Tanzwut „Morus et Diabolus“

„Der Narr und der Teufel“ lautet die Übersetzung des Titels aus dem Lateinischen. Gemäß diesem Motto fängt die neue Akustik-CD von Tanzwut mit dem „Teufelsstampf“ an, führt fort u.a. mit dem „Tanz der Gaukler“ und endet mit „Hymnus Codex Gigas“, einer Hymne an den Codex Gigas..
„Nach einer Legende wurde der Kodex von einem Mönch geschrieben, der wegen Ungehorsams verurteilt worden sein soll, lebendig eingemauert zu werden. Damit ihm diese harte Strafe erlassen werde, versprach er, zur Lobpreisung des Klosters in einer einzigen Nacht ein Buch zu schreiben, das das gesamte menschliche Wissen enthalten sollte. Nahe Mitternacht erkannte er, dass er diese Aufgabe nicht allein erledigen konnte und verkaufte dem Teufel seine Seele. Der Teufel vervollständigte das Manuskript, und der Mönch fügte das Bild des Teufels hinzu, um so auf den wahren Autor hinzuweisen.“
Ausserdem gibt es noch „La Filha Dau Ladre“ zu hören, ein altes provenzalisches Lied aus dem 13.Jahrhundert von einem Mädchen, dem im Olivenhain ein schöner Ritter begegnet; es ist das einzige Stück mit Gesang, gesungen im Chor.
„Como Poden“ ist ein altes Loblied für die Jungfrau Maria, die einen bislang schlechten Menschen geheilt hat.
Der „Heiduckentanz“, ein Sodatentanz erscheint in der ungarischen Geschichte erstmals in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, den „Heiducken“ in Begleitung von Geigen, Trompeten und Dudelsäcken vorführten.
Der „Totentanz“ lädt mit seinem rhytmischem Trommeln wahrhaft zum Tanzen ein.
Mit „Skudrinka“ einem traditionellem macedonischem Volkstanz, „Chanconeta Tedesca“, und „Danse Bretone“, dem melancholisch klingendem bretonischem Tanz, ziehen die teuflischen Gaukler und Spielleute einmal quer durch Europa mit ihren Dudelsäcken und Trommeln.
Ganz ungewohnt bisher von der Mittelalter-Rockband Tanzwut führt uns dieses Akustikalbum wieder zurück zu den keltischen Wurzeln der heutigen „Mittelaltermusik“. Diese Musik könnte auch auf einem traditionellem Celtic-Folk Festival in der Bretagne erklingen.
Erstmalig war „Morus et Diabolus“ aber auf dem Ritterturnier in Kaltenberg zu hören.

Michaela, die Nebelkrähe
Tanzwut

Morus et Diabolus

Track
01 Teufelsstampf
02 Albabnischer
03 Heiduckentanz
04 Skudrinka
05 Totentanz
06 Danse Bretone
07 Chanconeta Tedesca
08 La Filha Dau Ladre
09 Tanz der Gaukler
10 Como Poden
1 Hymnus Codex Gigas

Violet Tribe Grand Hotel

„Cinnamon Star“, alias Bianca Stücker ist Gründerin und Frontfrau von The Violet Tribe . Sie ist Produzent, Texter und Komponist der neuen CD Grand Hotel.
Das Allroundtalent Bianca Stücker arbeitete schon als Schriftstellerin, Musikerin, DJ, Hinterhoftätowiererin, als Chorleiterin, im Musikladen, bei der Zeitung und als Dozentin für orientalischen Tanz. Nebenbei studierte sie viele Jahre lang Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Geschichte und legte ein Kirchenmusikexamen ab.
2007 erschien ihr Debütroman Schaulaufen für Anfänger im Fischertaschenbuchverlag.
Frau Stücker hat schon an vielen Sorten Musik mitgewirkt, die man sich anhören und auch kaufen kann:
THE VIOLET TRIBE. the violet tribe’s ravishing collection of curios. Äquinoxe records/alive 2010.
VIOLET. modern life. Äquinoxe records/alive 2009.
VaNi. straßenunterhaltung. e-noxe/alive 2007.
VIOLET. the book of eden. music inspired by kai meyer’s „das buch von eden“. Äquinoxe records/alive 2007.
VIOLET. omnis mundi. costbar/brokensilence 2002.
VIOLETTA. mandra mea. autogramrecords/brokensilence 2005.

Ebenso wie bei ihrem Debütalbum „The Violet Tribe’s Ravishing Collection of Curios“ basieren die Liveauftritten der sechs Grazien zu dem neuen zweiten Album auf einer Tribal Bellydance Show. Mit ausgefallenen orientalischen Kostümen und Schmuck, wie direkt aus einem Jugendstilbild entstiegen, haben sie sich wieder eine fantasievolle Choreografie einfallen lassen.
Schon bei der Vorstellung ihres ersten Albums beim WGT 2010 in Leipzig (Standing Ovations) und auf dem WOD-Festival in Bielefeld im Februar 2011 haben sie uns eine neue Form und Mischung aus Livemusik verschiedenster Musikstile, meist mit orientalischem Einfluss, Burlesque und Bauchtanz-Performance mit Feder-Fächertanz geboten.

The Violet Tribe - Grand Hotel CD
Grand Hotel
Erstmals haben The Violet Tribe ihr neues extravagantes Album „Grand Hotel“ am 18.06.2011 auf der RÜ-Bühne in Essen vorgestellt . Eine Mischung aus Musiktheater, Bauchtanzshow und Panoptikum wurde in eine Geschichte um ein kurioses „Grand Hotel“ verpackt. Die einzelnen Szenen, bzw. Songs wurden dabei mit Biancas erfrischend natürlichem Charme anmoderiert. Jeder einzelne Song dreht sich um jeweils eines der verschiedenen Suiten und Räume und deren skurrile Bewohner und Gäste, begleitet durch eine Choreografie der einzelnen Tänzerinnen, wie:
Henneth Annun,
Miss Lily Qamar,
Svahara Aicanár
Arzo Renz
Mariam Ala-Rashi
und Cinnamon Star
Aber nicht nur tanzen können die 6 hübsch anzusehenden Damen, sondern auch musizieren und singen, u.a. auf Darbouka, Harfe, Duduk und E-Bass, unterstützt werden sie dabei vom Gitarristen Dr.P (Oliver Pietsch).
So verschieden wie die Themen der verschiedenen Suiten, so verschieden ist auch der jeweilige Musikstil der einzelnen Songs. Balkan Beats bis zu Balladen, barocken Elementen, Elektronik oder sogar eine Farinelli-Opernarie oder z.B. ein Auszug aus Shakespeare’s Macbeth und Texte von Bianca Stücker gibt es zu hören.
Ein Gesamtkunstwerk, dass hoffentlich auch bald als DVD erscheint, aber vorerst erscheint erst mal die CD:
Grand Hotel am 22.07.2011 bei Äquinoxe Records/Alive
und Violet Tribe sind live zu sehen:
27.08.11
Der Violet Tribe live beim Orientbazar Münster/D.
17.09.11
Der Violet Tribe live im Flüz K, Werne/D.
30.09.11
Der Violet Tribe live im Kultopia, Hagen/D.
29.10.11
Der Violet Tribe live beim 2. Oberrheinischen Tribalfestival, Offenburg/D.
20.05.12
Der Violet Tribe live beim Tribal Fest, Sebastopol/USA (t.b.a.).

Mehr Termine (Konzerte und Lesungen) findet Ihr hier: www.bianca-stuecker.de

Grand Hotel
ActII, SceneII (The Hotel Theater)
2. Starry Night (The Ballroom)
3. Herr Biedermeier
4. Schleifchen aus Stahl (The Girl’s Club)
5. Zarani (The Oriental Salon)
6. I Think No (The Hotel Bar)
7. Canción Del Pirata ( An Uninvited Guest Appears)
8. Spooky, Spooky (The Hotel Swamp)
9. Qual Guerriero in Campo Armato (The Opera)
10. The Gypsy Suite
11. Vive Le Noble Roy De France (The King’s Chamber)
12. The Baroque Suite
13. High Ideals (The Hotel Disco)
14. TVT has left the Building

www.theviolettribe.de
www.myspace.com/violettribe

Michaela, die Nebelkrähe

WOD-Festival

Auf dem kleinen, aber sehr gelungenem Festival der Künstleragentur WOD traten neben „The Violet Tribe“ so großartige Bands auf, wie: Qntal, Persephone und Bacio di Tosca.
Qntal begeisterte mit guter Laune auf und vor der Bühne und mit ihren großen und bekannten stimmungsvollen Hits. Bestechend waren dabei die ausgebildeten wunderbaren Stimmen von Sarah und Syrah, begleitet von Violine, Flöte und elektronischen Tönen und Bässen, und von Dr. Popp mit verschiedenen Saiteninstrumenten.
Faszinierend wirkte Persephone mit seltsam düster anmutendem Gesang aus der Unterwelt auf die lauschenden Zuhörer, romantisch begleitet von Cello und Klavier. Die ausdrucksstarke Sängerin Sonja Kraushofer ist bekannt von L’Ame Immortel.
Bacio di Tosca konnte auch anspruchsvollerem Publikum mit klassischem Gesang und Texten alter Dichter was bieten. Sehr schön untermalt wurde die Darbietung durch die Performance der Background-Tänzerinnen mit burlesquem Ballet, orientalischem Fächer-Schleiertanz und einer Feuershow .

In Bielefeld auf dem WOD-Festival gab uns Bianca Stücker ein Interview:
hier klick

Leidkläger – „Hunderttausend Gute Nacht“

Melancholisch und einfühlsam hat die neue Band um den ehemaligen Gitarristen von der “ Mittelalterband Dunkelschön“ Björn Scheuplein, Texte von Luise Hensel, Hermann Hesse (Steppenwolf) und Johann Wolfgang von Goethe musikalisch umgesetzt.
Zur neuen Gruppe gehören auch Katja Linzert und Verena Zirkelbach und neuerdings auch noch Nicolas von Stolzmann.
Bei „Hunderttausend Gute Nacht“ geht es um eher tragische Themen, wie die Zeit zum Sterben, den Tod, Abschied und Traurigkeit, das letzte Geleit und der Sehnsucht nach der Lebensquelle.
Der wehmütige Gesang wird untermalt von Gitarre, Nyckelharpa, Psalter, Cister, Chalmeau, Flöte, tragenden Klavierklängen und auch via Laptop- Sound.
Ausser beim Lied „Tanz“ ist diese leise und nachdenklich stimmende CD eher zum Zuhören als zum Abtanzen gedacht, eben wehklagend, wie der Name Leidkläger schon sagt.

erschienen bei Zerberus:

Leikläger- Hunderttausend Gute Nacht

1. Morgenlied
2. Die Zeit zum Sterben
3. Die Wahl
4. Steppenwolf
5. Der Ruf
6. Lebensquell
7. Aum
8. Tanz
9. Hunderttausend Gute Nacht

www.leidklaeger.de

von michaela, Die Nebelkraehe

Blackfield-Festival Gelsenkirchen

Blackfield-Festival – Amphi-Theater Gelsenkirchen 25. & 26.06.2011

Das vierte Blackfield-Festival in Gelsenkirchen lud ein und viele kamen!

Das als erstes in der Geschichte angekündigte „Zwillingsfestival“, bei der auf der Burg Querfurt das beinahe identische Lineup am gleichen Wochenende hätte stattfinden sollen, konnte, wegen der schwachen Vorverkaufszahlen in Querfurt, leider nicht so veranstaltet werden wie geplant.

Also galt es einmal mehr, sich auf Gelsenkirchen zu konzentrieren.

Der Samstag startete erst einmal mit einem Wehmutstropfen, dem Wetter. Ein Blick gen Himmel besagte, dass der Regen, welcher bereits am frühen Morgen einsetze, beständig bleiben und sich den ganzen Tag halten würde.

Das Lineup war auch in diesem Jahr sehen- und hörenswert!

Burn, Autodahfeh, Solar Fake -der Start in das diesjährige Festival war gelungen. Die Auftritte von Mono Inc., Rabia Sorda folgten und es wurde schon ordentlich vor der Bühne wie auch auf dem Gelände gefeiert. Das Amphitheater füllte sich, trotz den Wetters, stetig.

Erste Probleme gab es bei Apotygma Berzerk. Der Ton wollte nicht so, wie er sollte und Stephan war bei seinem ersten Song gar nicht zu hören und musste, nach Beheben der Störung, diesen erneut anstimmen.

IAMX, die mit ihrem neuen Album wieder einmal bewiesen haben, dass sie immer noch sehr wandelbar sind, haben einmal mehr eine fulminante Show geliefert. Chris Corner ist und bleibt auf der Bühne unerreicht und bietet, neben einem wunderbaren Erlebnis für die Ohren, auch etwas fürs Auge. Ein sehr gelungener Auftritt und sicher bereits einer der Highlights des frühen Abends an Tag 1.

And One beschlossen den ersten Tag. Leider fehlte dem Abschluss ein wenig Pepp. Man hatte den Eindruck, die Band sei nicht ganz bei sich und quälte sich eher durch den Auftritt.

Tag 2 am Sonntag versprach schon im Vorfeld weitaus besser zu werden, was das Wetter anbetraf. Es wurde ein sonnenreicher Tag und die noch am Vortag benutzten Regenschirme fanden als Sonnenschutz noch einmal Verwendung.

Die Band Sono, welche im letzten Jahr leider im Stau verbrachte und dadurch ihren Auftritt nicht bestreiten konnte, hat ihr damaliges Versprechen am Sonntag eingelöst und gab ihre Songs zum Besten. Allerdings mussten Rotersand ihren Auftritt leider schon im Vorfeld absagen. Ein grippaler Infekt zwang Sänger Rasc zu diesem Schritt. Als Ersatz fungierten Assemblage 23, die ihren Auftritt gut meisterten.

Die Letzte Instanz brachte mit ihrer Show in gewohnter Manier das Theater zum mitsingen und vor allem zum mittanzen. Danach freuten sich wohl alle auf den Auftritt von Combichrist, die live einfach besser sind, als auf ihrem Silberscheiben. Leider gab es, wie bereits am Vortag große Probleme mit der Technik, die bei Song Nr. 4 einfach aussetzte. Obgleich sich einige Techniker darum bemühten, die Instrumente der Band wieder mit Strom zu versorgen, gelang dies nicht und so mussten die vier ihren Auftritt beenden. Die Versuche von Andy LaPlegua, ein Akustik-Set zu starten, waren nicht von Erfolg gekrönt. Elektronische Musik ohne Strom ist einfach nicht machbar. Sehr, sehr schade!

Zum Glück brachte man die Technik bis zum Auftritt von Eisbrecher wieder zum laufen und Alexx und seine Jungs legten ihr Programm, wie gewohnt, hin.

Den Abschluss des zweiten Festival-Tages bestritten Schandmaul, die Eisbrecher leider nicht ganz das Wasser reichen konnten.

Alles in allem war das Blackfield-Festival 2011 wieder einmal sehr gelungen. Die technischen Probleme haben sicherlich einen kleinen bitteren Beigeschmack hinterlassen, da man dies von den Vorjahren nicht kannte. Für das Wetter kann der Veranstalter nicht, daher gilt dies zu vernachlässigen und hat auch der Stimmung sicherlich keinen Abbruch getan.

Das Drumherum des Festivals war ähnlich wie die Jahre zuvor, wobei es leider nicht ganz so viele interessante Dinge zu sehen gab, wie sonst. Für das leibliche Wohl allerdings wurde wie immer gut gesorgt.

Das 5. Blackfield-Festival gibt es am 23. & 24.06.2012 veranstaltet und mit Sicherheit wird es wieder ein paar große Namen auf der Lineup-Liste geben und erneut viele Besucher an den schönen Kanal im Ruhrpott locken.

Katharina von Kleve

Faun – „Eden“

Das 7. Album im 11. Jahr nach der Gründung von Faun ist da.

Die fünf Münchner arbeiten bereits seit vier Jahren an „Eden“, denn schon 2008 entstanden die ersten Lieder. Seitdem gab es zweimal eine Umbesetzung bei einem weiblichen Bandmitglied und nun ist Rairda seit Anfang 2010 fester Bestandteil der Band.

Eden

Mit „Eden“ ist den Ausnahmekünstlern einmal mehr ein kleines Kunstwerk gelungen und wird nahtlos an die Vorgänger „Totem“ und „Buch der Balladen“ anknüpfen. Das Album befasst sich mir der Thematik des Garten Eden, der in vielen Kulturen und Mythologien eine große Rolle zu spielen scheint.
Wir hören keltische Harfen, irische und arabische Lauten, die schwedische Schlüsselfidel und auch Drehleiher, Dudelsack, Flöte und Perkussion werden einmal mehr gekonnt mit dem oft mehrstimmigen Gesang von Oliver SaTyr, Fiona und Rairda verbunden.

Wir können zwei schönen auf Deutsch vorgetragenen Stücken lauschen, aber auch englische, norwegische, finnische und türkische Weisen werden vorgetragen und entführen den Hörer in die sagenumwobene Welt des Paradieses „Eden“.

„Lupercalia“ ist als Auftakt auf diesem Album gut gewählt, da es uns direkt zu Beginn signalisiert, wo es auf dieser Reise hingehen könnte.

„Zeitgeist“ ist eine sehr schön erzählte Ballade mit ein paar tollen Höhepunkten und eines der schönsten Stücke auf „Eden“.

„The Butterfly“ und „Polska Fran Larsson“ sind zwei instrumental vorgetragene Stücke.
Am meisten jedoch sind Balladen auf diesem Kleinod zu finden die bei „Golden Appels“, „Pearl“ und „Hymn To Pan“ zum träumen einladen.

Das Album ist mit 72 Minuten das bislang längste der Band. Es kann bei dem Einen oder Anderen Stück vorkommen, dass es länger ist, als es diesem gut tut, denn zu viel Melancholie kann schnell langweilig wirken. Mehr Rhythmus und schnellere Sequenzen, die durchaus großen Eindruck schaffen, hätten sicher nicht geschadet.

Aber das bedeutet nicht, dass dieses Album nicht qualitativ hochwertige Kunst ist. Im Gegenteil. Es gibt viel Abwechslung und für jeden Faun-Fan ist mit Sicherheit etwas dabei, bei dem er mitgehen kann. Und das ist die Hauptsache bei schöner Musik.

„Eden“ kommt genau da an, wo es muss, nämlich tief im Innern und wer sich traut einzutauchen, wird sehr viel Spaß an den gesammelten Schätzen der Band haben, die den „Pagan-Folk“ einmal mehr eindrucksvoll zum klingen gebracht haben.

Katharina von Kleve

Schöngeist

Die Gruppe Schöngeist bezeichnet sich selber als moderne deutsche Rockband. So ist auch das neue Album „Keine Zeit“ komplett in Deutsch geschrieben. Als gebürtiger Bayer mit türkischen Wurzeln ist Sänger Timur Karakus ein Kosmopolit in dritter Generation und lässt auf spielerische Art und Weise orientalische und abendländische Musik zusammenfließen und trügt so auf seine ganz eigene Art zum Thema Integration bei.
Zu Recht haben Schöngeist, gegründet 2006, deshalb für ihr interkulturelles Schaffen in diesem Jahr die Deutsche Musikförderung erhalten.
„Keine Zeit“ befasst sich mit einem Problem, das alle Kulturen gleichermaßen betrifft, nämlich einer immer schneller durchs Leben hetzenden Menschheit.
Auf der CD-Release Party am 12.02 im Zwischenfall, Bochum durften wir Timur dazu interviewen.
Hier geht es zum Interview: Klick

Dazkarieh “ Ruido do Silencio“

Dazkarieh, der geheimnisvoll klingende Name des Quartetts aus Lissabon ist ein Kunstwort einer Fantasiesprache, die die 1999 von Vasco Ribeirio Casais gegründete Band selbst erfunden hat.
Ihre Musik nennt man Nu Portuguese Folkrock. Als Weltmusik im Allgemeinen einzuordnen, besteht sie teilweise aus selbstgeschriebenen Songs, aber auch aus traditionellen portugiesischen Liedern, die aber trotzdem nichts mit der alten Fado-Tradition zu tun hat.
Auch auf dem neuesten Album „Ruido do Silencio“ bedienen sich die Weltmusiker wieder zahlreicher traditioneller Instrumente aus den verschiedensten Kulturkreisen, wie die griechische Bouzouki die schwedische Nickelharpa, die arabische Darabuka, ein keltischer Dudelsack und eine Drehleier. Aber auch elektronische Elemente mit verzerrtem Gitarrensound, Hall- und Delay- Effekten und rockige Drums tauchen in manchen Stücken auf.
So ist das Album „Ruido do Silencio“ zu einer einzigartigen und ungewöhnlichen Mischung von Melodien und Rhytmen aus alter portugiesischer Tradition und Instrumenten anderer Kulturkreise zusammengewachsen, teilweise melancholisch, getragen und verträumt, aber dabei doch immer sehr rhytmisch bis lebensfroh und tanzbar bis hin zu rockig harten Klängen. Getragen wird dieser außergewöhnliche so typische Dazkarieh-Sound immer von der orientalisch anmutenden Stimme der Sängerin Joana Negrao.

Am 4. März erscheint bei Gallileo Music das neue Modern-Folk Album von Dazkarieh

„Ruido do Silencio“

Tracks
1. Llaré dos cinco sentidos
2. Sons de pó
3. Mazurka da Água
4. Tempo chao
5. Da minha janela
6. Moda da ceifa I
7. Moda da ceifa II
8. Manhazinha de S. Joao
9. Repasseado da calcada
10.Nas tuas maos
11.Légua da póvoa
12.Ruido do siléncio

Dazkarieh Live:
10.03.2011 Folk Club, Zürich/CH
11.03.2011 Spielboden Dornbirn/A
12.03.2011 Spitalkeller Offenburg
13.03.2011 Tollhaus Karlsruhe
15.03.2011 Schlachthof Kassel
16.03 2011 naTo Leipzig
17.03 2011 Crystal Club Berlin
18.03.2011 Speicher Husum
19.03.2011 Weltblick Bugewitz
20.03.2011 Dreikönigskirche Dresden

www.dazkarieh.com

Qntal und Corvus Corax

Selb 2010
Das Mediaval- Festival in Selb ist das größte Mittelalterfestival in Europa und hat unbestreitbar das größte Aufgebot an namhaften Mittelalterbands. Ein Highlight jagt das Andere, wobei man gar nicht mehr sagen kann, wer jetzt eigentlich Headliner ist, weil alles nur vom Feinsten ist. Angefangen bei Faun, Omnia, Valravn, Irfan, Haggard, Al Andaluz Project,
des Teufels Lockvögel, Schelmish und Tanzwut, aber auch noch unbekanntere Spielleute wie Omdulö und exotische Besonderheiten, wie Transmongolia, die mit traditionellem mongolischem Kehlkopfgesang begeisterten.
Aber auch Qntal und Corvus Corax durften natürlich auf diesem Festival der Superlativen nicht fehlen.
Michael Popp von Qntal und Norri und Castus von Corvus Corax haben sich die Zeit genommen uns ein Interview aus
dem Backstage zu geben.

www.festival-mediaval.com

In Extremo „Sterneneisen“

In Kürze wird das neue Album von IN EXTREMO das Licht der Welt erblicken. Veröffentlicht wird „Sterneneisen“ am 25.02.2011, aber bei einer Listeningsession in der Dortmunder Kneipe „Sissikingkong“ hatten wir die Gelegenheit schon mal in die 12 Songs reinzuhören.

Wir machten uns also früh auf den Weg, denn die Autobahnen im Ruhrgebiet sind ja Abend immer überfällt. Wir hatten aber großes Glück und erreichten Dortmund schon nach einer guten Stunde. Vor Ort waren schon einige Pressevertreter angekommen und so konnte man noch einen kleinen Plausch mit den Kollegen halten.
Die Band vertreten durch Micha, Flex, Kai und Specky, dem neuen Drummer fanden sich auch kurze Zeit später ein. Dann war es endlich soweit und wir gingen in die Kellerbar, wo die belegten Schnittchen und Getränke schon auf uns warteten. Pünktlich um 20.00 Uhr begrüßte Micha die anwesenden Gäste und erklärte den Verlauf des Abends. Zuerst war ein Making of des Studioaufenthaltes geplant und im Anschluss daran sollten wir dann in die neuen Songs hören.
Leider gab es beim Video des Making Of’s Soundprobleme und Micha meinte nur, dass man erst den DVD-Player von 1968 gegen einen neuen austauschen muss. So gab es denn erst mal das neue Album „Sterneneisen“ zu hören. Starten wir also mit den Beschreibungen der einzelnen Songs:

Zigeunerskat
Dieser Song ist der perfekte Opener, denn durch seinen treibenden Rhythmus und den perfekt eingesetzten Gitarren geht er sofort ins Bein und man kommt nicht mehr los. Dezent eingesetzte Dudelsäcke runden das Gesamtbild des Uptemposongs perfekt ab. In jedem Fall ist dies der passende Sound zum Thema „Zigeunerskat“.Schon beim ersten Song fällt ganz stark die neue Klangfarbe auf – die treibenden Drums.

Gold
Dies ist ein Stück, welches sich sehr schnell im Ohr einnistet. Teils mit getragenen Passagen, weiß er vor allem mit seinen gut gesetzten Melodiebögen zu überzeugen. Darauf wird auch das Hauptaugenmerk gesetzt. Ein kleines Juwel, welches man aber erst bei mehrmaligem Hören seinen ganzen Charme entfaltet.

Viva La Vida
Mit einer rauchigen Stimme stimmt Micha den Song ein und er geht sofort unter die Haut. Thematisch geht es bei „Viva La Vida“um den Alltag des Lebens einer Band auf Tour und die Folgen am nächsten Tag. Was als Ballade startet, artet aber im Verlauf des Stückes zu einem temporeichen Song aus. Mir gefallen vor allem die gesangliche Leistung und die musikalische Umsetzung des Themas, welches vom Erwachen nach einer durchzechten Nacht stimmlich super umgesetzt wurde.

Siehst du das Licht
Bei diesem Lied handelt sich um einen sehr groovigen Song, der sich sofort in die Gehörgänge schleicht. Im Verlauf des Liedes kann man des öfteren toll eingesetzte Chöre vernehmen. Genau diese machen „Siehst du das Licht“ zu einem Juwel und durch die superben Melodiebögen war dieser Song mein unumstrittener Favorit bei der Listeningsession. Mit diesem Stück gehen IN EXTREMO auch ein wenig zurück in ihrer Historie.

Stalker
Bei diesem Lied war ich doch sehr überrascht, denn es startete mit Death-Metal-Klängen, die sich im Verlauf des Stückes zu einem Stakkatoartigem Song entwickelten. Dieser Richtungswechsel fügte sich aber sehr gut ins Gesamtbild ein. Trotz allem wird bei diesem Song nie der melodische Aspekt außer Acht gelassen. Der Stakkatosound und die Death-Metal-Klänge passen sehr gut zum textlichen Inhalt des Liedes.

Hol die Sterne
Nach den ganzen Uptempo-Nummern hat man bei „Hol die Sterne“ ein wenig Zeit zu verschnaufen. Bei dieser Ballade gab sich auch “ Der Graf“ von Unheilig die Ehre und sang eine komplette Strophe und zusammen mit Micha den Refrain. Sehr gut kommt auch noch der Einsatz eines Bouzouki-ähnliches Instrumentes, welches dem Song sehr viel Atmosphäre verleiht. „Hol die Sterne“ ist das perfekte Lied für eine Zusammenarbeit mit dem „Grafen“.

Sterneneisen
Nach ein wenig Ruhe geht es sofort mit einem rockigen Stück weiter. Der Titelsong ist den 7 von IN EXTREMO wie auf den Leib geschnitten. In diesem Song geht es um sieben Zacken, sieben Funken und sieben Macken, also der eigene Planet der Band. Auch bei diesem Stück merkt man sehr stark, dass die Band mit ihrem neuen Drummer Specki einen mehr als guten Griff getan haben. Das Druming ist einfach exzellent.

Zauberspruch No. VII
Wie auf jedem Album gibt es auch auf „Sterneneisen“ wieder neue Zaubersprüche. Dieses Mal haben IN EXTREMO sie sehr gekonnt mit Uilleann Pipes, oder besser bekannt als irische Dudelsäcke versetzt. Sie gehen von Anfang an unter die Haut. Tolles Stück um der Welt ein wenig zu entfliehen!

Auge um Auge
Was einem zu allererst bei diesem Song aufgefallen ist, sind die starken Drumparts, welche den ganzen Song nach vorne treiben. Dieses Stück zeigt ganz klar auf, dass die Band mit Specki einen mehr als guten Griff getan haben. Zudem enthält „Auge um Auge“ thrashige Versatzstücke, die aber erst nach mehrmaligem Anhören voll zur Geltung kommen. Thematisch geht es bei diesem Song um das Für und Wider der Todesstrafe.Sterneneisen

Schau zum Mond
Als Intro dient bei diesem Song ein Dudelsack-Part, der dann in einen groovig-schleppenden Sound übergeht. Die Refrains lockern den Song in rockiger Weise auf. Genau das ist auch das Highlight auf diesem Stück, welches thematisch den Griff nach den Sternen behandelt.

Unsichtbar
Bei „Unsichtbar“ holten sich IN EXTREMO Verstörkung mit Mille Petrozza von Kreator. Er sang sowohl einzelne Strophenzeilen als auch, gemeinsam mit Micha Rhein die Refrains, die ziemlich voluminös ausgefallen sind. Auch bei diesem Song dominieren die Drums. Ein toller, harter Song, der aber trotz allem sehr viel Melodik enthölt.

Ich vermiss dich
Als krönenden Abschluss gibt es mit „Ich vermiss dich“ eine zu Herz gehende Ballade. Im Verlauf des Stückes wechselt der Sound zwar öfters mal in die Midtempo-Richtung, aber mit den eingestreuten ruhigen Passagen weiß er sehr gut zu gefallen. Einen besseren Schlusspunkt hätte man nicht setzen können.
Am Ende der Listeningsession gab es dann noch das besagte Video des Making of’s, welches sehr amüsant war. Eines ist aber sicher, die kompletten Stückes des Albums sollte man sich mehrmals anhören, denn erst dann entfalten sie erst den vollen Charme. Ich jedenfalls bin total von dem Album begeistert, welches durch seine Vielfalt voll zu überzeugen weiß. Am 28. Februar wird es veröffentlicht und dann könnt ihr euch selbst davon überzeugen.
www.inextremo.de
Story: Gisela

Estampie in Wirges

21.11.09 Estampie in Wirges

Der Auftritt von Estampie fand im Rahmen des „Festival of Folk and Fools“ in Wirges statt, einer alljährlich dort gebotenen Kleinkunstveranstaltung.
Im Bürgerhaus der Stadt sollen die weißrussische A-Capella-Truppe „Camerata“ und die bayrische Komikerin „Lizzy Aumeier“ den Abend eröffnen, letztere sagte jedoch zwei Stunden vorherihren Auftritt ab. Gut für alle Estampie-Fans, so verkürzte sich die Wartezeit erheblich.

Der gut gefüllte Saal bot einigen hundert Zuschauern Platz an kleineren, im Raum verteilten Tischen. Mit freudiger Spannung warteten wir auf den ersehnten Auftritt von Estampie.

Doch zuvor unterhielten Camerata das Publikum mit einer bunten Mischung aus orientalischen, buligarischen, russischen und folkloristischen Stücken, auch das ein oder andere experimentelle Stück erfreute den geneigten Zuhörer. Technisch lieferten die sechs klassisch ausgebildeten Sängerinnen und Sänger eine einwandfreie Performance, was man von A-Capella hält bleibt jedem selbst überlassen.

Endlich betraten Estampie unter Applaus die Bühne. Das erste Stück, „Morena“, war vom „Al Andaluz Project“ ausgeliehen, einem Nebenprojekt von Michael Popp, Sigrid Hausen und Ernst Schwindl.
Es folgten der Klassiker „Floret Silva“ , dass diesmal von Neuzugang Sarah M. Newman gesungen wurde, das spanische „Los Caminos“ und das legendäre Instrumentalstück „Trotto“, das fast fehlerfrei über die Bühne ging. Das nächste Stück war wieder eine spanische Nummer, die an diesem Abend ihre Live-Premiere feierte. Thematisch, so erklärte man dem Publikum, handele das Stück von einer Mutter die ihre Tochter vor Gefahren warnt und der Tochter die diese Warnungen ignoriert. Das Stück wird Eingang in das neue „Al Andaluz“-Album finden, dass 2010 erscheinen soll. Man darf also gespannt sein.
Mit „Estampie V“ folgte ein weiterer instrumentaler Klassiker, von dem aus man einen Abstecher ins „Marco Polo“-Programm in Form eines tadschikischen Liebesliedes und des „Pferdetanzes“ machte. Michael Popp und Sigrid Hausen nutzten die Pausen zwischen den Liedern um den Zuhörern einige der Instrumente zu erklären. Bei seinen Ansagen gab Michael Popp wie gewohnt alles und referierte endlos über abstruse Taktzahlen, bezeichnete die französische Estampie als eine Urform des Breakdance und ernannte Bayrisch kurzerhand zur indogermanischen Sprache.
Es folgte „Quantos me creveren“, ein wunderbares A-Capella-Stück.
Der offizielle Teil des Programms wurde mit dem sephardischen Stück „A virgen mui gloriosa“ abgeschlossen.
Unter großem Applaus verließen Estampie die Bühne, um dann für die üblichen 2 Zugaben wiederzukommen. Michael merkte an dieser Stelle an dass dem Schauspiel nach knapp 24Jahren Bandgeschichte eine gewisse Lächerlichkeit innewohne. Doch das Publikum wurde nicht müde zu Applaudieren.
Die erste Zugabe war das italienische Lauda „Ave donna santissima“, das nur durch Gesang, Klatschen und Percussion dargeboten wurde. Endgültig beschlossen wurde das Konzert vom mehrstimmig gesungenen „Non sofre Santa Maria“. Estampie hinterließen ein restlos begeistertes Publikum und haben an diesem Abend sich auch viele neue Hörer gewonnen.
Technische Probleme gab es, abgesehen von einem maroden Mikroständer, der schnell ausgetauscht wurde, keine nennenswerten, das rundete dieser wirkliche gelungene Estampie-Konzert zusätzlich ab. Estampie waren live wirklich ein Erlebnis, dafür hat sich die weite Anfahrt gelohnt!

Ina

Faun 2010 – Niel Mitra

Interview mit Niel Mitra von Faun

*Ihr ward gerade in den USA auf einem der größten und schönsten Festivals.
Ja, das Fairieworlds- Festival in Oregon, Eugen. Es ist wunderschön, es liegt in einem Schutzgebiet und die schauen dort auch, dass alles ökologisch in Ordnung bleibt. Der Müll wird entsorgt un die verlassen den Platz sauberer als er zuvor war. Es ist ein richtig schönes stimmungsvolles Festival mit viel Spirit.

* Wenn Du es mit dem Castlefest vergleichst oder mit dem Mediaval in Selb , z.B., was sind da die Unterschiede?
Da ist alles sehr schwer zu vergleichen, finde ich. Also, die Amerikaner sind irgendwie unheimlich herzlich, unheimlich family irgendwie auch untereinander. Das ist hier ähnlich, da merkt man auch , die Veranstalter hier- das ist so eine Gruppe von Leuten, die sich untereinander sehr gut verstehen, die untereinander eine Verbindung haben und sie machen es hier nicht nur um Kohle zu machen, sondern um ein wirklich schönes Fesival zu machen und dass die Leute Spaß haben und was erleben.
Das würde ich von Selb jetzt auch sagen, ich glaube nicht, dass man es dort macht, um den Riesenschotter zu machen. Aber in den USA- man muss sagen, das ist in Eugen, Oregon auch so etwas wie eine Hippie- Hochburg, ein guter Teil der Bewegung ist dort entstanden. Es ist mein Eindruck so, dass das allerdings dort schon der Menschenschlag ist, bei denen das so drin ist und so kommt es zu einem ganz herzlichen Festival. Es ist unheimlich bunt, auch. Farbenfroh, vielfältig , die Leute sind als Elfen, Orks u.s.w. verkleidet. Man trifft eigentlich alle möglichen Fantasiefiguren dort.

* Ungefähr so wie hier auch? Nur noch mehr davon?
Es ist ungefähr genauso viel wie hier.

*Also auch so gemischtes Publikum?
Ja, das Castlefest hat sich ja auch entwickelt. Ich habe den Eindruck, es ist diese Jahr noch einmal größer geworden, hat aber von seinem Flair zum Glück nichts verloren.

*Gibt es Unterschiede zwischen deutschem Publikum, oder amerikanischem oder niederländischem. Merkt man da Unterschiede, wie die Leute
z. B. abgehen vor der Bühne oder wie sie reagieren?
Natürlich merkt man da auch Unterschiede, das ist schon so ein bißchen Mentalitätssache. Aber auch Deutschland ist ja so groß, da ist es auch von Region zu Region verschieden.
Den Intusiasmus erlebt man in Deutschland schon auch. Aber es war schön in Amerika wie schnell der halt da war.

* Was sind Eure Lieblingslocations?
Ich für meinen Teil lasse mich da immer gerne überraschen, wo man da landet. Ich weiß , das wir in 2 Wochen in der Schweiz im Schloss Liebegg
sind. Das ist in einem Sandsteinmassiv, bei einer Höhle, an einem richtig schönem Platz, mitten im Wald irgendwo.

* Also an malerischen Orten?
Ja, überall dort wo die Landschaft selbst die Magie der Natur formt. Das ist immer am schönsten da zu spielen.

*Mit welchen Bands wäre so Eure Traumtour?
Für mich persönlich mit Valravn und Omnia, momentan.

* Valravn war ja letztes Jahr hier, sie sind ja dieses Jahr leider nicht dabei.
Ja, aber dafür war dieses Jahr das Co-Projekt EUZEN von ihnen da, vom Elektroniker von Valravn, Christopher Juul.
Irgendwie ist Valravn also doch vor Ort.

*Was macht Euch am meisten Freude auf Tour, und was nicht?
Am liebsten mag ich eigentlich die Spontansituationen, die entstehen, wenn ungewöhnliche Sachen passieren. Manchmal werden dadurch selbst die Staus zu Freuden, weil wir eine Gruppe sind, die sich untereinander kennt und zusammengewachsen ist und auch schon gute Freunde geworden sind und daraus enstehen dann auch oft sehr lustige Situationen.

* Womit beschäftigst Du Dich in Deiner Freizeit? In der freien Zeit von Faun?
Momentan gibt’s davon relativ wenig. Derzeit beschäftige ich mich narürlich sehr gern mit Kaffee.
Momentan habe ich wieder angefangen mich ziemlich viel mit Geschichte zu befassen. Manchmal mache ich einfach das Spiel auf Wikipedia, nehme mir ein willkürliches Jahr heraus, um zu schauen: Ok, ja das interessiert mich und verbringe damit stundenlang um da nachzulesen.

* Wie seid Ihr mit Eurer neuen Sängerin Rairda zusammengekommen? Seid wann kennt ihr sie?
So richtig kennen wir sie eigentlich seid Januar. Wir haben im Januar auf Schloss Amerang gespielt und da hatte Rairda auch einen Auftritt. Da waren wir abends auch zusammen essen. Und es war auch schon wieder so eine Fügung, als dann Sandra ausgestiegen ist, weil sie schwanger wurde, da war dann auch der erste Gedanke Rairda zu fragen.

* Stimmt mein Eindruck, dass Rairdas kräftige Stimme Faun so einen anderen Touch gibt? Das die Musik jetzt nicht mehr ganz so sanft,
sondern mit mehr Power und kraftvoller ist? Dass ihr vielleicht jetzt mehr in diese Richtung geht mit ihr?
Ich denke Faun wird immer Faun bleiben, nur es ist natürlich immer abhängig davon, wer ist die Seele von Faun gerade? Da wird die Maxi , glaube ich schon, auf jeden Fall sehr viel Power mitreinbringen. Obwohl sie Lieder wie Tinta z.B. auch unheimlich gefühlvoll singen kann.

*Ich meinte damit auch nicht weniger gefühlvoll, sondern einfach kräftiger und Fiona zieht mit und das Ganze wird dann lauter.
Doch durchaus, das bemerkt man ein bißchen beim Lied Zeitgeist, wo einfach doch sehr schnell auf einmal dieser neue Teil von Zeitgeist irgendwie da war. Das ist schon sowas wie ein kreativer Prozess. Da wird bei uns gerade noch einmal eine Spur mehr Drive reinkommen.

* Dann wird Rairda auch an der Entwicklung von Faun mitarbeiten?
Ich denke, das wird sich nicht vermeiden lassen. Und das ist auch gut so.

* Es könnte ja auch sein, dass einer, sagen wir mal Olli, die Linie für die weitere Entwicklung vorgibt.
Wir formen das schon alle Fünfe zuerst selber.

* Wie sieht es mit einer neuen CD aus? Ist sie schon in Arbeit? Ihr habt auf jeden Fall ein neues Lied dabei, Pan.
Ja, Pan ist neu. Wir sind eigentlich sehr fleißig gerade am Arbeiten an der neuen CD, so parallel. Nur es ist natürlich immer sehr schwierig mit der Zeit zwischen den Touren. Ich habe jetzt sehr viel Zeit damit verbracht erst mal neue Stücke für die Bühne fertig zu machen. Wir wollen diese erstmal richtig viel auf der Bühne spielen, um das Gespühr für den Song zu bekommen, um da richtig drin zu sein. Oft ist es so: man macht eine CD, schreibt es, macht eine Vorproduktion, geht ins Studio, nimmt es auf und spielt das Stück auf der Bühne über 2 Monate und denkt, Mensch man hätte doch das oder das machen können. Einen Song mit dem Publikum auf der Bühne noch zu formen, um dann später einen schönen Song auf der CD zu haben, ich glaube das ist ein guter Plan bei uns. Insofern, immer wenn wir auf der Bühne sind, arbeiten wir an der neuen CD, sozusagen.

* Von Oktober bis April seid Ihr ja wieder auf Akustiktour? Was wird es da zu hören geben? Wie im letzten Jahr aus dem Buch der Balladen?
Ich denke schon, dass viel von dem alten Programm dabeisein wird. Jetzt bin ich ja der elektronische Musiker und gar nicht so mit der Akustiktour beschäftigt. Da müssten wir Olli kurz fragen.
Aber ich denke auch da wird sich etwas tun, dadurch dass Rairda dabei ist.
*Bei der Akustiktour bist Du also nicht dabei.
Nein da hätte ich auch wenig zu tun und das was ich tun würde, will da, glaube ich keiner hören…

* Gibt es sonst noch was Neues zu berichten?
Hmmm…Las mich mal überlegen…
Olli, was gibt es Neues bei uns?
Der Hut! – stimmt!

* Der Hut ist neu?
Der Hut ist relativ neu. Ich trage den Hut jetzt seit November, seit er mir geschenkt worden ist, in Amerika.

* Hattest Du nicht vorher auch irgendwas auf dem Kopf gehabt?
Nein, nur Haare, natürlich soviel dass man es für einen Hut halten könnte.
Gerüchte gehen um, dass der Hut eigentlich der Elektoniker ist und der der hier spricht nur der Träger. Also ich treffe dazu keine Stellungnahme.

*Was bedeutet für Euch Erfolg? Was wollt Ihr erreichen?
Ich denke Erfolg bei uns ist viel in Momenten auf der Bühne, in denen man merkt, dass man diese Musik geschaffen hat und sich mit dem Publikum zu etwas Neuem Energievollem entwickelt. Das ist dieser berühmte Funke, wo man merkt, Du gibst den Leuten etwas und sie geben
Dir was zurück…

* Also ist noch viel Idealismus dahinter und es geht nicht nur um den Rubel, der rollt?
Neeeh, auf keinen Fall. Klar wir leben davon. Ein gewisser Realismus ist also mitdrin, aber auch der würde nicht überleben, wäre da nicht einfach diese Spur von Willen da, was zu schaffen.

*Das muss ja auch irgendwie aufs Publikum überspringen, oder?
Ja sonst würde es keinem Spaß machen und wir bräuchten es auch nicht machen.

*Danke für Deine Zeit…Und jetzt ein Kaffee?
Oder lieber zwei!

An Olli zur Akustiktour:
* Was erwartet uns zur Akustiktour? Viel aus dem Buch der Balladen?
Das Schöne ist, es war eigentlich keine Akustiktour geplant. Aber erstens hat es uns sehr sehr viel Spaß gemacht, wie auch dem Publikum letztes Jahr und zweitens durchs neue Lineup bietet es sich an, quasi. Es kann nicht mehr dieselbe Tour sein, weil wir mit einer ganz anderen Personenkonstellation spielen. D.h. Margareta (Rairda) wird sehr viel mit Gesang machen. Es wird sehr viel freier sein, da sie ihre Stärke auf Improvisation hat, d.h. viel frei spielen. Da sie eine Harfe hat, heißt das, wir werden wahrscheinlich viel Geschichten machen mit zwei Harfen. Wir werden auch viele neue Songs setzen. Die werden wir bis dahin wahrscheinlich am Start kriegen. Das sind halt die ruhigen Songs für die nächste CD, die müssen wir eh erarbeiten. Ich schätze Hälfte, Hälfte: altes Zeugs, neues Zeugs.

Michaela

Castlefest Interview mit M. van der Stelt

Interview mit dem Veranstalter des Castlefestes
Mark van der Stelt

*Seid wann gibt es das Castlefest?
Es ist die 6.Ausgabe. Wir begannen damit zum 1. Mal 2005.
Wir starteten zu dritt, meine Frau, mein Bruder und ich.
Wir waren selbst auf vielen Events gewesen. Aber wir vermissten immer irgendetwas auf diesen anderen Veranstaltungen. So versuchten wir selber ein eigenes Event zu machen. „Ein kleiner Markt“, war der Plan. Und das ist es, dies ist Castlefest.

*Ist es das erste Fantasiefest in den Niederlanden.?
Nein, es gab schon vorher andere Fantasie-events.

*Sind sie ähnlich wie das Castlefest? Denn ich glaube in Deutschland gibt es ein vergleichbares Fest nicht.
In Deutschland habt ihr mehr Mittelalter-events. Hier haben wir mehr Fantasie -events. Viele Dinge sind dabei vergleichbar: die gleiche Art der Musik, ähnlich die Art der Kleidung, und ähnlich auch die Besucher wie auf vielen Mittelalter-events in Deutschland.

*Ward Ihr vorher schon aktiv in der Szene oder nur als Besucher?
Wir sind jedes Jahr im „Heidnischen Dorf“ auf dem WGT in Leipzig.
Und wir waren viele Male auf dem Mittelaltermarkt in Luxemburg, den es aber jetzt nicht mehr gibt. Omnia hat dort oft gespielt. Wir waren als Besucher oft auf all den holländischen Events. Wir mlgen diese Szene und wir mögen es in der Szene zu sein und zu leben.

*In welcher Beziehung steht Ihr zu Omnia? Denn Omnia ist der Headliner vom Castlefest. Sind sie von Anfang an die Hauptakteure gewesen?
Ja, denn Omnia ist für das Castlefest das gleiche, wie z.B. Corvus Corax für „Kaltenberg“. Wir gehören zusammen. Wir haben einen Pakt geschlossen.

*Kanntet Ihr Omnia schon vorher?
Ja, wir kannten sie schon bevor wir anfingen zu organisieren.
Omnia und das Castlefest schlossen einen Pakt: wir versprachen einander, solange Omnia existiert und solange das Castefest existiert, solange wird Omnia auf dem Castlefest spielen.

*Ist das der Grund, dass die meiste Musik wie Paganfolk ist?
Ja, das ist die Musik, die wir lieben und das ist die Musik von der wir denken, dass sie am besten passt zu unserer Veranstaltung. Bands wie Faun, das ist die Musik, die wir mögen und es ist die Musik, die die Besucher lieben.

*Gibt es hier Mittelaltervereine, die diese Veranstaltungen organisieren?
Es gibt hier jede Menge Vereine, die am Live-Action-Rollenspiel Larp teilnehmen, aber es ist zu umfangreich diese Events selbst zu organisieren. Keine Privatleute oder Vereine können das organisieren, das ist zu groß dafür.
Wir organisieren das alles selbst, mit der Hilfe von einer Menge Freiwilliger und lieber Menschen.

* Es ist das einzige Fantasie-event, dass Ihr in den Niederlanden organisiert?
Wir organisieren noch mehr Events, aber es ist das einzige Fantasie-event.

* Was sind Eure Pläne für die Zukunft? Soll es noch größer werden oder wollt Ihr damit herumreisen in andere Länder?
Nein, nicht in andere Länder. Ich glaube, es wäre uns nicht möglich daraus das gleiche Event irgend woanders zu machen. Castlefest ist hier, an diesem Platz, an diesem Schloss!
Aber von Beginn an versuchten wir mehr Leute auf Wochenendbasis zu bekommen, als mit Tagestickets. Wir wollen mehr ein Musikfestival sein als alles andere.
Deswegen wird auch nächstes Jahr auf dem Donnerstag die Cantus Burnus (von Corvus Corax) aufgeführt.

*Gibt es genug Hotels oder Campingplätze, wo die Leute übernachten können?
Von Anfang an haben wir versucht eine Genehmigung von den Behörden für Camping zu bekommen, aber es ist verboten. Aber vielleicht, wir werden jedes Jahr weiter nachfragen und es wieder versuchen, vielleicht ist es möglich. Ein paar Dinge verändern sich, die Türe ist nicht mehr verschlossen.
Es gibt Campingplätze außerhalb an den Stränden und Hotels, wie z.B. in Nordwijk.

*Gibt es noch irgendetwas, was Du uns sagen möchtest?
Wir wissen, dass es in Deutschland eine Menge Leute gibt, die unsere Veranstaltung mögen würden. Also starten wir von jetzt an die Promotion in Deutschland für nächstes Jahr.
Wenn es irgendetwas gibt, von dem ich möchte, dass Ihr es wisst, dann ist es ,dass wir die „Cantus Buranus“ nächstes Jahr hier haben werden und ein großartiges Lineup. Ich kann noch nicht sagen, welche Bands es sein werden, aber es wird großartig werden, nächstes Jahr.

Michaela