und die Haarfarbe von Naomi für die Europa-Tournee ersteigern, dies kann dann von den Fans des Medival per Abstimmung festgelegt werden.

9)Etwas für Irritationen hat Eure Suche nach einem Bierzelt-Festwirt gesorgt. War die Suche erfolgreich und wie muss man sich das vorstellen, ein Mittelalter-Bierzelt auf dem Goldberg?

Bläcky: Nein, kein Bierzelt, einen bayrischen Biergarten wird es geben, dies hatte ich ausgeschrieben, um das beste Angebot zu bekommen. Es wird also auf der ehemaligen Workshopwiese einen großen Biergarten geben, das ist alles geregelt.

10)Ein absolutes Highlight des Wochenendes sind für einen Teil der Besucher auch die Workshops. Ist es schwierig Eure Künstler z.B. die tolle Beatrice Baumann zu gewinnen?

Bläcky: Nein, die Küstler machen das gerne, da sie alle übereinstimmend sagen, dass die Teilnehmer extrem motiviert sind und die Workshops unheimlich Spaß machen. Die Workshops werden dieses Jahr alle am und um das Kriegerdenkmal stattfinden.

11) Wo krankt es denn noch? Habt ihr genug freiwillige Helfer? Wie sieht es mit Unterkünften aus, die in Selb und Umgebung ja nicht zu zahlreich zur Verfügung stehen?

Bläcky: Ohne die Volontäre kann das Festival nicht umgesetzt werden, hier haben wir immer genügend Anmeldungen, von denen allerdings dann einige nicht erscheinen, so dass wir bisher immer ein wenig unterbesetzt waren, aber es hat bisher geklappt und wird dies auch weiterhin. Die Stimmung im Team ist super, falls also jemand Lust hat einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und ein Teil des Mediaval-Teams zu werden, soll er/sie sich doch bitte über das Formular auf der HP bewerben. Die meisten Besucher buchen ihre Zimmer bereits bei Abreise für das nächste Jahr, so dass schon Anfang des Jahres kaum mehr eine Unterkunft in Selb und Umgebung zu finden ist, man muss dann halt ein wenig weiter ausweichen, in Richtung Hof oder die fränkische Schweiz, dort sind noch genügend Zimmer buchbar. Wir selbst reservieren die Unterkünfte für die Orga und die Künstler auch schon sehr frühzeitig, um alle unterzubringen.

12) Gibt’s sonst noch was Bläcky, was Du gerne loswerden willst?
Bläcky: Ich möchte mich bei allen Besuchern, Helfern, Marktleuten und Künstlern bedanken, dass das, was ich erreichen wollte, nämlich ein Festival, das Gegensätze vereinigt und Grenzen überwindet, so toll funktioniert. Die super Atmosphäre auf dem F-M ist immer wieder beeindruckend und es ist schon ein tolles Gefühl, über den Platz zu laufen und nur lächelnden
und strahlenden Gesichtern zu begegnen. Das Schlagwort vom „Woodstock des Mittelalters“ ist ein Kompliment für mich. Vielleicht noch ein kurzer Ausblick in die Zukunft: Die nächsten Jahre wird es noch einige Motto-Festivals geben, 2014 ein Irish-Scottish-Special, dann noch ein Balkan- und ein Celtic-Special. Im 10ten Jahr solle es dann „Back-to-the-Roots“ heißen, also mit einem 1-Tages-Festival parallel auf der tschechischen Seite und das 11te wird dann das „Best of 10 years“.

Vielen Dank für das ausführliche Interview und bis bald in Selb

Caro und Bernd Sonntag

Corvus Corax feat Wadokyo Sverker Live DVD

„Corvus Corax muss man live gesehen haben.“ wird man von jedem hören, der schon auf einem ihrer Konzerte gewesen ist. Und mit ihrem neuesten Projekt „Corvus Corax feat. Wadokyo“ haben die Berliner mal wieder bewiesen, dass mittelalterliche Musik nicht auf Dudelsäcke begrenzt ist.

Zusammen mit den Düsseldorfer Taiko-Trommlern Wadokyo haben die Könige der Spielleute 2012 zwei Auftritte auf dem Summer Breeze in Dinkelsbühl und dem Castlefest in Lisse (Niederlande) gehabt und diese in Film und Ton aufgenommen. Daraus ist die neueste DVD entstanden, die mit drei Stunden Spielzeit die geballte Ladung Corvus Corax enthält. Das besondere daran ist, dass die DVD über ein Crowdfundingportal direkt von den Fans finanziert wurde.

Auf beiden mitgeschnittenen Auftritten kommt die Stimmung der Konzerte gut rüber, wobei die Atmosphäre auf dem Summer Breeze etwas besser ist, da das Konzert nachts stattfand und nicht wie auf dem Castlefest am frühen Abend im Sonnenschein. In jedem Fall kommt die Spielfreude gut rüber und vor allem die Musik in guter Qualität aus den Boxen. Auch wenn vor allem die Taiko-Trommeln live noch imposanter klingen, sind die Aufnahmen auf jeden Fall sehenswert und stehen einem reinen Corvus Corax Konzert in nichts nach.

Neben den beiden Konzerten sind auf der DVD noch zwei Extras vorhanden. Einmal Aufnahmen des Fantreffens 2012 bestehend aus Interviews von Besuchern und verschiedenen Eindrücken der Tage. Wer überlegt, einmal zum Fantreffen zu gehen, bekommt einen kleinen Eindruck von der Stimmung, dem Programm und der Location. Als zweites Extra ist noch die Live-Aufnahme von „La Filha Du Ladre“ aus der Passionskirche in Berlin drauf. Die Aufnahmen sind teilweise etwas unscharf, aber da das Lied dort nach 19 Jahren dort erneut Premiere feierte, ist das zu verkraften.

Auch 2013 werden Corvus Corax zusammen mit Wadokyo auf ausgewählten Festivals spielen:

02.08.2013 Wacken Open Air

08.09.2013 Festival Mediaval, Selb

Wer die Möglichkeit hat zu einem der beiden Auftritte zu kommen, der sollte sich diesen Auftritt nicht entgehen lassen. Und allen, die nicht kommen können, denen empfehle ich die Live-DVD.

www.corvuscorax.de

Schelmish in Wuppertal, November 2012

Interview mit Schelmish am 24.11.2012 im LCB Wuppertal

Schön, dass Ihr das noch einmal tut – heute gebt Ihr das letzte Interview dieser Tour und auch das letzte Interview als Schelmish-

Gerne und ja, das ist das letzte Mal, sowohl als auch.

Hier in Wuppertal ist es quasi ein Heimspiel für viele Eurer Fans.

Glauben wir auch. Viele in Wuppertal kennen Schelmish, also kann man wohl von einem Heimspiel sprechen. Es werden auch hoffentlich viele alte Bekannte hier sein.

Letztes Konzert der Torag Tour. Letztes Konzert im reinen Mittelalter-Stil und wohl das letzte Konzert für längere Zeit?

Ja, für Schelmish wird es das letzte Mittelalter-Konzert sein. Morgen sind wir noch einmal auf dem letzten Mittelalter-Markt, am 15.12. werden wir die letzte Rockshow in Bonn spielen und danach ist der Name Schelmish Legende.

Dann wird der Name würdig zu Grabe getragen.

Sozusagen.

Gebt doch mal ein kleines Fazit zur Tour bislang.

Super! Geil! Hammer!

Hab schon viel gehört, alles reinweg positiv.

Es hat bislang alles prima geklappt, die Bands haben sich gefunden, sind untereinander super geil klar gekommen. Es gab leichte, na Anlaufschwierigkeiten würde ich das nicht nennen, aber die Jungs von Soar Patrol kannten den Touralltag so eben auch nicht. Aber wir sind alle super gut rein gekommen, haben viel gelacht und wenn es irgendwelche Missverständnisse gab, wurde diese extrem schnell bereinigt. Man muss alles in allem sagen, es war für alle Beteiligten super, dass wir das so durchgezogen haben. Weder Soar Patrol noch wir möchten diese Erfahrung missen.

Das hört sich gut an. Spaß sollte eine solche Angelegenheit ja schließlich auch machen, da der Stress schließlich nicht ausbleibt.

Ja, stressig ist es vor allem in der Hinsicht, dass wir keine Nightliner-Tour fahren, sondern dass wir mit eigenen Bussen unterwegs sind. Dadurch hast du natürlich noch die Fahrerei am Hacken kleben, die Shows spielen wir meist sehr spät und wir können danach auch nicht gleich aufs Hotelzimmer gehen. Und morgens um acht Uhr heißt es meist wieder raus und weiterfahren.

(Picus): Dafür hassen wir es dann auch manchmal, das wir uns dafür entschieden haben, selbst zu fahren.

(Dextro) Ja, aber das passiert halt immer mal wieder. Wir hatten nur einen einzigen Tag auf dieser Tour, wo wir mal alle um ein Uhr in den Betten lagen, wo wir auch wirklich keinen Bock hatten, nach dem Konzert noch lange zusammen zu sitzen. Aber den Rest der Zeit saßen und sitzen wir sonst noch lange zusammen.

Mit den Erlebnissen der letzten Wochen im Rückblick, was kommt noch in Bonn?

In Bonn wird es noch eine Rockshow geben. Und das, was wir immer in Bonn gemacht haben. Wir versuchen, eine Show hinzulegen, die glasklar ist. Wir haben zwei Vorbands und wir haben eine kleine Überraschung zwischendurch. Unsere Vorbands sind unsere Special Guests, eine Heavy Metal Band und eine Mittelalter-Gothic-Neo-Punk-Band, kann man gar keine Bezeichnung für finden. Die Leute dürfen auf jedem Fall Spaß erwarten und auch gute Musik. Wir werden noch einmal unser altes Programm spielen und danach ist auch dieses Thema für immer durch.
Das wird der krönende Abschluss sein.

Die Rockshow ist ja auch noch mal ein Muss zum Schluss, oder?

Ja, wir haben natürlich auch gute Mittelaltershows in diesem Jahr gespielt und denken, dass wir die Rockshow auch noch gut hinlegen werden, ohne große Pannen.

Da kommt dann wieder der Perfektionist durch bei Dir, Dextro.

Ja klar, denn als Musiker ist es nun mal auch deine Hauptaufgabe, dass auch wirklich gut hinzubekommen. Das ist der letzte Kick, denn am Ende musst du sagen, wie geil war das denn. Oft bekommen die Leute die Fehler auch nicht mit, aber auf der Bühne und als Musiker macht einen das dann schon sauer. Denn mir entgeht so schnell nichts.

Wenn man Dich im Laufe der letzten 13 Jahre immer mal so beobachtet hat, hat man immer gemerkt, wo der Fehler wann passiert ist. Selbst, wenn man den Fehler vorher selbst gar nicht mitbekommen hat.

Ja, ich kann das halt leider nicht abschalten. Ich versuche, so professionell wie möglich zu sein, aber das kann ich einfach nicht ablegen.

Es ist okay, wenn man diesen Anspruch hat.

Ja, auf jeden Fall. Wir haben auch immer gesagt, wir verabschieden uns vom Namen Schelmish auf hohem Niveau. Auf dem Mittelalter-Sektor konnten wir das auch halten, wie ich finde. Die gesamte Abschlusstour war, mit kleinen Patzern hier und da, liebenswert.

(Picus) Es war keine Katastrophe dabei, nein.

Wurde also keiner bestraft dieses Mal?

Doch, das schon! Aber, um bestraft zu werden, müssen bei uns keine Katastrophen passieren.

Schwingt ein wenig Wehmut bei den letzten Konzerten mit?

Ich blicke selten zurück in die Vergangenheit. Ich weiß, ich habe mit Schelmish viel erlebt. Wirklich viel erlebt. Viele schöne Sachen und auch jede Menge Scheiße. Aber selbst aus der Scheiße zieht man sich noch das Schöne raus. Aus diesem Grund schließe ich das Thema, also ich habe das Thema schon längst abgeschlossen und schaue einfach nur nach vorne. Ich schau, wohin uns der Weg weiter führen wird. Was wird passieren? Machen wir weiter?
Wir wollen schon, aber wir müssen uns noch zusammen setzen und reden. Müssen besprechen, wo es hingehen soll. Es wird sich sicher nicht so weit von dem entfernen, was wir jetzt machen. Das Rockprojekt werden wir erst einmal eine Zeit ruhen lassen, denn dafür müssten wir erst einmal neue Leute suchen. Aber einen Mittelalter-Indo-Punk-Act könnten wir mit den aktuellen fünf Mann durchziehen. Aber ob wir das machen, wissen wir noch nicht. Wir haben alle Bock, zumindest haben das alle signalisiert, aber ob wir das auch durchziehen, müssen wir, wie schon gesagt, besprechen.
Wir müssen uns fragen, wie ernst es uns damit ist, weil wir den Erfolgsdruck von vorher nicht mehr wollen. Das ist ja auch einer der Gründe, weswegen wir aufhören. Aber unser Ehrgeiz ist eben trotzdem, doch etwas Gutes auf die Beine zu stellen. Etwas, von dem wir sagen können, dass es es wert ist. Und wenn das dann erfolgreich wird, na ja. Das ist erst einmal aber vollkommen egal. Es geht in erster Linie um den Spaß.

Ihr haltet uns hier sicher immer auf dem Laufenden?

Ja, natürlich!

(Picus) Aber ich hab schon Wehmut.

(Dextro) Und ich Wermut. Der hilft dann gegen den Wehmut.

13 Jahre ist eine ziemlich geile Zahl. Fand die 13 immer schon sehr gut! Gibt es in diesen vielen Jahren Erlebnisse und Anekdoten, über die Ihr immer mal wieder sprecht, oder an die Ihr Euch gern erinnert? Selbst, wenn man nicht gern zurückblickt, wie Du sagst?

Ja klar, aber die Anekdoten sind im Kopf drin. Und es sind so viele, dass du da keine rauspicken kannst. Heute kannst du noch gut die Klamotten von gestern im Kopf und so ist es eigentlich immer. Klar, in einer ruhigen Minute sitzt man dann schon mal da und spricht über einzelne Dinge. Es gibt auch of viel Gelächter über alte Geschichten, aber das sind mittlerweile so viele, und die waren dann meist auch alle so gut, dass man sich gar kein Highlight herausfiltern kann.
Würden wir darüber ein Buch schreiben, wäre das ein sehr fettes!

Ich kann mich noch gut an die Tourberichte erinnern, die Ihr selbst verfasst habt. Die konnte man immer sehr gut lesen und sie stellten auch jedes Mal ein prima feedback aus Eurer Sicht der Dinge dar. Die Fans machen sich ja ihre eigenen Gedanken, da war es sehr gut, auch die Euren einmal erfahren zu haben.

(Picus) Klar, aber das, was sich in dieser Band tagtäglich zuträgt, kann man nicht aufschreiben, das kann man sogar oft nicht fassen.

(Dextro) Es ist auch einfach so, dass Du oft etwas erlebst, was du auch schnell wieder vergisst. Das mit den Tourberichten war in der Szene anfangs wohl nicht weit verbreitet, zumindest ist mir keine Band bekannt, die das so gemacht hat. Am Schluss stellen wir fest, dass es fast jeder macht. Genau an diesem Punkt haben wir dann auch aufgehört, es selbst zu tun.

Aber die eigene Sicht der Dinge war immer eine gute Chance für den Fan, auch mal diese Seite kennenzulernen, also eine sehr gute Sache!

Ja, das stimmt. Aber oft ist es ja auch so, dass die Zeit dafür fehlte. Gerade in den letzten Jahren hatten wir viel Stress, sowohl in der Band selbst, als auch vom organisatorischen her. Wir hatten mitunter 90 Auftritte im Jahr zu spielen und dabei zieht dein Leben eben auch, wie auf einer Autobahn, an dir vorbei. Das bleibt dann leider nicht aus. Und so hast Du auch irgendwann keine Zeit mehr.

Über die Zukunft haben wir nun schon ein wenig geplaudert. Ich denke, wir können nun auf Bonn gespannt sein und auf das, was Ihr dort noch verkünden werdet.

Es wird ein ganz normales Rockprogramm. Wir wissen noch nicht, wie lange wir spielen. Drei Stunden werden es sicher nicht werden, da wir ja zwei länger spielende Vorbands haben. Wir spielen einfach so lange, wie wir Lust und Laune haben. Sicherlich wird es danach viel Fanarbeit geben. Wir werden und wollen danach auch noch Erklärungen geben, da die uns wichtig sind.
Wir werden auch im Netz noch unser statement platzieren, warum wir nun wirklich aufhören. Im Vorfeld sei aber gesagt, dass dies unsere eigene Entscheidung war und wir uns lange damit auseinandergesetzt haben. Diese Entscheidung werden wir versuchen zu erklären. Natürlich will man auch nicht aus dem tiefsten Nähkästchen plaudern, aber wir möchten versuchen, den Leuten klar zu machen, was los ist.

(Desdemonia) Der Zeitpunkt, jetzt aufzuhören ist ein gut gewählter, meiner Meinung nach. Das Ende hat jetzt noch Würde und von daher ist er einfach gut.

(Dextro) Ja, wir haben viel gemacht und man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist.

Aber schade wäre es dennoch, wenn Ihr nun gar nicht mehr spielen würdet. Zumal das letzte Album genial war!

Ja. Aber wir müssen nun erstmal anfangen mit der neuen Platte, denn wenn es eine neue Band gibt, dann gibt es auch ein neues Programm. Natürlich reicht es erstmal, wenn wir das neue Programm für eine Stunde konzipieren. Die zweite Stunde können wir immer noch Schelmish spielen. Die Stücke könnten wir dann sogar noch mal neu arrangieren, je nachdem, was uns da alles einfällt. Und das kann sicherlich keine andere Band so gut, wie man selbst.
Es wird einfach Zeit, wenn wir neu anfangen, auch etwas Neues zu kreieren.

(Picus) Wir wollen dann auch mit alt hergebrachten Konventionen brechen. Also ganz bewusst viel spielen, experimentieren und uns überhaupt nicht in eine bestimmte Schublade stecken lassen. Das mit dem Mittelalter wird sicherlich vorgehen, denn das ist unsere Attitüde in der Hauptsache. Es werden aber auch Elemente reinkommen, die man im Moment noch nicht erwartet. Und das ist natürlich auch für uns spannend. Auf das Ergebnis freuen wir uns daher schon selbst.

Wartet nicht zu lange damit, die neuen Ideen zu Papier zu bringen und gebt rechtzeitig Bescheid!

Noch heißt es abwarten.

Gibt es denn noch andere Projekte, die Ihr verfolgt. Andere Bands, in denen Ihr spielt?

Nein. Alle, außer dem Schlagwerker, sind an diese Band gebunden. Wir machen aber auch andere Sachen, z. B. wollen wir wieder anfangen zu leben, also weg von dem ganzen Trubel. Es gibt genug im Garten zu tun und es gibt noch weit mehr Sachen, wie Freundschaften zu pflegen, die man 13 Jahre lang nicht pflegen konnte, weil man immer nur unterwegs war.
Für uns war Schelmish immer eine Berufung, wir haben nicht 100, sondern 150 % gegeben, d. h. der komplette Kreis, der außen um uns herum ist, haben wir vernachlässigt, weil wir nur für die Band gelebt haben. Das ist eben auch gerade der Punkt, auch wo das Alter sich so langsam bemerkbar macht, man anfangen muss, andere Prioritäten zu setzen.

Ja, gesundheitlich ging es gerade bei Dir immer mal wieder hoch her.

Genau. Daher muss man jetzt auch einfach mal sagen, dass man runter kommen muss. So gern man das auch alles macht. Es wird eben alles immer stressiger und das gehört nicht in die Musik. Der Spaß sollte immer dominieren. Die Leute unterhalten soll Spaß machen, aber es ist auch jede Menge Arbeit. Und dafür müssen der Kopf frei und der Körper gesund sein. Und daran müssen und werden wir jetzt arbeiten.

Dann freuen wir uns gleich auf das vorletzte Konzert hier in Wuppertal! Wie lange spielt Ihr heute?

Wir freuen und natürlich auch und jeder von uns hat eine Stunde Spielzeit. Es gibt auf dieser Tour ja keinen Headliner. Und so sind wir heute als zweites dran. Gestern war es umgekehrt, da wir uns jedes Mal abwechseln. Am Ende spielen wir noch zwei, drei Stücke gemeinsam.

Klingt super. Vielen Dank für dieses Interview. Wir freuen uns wirklich alle auf das was kommt und wünschen Euch dafür nur das Beste!

Vielen Dank und bis bald!

KvK

Heimataerde – Gottgleich

Heimataerde – Gottgleich

Die Musik von Heimataerde zu beschreiben, war immer schon ein schwieriges Unterfangen. Legt die Band nun schon seit ihrem ersten Album im Jahre 2004 immer wieder eine Schippe obendrauf.
Heimataerde sind eine Mittelalter-Kapelle, die nicht nur allein auch durch die ihre Live-Auftritte beliebt und berüchtigt ist, wo sie als Templer regelmäßig ihr Unwesen treiben. Aber gerade die schrillen und ungewöhnlichen Shows der Band sind ein guter Grund, sie immer wieder für Festivals zu engagieren. Diese Spektakel sollte man sich nicht entgehen lassen.

Heimatærde: Gottgleich, 2 CDs„Gottgleich“ ist das fünfte Album der Band. Es beginnt mit einem Intro („Der Weg“), welches direkt aus einem Soundtrack entsprungen scheint, poetisch dargebracht und musikalisch sehr stimmungsvoll unterlegt. Und noch mehr Stücke dieser Art sind auf „Gottgleich“ zu finden. Das Zusammenspiel von Musik und Gesang ist Heimataerde einmal mehr als wunderbar gelungen, wobei die Spannung steigen dürfte, wenn man daran denkt, wie sie dieses Album visuell bei ihren Auftritten umsetzen werden.

Das Album ist durchsetzt mit gewohnt harten Gitarrenriffs („Templerblut“). Dudelsäcke und Drehleiern fehlen natürlich ebenfalls nicht („God Rest Ye Merry Gentlemen“). Das gesamte Album ist stimmig und der Sprechgesang von Ash kommt gewohnt martialisch daher. Kleine Geschichten, wie zum Beispiel in „Agnus Dei“ und „Outremer“ erzählt, bilden einen schönen Kontrast zu den EBM Klängen, immer passend melodisch begleitet. Poetische Melodien wechseln sich mit mittelalterlichen Klängen ab, wenn auch immer wieder unterbrochen durch die brachialen Gitarren und das harte Schlagzeug („Tief in Dir“, „Dein Opfer“).

Mit „Gottgleich“ wagen sich Heimataerde einmal mehr in Gefilde, die so manch anderer Künstler ihrer Zunft nicht betreten würde. Dabei bleiben sie aber immer hörbar und man ist geneigt, sie vorbehaltlos weiter zu empfehlen. Das Album hat Tiefgang und steckt voller Geheimnisse, die es zu entdecken gilt.

Tracklist
1. Der Weg
2. Templerblut
3. Die Nacht
4. Zwischen den Sternen
5. Angus Dei
6. Wacht auf
7. God rest ye merry gentlemen
8. Tief in dir
9. Outremer
10. Dein Opfer
11. Pilgerlied
12. Al Naharot Bavel
13. Allein
14. Leise fließt der Ebro

KvK